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Ist es überhaupt möglich?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Lia
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von Lia » 27.06.2020, 15:25

Das Problem ist, dass er das weiss wie du trickst und deshalb keine Veranlassung sieht etwas zu ändern. Warum auch, du bist ja durch deine Angst stets zu Diensten.
Ich gehe jetzt mal von mir aus, wenn ich einen Mann oder Freund hätte, der sich so behandeln lässt hätte ich null Respekt.
Ich will dir echt nicht zu nahe treten, aber ich möchte mit jemanden, der sich alles gefallen lässt nicht zusammen sein und würde die Achtung verlieren.

LG Heike

Lia
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von Lia » 27.06.2020, 15:26

Wie du tickst meinte ich natürlich

Harley_quinn
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von Harley_quinn » 27.06.2020, 15:44

Nein du trittst mir nicht zu Nahe. Deswegen bin ich ja hier, weil ich hoffe durch Leute die direkt mit dem Thema zu tun haben, mir irgendwie helfen endlich zu reagieren. Ich weiß, letztendlich muss ICH anfangen den ersten Schritt zu tun und dann auch auf dem Weg bleiben...

Wobei ich sagen muss dass ich immer noch die Hoffnung habe, dass wir irgendwie zusammen durch diese ganze Sche*** kommen... Das kann es doch noch gewesen sein... :(

lütte69
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von lütte69 » 27.06.2020, 19:47

Liebe Harley,

ein sehr kluger Mann soll mal gesagt haben: "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."

Ich glaube, das gilt gerade für uns Co's. Du kannst selbstverständlich alles so weiter machen wie bisher. Das ist dein gutes Recht. Eine wichtige Erkenntnis aus meiner Entwicklung war, dass ich meinen Partner nicht ändern kann. Der einzige Mensch, den ich ändern konnte, war ich. Das ging nicht von heute auf morgen, dass dauerte seine Zeit und war von Zweifwln und Tränen begleitet. Aber der Weg hat sich gelohnt.
Du kannst ja mit Kleinigkeiten anfangen, tu dir was gutes.

Sonnige Grüße
Lütte

Harley_quinn
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von Harley_quinn » 29.06.2020, 13:32

Danke für eure unterstützende Worte und Erfahrungen.
Viele Gedanken und Tränen später bin ich zwar weiterhin weit von der Lösung entfernt aber zumindest hat sich das Gedankenkarussell aufgehört zu drehen.

Ich habe ihm am Wochenende gesagt, dass er sovieles zwischen uns kaputt macht mit seinem Verhalten und ich nicht weiß wie lange ich dass noch so mit machen kann will und werde. Ich habe ihm gesagt dass ich nicht mehr auf ihn warten werde. Wenn wir eine Uhrzeit ausgemacht haben und er ist nicht da, dann läuft der Abend auch nicht so wie vorab geplant.
Die erste zeitliche Abmachung hat er auch eingehalten, aber ich bin mir bewusst, dass das nur war um die momentane sehr angespannte Stimmung nicht weiter anzuheizen. Er wird mich wieder versetzen, aber dieses Mal hoffe ich meine Grenzen einhalten zu können. Im Moment fühlt es sich so an, dass es etwas vorübergehendes ist, bis ich stark genug bin einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Und das obwohl ich mir doch eigentlich etwas ganz ganz anderes wünsche 😔

lütte69
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von lütte69 » 29.06.2020, 14:36

Hallo Harley,

das ist doch schon mal ein Schritt. Du hast ihm eine Grenze gezeigt. Wichtig ist jetzt, diese einzuhalten. Auch wenn es nicht leicht ist konsequent zu sein.
Und das obwohl ich mir doch eigentlich etwas ganz ganz anderes wünsche 😔
Was wünschst Du Dir denn? Kennst Du ihn eigentlich trocken oder hat er schon getrunken, als Du ihn kennen gelernt hast. Ich hab mir auch gewünscht, dass mein Mann nicht mehr trinkt. Ich dachte, dann ist meine Welt wieder in Ordnung. Er hat mir diesen Wunsch aber nicht erfüllt. Er hat weiter getrunken. Dann bin ich ausgezogen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe und habe begonnen, meinen Fokus auf mich zu richten, dafür zu sorgen, dass es mir gut geht. Ich habe meine Welt verändert und auch meine Welt begann endlich sich zu verändern.

Viel Kraft und Geduld für Dich
sonnige Grüße
Lütte

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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von Harley_quinn » 01.07.2020, 21:17

Hallo ihr Lieben,

hier ein kleines Update zu meiner "Konsequenz". Ich halte es bisher (3 Tage) gut durch standhaft zu bleiben. Das bedeutet, wenn er zu spät kommt, läuft der Abend nicht so wie vorher abgemacht. Ich warte dann nicht, sondern fange dann meinen Stiefel an.
Heute war klar, dass es keine klare Abmachung gibt, da ich aber stark geahnt habe, dass er heute mehr trinkt als sonst, und ich ihn so dann nicht bei mir haben wollen würde, habe ich ihm vorgeschlagen unser Treffen zu verschieben.
Ich weiß dass der Effekt sinnvoller wäre ihm zu sagen, dass ich ihn nicht sehen will wenn er zu viel getrunken hat, aber das war für mich der erste Schritt, mich selbst vor der Enttäuschung zu bewahren, die ich wieder gefühlt hätte, wenn ich das Treffen trotz Vorahnung einfach hätte statt finden lassen.

Liebe Lütte, leider habe ich noch nicht raus gefunden wie man zitiert, aber ich möchte deine Frage beantworten wie ich ihn kennen gelernt habe. Zu dem Zeitpunkt als wir uns mehr kennen gelernt haben, wusste ich zwar dass er oft Bier trinkt, aber das ganze Ausmaß war mir nicht bekannt. Zu dem Zeitpunkt hat er noch viel mehr getrunken als jetzt. Es ist immer phasenweise. Nur bin ich der Meinung werden die Phasen mit einem "normalen" Konsum immer kürzer.

Du hast gefragt was ich mir wünsche... Ich wünsche mir eine Beziehung mit diesem Mann. Ohne Alkohol...

Vermute ich richtig, dass du dich von deinem Mann getrennt hast? Oder seid ihr räumlich getrennt und führt trotzdem eine Beziehung?

Liebe Grüße

lütte69
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Re: Ist es überhaupt möglich?

Beitrag von lütte69 » 02.07.2020, 09:06

Liebe Harley,

hier ein kleines Update zu meiner "Konsequenz". Ich halte es bisher (3 Tage) gut durch standhaft zu bleiben. Das bedeutet, wenn er zu spät kommt, läuft der Abend nicht so wie vorher abgemacht. Ich warte dann nicht, sondern fange dann meinen Stiefel an.
Heute war klar, dass es keine klare Abmachung gibt, da ich aber stark geahnt habe, dass er heute mehr trinkt als sonst, und ich ihn so dann nicht bei mir haben wollen würde, habe ich ihm vorgeschlagen unser Treffen zu verschieben.
Das sind doch schon Schritte in die richtige Richtung. Wenn Du das öfter machst, fühlt sich das nicht mehr so komisch an und irgendwann kannst Du ihm sagen, dass Du nichts mit ihm zu tun haben willst, wenn er was getrunken hat. Das hat meiner Meinung nach was mit gesundem Selbstwert zu tun, den ich mir auch erst wieder erarbeiten musste.

Zum Zitieren: Die Passage, die Du zitieren willst, musst Du kopieren und dann auf "Antworten" gehen. Da siehst Du unter der Betreffzeile verschiedene Symbole. Du wählst die Anführungsstriche und dann erscheint [qoute][/quote] und dazwischen fügst Du dann Deinen kopierten Text. Über "Vorschau" kannst Du kontrollieren, ob es geklappt hat. So mach ich es immer.
Du hast gefragt was ich mir wünsche... Ich wünsche mir eine Beziehung mit diesem Mann. Ohne Alkohol...
Stell Dir mal vor, es wäre nicht der Alkohol, sondern eine andere Frau, von der er nicht die Finger lassen kann. Würdest Du das auch so lange mit machen? So lange er keine Einsicht zeigt, dass er süchtig trinkt, wird sich dieser Wunsch nicht erfüllen (und auch wenn er die Einsicht hat, heißt das noch nicht, dass er handelt). Was ich damit sagen will, dass es sich meiner Meinung nach nicht lohnt, still zu sitzen und darauf zu warten/hoffen, dass er sich ändert. Ich bin mir zu 99,9% sicher, dass Du da ewig warten kannst. Bei mir war es so, dass mit meinem Auszug (nach über 20 Jahren Ehe) Bewegung in unsere verfahrene Situation kam. Ich hatte mich bewegt, ich habe mich um mich gekümmert, ich habe dafür gesorgt, dass es mir gut geht. Die gleiche Chance hatte mein Mann auch. Wir haben sie beide genutzt und sind einer der doch eher seltenen Fälle, wo es am Ende nicht zur Trennung kam. Als ich gegangen bin, war es mir aber völlig egal, ob die Ehe weiter Bestand hat oder nicht. Mir war bewusst, dass ich so nicht weiter leben konnte und da er keinen Grund zum Handeln sah, musste ich mich wohl oder übel bewegen. Das war eine beschi**ene Zeit, voller Tränen, Selbstzweifel,Wut, Angst, Resignation, Panikattacken - die volle Bandbreite negativer Gefühle. Aber irgendwie bin ich da durch gekommen. Und ich finde es ist nicht leicht, mit seinem Partner neu anzufangen. Da müssen ganz viele Erfahrungen im Gehirn gelöscht und überschrieben werden. Das geht nicht von heut auf morgen und der Alltag mit seinen Problemen macht die Sache nicht einfacher.

Ich will Dir Mut machen, dafür zu sorgen, dass es Dir gut geht und dass Du Dein Wohlbefinden nicht von einem trinkenden Mann abhängig machst.

sonnige Grüße
Lütte

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