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schleichenden Rückfall

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

ideja
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Re: schleichenden Rückfall

Beitrag von ideja » 08.07.2020, 17:55

Danke Cadda,

obwohl es mir eh bewußt ist, dass es nur abwärts gehen kann, finde ich immer Gründe und Ausreden nichts zu tun. Ich lasse mich einfach treiben.

Aber, nutze jede Gelegenheit etwas für mich zu tun. Und mache auch nichts mehr, weil mm das von mir erwartet. Mir ist nicht immer wohl dabei, aber es geht immer mehr.

Mel007
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Re: schleichenden Rückfall

Beitrag von Mel007 » 08.07.2020, 18:14

Das ist es ja, sie sind davon überzeugt was sie erzählen...ich habe doch von April bis Juni gesehen, das es eine Steigerung gab...jetzt sind es fast 14 Tage ohne Alkohol, aber das heißt noch nichts ...er war stinkensauer, als ich vorschlug, das er mal zur Beratung gehen soll .

lütte69
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Re: schleichenden Rückfall

Beitrag von lütte69 » 09.07.2020, 08:58

Liebe Mel
wollte er sich " mal wieder einen trinken " ganz bewusst.
Er hat sich bewusst dafür entschieden :( obwohl er weiß, was er alles im Suff anrichtet, obwohl ihr den ganzen Mist schon einmal hinter euch habt. Du hast 2 Möglichkeiten, Du kannst zugucken, wie es wieder abwärts geht oder für Dich handeln, Dich aus dieser Spirale rausnehmen.
Ich lasse mich einfach treiben. Aber, nutze jede Gelegenheit etwas für mich zu tun. Und mache auch nichts mehr, weil mm das von mir erwartet. Mir ist nicht immer wohl dabei, aber es geht immer mehr.
Das ist doch schon mal ein guter Anfang. Wobei der Teil des "sich treiben lassens" immer weniger wird und der des bewussten Handelns immer mehr. Dann werden auch die inneren Veränderungen irgendwann spürbar. Und du nimmst dein Leben wieder in deine Hände.

sonnige Grüße
Lütte

Mel007
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Re: schleichenden Rückfall

Beitrag von Mel007 » 09.07.2020, 13:03

Ja , Lütte69...diese Handlung schwirrte ihm bestimmt schon länger im Kopf rum mit dem Trinken, ist jetzt mal meine Vermutung.
Er meinte, ich soll im Vertrauen, so wie früher wird es nicht mehr kommen...meine Familie, Mutter und Vater hat er davon überzeugt, die glauben ihm ...die meinten ich soll jetzt erstmal abwarten und mal entspannter werden....dann hat mein Lebensgefährte noch allen erzählt, warum er sich trennen wollte und der Focus ist nun auf mich gerichtet....alle haben vergessen, was früher abging , dabei haben es doch alle mitgekriegt

Lilli1990
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Re: schleichenden Rückfall

Beitrag von Lilli1990 » 09.07.2020, 13:17

Es ist überall das Gleiche. Die gleichen Zweifel, die gleichen Hoffnungen und Wünsche. Ich finde mich so oft hier wieder. Das macht mir Angst und Mut zugleich. Man fühlt sich so hilflos und (ich jetzt gerade) so leer. Der Verstand sagt einem, was richtig ist, aber das Herz gewinnt immer wieder die Oberhand. Meiner will jetzt nach meinem Auszug eine Therapie beginnen. Aber hält er auch durch? Und wenn ja, wie lange? Fängt das ganze Drama wieder von vorne an, wenn ich wirklich irgendwann zu ihm zurückkehren sollte? Und wieso denke ich eigentlich jetzt über eine Rückkehr nach? Sollte ich mich nicht lieber auf mein eigenständiges Leben vorbereiten und darüber nachdenken?
Liebe Mel, ich kann dich so gut verstehen. Denn ich habe mich auch ständig manipulieren lassen und wahrscheinlich ist es auch noch immer so.
Ich wünsche mir manchmal den Mann (oder Frau) im Ohr, der mir zu jeder Zeit sagt, was ich tun und wie ich mich verhalten soll. Eine Art persönliche Souffleuse. :-)
Und genau das wünsche ich dir auch.

lütte69
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Re: schleichenden Rückfall

Beitrag von lütte69 » 09.07.2020, 14:31

Liebe Mel, liebe Lilli,

ich schreibe mal an euch beide, weil die Fragen von Lilli aufgeworfen wurden, aber hier bei Mel im Fädchen stehen.
Meiner will jetzt nach meinem Auszug eine Therapie beginnen. Aber hält er auch durch? Und wenn ja, wie lange? Fängt das ganze Drama wieder von vorne an, wenn ich wirklich irgendwann zu ihm zurückkehren sollte? Und wieso denke ich eigentlich jetzt über eine Rückkehr nach? Sollte ich mich nicht lieber auf mein eigenständiges Leben vorbereiten und darüber nachdenken?
Kann und soll er, aber für sich. Ob er durchhält wirst du dann sehen. Ob, wann und wie ich zurück gehe, war mir damals egal. Ich musste raus und mich wieder auf die Reihe kriegen. Musste wieder lernen, mir und meinen Wahrnehmungen zu vertrauen, mich wieder wichtig zu nehmen, musste raus bekommen, was ich vom Leben erwarte und wie ich das erreichen kann. Es ging um mich. Daher bitte den letzten Satz des Zitates nicht als Frage sondern als Aufforderung formulieren. Ja, nimm dein Leben wieder in die Hand und gestalte es wie es sich für dich gut anfühlt, darüber lohnt es sich nachzudenken. Wenn er durch Taten beweist, dass er wirklich seinen Alkoholkonsum einstellt und du zu dieser Veränderung auch Vertrauen hast, kannst Du ja immer noch zurück gehen, wenn ihr das beide wollt.

Und den Worten eines nassen Alkoholikers kann man meiner Meinung nach nicht trauen. Er hat super von sich abgelenkt und mit dem Finger auf dich gezeigt. Was sind denn deine Ängste bezüglich einer eigenen Wohnung? Bedeutet eine eigene Wohnung nicht auch ein Stück Freiheit, entspannt nach Hause kommen ohne den Druck, was dich eventuell erwartet?

Wir haben die Souffleuse in uns - unser Bauchgefühl sagt uns doch meist, was richtig ist.

sonnige Grüße
Lütte

Cadda
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Re: schleichenden Rückfall

Beitrag von Cadda » 09.07.2020, 14:42

Richtig Lütte, wir haben eine Souffleuse in uns. Das Bauchgefühl täuscht uns nicht. Und wenn der Kopf mit seinen Wünschen und Hoffnungen das Bauchgefühl kaputt redet, dann am besten im Forum einloggen. Hier sind auch viele Souffleusen :-)

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Re: schleichenden Rückfall

Beitrag von Mel007 » 11.07.2020, 10:43

Das Bauchgefühl hat sich schon oft bestätigt .
Gestern waren es zwei Wochen , ohne das mein Lebensgefährte was getrunken hat...also nach den Rückfällen in letzter Zeit ...es war eine Kleinigkeit, ( der Kater hat gekotzt) da wurde er etwas aggressiv : " *** Viecher , mich kotzt das alles an hier". . Es war kein Streit oder sonstwas voher.
Natürlich bezog ich das automatisch auf mich....seit dem er mir gesagt hat, das er keine Gefühle mehr für mich empfindet, ziehe ich mir jeden Schuh an ....vielleicht hatte er auch Saufdruck, er hat sowieso Stimmungsschwankungen

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