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Einsichten eines Alkoholikers

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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joschi018
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Beitrag von joschi018 » 26.03.2011, 15:05

ist der Gedanke, nie mehr Alkohol trinken zu dürfen
Waschbaer, ändere diesen Satz im Kopf um:
....schön ist der Gedanke, nie mehr Alkohol trinken zu müssen..
Dies entspricht der Realität; der andere Satz beinhaltet immer noch die berühmte "Hintertür", nach dem Motto:
("Ich darf ja nicht mehr - dann erst recht - lass mir doch nix verbieten")

Biedronka
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Beitrag von Biedronka » 27.03.2011, 00:40

Hallo Nobby,

ich sehe es genauso...

Wer kann Dir verbieten Alk. zu trinken? Keiner...
Du darfst auch Alk. trinken nur Du willst es nicht mehr tun...
Hast jetzt auch schon die Qualitäten eines alkoholfreien Lebens erfahren und bestimmt nicht mehr dadrauf verzichten wollen...

Also Du darfst aber willst nicht...

Schonen Sontag
Nella

Waschbaer
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Beitrag von Waschbaer » 27.03.2011, 20:37

Guten Abend joschi und Nella

Das mit dem nicht trinken dürfen, verbiete ich
mir selber. Aber ich verstehe auch was ihr mir hier
vermitteln wollt. Nur das mit dem verstehen und es
in Gedanken umzusetzen und zu behalten, ist eine
andere Sache. Zur Zeit denke ich eher ich darf aber ich
möchte nicht Alkohol trinken. Sonst ist bei mir das schöne
freie Leben ganz schnell hin.
Wir haben auch vorgestern bei einem schönen sonnigen
Spaziergang auf Terrassen geschaut, auf denen Leute saßen
und sich ein Bier schmecken ließen. Dann denke ich doch noch,
das kannst du nicht mehr. Aber irgendwann werde ich denken
das brauch ich nicht mehr. Oder ich werde es nicht mehr wahrnehmen.
Wenn statt Alk, Wasser im Glas währe, würde ich es ja auch nicht registrieren.
Auf diesen Augenblick warte ich mit Geduld.

Eine schöne neue Woche wünscht Nobby

Waschbaer
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Beitrag von Waschbaer » 30.03.2011, 16:29

Hallo Forum

Gestern hatte ich ein komisches Erlebnis. Ich war mal wieder auf der Mittagsschicht. Die ganze Schicht verlief sehr gut. Dann mussten wir innerhalb unseres Arbeitsplatzes um 19:30 zu einer technischen Störung. Da wir nicht sofort arbeiten konnten, habe ich mich ein wenig hingesetzt und gewartet. Auf einmal dachte ich, aus heiterem Himmel!! jetzt wäre ein schönes Glas Whisky sehr angebracht. Ich spürte förmlich den Geschmack. Alkohol wird aber bei uns seit ca. 15 Jahren nicht mehr getrunken, auch hatte ich keine Reklame gesehen. Auch sprach kein Arbeitskollege von Alk. Ich war über mich sehr verwundert. Auch habe ich meiner lieben Frau mein kleines Erlebnis berichtet. Leider konnten wir uns diesen Gedanken nicht erklären. Wie auch. Saufdruck - oder sucht, empfinde ich Gott sei Dank nicht.
Aber was war das dann? Hinterhältiges Suchtgedächnis ? Aber das kommt doch wohl nur in Verbindung mit anderen Empfindungen oder ?

LG vom verunsicherten Nobby
:?:

Spedi

Beitrag von Spedi » 30.03.2011, 18:51

Servus Waschbaer,

blöde Sache, so von hinten überfallen zu werrden, gell?

Aber: das lässt sich eingrenzen. Das ist auch bis zu einem gewissen Grad durchaus "normal". Warum? Nun, wir sind -ganz im Sinne vom guten alten Herrn Pawlow- auch konditioniert.

Will heissen, auf bestimmte äußere Einflüsse reagieren wir mit einem antrainierten "Reflex".

Welcher äußere Einfluss das sein mag, nun, da gibt es viele Möglichkeiten: Situationen, Gerüche, Geschmak, Licht/Schattenwurf, Erlebnisse, Stimmen, Geräusche, bestimmte Personen, eigene Stimmungen usw. usf.

Du siehst, es können die unterschiedlichsten Dinge eine solche "Erinnerung", einen solchen "Reflex" hervorrufen.

Wichtig ist, dass ich damit umzugehen lerne, mir klarmachen kann, OK, irgendetwas triggert mich jetzt, 1.) ist das gleich wieder vorbei, weil ich erkannt habe, dass es mich triggert, und 2.) ich kann versuchen herauszufinden, was mich so triggert und versuchen, dafür in Zukunft Alternativen zu finden.

Also, keine Angst vor solchen Situationen, die können immer wieder mal kommen, wir können aber die Wertigkeit mildern und die Situation selbst bereinigen.

Wichtig: wenn was unklar ist, immer fragen, fragen, fragen! Kopf hoch, Du machst das gut!

LG
Spedi

Waschbaer
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Beitrag von Waschbaer » 31.03.2011, 16:12

Hi Spedi

Danke für deine schnelle Antwort. Musste erst mal
bei Wikki nachschauen was noch mal der Herr Pawlow gemacht hat. Das könnte natürlich ein Grund sein, den ich aber dann doch nicht kenn. Mein Erlebnis war ja auch nicht schlimm, nur komisch. Beim nächsten mal werde ich mir wohl überlegen, wo der Auslöser steckt. Kann ja nicht schaden und vieleicht entdeckt man den kleinen Übeltäter im jetzt wieder großen Hirn.
Fals es dich intressiert, ich lese auch Alkbücher und stelle immer viele Parallelen zu mir fest. Natürlich auch hir im Forum. Da ich in keine reale SHG gehe finde ich meine Aufklärung hier im Forum und in den Büchern sehr wichtig. Nur dann kann man ja handeln.

LG Nobby

Waschbaer
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Beitrag von Waschbaer » 04.04.2011, 18:43

Hallo Forum

Habe heute 7 Wochen Alkoholfreie Zeit hinter mir. Der Weg bis jetzt, war für mich weniger anstrengend, als ich geglaubt hätte. Durch das tägliche Lesen hier versuche ich zu verstehen, wie ich auf langer Dauer diesen Weg weiterführen kann. Ein Vorteil für mich, ist mein Arbeitsweg. Da muss ich immer an dem K.H vorbei, in dem ich meine Entgiftung gemacht habe. Jedes Mal grüße ich die dort freiwilligen unbekannten Patienten und wünsche ihnen viel Kraft. Ich möchte da nicht mehr hin. Es ist einfach zu schön mit klarem Kopf durch die Welt zu laufen. Ich war in den letzten Wochen mehr unterwegs, als in den letzten 2 Jahren. Auch entwickele ich wieder Lust, mich selber bestimmen zu können. Vorher hat ja der Alk bestimmt wie ich meine Freizeit zu gestalten habe. Oft sehr müde und sehr träge. Bin mal gespannt darauf wann ich das zählen der Tage und Wochen vergessen werde. Hatte auch schon vergessen ob es heute 6 oder 7 Wochen sind.
Meine liebe Frau wusste es dann besser. Manche werden natürlich denken, wer zählt, wartet auf ein Ende. Ja die Gedanken kommen mir auch ab und zu. Aber dann fahr ich wieder am K.H vorbei und gut isses. Es ist natürlich auch manchmal anstrengend den Tag nicht hinter einer Milchscheibe zu erleben. Aber ich war immer ein Optimist und schaue auch im klaren Kopf, den Dingen gelassen entgegen. Eins habe ich hier schon verstanden, Dinge die ich nicht ändern kann, ob mit oder ohne Alk., werde ich nicht ändern können. Aber ich kann mich ändern. Also auf in die nächste Woche.

Viele Grüße an alle
Nobby

claro
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Beitrag von claro » 05.04.2011, 08:10

Hallo Nobby,
ich finde Dein Zählen o.k.
Du kannst Dir ja erstmal ein Kurzziel setzen.
der 1000ste Tag oder so.
Ich mache Dir dann ne Urkunde.
Gruss Frank

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