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Das sagt mein Therapeut - was ist wichtig für Co-Abhängige

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Sophia
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Re: Das sagt mein Therapeut - was ist wichtig für Co-Abhängige

Beitrag von Sophia » 06.06.2020, 00:44

Liebe Ideja,

Vielen Dank für deine Nachricht! Ich war länger nicht im Forum, aber ich freue mich, dass du mir geschrieben hast.

Seit dem 22.5. ist einiges passiert. Sowohl positiv als auch negativ. Wo soll ich anfangen? Nun ja, er war bei seinem Hausarzt und hat über seine Probleme gesprochen. Der Hausarzt hat ihn zum Neurologen überwiesen. Der Termin war ganz schlimm für ihn weil er sich nicht ernst genommen fühlte. Nach diesem Termin ging es ihm sehr schlecht, ein Depressionsschub und sehr negative Gedanken. Die Verzweiflung war schon so groß, dass er suizidale Gedanken hatte und diese mit mir teilte...

Ah ja und ein Termin bei der Beratungsstelle hat er bekommen aber es kommt erst und ich habe den Eindruck, er braucht JETZT Hilfe. Es muss schneller gehen. Es muss jetzt kommen - aber trotz der vielen Stellen an denen man sich wenden kann, bekommt man nirgends SOFORT ein Termin. Ausser bei privaten Therapeuten, nur langfristig ist es leider keine Möglichkeit.

Was sein Trinkverhalten angeht... ja, er hatte mehrere trockene Tage hintereinander aber sobald er alleine bei sich zuhause ist, trinkt er wieder zuviel. Und ist wieder Auto gefahren obwohl er nicht ganz nüchtern war... Also alles zusammen ist es wirklich schwierig.

Ich hoffe, bei deinem Mann hält die Trockenheit noch an?

Liebe Grüße

Morgenrot
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Re: Das sagt mein Therapeut - was ist wichtig für Co-Abhängige

Beitrag von Morgenrot » 06.06.2020, 10:21

Hallo Sophia,
Die Verzweiflung war schon so groß, dass er suizidale Gedanken hatte und diese mit mir teilte...
es ist schlimm, wenn sich jemand von einem Arzt nicht ernst genommen fühlt. Das kann jemanden schon einen Tiefschlag versetzen.
Dann mache ich mich auf die Suche nach einem anderen Arzt, oder gehe wieder zum Hausarzt. Mit suicidalen Gedanken wäre er in jeder psychiatrischen Klinik aufgenommen worden.
Ich kenne es auch, wenn mein xy suicidale Gedanken äußerte, die hat er solange geäußert bis ich ihm gesagt habe, wenn er noch einmal solche Drohungen ausspricht, rufe ich die Polizei und lasse ihn einweisen.
Ich habe es als Druck für mich empfunden, um mich wieder in die Spur zu bringen, dies kannst du hier auch bei anderen sehr oft lesen.
Es muss schneller gehen. Es muss jetzt kommen - aber trotz der vielen Stellen an denen man sich wenden kann, bekommt man nirgends SOFORT ein Termin.
auch da muß er am Ball bleiben, nicht einmal anrufen, sondern jeden Tag. Damit zeigt er Ernsthaftigkeit, und das er am Thema dran bleibt.
Das ist sogar in vielen Entgiftungskliniken so, da muß der mögliche Patient jeden morgen anrufen, um sich nach einem freien Bett zu erkundigen.
er hatte mehrere trockene Tage hintereinander
da kann man nicht von trockenen Tagen reden, das sind Trinkpausen, in denen sich aber meistens noch nichts verändert.
aber sobald er alleine bei sich zuhause ist, trinkt er wieder zuviel.
das ist seine alleinige Verantwortung, da zeigt sich seine Ernsthaftigkeit. Du kannst ihn nicht 24 h "überwachen" und du verhinderst nicht ein Glas Alkohol.
Und ist wieder Auto gefahren obwohl er nicht ganz nüchtern war... Also alles zusammen ist es wirklich schwierig.
schade das ihn keine Polizei erwischt hat, dann hätte er mal Verantwortung für sein Handeln übernehmen müssen.
Mein xy hatte mal 9 Monate den Führerschein weg, ich konnte ihn nirgendwo hin fahren, weil ich sehbehindert bin.

Das Leben mit einem nassen Alkoholiker ist sehr schwierig, da stimme ich dir zu. Du kannst es aber ändern, in dem du beginnst, etwas für dich zu tun, damit es dir besser geht.
Ihn kannst du nicht retten.
Dies alles mag hart klingen, aber es ist selbst durchlebt. Eigene Erfahrungen und das Wissen, wie schwer es fallen kann, das richtige zu tun.


lg Morgenrot

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