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Er entzieht immer alleine

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Morgenrot
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Morgenrot » 05.01.2021, 00:15

Hallo Jscky,
Am meisten Leid tun mir dabei die Kinder, die viel abfangen müssen wenn ich so traurig und verletzt bin oder wurde. Die großen, die wegen der eingereichten Scheidung auch traurig sind. Die mich so verzweifelt sehen und sie wollen mir helfen..
Ich bin ehrlich gesagt fassungslos was du deinen Kindern antust. Irgendwie klingt für mich da auch noch etwas Stolz mit, ich kann eigentlich nur hoffen, das ich das alles falsch interpretiere.
Deine Kinder werden die nächste Generation der COabhängigen sein, du bist eine gute Lehrmeisterin.

Ich habe auch Fehler gemacht, ich wollte damals alles von meinen Kindern fernhalten, diese ganze Sauferei. Das hat ihnen auch nicht gut getan, heute würde ich ihnen die Wahrheit sagen, dem Alter entsprechend, was mit dem Vater los ist.
Das hat zu bedeuten, das er noch mehr Alkohol entziehen will und dann wird es eben noch schwieriger werden.
Das hat einizig und alleine zu bedeuten das er weiter saufen will.
Dazu hat dir ja Cadda schon genügend geschrieben, aber darauf gehst du nicht ein.

lg Morgenrot

Cadda
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Cadda » 05.01.2021, 05:52

Jacke, hast Du meinen Text eigentlich gelesen oder nur überflogen!? Ich gebe mir die Mühe, Dir zu erklären, dass Dein Mann nicht entzieht, nur weil er (angeblich) weniger trinkt und im nächsten Beitrag schreibst Du das Gleiche? Im übrigen bist Du auch null darauf eingegangen, dass Dein Mann Dich schlecht behandelt und es vermutlich auch ohne Alkohol tun würde. Denn nicht jeder Betrunkene bestraft seine Frau durch Ignorieren, weil sie bei den Töchtern war.

Mir geht es ansonsten wie Morgenroth. Ich frage mich, warum Du Deinen Kindern diese Last antust und überhaupt nicht darüber nachdenkst, dass ihr Leben darunter leidet.

Ich frage mal konkret, wozu Du hier bist? Nur um Dir das Leid von der Seele zu schreiben oder willst Du etwas verändern?

Ich würde mich freuen, wenn Du auf das Geschriebene mal eingehst, denn ansonsten ist ein weiterer „Austausch“ sinnlos. Sowohl für Dich, als auch für mich, weil ich das Gefühl habe, es kommt eh nichts an, von dem, was ich schreibe.

LG Cadda

Jscky
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Jscky » 06.01.2021, 11:44

Natürlich kommt das an, meine Tochter hat sich wegen Wohnung für mich umgesehen. Wir sind getrennt. Allerdings kommt etwas dazwischen. Meiner Schwester ging es in den vergangenen Treffen nicht gut, sie weinte und sie pflegt meine leibliche Mutter. Gestern bekam sie einen Anruf vom Arzt das meine Mam im sterben liegt. Meine Schwester soll heute noch einmal kommen. Sie rief mich an, teilte es mir weinend mit ja. Meine Mutter stirbt und es geht mir damit schlecht. Natürlich hat der Partner gestern alles mitbekommen und natürlich habe ich weinend mit ihm geredet. Ich kann mich im Moment nicht gut konzentrieren oder so tun als wäre das nicht gewesen. Mein Leben geht nicht weiter wie es vorher lief. Ich muss mich in erster Linie zunächst darum kümmern. Die Trennung ist in den Hintergrund getreten. Ich bin traurig und hänge gerade durch, zu nichts wirklich klar fähig. Ich war eigentlich mit Papa heute verabredet. Mußte absagen weil ich auf einen Anruf der Schwester warte. Dann treffe ich mich mit ihr. Ich wollte hier darüber nicht schreiben weil es ein Alkoholiker Forum ist und kein Trauer Forum aber ohne darüber zu reden gehts irgendwie auch nicht. Ich weiß auch nicht ob ich noch hier bleiben kann.

Jscky
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Jscky » 06.01.2021, 11:50

Vielleicht versteht ihr jetzt warum ich auf manches gerade nicht richtig eingehen kann. Warum alles seit Wochen noch chaotischer in meinem Leben zu geht. Meine Mutter ist schwer erkrankt. Und trotzdem sind die anderen Probleme auch noch da.

Jscky
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Jscky » 08.01.2021, 01:38

Mam ist heute um 06 Uhr früh verstorben. Nun bin ich die älteste von 5 jüngeren Geschwistern. Ich habe es geahnt. Als ich die Nachricht erhalten habe. Reagierte ich doch schockiert und irgendwie bin ich es noch. Klare Gedanken sind nicht da und Konzentration fällt schwer. Alle Kinder Verwandten und Geschwister sind informiert. Sie starb für mich in erster Linie daran das durch Corona niemand zu ihr durfte. Sie hatte einige schwere Erkrankungen aber schlimmer war, das sie nichts und niemanden hatte woraus sie Kraft schöpfen konnte. Geschenke Bilder und Briefe durften wegen der Corona Gefahr nicht zu ihr. Sie war in einer Reha in Brandenburg ohne telefonischen Kontakt, weil dort ein Funkloch war Ach, die Menschen standen Weihnachten draußen an den Altenheimen und weinten sich die Augen aus dem Kopf weil sie nicht zu ihren Verwandten durften. Es ist soooo traurig.

ideja
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von ideja » 08.01.2021, 08:07

Liebe Jscky,

es tut mir sehr leid dass du deine Mutter verloren hast. Mein Beileid!

lG ideja

Morgenrot
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Morgenrot » 08.01.2021, 09:59

liebe Jscky,

herzliches Beileid zum Tode deiner Mutter.
Ich denke an dich und wünsche dir Kraft. Es ist sehr schwer die Mutter zu verlieren, nimm dir die Zeit zum trauern, die du brauchst. Das ist sehr wichtig.

lg Morgenrot

Sunshine_33
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Re: Er entzieht immer alleine

Beitrag von Sunshine_33 » 08.01.2021, 12:01

Hallo Jscky,

auch von mir mein Herzliches Beileid zum Tod Deiner Mutter.
Ich habe meine auch vor einigen Jahren verloren und sie fehlt immer noch sehr.
Es ist wirklich traurig und tut auch sehr weh, einen so nahen Angehörigen zu verlieren.
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Aber Jscky, denke bitte auch daran, DU LEBST NOCH!
Unser Leben ist nicht unbegenzt, wie Du ja auch an dem Tod Deiner Mutter mal wieder sehen kannst.
Wir sollten darum zu Lebzeiten das beste aus unserem Leben machen, finde ich.
Und es auch so gestalten, das wir uns darin auch wohlfühlen können.
Manchmal ist so ein Schlag auch eine Möglichkeit, sein eigenes Leben nochmal gründlich zu überdenken und es auch zu ändern.
Sieh zu, das Du mit Hilfe Deiner Tochter schnellstens eine Wohnung findest und Dich von Deinem Säufer trennst.
Er entzieht auch nicht, wie Du immer wieder beharrlich schreibst bzw. weiß hier niemand, was Du genau damit meinst.
Er säuft doch alle paar Tage wieder, wenn ich das richtig verstehe. Zwischendurch macht er höchstens mal ne Saufpause, aber das ist doch kein Entzug.
Zumindest nicht in dem Sinne, in dem wir hier das Wort benutzen.
Und Jscky, Dein Säufer hat Dir doch nun auch schon so oft klar gemacht, das er nicht mehr mit Dir leben möchte.
Hat sogar die Scheidung eingereicht, nicht wahr?
Und Du fragst ihn immer noch alle paar Tage, ob ihr nun noch zusammen seid oder nicht?
Hääää?
Was soll er denn noch alles tun? Er hat sich doch längst enschieden.
Du wirst das akzeptieren müssen, ob Du es willst oder nicht.
Und er wird akzeptieren müssen, wenn Du Dich nun um DICH kümmerst, das ist ja auch Dein gutes Recht.
Ebenso wie er das Recht hat, sich zu trennen, egal ob er säuft oder peng. Er ist ja nicht Dein Eigentum. Und Du nicht seins!

Ich geb Dir echt den Tipp, nimm Dir den Tod Deiner Mutter wirklich zu Herzen UND als Anlass, Dein eigenes Leben in die Hand zu nehmen und es zu einem besseren für Dich zu machen.
Ich habe übrigens an dem Tag, an dem meine Mutter starb, die letzte Zigarette geraucht und bin seitdem rauchfrei, nun bald schon 10 Jahre.
Einschneidende Erlebnisse können also durchaus ein guter Zeitpunkt für eine Wende im eigenen Leben sein!

LG Sunshine

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