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Einsichten eines Alkoholikers

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Waschbaer
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Beitrag von Waschbaer » 18.03.2011, 23:08

Hallo Forum

Habe erst jetzt festgestellt, das sich in meinem
Körper einige Dinge ändern. Zuerst hab ich mal
seit Januar 5 KG abgenommen.(kein Wasser) das
habe ich schon seit 2 Jahren probiert, ohne Erfolg.
Mein Schlafverhalten hat sich total
verändert. Vorher kante ich nur Totale Müdigkeit,
wenn ich morgens ( 04,20 Uhr) aufstehen musste.
Abends konnte ich nie einschlafen. Musste 2-4 mal
aufstehen. Alles weg. Jetzt bin ich morgens relativ fit.
Abends hab ich nun eine schöne Müdigkeit und schlaf
fast immer durch. Leider musste ich auch feststellen, das
mein Bedürfnis nach Zärtlichkeiten stark nachgelassen haben.
Ich hoffe nur, das liegt zur Zeit an meiner Verfassung.
Mit Alk. hatte ich da nie Probleme und eigentlich immer Lustgefühle.
:oops:
Kennt ihr auch solche Veränderungen. Oder bilde ich mir solche
Dinge nur ein. Oder fängt der Körper/Geist sich wirklich an zu verändern.

Ein schönes Wochenende wünscht euch allen
Nobby

claro
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Beitrag von claro » 19.03.2011, 08:41

Halló Nobby,
ích freue mich mit Dir über die ersten 4 trockenen Wochen, die Reise geht weiter und bleibt interessant und spannend.

Ein Urlaub ist nicht ungefährlich, das hast Du hier vielleicht schon gelesen.

Zum Thema Zärtlichkeit, was soll man sagen, wenn du auch bis Spätnachts vorm Computer hängst....?
Alles Gute, Frank

Spedi

Beitrag von Spedi » 19.03.2011, 08:45

Servus Waschbaer,

schön, dass Du die ersten positiven Veränderungen bemerkst.

Ja, der Körper und die Seele verändern sich. Massiv.
Alkohol ist nun einemal ein persönlichkeitsveränderndes Zellgift. Da kann es schon passieren, dass wir Alkoholiker uns im trocken werden "nicht mehr kennen", und auch unser Partner womöglich vor einem Menschen steht, den er "so nicht kannte".

Das ist auch einer der Punkte, warum deutlich mehr Partnerschaften im ersten Jahr nach der "Trocknung " in die Brüche gehen, als während der Sauferei: die Persönlichkeitsveränderung während unserer Saufzeit kam schleichend, kontinuierlich, fast nicht wahrnehmbar. Die Veränderungen durch das Trockenwerden kommen zum Teil recht schnell und heftig. Dieser Veränderung kann der Partner oftmals nicht folgen, schon gar nicht in unserem Tempo.

Irgend so ein schlauer Arzt hat mal als ganz grobe Faustregel die 1:10 angedacht: Je 10 Jahre Saufen ca. 1 Jahr zur "Trocknung". Da kommt bei manchen von uns ganz schön was zusammen...

Binde Deine Frau ein in das, was die Trockenlegung mit Dir macht. Wenn sie mag, kann eine Selbsthilfegruppe für Angehörige nicht schaden, einfach, um Zusammenhänge zu verstehen und nicht davon überrumpelt zu werden. Ob sie das will oder nicht: auch sie wird von deiner Saufzeit beeinflusst worden sein, und diese Dinge müssen erst mal "verstanden" worden sein, um jetzt den neuen Bedingungen angepasst werden zu können.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem neuen Weg, geh ihn in Ruhe und mit Bedacht weiter - es werden sich noch soooo viele neue Sichtweisen für Dich ergeben, die Du heute noch gar nicht in Betracht ziehst, und die Dir ein schönes Leben ermöglichen können.

Es lohnt sich. Für jeden von uns, jeden Tag auf's Neue.

LG
Spedi

Waschbaer
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Beitrag von Waschbaer » 19.03.2011, 11:41

Hallo Frank

Mußte bei dir schmunzeln. :wink: Aber ich mach ja Wechselschicht
und hatte gestern Mittagschicht. Da komm ich erst um 22.40 Uhr
nach Hause. Ich schau dann immer noch schnell hier rein. Das ist
wichtig für mich. Auf Mittagschicht hab ich immer noch das meiste
Gefühl, das ich Alk mäßig was vermisse. Aber hier lese ich dann ganz
schnell und gut isses. Das mit dem Urlaub hab ich bedacht. Wir haben
ein Alkoholfreies Ferienhaus gebucht. Dann geht es im Juli zum Radurlaub.
Mit viel Wasser.

8)

Hallo Spedi

Also trennen möchten wir, meine liebe Frau und ich, uns wirklich nicht.
Sie kannte mich ohne und mit Saufen. Mit der Körperveränderung komme
ich ja klar. Aber die Seele macht mir ein wenig Panik. Ich hoffe,
wenn ich noch ein paar Monate Trockenheit hinter mir habe wird sie auch
wieder zufriedener sein. Noch ist sie sehr damit beschäftigt auf mich aufzupassen,
das Nobby keine Mist baut. :!: Ich hoffe das sie ihrgendwann zur Ruhe kommt.

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende und Danke für die
Antworten.

LG Nobby

Waschbaer
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Beitrag von Waschbaer » 22.03.2011, 16:12

Hallo Shg

Es ist schon komisch. Nun trinke ich seit 5 Wochen
keinen Alkohol mehr und vermisse fast gar nichts.
Mit "fast" möchte ich sagen so ab und an würde
ich doch mal gerne was trinken. Aber das sind
Bruchteile von Sekunden und ich weiß, das brauche
ich nicht mehr. Nur frage ich mich, warum klappte
das vor dem K.H nicht. Mir war ja schon vorher klar,
das ich ein riesengroßes Problem habe. Selbst zu meiner
lieben Frau hab ich ab und an gesagt, das ich die Rechnung
präsentiert bekommen werde. Im K.H haben mich die einzelnen
Geschichten der Mitpatienten beeindruckt. Nun habe ich Angst, das, das in meinem Gedächtnis verschwindet. Zur Zeit helfen mir die sehr
bewegenden Lebensgeschichten weiter (z.B. Petter, usw. den ich sehr bewundere) Ich bin froh das Forum gefunden zu haben.
So vergesse ich nicht, das man ja nicht allein mit dem Problem dasteht. Das einzige was mir nach den einfachen 5 Wochen sehr schwer fällt,
ist der Gedanke, nie mehr Alkohol trinken zu dürfen. Auch da habe ich
im K.H gehört, wie schnell das geht. 4 Jahre trocken, einmal alkoholfreies Bier getrunken .Geht doch. Also geht auch ein Bier mit Prozente.
Das hat dann ein Jahr gehalten, bis wir uns im K.H. begegneten. So ich habe einfach mal meine Gedanken hier aufgeschrieben.
Keine Ahnung so richtig warum. Freue mich eigentlich mit dem schönen Wetter. Mir geht es auch richtig gut.
Habe jetzt auch 3 Tage frei und werde morgen die erste, seit langem, trockene Radtour mit meiner lieben Frau machen.

Euch allen wünsche ich eine schöne Woche.
Nobby

claro
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Beitrag von claro » 24.03.2011, 08:16

Hallo Nobby,
für mich ist das mit der Trockenheit wie beim Arbeiten.
Solange Du vorsichtig bist, weil du Angst hast, was fasch zu machen, geht meist alles gut.
Sobald die Aufmerksamkeit nachläßt, weil man ja alles im Griff hat, passierts.
Vielleicht bedarf es ab jetze einer lebenslangen Aufmerksamkeit?

LG Frank

Biedronka
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Beitrag von Biedronka » 24.03.2011, 23:00

Hallo Nobby,

die Gedanken darüber, warum es vorher nicht geklappt hat mit dem Aufhören zum Trinken, habe mir auch oft gemacht...
Ich kam zu keinem Ergebnis und mittlerweile will ich es gar nicht wissen, wozu auch? Die Hauptsache ist wir trinken kein Alk. mehr...
Im Moment habe ich eine schwere Situation zu meistern und noch vor ein paar Monaten hätte ich es " Ohne" nicht geschafft aber jetzt geht es und das ist mein Lichtblick...mein Weg...

Es freut mich sehr, dass es Dir gut geht
Lieben Gruß, Nella

Waschbaer
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Beitrag von Waschbaer » 25.03.2011, 20:55

Biedronka hat geschrieben: Im Moment habe ich eine schwere Situation zu meistern und noch vor ein paar Monaten hätte ich es " Ohne" nicht geschafft aber jetzt geht es und das ist mein Lichtblick...mein Weg...
Hi Nella

Ich hoffe das du deine Dinge auf die Reihe bekommst.
Schwere Situationen hab ich sehr schnell schön getrunken.
Wenn die nächste ansteht, werde ich sie mit Sicherheit lösen
und nicht mehr weglaufen.

Einen ,trotzdem, schönen Abend wünscht dir Nobby

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