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Neuanfang - oder Anfang vom Ende?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Elfriede Lustig
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Neuanfang - oder Anfang vom Ende?

Beitrag von Elfriede Lustig » 11.01.2007, 19:10

Hallo Ihr Lieben!
Das der Tag X eines Tages kommt, war mir irgendwie klar, nur am Dienstag, als mein Mann ins KH ging, weil er Nierenprobs hatte, konnte seit Tagen wenig Wasser lassen und mir dann abends erklärte, er werde erst einmal für drei Tage "abgeschossen", tja,da stand ich doch ziemlich traurig da :( .
Wir kennen uns nun 17 Jahre, sind verheiratet, keine Kinder.
Nach einigen Jahren merkte ich, das er zu viel trank, sagte es ihm, schimpfte, Besserung wurde gelobt, naja, das Übliche halt...
Zwischendurch schien es wieder weniger zu werden, seit 2 Jahren ungefähr wurde der Alkoholkonsum mehr und der Umstieg von Bier auf Wodka begann.
Seit ein paar Monaten meine ich immer, es müsse ein Blinder mit Krückstock erkennen, da mein Mann auch viel an Gewicht verloren hat.
Er hatte mal 30 kg Übergewicht, die dürften nun fsat verschwunden sein, auch an den Gesichtszügen sieht man es ihm an, ich zumindest.
Er arbeitet aber und auch gerne und viel, das vor allem hat mich immer noch irgendwie in Sicherheit wiegen lassen - falsche Sicherheit :oops: .
Mach jetzt mal kurz einen Schnitt, nicht, das gleich alles weg ist.

Elfriede Lustig
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Beitrag von Elfriede Lustig » 11.01.2007, 19:18

Schlimmstenfalls wurde er abends mal ungeduldig, leicht aggressiv beim Reden mit mir, da habe ich ihn dann immer stehen gelassen und morgens konnte man sich wieder normal mit ihm unterhalten.
Obwohl er ziemlich ruhiggestellt ist, konnte ich kurz täglich mit ihm am Telefon reden, morgen soll angeblich Schluß sein mit Abschußmedis.
Er freut sich dann nur auf eines, eine Zigarettte :roll: .
Ich werde da nun hinfahren, aber weiß überhaupt nicht, wie ich mich verhalten soll.
Gibts da für die Angehörigen einen Ansprechpartner?
Wie es körperlich um ihn steht, weiß ich nur bruchstückweise, Bauchwasser, beide Nieren arbeiteten nicht richtig, Nierengrieß und Gallengrieß und Leberwerte? Keine Ahnung, angeblich habe der Arzt gesagt, da könne man mit leben, das glaube ich aber nicht so richtig.
Bin ein ziemlich positiv denkender Mensch, aber im Moment ist mir attackenweise nur noch nach Heulen zumute :( .

lavendel
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Beitrag von lavendel » 11.01.2007, 21:33

hallo elfriede,

zuerst einmal herzlich willkommen hier im forum. aber etwas muss ich dich gleich am anfang fragen, weil ich es nicht verstehe :wink: : was brauchst du?

geht es dir um die allgemeinen gesundheitsprobleme deines mannes, und was sie bedeuten? das können wir dir nicht sagen, da muss der arzt ran. meinst du, dein mann hat ein alkoholproblem, und du willst ihm helfen davon loszukommen? oder willst du dich einfach nur informieren?

ich geh mal von dem alkoholproblem aus, da wir hier ja ein entsprechendes forum sind. wenn dein mann aufhören will zu trinken, sollte er erst einmal eine entgiftung machen, unter ärztlicher aufsicht. oder ist es das, was er gerade im krankenhaus macht? ist er dort ehrlich den ärzten gegenüber? habt ihr überhaupt schon mal über ein alkoholproblem gesprochen, und wenn ja, wie reagiert er? will er überhaupt aufhören zu trinken? das ist natürlich die grundvoraussetzung.

du siehst, du musst schon etwas konkreter werden, damit wir dir raten können. nur mut, es gibt hier viele, die ähnliche probleme haben!

viele grüße

lavendel

Elfriede Lustig
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Beitrag von Elfriede Lustig » 12.01.2007, 05:32

Hallo Lavendel!
Na, vor allem bin ich dabei, mich zu informieren, es ist hier sehr informativ und ich sehe schon viele Parallellen, wir haben in der Verwandtschaft mehrere Probleme mit Alkohol gehabt oder haben sie noch. Ein Onkel ist schon lange verstorben an Magendurchbruch damals, ein anderer kommt nicht los nach wie vielen Entzügen, unzählbar.
Nur wenn es dann der eigene Mann ist, da stehe ich dann etwas hilflos da.
Nein, ich weiß, zu den gesundheitlichen Problemen könnt ihr mir nichts sagen, das ist wohl erstmal meine Art, die ganze Geschichte zu kompensieren.
Ja, er macht gerade die Entgiftung und heute werde ich wohl mehr erfahren, ich habe keine Ahnung, ob er nur wegen seiner gesundheitlicher Probs oder freiwillig zum Entzug gegangen ist, denke, auch das wird sich heute nachmittag herauskristallisieren.
Klar haben wir schon über Alkohol gesprochen, anfangs klappte es auch mit den Versprechungen, weniger zu trinken und irgendwann habe ich langsam kapituliert :evil: , hätte mich auch mit der Wand unterhalten können.
Tja, soweit die Fakten, ich glaube, ich stehe irgendwie noch unter Schock seit Dienstag, das wird sich schon wieder legen :? .

Elfriede Lustig
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Beitrag von Elfriede Lustig » 12.01.2007, 18:57

So, wieder zurück aus dem KH,mein Mann hatte heute morgen den letzten Tropf bekommen und konnte vorhin so eben laufen.
Hat nachmittags seine erste Zigarette geraucht.
War heute zu spät dran für einen Arzt zum reden, am Montag wirds dann klappen.
Mit dem KH und der Behandlung ist er zufrieden.

Mein Mann wunderte sich auch, es gäbe dort keine Visite, es hätte kein Arzt, außer zu einzelnen Untersuchungen mit ihm geredet.
Nachdem ich ihm erzählt habe, wie er mit mir am Telefon geredete hat, schwer verständlich, logo, mußte er selber grinsen und meinte, klar, das wäre auch etwas umständlich geworden.

Auf die Frage , wie es weitergeht, meinte er, er will Montag mit dem Menschen im KH, der für so etwas zuständig ist, sprechen, wegen einer weiterführenden Kur.

Aber das wird wohl noch dauern, sein Gesundheitszustand ist nicht so prickelnd :( , immer noch Bauchwasser, Haut gelb, Augen zitronengelb, wuah, sieht aus wie ein Monster, vor allem wenn er im Licht stand.
Lungenfunktionstest war auch nicht so dolle.

Ach, er wird am Montag wohl nicht wegen einer Kur fragen können, denn da bekommt er nämlich eine Magenspiegelung, das weiß er noch nicht, also ist der Tag dann für die Katz.

So, jetzt laß ich die Eindrücke ersteinmal sacken.

lavendel
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Beitrag von lavendel » 13.01.2007, 01:02

hallo elfriede,

hui, das hört sich ja alles schwierig an. anschließende therapie ist sicher das beste, was dein mann machen kann.

aber du solltest jetzt auch was für dich tun. er ist im krankenhaus und dort gut versorgt, du machst dir sicher furchtbar viele sorgen und kannst im moment doch nicht viel tun. damit du physisch und psychisch auf dem damm bleibst solltest du versuchen dich zu verwöhnen, dir ganz bewusst etwas gutes tun. sei es sauna, kino, was schönes kochen, badewanne, was auch immer dir spaß macht. du hast viel kraft investiert und wirst auch weiterhin viel brauchen. also versuche aufzutanken, wenn es eben geht.

lieben gruß

lavendel

Andi

Beitrag von Andi » 13.01.2007, 04:34

Hallo Elfriede,
habe mich mal gerade bei Dir eingelesen.Hört sich ja wirklich nicht so gut an bei deinem Mann.Wenn er eine anbindende Rehabilitationsmaßnahme durchlaufen möchte,solltet Ihr vor Ort noch mit dem behandelnden Arzt sprechen,Grundvoraussetzung dafür wäre natürlich sein fester Wille!Biete Ihn doch einfach an,bei diesen Gespräch mit anwesend zu sein,vlt gibt Ihn das mehr Sicherheit,und Du hast die Gewisssheit,daß dieses Gespräch überhaupt stattfindet.Nach deinen Beschreibungen,des Krankheitsbildes,sieht es in der Tat nicht so rosig aus,es sieht sogar sehr schlimm aus!Es gibt meist in Krankenhäusern,auch SHG's,wir haben unsere Meeting's zum Beispiel immer dort,wenn diese dort vorhanden sein sollte,wäre es eine Überlegung,diese einmal zum Krankenhausaufenthalt begleitend zu besuchen.

Ich wünsche Dir,auf jeden Fall viel Kraft,dieses alles gut durchzustehen,ohne das Du evtl.Schaden nimmst!

Liebe Grüße,Andi

Elfriede Lustig
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Beitrag von Elfriede Lustig » 13.01.2007, 13:15

Hallo Lavendel!
Ja, was für mich tun, gute Idee.
Bleibt nur die Badewanne heute abend, wenn ich mit den Hunden draußen war, die auch diese Woche zu kurz kamen, ich endlich einkaufen war und ja, meinen Mann will ich auch noch besuchen, der ist nämlich immer noch total abgeschossen am Telefon, ist das normal am 4. Tag??
Essen bleibt mir bald im Hals stecken, aber da ist genug Reserve :wink: .

Ich habe mir vorgenommen, mir Montag endlich eine neue Hausärztin zu suchen, weiß schon wen und da mal mein Herz auszuschütten.
Das konnte ich nämlich bisher nirgendwo :cry: .
Die einzigen, die Bescheid wissen, sind meine Eltern und da höre ich seit Mittwoch nichts mehr von, seit ich ihnen das erzählt habe, sollen sie bleiben, wo der Pfeffer wächst, auch egal.

Ich geh ja täglich arbeiten, und ich weiß bald nicht, wie ich mich da noch zusammenreißen kann, ohne gleich in Tränen auszubrechen, meine Arbeitskolleginnen, mit denen ich mich gut verstehe, wittern aber schon Lunte, die kennen einen halt.

Ja, die Gesundheit, das ist unglaublich, er hat bis Samstag durch gearbeitet, das kann ich bald nicht mehr nachvollziehen, wie so etwas in dem Zustand möglich ist.

Ich mache mir Sorgen, aber das Schlimmste ist die blanke Angst, kenne ich so gar nicht von mir.

Vielen Dank für Deine Worte, kann ich gut gebrauchen!

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