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Ich habe diese Krankheit also auch.

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

Moderator: Moderatoren

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mutig

Beitrag von mutig » 20.07.2011, 09:12

Hallo Kaffee Tasse,

erstmal möchte ich dir gratulieren für das was du bisher geschafft hast.
Wenn ich alles genau durchlese was du von Anfang an bis jetzt geschrieben hast, räume ich dir gute Chancen ein.
Du hast dir einige Hilfen um dich herumgebaut die dich vor einem Rückfall in alte Gewohnheiten schützen können.

Verinnerlichen kannst oder solltest du dir, dass das Suchtgedächtnis NICHT zu löschen ist, du kannst nur die Aktivierung des Suchtverhaltens hemmen, mehr nicht. Wenn du mehr dazu wissen möchtest bin ich zu einer Diskussion gerne bereit.

- edit, bitte keine medizinischen Tipps geben, danke, Linde -

Ich wünsche dir alles Gute

perla54
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Beitrag von perla54 » 20.07.2011, 09:59

hallo mutig
einem depressiven menschen - edit - vorzuschlagen halte ich als krankenschwester noch dazu mit dem gleichen krankheitsbild für fragwürdig.....das kann einen akuten schub auslösen.......das hängt mit bestimmten hormone zusammen die dann evtl. aus den "fugen" geraten.....lieber mit nem doc besprechen....
lieben gruss,petra

Karsten
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Beitrag von Karsten » 20.07.2011, 10:13

Hallo,

hier bitte keine medizinischen Tipps geben.
Wer körperliche Beschwerden hat, wie auch Schlafstörungen, sollte zu einem Arzt gehen.
Hier irgendwelche Tipps geben, ist mehr als verantwortungslos.

Sowas kann viele Ursachen haben und man sollte hier nicht durch fragwürdige Tipps mit der Gesundheit oder dem Leben von anderen Menschen spielen.

Gruß
Karsten
Zuletzt geändert von Karsten am 09.01.2012, 10:20, insgesamt 1-mal geändert.

mutig

Beitrag von mutig » 20.07.2011, 10:13

Ich gehe davon aus, dass Kaffee Tasse diesen Vorschlag mit seinem Arzt/Psychiater bespricht.
- edit - zeigt bei Major Depressionen, endogenen Depression
deutlich positive Wirkung.

mutig

Beitrag von mutig » 20.07.2011, 10:15

Karsten hat geschrieben:Hallo,

hier bitte keine medizinischen Tipps geben.
Wer körperliche Beschwerden hat, wie auch Schlafstörungen, sollte zu einem Arzt gehen.
Hier irgendwelche Tipps geben, ist mehr als verantwortungslos.

Sowas kann viele Ursachen haben und man sollte hier nicht durch fragwürdige Tipps mit der Gesundheit oder dem Leben von anderen Menschen spielen.

Gruß
Karsten
gut, du kannst meinen Beitrag löschen
falls du das für besser hältst.
Kein Problem.

Grüße

KaffeeTasse
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Beitrag von KaffeeTasse » 23.07.2011, 10:46

Guten Morgen liebe Leute,

endlich habe ich Zeit mal wieder in Ruhe zu schreiben. Werde es wohl auf mehrere Beiträge verteilen damit es nicht zu lang wird.

Erstmal zu den letzten Posts: Ich habe keine regelmäßigen Schlafstörungen :) Ich kann sowieso meist sehr gut ein- und durchschlafen, und ohne Alkohol eher noch besser! Ansonsten danke ich Dir herzlich für Deine "ermutigenden" Worte, mutig!

Ich hatte geschrieben:
Habe mir klargemacht: Es gibt keinen straflosen Aufschub des Projektes Trockenheit. Jeder Rückfall wird die Sucht massiv anheizen.
Das kommentierte clara nocte so:
Das ist ein durchaus faktisch richtiger Gedanke bzw. auch wissenschaftlich begründet. Gerade nach der Lektüre einiger Literatur zum Thema Suchtenstehung und -entwicklung habe ich diesen von dir genannten Gedanken einige Zeit zum Niederkämpfen meines Suchtdrucks verwendet - ich habe ihn jedoch wieder aufgegeben, aus folgendem Grund:
Du schreibst ja, dass du unter Depressionen leidest, und jetzt überdenke mal den Effekt bei dir, wenn du selbst mit dir so redest: "Es gibt keinen STRAFLOSEN Aufschub!" Beachte die Wortwahl, z.B. "massiv"... Mich haben solche Einschärfungen immer depressiver, oder trotziger werden lassen. Sie klingen wie eine von außen kommende Drohung. Ich habe seitdem begonnen, mir lieber Dinge zu sagen wie: ICH MÖCHTE trocken bleiben, weil mir das gut tut, oder: Mit dem Trinken habe ich, nüchtern (sic) betrachtet, gar nicht die positiven Effekte bekommen, die ich mir vorgestellt habe. Jetzt kann ich das jedoch!
Das ist sehr nachvollziehbar und mir auch bekannt, es trägt zum Erfolg bei wenn man Vorhaben mit positiven Vorstellungsbildern verbindet anstatt mit Verneinungen und Drohkullissen, volle Zustimmung.

Trotzdem ist für mich ganz klar, ich kann derzeit auf solche "Drohkullissen" als ein Mittel von vielen nicht verzichten. Ein bisschen überspitzt kommt es mir in kritischen Situationen so vor, als ob zwei verschiedene Personen in meinem Kopf gegeneinander argumentieren, KaffeTasse(trocken) und KaffeeTasse(nass).

Klar, KT(nass) möchte gerne Alkohol trinken. Und sein eigentlich einziges Argument:
"Im Prinzip ist es ja eine vernünftige Entscheidung, nichts mehr zu trinken, Du fühlst Dich besser, siehst besser aus (und so weiter), aber es spielt doch keine Rolle, wenn Du heute nochmal ein paar Biere trinkst. So richtig aufhören kannst Du dann immer noch".

KT(trocken) kann auf dieses Argument (das ja, ich weise nochmal darauf hin, die Vorteile der Trockenheit perfiderweise garnicht bestreitet!!!) eben derzeit nur so reagieren:
"Ach, hör doch auf hier rumzuquatschen! Vor einem Monat, als ich noch getrunken habe, da hätte Dein Argument noch gezogen, da hat es wirklich keine große Rolle gespielt, ob ich eine Woche früher oder später mit dem Trinken aufhöre. Jetzt hat sich etwas fundamentales geändert: ich habe nämlich mit dem Trinken bereits aufgehört! Jetzt was trinken würde nicht bedeuten 'später aufhören' sondern 'wieder anfangen' - siehst Du den Unterschied?! Im übrigen: jetzt wieder zu trinken wäre nicht bloß ein Aufschub des Projektes Trockenheit, sondern würde das Projekt sehr viel schwerer machen."

KT(nass) zieht sich beleidigt in die Ecke zurück, gibt Ruhe, manchmal ein paar Stunden, manchmal kommt er schon nach 5 Minuten wieder angedackelt...

Also, diese Drohkulisse (klingt natürlich in dieser Formulierung schon etwas netter als in der ersten) ist eine derzeit notwendige "Krücke" für mich.

Zum Thema "Krücken" habe ich noch eine Frage, später...

erstmal wünscht euch einen angenehmen Tag:

KaffeeTasse

perla54
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Beitrag von perla54 » 23.07.2011, 11:19

liebe KT

ich verstehe das wort "PROJEKT" im zusammenhang mit unserer krankheit nicht......
d.h. es gibt ein ziel....okay-trockenbleiben.....
aber ein projekt ist irgendwann abgeschlossen, zeitlich begrenzt.....
das wird trockenheitsarbeit aber nie und die diagnose bleibt bis wir sterben........

hast du den saufdruck mal mit deinen trockenen freunden bzw. SHG besprochen???????? die haben doch sicher tips....
wenn ich an alkehol denke esse ich ein seeeeeeeeeehhhhhhhhhhhrrrrrrrr
scharfes ingwerbonbon.....meine ärztin und suchttherapeutin fanden das klasse.....konditionierung!!!!!!!!!!!!

aber ich hab keinen "druck"....sondern immer nur ein kurzer gedanke, ausgelöst durch werbung,supermarkt etc.....
den geruch kann ich garnicht vertragen.....letztens hat einer vor mir gestanden und ne fahne gehabt......ich musste weggehen,hab fast gebrochen......

nun erst einmal markt....frisches obst und gemüse.....und natürlich blumen


he, nun ist schon unser viertes trockene wochenende......da sollten wir mal stolz sein......
grüsse,petra

KaffeeTasse
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Beitrag von KaffeeTasse » 23.07.2011, 11:22

Also, meine angekündgte Frage zum Thema "Krücken":

Es gibt noch weitere Gründe für mich nichts zu trinken, und das kommt mir ein bisschen zweischneidig vor:

Mittlerweile sind etwa 15 meiner Freunde und Bekannten informiert, dass ich alkoholkrank bin und nicht mehr trinken will und auch nichts trinke. Das ist (wie gesagt) ja total gut, dass ich mit vielen meiner Freunde auch darüber spreche, wie es mir mit der Trockenheit geht und wann ich zu kämpfen habe. Zudem gibt es ja meinen Hausarzt, eine SHG (die ich Montag wieder besuchen werde) und euch hier im Forum.

Also, in dem Zusammenhang ist für mich ein weiterer Grund nicht zu trinken, dass ich meine Freunde, meine Bekannten, meinen Arzt, die SHG und euch nicht enttäuschen will. Ich würde mich schämen! Einen Rückfall verschweigen oder gar Lügen käme auch nicht in Frage.

Auch bei den Konzerten die ich veranstalte verleiht mir die Tatsache große Sicherheit, dass immer auch Freunde anwesend sind die Bescheid wissen. Die passen sozusagen auf mich auf.

Es herrscht hier im Forum wohl große Einigkeit darüber, dass ein offener Umgang mit der Krankheit notwendig ist.

Meine Frage jetzt (vor allem an die Langzeittrockenen): Haltet ihr die oben genannte Motivationen zum trocken bleiben - also "nicht enttäuschen wollen" oder "sich dann schämen müssen" für gefährlich? Das könnte ja auch Trotz verursachen - im Sinne von dem, was clara nocte geschrieben hat.

Grüße

KaffeeTasse

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