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Ein neuer, unbekannter weg liegt vor mir.

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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joschi018
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Beitrag von joschi018 » 26.02.2015, 08:14

Thalia1913 hat geschrieben:Hallo Joschi,

ich finde deinen Bericht auch klasse, und ich wünsche dir weiterhin alles Gute bei der Einrichtung deines "neuen Alltags".

Eine der "symbolischen Krücken" (darf ich sie "Pfeiler" nennen?) könnte doch auch das regelmäßige Schreiben hier im Forum sein? Ich jedenfalls würde mich freuen, regelmäßig hier etwas von dir zu lesen.

LG Thalia (eher im geschlossenen Bereich unterwegs, aber hauptsächlich als Leserin auch hier "draußen")
Danke!
Pfeiler kann ich das noch nicht nennen, denn Pfeiler vermitteln einem ein Bild eines starken, robusten Brückenpfeilers.
Wenn überhaupt, dann sehe ich hier das Grundgerüst eines Pfeilers, der langsam mit Inhalt gefüllt wird.

Krücke deshalb, weil ich jetzt erst wieder neu gehen lernen muss und da sind Krücken doch schon sehr hilfreich...

Im Forum hier beschränke ich mich vorerst mal auf meine Story oder kleinere Kommentare.
Viele neue suchen nach Tips oder Ratschlägen. Diese aktiv zu geben, sehe ich mich aber nicht in der Position. Aber dadurch, daß ich meine Geschichte erzähle, können andere sich evtl. daraus etwas für sich mitnehmen.
Genauso wie ich es gemacht habe.

joschi018
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2 Jahre Trockenheit - ein kleiner Zwischenbericht

Beitrag von joschi018 » 30.07.2016, 11:47

Hallo!

Da ich ja schon lamge nichts mehr geschrieben habe, hier mal ein erneuter kleiner Bericht.

Im Februar 2015 hatte ich ja meinen letzten Bericht verfasst und dort sprch ich von dem Pfeiler, der noch erst mit Material gefüllt werden muss, um stabil zu bleiben.
Was ist nun mit diesem Pfeiler?

Mittlerweile sind weitere 1,5 Jahre seitdem vergangen und ich kann von mir behaupten, daß ich diesen Pfeiler schon soweit gefüllt habe, daß er sehr stabil steht und mittlerweile auch einiges an zusätzlichen Belastungen aushalten kann.

Das einzige, was Bestand hatte in der verganenen Zeit, war meine Trockenheit, die ist und bleibt an oberster Stelle. Darauf achte ich und sorge dafür, daß meine nasse Zeit und die Therapiezeit nicht in Vergessenheit gerät.
Meine Arbeit ist immer nooch die gleiche aber seit Juli 2015 habe ichh endlich die Insolvenz hinter mir und kann seitdem viel entspannter agieren, da ich nicht mehr über die Hälfte meines Gehaltes abgeben muss.
War aberr auch ok, so bin ich wenigstens meine knapp 50k Schulden losgeworden. Eines kann ich rückwirkend sagen:
Meine Sauferei an sich war schon anstrengend, das ständige verheimlichen, lügen und vertuschen. Aber finanziell an der Abbruchkante zu agieren, hat zusätzlich für Belastungen gesorgt. Aus dem Thema Schulden habe ich auch oft genug einen erneuten Grund zum saufen gebastelt.
Auch meine Depressionen hatten zu einem gewissen Teil ihre Ursache in der bewältigung der Schulden.

Die Zeit nach der Insolvenz war dann am Anfang sehr kniffelig, denn hier hätte blitzschnell ein Grund zum Saufen drin stecken können. Zum Glück habe ich mir in der Therapie die Entscheidung, trocken zu bleiben, gut überlegt.
Einige halfen sich damit über die Runden, .."erst mal das nächste Jahr trocken zu bleiben...", oder schhafften sich sonstige Hintertürchen. Und die freudige Botschaft vom Ende meiner Insolvenz hätte somit schief gehen können, wenn ich meine Entscheidung anders formuliert hätte.

So habe ich mich aber für ein Leben ohne Alkohol entschieden, als Mensch zu leben, der keinen Alkohol trinkt. Und das kann ich mittlerweile mit einer Gelassenheit tagtäglich anwenden; in meiner nassen Zeit wäre das undenkbar gewesen.

Mein Tagesablauf ist der ganz normale mit Arbeit, Freizeit, Freunden usw. Äußerlich gibt es hier keine Veränderungen, im Inneren aber schon etliche.
Ich habe in der Therapie gelernt, gelassener mit dem Thema umzugehen, aber auch konsequenter meinen Standpunkt zu vertreten. Im Alltag sieht das dann so aus, daß ich schonmal mit Kollegen, Chefs, Verkäufern usw. diskutiere und vehement meinen Standpunkt vertrete. Das hätte ichh früher nie gemacht, weil die Angst da war, irgendwie könnte der Säufer durchsickern und die Leute merken was.
Wenn überhaupt, hätte ich solche Diskussionen nüchtern kaum durchgestanden.

Im Februar 2015 war ich ja noch für einige Monate in der Nachsorge der Caritas, danach habe ich nochh eine gewisse Zeit Gruppen besucht. Irgendwann kam aber eine totale Gruppenmüdigkeit auf; ich hatte einfach keine Lust mehr darauf, alles rauf und runter zu kauen und mir die zehntausendste Story von Opa Müllers kaputtem Gartenzaun anzuhören.
Ein großes Problem stellt aber auch meine Arbeitszeit vs. Gruppenzeiten dar; die Gruppen hier sind alle abends ab 19-20 Uhr. Da ich aber oft Spät- oder Nachtdienst habe, kann ich dann dort nicht hin. Und am freien Tag bin ich dann meist anderweitig beschäftigt.

edit Karsten - bitte keine Ablaufbeschreiungen von anderen SHG - edit

Viele zucken immer bei dem Wort AA, aber das kann jeder halten wie er will. Ich sehe darin für mich eine Möglichkeit, mein Thema immer im Fokus zu haben und es nicht zu vergessen.
Ich habe einige mittlerweile getroffen, die rückfällig wurden, weil sie u.a. dem Trugschluss verfallen waren, "...eines Tages ist mal gut, Schwamm drüber..."
Für mich ist das nicht diskutabel. Die Alkoholkrankheit ist ein lebenslanger Prozess, der nicht endet. Sie ist im Moment im Griff, ich kontrolliere sie, aber trotzdem bleibt sie ständig präsent. Sobald ich sie aus den augen lasse und denke, "..Geschafft!", kommt sie und wird mich überrennen.
Daher muss ich derjenige sein, der präsent ist und auf sich aufpasst.

Anderes Beispiel eines Rückfälligen:
Er erzählte mir, daß irgendwann (er war bereits 1 Jahr trocken) dachte: "Na jetzt darf ich aber bestimmt mal ein kleines Glas Wein trinken.."
Ihm spielte das "..Ich darf nicht mehr...vielleicht irgendwann.." einen Streich.
Über solche Beispiele bin ich immer sehr froh, weil sie mir vor Augen führen, wo überall die Fallen lauern.
Deshalb bin ich froh, in der Therapie gelernt zu haben, sich zu reflektieren. Erst heute kann ich von mir behaupten, daß ich mich besser kenne. Ich lebe jetzt für mich, nicht mehr für die anderen.
In meiner Saufzeit habe ich ständig die Bewertung der anderen im Kopf gehabt, sehr oft ein schlechtes Gewissen wegen der Sauferei. ich war überall, nur nicht bei mir. Um in diesen Zustand zu kommen, musste ich saufen, mich "abschießen".

Die Füllung für meinen Pfeiler sind Dinge wie Selbstreflexion, Selbstliebe, Ehrlichkeit zu sich selber, Gradlinigkeit.
Mein Pfeiler ist aus Glas, damit ich ständig hineinsehen kann, um die Vergangenheit nicht auszublenden.

Unterm Strich ist es ein ständiger Prozess des weiter entwickelns, der nie enden wird. Aber trocken und mit klaren Gedanken macht er großen Spaß.

Soweit erstmal...hab noch was vor heute...
Ich werde in der nächsten Zeit, wenn ich es nicht vergesse, öfters mal vorbeischauen.

In diesem Sinne wünsche ich weiterhin trockene 24 Stunden...

joschi

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 31.07.2016, 07:41

Hallo Joschi,

ich freue mich, dass du mal vorbeischaust und von dir berichtest. Und ich freue mich für dich, dass du deine Trockenheit stabilisieren konntest.

Ich habe nicht ganz verstanden, ob du derzeit eine andere Gruppe hast, die du regelmäßig besuchst?

Ich wünsch dir jedenfalls alles Gute weiterhin bei der Ausgestaltung deiner Pfeiler der Trockenheit :) und freue mich, wenn du hier ab und zu (oder öfter) berichtest.

Viele Grüße
Thalia

joschi018
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Beitrag von joschi018 » 31.07.2016, 10:09

Hallo!
Ja, ich nutze eine Gruppe, um den Focus nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist für mich extrem wichtig.
Wie schon erwähnt: Wie gerne blenden wir unangenehme Dinge irgendwann aus, als wären sie nie existent.

Das Thema Veränderung ist ganz stark in den Vordergrund getreten seit der Therapie und ist auch heute noch aktuell. Ohne Veränderung und Reflektion der jeweiligen Situation geht es nicht.
Wäre ich in das alte Muster wieder abgetaucht, dann wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der erste Kronkorken wieder fliegt.

joschi

Karsten
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Beitrag von Karsten » 31.07.2016, 10:20

Hallo Joschi,

das mit dem ausblenden von schlechten Dingen und dass man irgendwie nur das Gute sieht, kenne ich auch aus anderen Bereichen meines Lebens.
Ich finde es wichtig, dass zu erkennen, denn selbst wenn es da Gutes in irgendwelchen Lebensbereichen gegeben hat, ist das Gute dann auch wieder mit dem Schlechten verbunden.

Gruß
Karsten

joschi018
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Beitrag von joschi018 » 31.07.2016, 10:57

Einer meiner Trigger ist z.B. die ausufernde Euphorie bei guten Ereignissen gewesen. Da ich meistens gute Gründe fürs Saufen gesucht habe (gerade dann, wenn ich mir mal wieder vorgenommen hatte, es endlich sein zu lassen), waren es gute Ereignisse, die mir einen "Grund zum Feiern" geliefert hatten.
Nach dem Motto: "Jetzt erst recht" hab ich dann noch einen Extraeinkauf hingelegt und abends Party gemacht.

Heute kenne ich meine Trigger und bin froh darum, Entspannungstechniken erlernt zu haben, die ich in einer solchen Situation anwenden kann.

Dabei ist es nun nicht so, daß ich ständig und permanent hinter jedem Busch Gefahren sehe, ich gehe schon recht entspannt durchs Leben. Aber nur, weil ich diese Trigger kenne und sie frühzeitig wahrnehmen kann.

Wenn ich jetzt so zurückdenke, so gab es keine nennenswerten "kniffligen" Situationen, wo ich mich in Gefahr gesehen hätte. Wobei ich mich allerdings ab und zu erwische, ist das bewerten von Leuten, die im Supermarkt an der Kasse dubiose Einkäufe tätigen, eben "Scheinkäufe", um den dabeigelegten Alkohol zu tarnen.

Oder letztens:
Ich war auf einem Konzert, das ganze draußen bei strahlendem Wetter. Da habe ich mich im Laufe des Abends dabei erwischt, wie ich die konsumierten Bierflaschen des Nachbarn mitgezählt hatte.
Hab es dann aber schnell gemerkt und mit einem "Hast du nix besseres zu tun?"-Grinsen zu den Akten gelegt.

Früher hat so eine Situation, ob an der Kasse oder auf einem Konzert, eine Anspannungssituation in mir ausgelöst, die sich kontinuierlich gesteigert hat. Die einzige Methode, das aufzulösen, war dann das exzessive Trinken.

Ich bin sehr dankbar dafür, daß ich heute schöne Momente als solche wahrnehmen kann und auch genießen kann - und das mit klarem Verstand...

joschi018
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Re: Ein neuer, unbekannter weg liegt vor mir.

Beitrag von joschi018 » 29.01.2019, 20:15

Hallo in die Runde!

Eigentlich wollte ich einen neuen Thread anfangen, aber ich mache hier einfach weiter, weil dieser Thread ja im Prinzip mein persönliches Tagebuch darstellt.

Ich war jetzt über 2 Jahre nicht hier aktiv, erst gestern fiel mir auf, daß da ja noch ein Account existiert.

Löschen wollte ich den Account aber nicht, weil es mir dann doch wichtig ist, meine Geschichte zu erzählen. Evtl. profitiert ja schon der nächste davon! Ich habe zu Anfang meiner Trockenheit auch von den Geschichten der anderen Alkoholiker profitiert.
------------

Nun sind mittlerweile erneute 2,5 Jahre vergangen, in denen ich weiterhin trocken geblieben bin.

Am heutigen Punkt angelangt kann ich feststellen, daß sich meine Trockenheit gut gefestigt hat und es keine Situationen gibt, die mich irgendwie zum wanken bringen oder wo ich schwach werden könnte.
Woran liegt das?

Weil ich die Entscheidung damals in der Klinik, mein weiteres Leben ohne Alkohol zu verbringen, in meinen Alltag integriert habe. Meine Bekannten kennen mich nun als "Antialkoholiker" und neuen Bekanntschaften erkläre ich lapidar, daß ich eben keinen Alkohol trinke.
Erklären musste ich mich noch nie, ausser einmal, da kam eine kurze Nachfrage: "Naja, einen kleinen kann man sich doch genehmigen!".
Dazu gab es dann von mir ein kurzes: "Nein, ich vertrage keinen Alkohol!" - und damit war das erledigt.

Bin ich nun trocken, ohne jemals Gedanken an Alkohol zu haben?
Nein, das gibt es nicht. Ich bin Alkoholiker und werde zwischendurch immer mal wieder "alkoholische Gedanken" haben. Das lässt sich nicht abstellen. Wichtig ist, wie ich damit umgehe.
Es sind keine Gedanken im Sinne von "...ich will Alkohohol/trinken....", sondern "was wäre wenn"-Gedanken. Mit denen gehe ich aber recht konsequent um, indem ich sie zulasse, ihnen aber nicht nachgebe!

Ein Gedankengang nach dem Motto "Was wäre wenn" bringt mich immer blitzschnell auf den Boden der Tatsachen zurück und zeigt mir meinen Weg, den ich bisher gegangen bin. Es ist eine Selbstreflexion, eine kritische Sicht auf das eigene Verhalten. Und das schadet mir zwischendurch nicht.
Wichtig für mich: es hilft mir, konsequent zu bleiben.

Genauso ist es mit den "Alkoholträumen":
Zu Anfang der Trocjenheit waren die teils sehr heftig; mittlerweile ist das nur noch "Traumgeplänkel". Es kommt selten zu solchen Träumen (hab sie nicht gezählt, aber so 4-5x/Jahr), in denen ich gezielt zum Alkohol greife. Aber selbst im Traum eskaliert das nicht mehr und ich erkenne, daß ich die Finger davon lassen muss.
Ich mache mir da aber keine großen Gedanken mehr - ich sehe, was ich jeden Tag trocken erreiche und das ist Motivation genug.

Selbstschutz
Sehr wichtig!
Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, sofort auf Situationen zu reagieren, in denen ich früher gesoffen hätte. Heute gibt es diese Situationen extrem selten, weil ich nur selten auf Partys gehe oder irgendwo bin, wo gesoffen wird.
Es sind eher Situationen wie im folgenden Beispiel, welches ich Ende letzten Jahres erlebt habe:
Ich hatte keine Lust auf meinen bisherigen Job in der Klinik (als Krankenpfleger) und hab beschlossen, ein paar Monate LKW zu fahren (Führerschein hatte ich noch...)

Im Oktober habe ich dann bei einer Firma angefangen, wo gerne getrunken wird. Nicht während dem fahren, aber abends auf der Raststätte. Zum Glück hatte ich einen Kollegen dabei, der selten Alkohol trinkt, von daher war es akzeptabel.
Bis wir dann, 4 Wochen später, das Fahrzeug gewechselt hatten. Als ich mir abends auf der Raststätte mein Bett zurecht machte, kamen da diverse Flachmänner zum Vorschein.
Okay, ich hatte kein Problem damit und auch kein Verlangen, diese zu trinken (oder überhaupt zu trinken).
Aber die Tatsache, daß ich in meiner engsten Umgebung Alkohol vorfinde, ging nun gar nicht. Mein Prinzip: in meinem häuslichen Bereich gibt es keinen Alkohol und auch nichts, was an Alkohol erinnert (Biergläser etc.)

Und jetzt die Flachmänner!
Da habe ich für mich beschlossen, die Reißleine zu ziehen und habe gekündigt.
In der zweiten Firma lief das ähnlich und auch da hab ich dann aufgehört, weil zuviel Alkohol um mich herum existierte.

Selbstschutz geht mir über alles! Ich erkenne mittlerweile auch sehr schnell, ob irgendwo Alkohol drin ist. Bin ich mir unsicher, lasse ich es stehen (Kuchen oder Torten z.B.)
Es gibt dann aber auch die lustigen Anekdoten, die aus Unwissenheit der anderen passieren. Z.B. habe ich Mitte Dezember wieder in der Pflege angefangen zu arbeiten und war auf die Weihnachtsfeier eingeladen. Die Belegschaft hatte gewichtelt und meine Chefin wollte mir nun auch ein Geschenk zukommen lassen.
Also bekam ich eine Tüte mit:
- Schokolade (gut!)
- 1 Flasche Rotwein (ups!)

Als ich die Flasche auspackte (aus Neugier, was man mir nun geschenkt hatte), meinte meine Chefin: "Na, ist der Rotwein ihr Geschmack?"
Darauf kam meine sehr spontane Standardantwort: "Danke für die Schokolade, aber ich trinke keinen Alkohol!"
Damit war das blitzschnell erledigt. Es kam auch gar keine Nachfrage mehr.
Zu Anfang meiner Trockenheit hatte ich vor solchen Situationen Angst, weil ich mich evtl. erklären muss, aber das passiert nie. Heutzutage ist es akzeptiert, keinen Alkohol zu trinken - vor 30 Jahren hätte es permanent dumme Kommentare gehagelt.

Selbsthilfegruppen
Bin ich zu Anfang regelmäßig hingegangen, mittlerweile gar nicht mehr. Das hat den einfachen Grund, daß sich dort die Diskussionen oft im Kreis drehen und ich diese schon tausendmal gehört habe. Das brauche ich nicht mehr...
In einer anderen Gruppe gingen mir dagegen ein paar Leute auf den Geist, die ihre vermehrten Rückfälle als etwas "Besonderes" hinstellten, frei nach dem Motto: "Ohne Rückfall bist du nicht wirklich trocken..."
Auch das muss ich mir nicht geben...

Ich habe aber immer meine AA-Onlinegruppe in der Mailbox, lese die Beiträge, kommentiere ab und zu oder schreibe selbst was. Nicht oft, aber es existiert und dabei bleibe ich auch.
Deshalb fand ich es auch sehr passend, daß ich wieder über dieses Forum gestolpert bin und werde mal versuchen, hier ein wenig aktiv zu werden....
Ein Termin ist für mich jedes Jahr Pflichtprogramm:
Das Deutschlandtreffen der AA. Hab das jetzt 2x mitgemacht und es ist hypermotivierend.

So, jetzt erst mal genug geschrieben.........ich schau mich hier mal etwas um.....

Gruß
joschi

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