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Neuanfang - oder Anfang vom Ende?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Elfriede Lustig
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Beitrag von Elfriede Lustig » 04.08.2012, 16:13

Ja Aurora, das mit dem Verarbeiten dauert ja eh ewig.

Gestern der Tag, der wie ein Horrortrip vor mir lag, endete so gut, wie ich nie gedacht hätte.

Mittags beim Bestatter haben wir die Trauerfeier beredet, und ich war überrascht, wie schön die sein wird, eben sehr individuell.
Meine Bekannte, die drei Tage hier war, hat schon viele Leute begleitet, die in einer solchen Situation waren wie ich.
Sie hat ihm am Ende gesagt, das er seinen Job sehr gut macht, das war bisher das Beste, was sie bisher mitbekommen hat.
Die Chemie stimmt und es ist gut, das ich dort gelandet bin.

Ich konnte nach fast 2 schlaflosen Nächten heute 9!! Stunden schlafen, Wir haben hier um halb zehn gefrühstückt und ich war heute morgen nicht in solch einem Loch wie die Tage zuvor.
Der Kloß in meinem Hals hat sich gelockert, das fühlt sich gut an.

Das Wochenende mache ich nun nur Sachen, wo ich gerde Lust zu habe, wie nähen oder putzen oder noch etwas telefonieren.

Montag dann wieder Stresspegelanstieg, Rest organisieren.

Und mein letzter Wunsch blieb mir versagt :( , ich wollte nochmal Abschied von ihm nehmen am offenen Sarg.
Der Bestatter hatte es mir zugesagt, kein Problem, aber nachdem er meinen Mann aus dem KH abgeholt hatte, hat er mir gestern davon abgeraten.

So werde ich am geschlossenen Sarg am Dienstag morgen ganz alleine mit meinen Hunden dort sitzen und Abschied für mich nehmen.

Nachmittags ist dort dann auch die Trauerfeier, ich mußte eine freie Trauerrednerin beauftragen, da er nicht in der Kirche war.
Das ist gut, sie war 2,5 Stunden hier, und ich dachte, das würde schlimm für mich, aber das Gegenteil war der Fall.
Das war schonmal ein Stück Aufarbeitung.

Ja, wer hätte das gedacht, das unsere Geschichte hier mal solch ein schnelles Ende findet. Gut, das man nie weiß, was morgen passiert, ich wollte es auch gar nicht wissen.

Ich habe gesehen, das der Betsatter auch eine Gruppe einmal die Woche hat, ich denke, ich werde das mal testen, denn wenn er die Trauerarbeit so genial dort mit uns durchführt, wie ich ihn einschätze, dann wäre das für mich, die eigentlich Humor und auch schwarzen Humor reichlich besitzt, genau das Richtige .

Viele Grüße von
Elfriede, irgendwann bestimmt mal wieder lustig.....

dranbleiben
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Beitrag von dranbleiben » 04.08.2012, 16:49

Hallo liebe Elfriede,
ja, was soll ich sagen/schreiben - ich bin einfach zutiefst betroffen - was dir/euch widerfahren ist !!!
Ich wünsche dir auch von ganzem Herzen ganz viel Kraft, Trost und immer wieder, wie du so schön beschrieben hast - ein schwieriger Tag liegt vor einem - und plötzlich läufts dann doch ganz gut - dass es, was immer auch das ES ist, dass es gut läuft/verläuft !!!
Einen riesen Sack voller guter Dinge - die du jetzt gebrauchen kannst - und wenn es das NICHTS ist - !!! Alles alles Gute für dich beim Durchschreiten des Trauer- und Abschiedstales
Ganz herzliche Grüße, die SommmerSonnne 8)

Elfriede Lustig
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Beitrag von Elfriede Lustig » 09.08.2012, 16:20

Die Verabschiedung morgens hat mir sehr gut getan, auch wenn es am geschlossenen Sarg war, die Hunde waren mit und tiefenentspannt eine Stunde, so wie ich, die ich fast 2x vom Stuhl fiel, weil ich einschlief.

Die Trauerfeier nachmittags mit der tollen Rede der Trauerrednerin war einfach nur super, super für die Sache eben.
Sehr persönlich gehalten und schön vorgtragen mit 3 Lieder dazwischen, die ich aussuchte, einfach perfekt, ich habe natürlich geheult wie ein Schloßhund, vor Traurigkeit, aber auch vor Rührung, wie schön die Rede war.
Ein Tisch stand dort noch mit Erinnerungen aus dem Leben meines Mannes und Bilder, die ich schikcke, war echt der Hammer
Einfach nur klasse, er hätte sich sicher sehr gefreut, das da so zu sehen.

Bei mir geht es auf und ab, nun gar nicht mehr kalkulierbar, es gibt irgendwie nur traurig oder total normal, schwierig, damit umzugehen.

LG
Elfriede

n i c i
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Beitrag von n i c i » 09.08.2012, 21:43

Liebe Elfriede,

Trauer ist nie kalkulierbar. Sie kommt und geht, und anfangs weiß man garnicht, wie es einen erwischt.
Das musst Du auch garnicht. Nimms einfach an.
Lass Dir Zeit.

Ganz liebe Grüße,
und eine Umarmung, wenn Du magst.
nici

Elfriede Lustig
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Beitrag von Elfriede Lustig » 12.08.2012, 11:08

Nun bin ich wieder alleine zu Hause und erlaubte mir gleich heute morgen, in ein tiefes Loch abzurutschen.

Morgen ist der Tag, wo ich erfahre, wie es existenzmäßig mit mir weiter geht, alles ist möglich, hopp oder top, ich hoffe, das ich irgendwie den Tag und bis morgen vormittag herumbekomme.

Mir geht es gar nicht gut, ich hoffe, das wird sich morgen mittag wieder etwas geben, hoffe ich doch auf positive Nachrichten.

Ja Aurora stimmt, wir sind schon etwas in einer gleichen Situation, das hatte ich ganz vergessen. Nur bist du zeitmäßig etwas weiter.

Ab morgen muß ich auch weiter Sachen erledigen, da gibt es Sachen, wenige, die nicht warten sollten.
Mal sehen, heute einfach mal rumgammeln hier.

Viele Grüße von
Elfriede

inbetween
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Beitrag von inbetween » 12.08.2012, 11:26

Liebe Elfriede,

deine Geschichte hat mich sehr berührt.
Ich wünsche dir von Herzen alles, was deine jetzige Situation leichter und erträglicher macht.
Zögere nicht, dir Hilfe zu suchen, wenn deine Befürchtungen eintreten bzw. die positive Nachricht nicht kommt. Es gibt mehr Möglichkeiten, als es oft im ersten Moment scheint.

Ich wünsche dir viel Kraft für heute und den morgigen Tag
Lea

Aurora
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Beitrag von Aurora » 12.08.2012, 14:02

Liebe Elfriede,

diese Löcher kommen leider immer wieder :( . Ich habe gerade dieses Wochenende auch wieder eins. Da hilft nur eins. Die Trauer anzunehmen, den Schmerz hinzunehmen, sich zu genehmigen zu weinen und all die Liebe und Sehnsucht rauszuheulen.

Du hast noch eine Menge organisatorischer Dinge nun zu erledigen. Und es ist sicher eine riesige Belastung nicht zu wissen, wie es finanziell für dich wird.

Ich lass dir einen Drücker hier und bin in Gedanken an deiner Seite.
Viel Kraft für morgen.

Liebe Grüße
Aurora

Elfriede Lustig
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Beitrag von Elfriede Lustig » 12.08.2012, 21:20

Achje, nun habe ich den Fehler begangen und diesen Thread einige Seiten von Anfang an gelesen, Erinnerungen kommen wieder hoch, was hatten wir doch für ein "Glück" gehabt in 2007, geschenktes Glück wars, immerhin 5.5 Jahre.

Diesmal war nichts mit kämpfen, diesmal wars zu arg.

Ich darf es nicht denken, aber ab und an kommen diese scheiß Gedanken, was gewesen wäre, wenn ich nachts hier das Drama gleich mitbekommen hätte, wenn er nicht wer weiß wie lange gelegen hätte hier im Flur, während ich oben selig tief und fest schlief...und mien Mann unten im Flur fast verreckte :( .
Wahrscheinlich hätte sich nichts geändert, wer weiß, warum er diese große Blutung bekam, wer weiß, ob es nicht doch vor sich hin brodelnde Schädigungen des Gehirns waren, verursacht durch den vielen Alk die Jahre und der Akutsituation in 2007, wo das Gehirn ja auch ca. 3 Wochen lang den massiven Giften ausgesetzt war.

Ich werde noch rammdösig heute.

Langsam genervte Grüße von
Elfriede

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