Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

5 Monats-Bilanz

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

Moderator: Moderatoren

Paulina
neuer Teilnehmer
Beiträge: 250
Registriert: 27.01.2011, 20:16

Beitrag von Paulina » 11.10.2011, 13:02

Ach Martha, ich krieg eine Gänsehaut wenn ich lese, was ich vor ein paar Monaten noch alles geschrieben habe.
Hab ja auch handschriftliche Tagebuchaufzeichnungen .... :shock:

Nicht umsonst wird Alkohol als eine bewusstseinsverändernde Droge bezeichnet , die unter anderem auch Beziehungen auflöst Es ist für mich nicht auszudenken was heute wäre, wenn ich nicht aufgehört hätte.

Habe mich gefreut von Dir zu hören und hoffe, auch Dir geht es gut!!
Klare Sicht voraus! :D

Alles Liebe, bis dann!
Paula

Paulina
neuer Teilnehmer
Beiträge: 250
Registriert: 27.01.2011, 20:16

Beitrag von Paulina » 04.11.2011, 13:20

Hallo!

Ich glaube ich habe BC's Thread zu sehr für meine persönlichen Interessen missbraucht.

Also bin ich hierher gewechselt, um mich unter anderem bei Dir, Matthias Silberkralle, noch mal ganz herzlich für Dein ausführliches Statement und die Mühe die Du Dir gemacht hast, zu bedanken! :oops: :D

Ja, es sind so ca. 20 Kilo, die ich insgesamt abgenommen habe. Mein Übergewicht war eindeutig vom Alk. Er ist ja bekanntlich ein Stoffwechselhemmer und hat - zumindest bei mir - immer für nächtliche Heißhungerattacken gesorgt. Und morgends brauchte ich sowieso immer was Deftiges.
Das ist vorbei, ich habe mich innerhalb weniger Moante auf mein Normalgewicht reduziert, esse ganz normal und halte mein Gewicht mühelos.

Aber nicht nur die Äußerlichkeiten haben sich verändert. Ich habe mir sozusagen auch bezüglich meines Innenlebens einen Spiegel vor Augen gehalten und so gut ich eben konnte an mir gearbeitet. Auch hier habe ich erstaunliche Bilanzen gezogen:

Sentimentalität und Rührseligkeit hielt ich für Sensibilität.
Agression und fehlende Impulskontrolle für Selbstbehauptung.
Besoffensein für Lebensqualität.

Was Lebensqualität tatsächlich ist, durfte ich die letzten 10 Monate (und 4 Tage :lol: ) erfahren, und diese Erfahrung allein reicht bei mir aus um zu wissen, dass ich nie, nie mehr zurück will.

Auch wenn in diesem Forum nicht alles diskutiert werden soll/darf/muss und ich das vielleicht auch nicht immer verstehen will/kann/muss... ich habe hier viele wertvolle Impulse bekommen. Sowie auch Zitate die ich stets bei mir trage, weil sie mir auf meinem Weg sehr behilflich sind.

In diesem Sinne Glück auf und bis zum nächsten Mal!
LG Paula

Paulina
neuer Teilnehmer
Beiträge: 250
Registriert: 27.01.2011, 20:16

Beitrag von Paulina » 30.12.2011, 08:39

Ein herzliches Hallo in die Runde!

Ich wollte nur schnell dalassen, dass ich übermorgen meinen Jahrestag hab.
1 Jahr trocken - ich weiß, das ist nicht die Welt und schon gar nix gegen die Ewigkeit, dennoch ist es ein Meilenstein für einen Menschen wie mich.
Bin ein klein wenig stolz auf mich und sehr, seeeehr dankbar. :)

Sylvester habe ich gut verplant. Wir werden schön essen, es stehenSpiele am Programm und zwischen 22 und 23 Uhr werden wir mit Taschenlampen und Fotoapparaten ausgerüstet auf einen Berg wandern, um von dort aus runter auf die feiernde, feuersprühende Stadt zu schauen. :)

Was ich mir vom neuen Jahr wünsche? Nur dass alles so bleibt wie es ist ...

Ich wünsche euch allen einen Guten Rutsch, Gesundheit, und ein trockenes 2012!

Herzliche Grüße von Paula

Correns
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2681
Registriert: 09.01.2010, 18:52
Geschlecht: Männlich

Beitrag von Correns » 30.12.2011, 10:28

Hallo Paula,

das hört sich sehr, sehr gut an. Herzlichen Glückwunsch!
Ich wünsche Dir fürs Neue Jahr weiterhin viel Optimismus und Zufriedenheit.

Mir tut meine eigene Trockenzeit auch sehr gut.
Was ich immer noch nicht im Griff habe, ist mein großer Hang zu Süßigkeiten ;-)
Vielleicht gelingt mir ja auch eine Ernährungsumstellung nach Deinem Vorbild.
Kohlehydrate am Abend wegzulassen, wäre für mich sicherlich der "Hauptschalter".
Ich werde Dich auf dem Laufenden halten ob es klappt.

Viele Grüße
Correns

oldie
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 524
Registriert: 23.11.2009, 21:38

Beitrag von oldie » 04.02.2012, 01:35

Paulina,
Ich möchte dir gratulieren und dir das Beste für deinen weiteren Weg wünschen.

Es stimmt mich so positiv!
---------------------------------------------
Da ich deinen alten Thread gelesen habe, bin ich auf diese Bemerkung von dir gestoßen:
Heute am Nachmittag hat mich ein Beitrag aus dem Vorstellungsbereich etwas nachdenklich gestimmt. Ein junger Mann aus Österreich berichtete kurz von seiner Betreuung in der Suchtberatung und bei einer Ärztin. Sein Alkoholkonsum hat sich auf nur mehr 4 Biere reduziert.
Karsten hat angemerkt, dass er die Vorgehensweise irgendwie unüblich findet. Das unterschreibe ich.

Kann es sein, dass man hierzulande zu oberflächlich mit Alkoholkranken umgeht? Ich war im Vorjahr selbst in einer Suchtberatungsstelle, wo man mir das "Erlernen von KT" empfohlen hat. Als ich die Beratungsstelle verließ war ich der Meinung, dass ich - nachdem ich noch nicht über Händezittern klagte und auch meine Existenz noch nicht versoffen hatte - nach Verstreichen einer "gewissen Zeit" wieder "normal trinken" kann.
Ich möchte aus Westösterreich ganz ähnliches berichten. (Klient war mein Mann). Ich weiß auch, dass in dieser Drogenberatungsstelle eine ehemalige "trockene" Alkoholikerin in der Gruppe von ihrem Weg erzählen darf, die aber ab und zu etwas trank. Davon solle sie aber besser nichts erzählen, sagte die Drogenberaterin, zu der auch mein Mann ging.
Ich denke eine Erklärung liegt möglicherweise darin, dass diese staatliche Stelle nach den gewährten (kostenlosen) 12 Stunden die Beratung als erfolgreich verlaufen, weitermelden können.

---------
Falls zu off topic oder unpassend oder nicht zulässig bitte ich die Administratoren meinen Beitrag zu löschen.

Trocken Bleiben
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 501
Registriert: 16.12.2011, 17:33

Beitrag von Trocken Bleiben » 04.02.2012, 08:56

Hallo Paulina
Nachträglich zu deinem 1Jahr
Gratulation
1 Jahr ist schon was
Länger als eine Sekunde
Länger als eine Minute
Länger als eine Stunde
Länger als ein Tag
Länger als ein Monat
Das sind schon mehr als 31449600 Sekunden.
Weiter so.
LG Hans

Paulina
neuer Teilnehmer
Beiträge: 250
Registriert: 27.01.2011, 20:16

Beitrag von Paulina » 02.03.2012, 14:44

Hallo @ all! :D

Ich war länger nicht hier und wolle auch gerne mal wieder ein paar Worte dalassen.

Ich bin jetzt im zweiten Jahr. Der 15. Monat hat für mich begonnen.
Und es ist wunderbar, nicht mehr trinken zu müssen!
Vielleicht mag es Euch ein Trost sein: Ich finde das Saufen hat schon sehr viel mit Gewohnheit zu tun. Oft vergehen Tage, wo ich wirklich überhaupt nicht mehr daran denke. Höchstens dann, wenn es darum geht, mich zu schützen und einen großen Bogen vor Situationen zu machen, wo getrunken wird.

Diesbezüglich bin ich jetzt sehr viel konsequenter und strenger zu mir selbst als am Anfang meiner Trockenheit. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich verdammt viel zu verlieren habe:

Ich halte mein Wunschgewicht.
Ich brauche keine Blutdruckmedis mehr. Mein Blutdruck bewegte sich früher so zwischen 160-190/90-100. Jetzt hab ich einen Bilderbuchblutdruck von sage und schreibe 120/75!

Mein GGT kletterte in meinen "besten Zeiten" mal auf knapp 300. :oops: Beim letzten Bluttest hatte ich 14!!
Leberwerte - fast wie ein Kind!

Ich stelle mich meinen Problemen ruhig und relativ gelassen.
Natürlich habe ich trotz Trockenheit Probleme . wer hat die nicht?!
Hab eine super Kondi aufgebaut und jemand der mich zuletzt vor mehr als 2 Jahren gesehen hatte, erkannte mich nicht mehr. Aber nicht deshalb weil ich in der Zwischenzeit so alt geworden bin! :lol:

@ oldie: Tja, das KT dürfte hierzulande absolut in sein! Soweit ich das heute beurteilen kann ein absoluter Sch...!
Ich habe der Sozialarbeiterin damals erzählt dass ich schon eine Zeit lang völlig trocken war. Wir unterhielten uns über meine Trinkerei und sie meinte abschließend, ich könne ihrer Meinung nach gewiss KT erlernen. Für mich war das damals eine freudige Überraschung und ein paar Tage später "genoss" ich mit gutem Gewissen das erste Glas Wein. So begann mein Rückfall.

Möglicherweise geht es wirklich darum Leistung zu verkaufen (wie überall anders auch). Andererseits wartet man aber sehr lange auf einen Termin bei der Psychologin. Soweit ich das beobachtet habe ist mir aber aufgefallen, dass jene Leute die es hartnäckig mit KT versucht haben bald darauf im österreichischen Otto Wagner Krankenhaus gelandet sind.

Ich bin heute kein Fan der Weinkultur mehr. Was ich früher als Genuß bezeichnete, bedeutet für mich heute nur noch Krankheit und Wahn. Allein der Gedanke an dieses duselige Gefühl im Kopf macht mir Angst, ich möchte eigentlich überhaupt nicht mehr dran denken.

Trotzdem lese ich immer wieder mal hier über Eure Erfahrungen.
Das hilft mir, nicht leichtsinnig zu werden.
Viel Kraft und Erfolg Euch allen!

Liee Grüße
Paula

Ingrid2012
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 723
Registriert: 21.12.2011, 13:14

Beitrag von Ingrid2012 » 02.03.2012, 15:39

Hallo Paula,

ich bin zwar noch kilometerweit von Deinen 15 Monaten entfernt, aber Deinen Thread habe ich heute zufällig gelesen, und mir macht er Mut, dran zu bleiben. Den Bluthochdruck ohne Medikamente gesenkt zu kriegen, das ist u.a. auch eines meiner Ziele, und es scheint ja zu gehen.
Weiter so, heute dienst Du mir mal als Beispiel :wink:
Schöne Grüße Ingrid

Antworten