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Mein Weg zu mir

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Lena40
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Re: Mein Weg zu mir

Beitrag von Lena40 » 14.04.2013, 22:08

Hallo zusammen,

möchte euch kurz berichten, wie es mir bei meinem 1. Weggehen und auf dem Geburtstag gestern gegangen ist.

Bei dem Geburtstag meiner Freundin dachte ich eigentlich, das es nachmittags Kaffee und Kuchen gibt, dem war aber nicht so. Ich bin um 15:30 hingefahren und da wurde gerade das Buffet für die Party hergerichtet. Um ca. 16 Uhr kamen dann nach und nach die anderen Gäste, und ja, was soll ich sagen- es gab Alkohol in rauhen Mengen. Nunja, ich wusste ja, von früher, das dort immer viel getrunken wird, jedoch dachte ich, das es erst abends losgeht. Ich konnte -zum Glück- gut mit der Situation umgehen und ich habe nicht einen Moment lang den Wunsch verspürt, etwas trinken zu wollen. Ich bin ganz offen mit meiner Alkoholkrankheit umgegangen und es kamen auch sehr interessierte Fragen an mich und meinen neu eingeschlagenen Weg. Ich habe mich gesehen und ernst genommen gefühlt, insgesamt war dies ein sehr positives Erlebnis für mich. Doch ich werde mich in Zukunft lieber mal alleine mit meiner Freundin zum Tee verabreden- ich muss mir nicht beweisen, das ich inmitten trinkender Menschen bestehen kann....ich weiß jetzt, das ich das kann, aber ich glaube meine Interessen haben sich einfach verändert.

Am Abend bin ich ja dann mit 2 anderen Freundinnen weggegangen und es war ein richtig schöner Abend. Ich habe nach so langer Zeit endlich mal wieder getanzt und mir hat es nichts ausgemacht, das um mich herum getrunken wurde. Mir ist irgendwie im Laufe des Abends ein großer Stein vom Herzen gefallen....ich fühlte mich total befreit und wieder in der "Normalität" angekommen- ich kann mir jetzt noch mehr vertrauen und das verdanke ich meiner Nüchternheit.

Das Wichtige daran für mich ist, das ich jetzt weiß, das ich auch mal weggehen kann und mich in Situationen wohl fühlen kann, wo andere Alkohol trinken- das es kein absolutes Tabu mehr für mich ist. Allein das es möglich ist zählt für mich- auch wenn ich gar nicht so oft das Bedürfnis danach habe (wegzugehen). Ich bin dabei mich zu verändern und auch meine Bedürfnisse verändern sich. Es tut gut zu wissen, das ich mich in meiner Nüchternheit sehr wohl und sicher fühle.

Ich bin auf dem richtigen Weg und dafür bin ich sehr dankbar.

Wünsche euch einen guten Start in die neue Woche :)

Herzliche Grüße, Lena

garcia
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Beitrag von garcia » 14.04.2013, 23:31

Hallo Lena,,

erstmal gratuliere ich dir zu dem schönen Abend den du hattest!

Folgenden Satz von dir fand ich wichtig: " aber ich glaube meine Interessen haben sich einfach verändert." Das spricht dafür daß deine Entwicklung in die Tiefe geht. Ein Prozeß der Reifung, ein Wachsen von neuen und gesünderen Fundamenten...

Darum stimme ich dem anderen wichtigen Satz deines Postings zu: " Ich bin auf dem richtigen Weg und dafür bin ich sehr dankbar."

Sei doch ruhig nicht bloß dankbar (obwohl auch das sehr schön und erständlich ist), ich finde du kannst auch ein bißchen stolz sein - denn dieser richtige Weg ist DEIN Weg, und du hast sehr viel dafür investiert.

Ich wünsche dir eine gute Woche und schick einen LG, Frank

silberkralle
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Re: Mein Weg zu mir

Beitrag von silberkralle » 15.04.2013, 08:18

glück auf lena
Lena40 hat geschrieben: -zum Glück-
ich denk, s liegt darann, dass du im kopp gut vorbereitet warst.
Lena40 hat geschrieben: mir hat es nichts ausgemacht, das um mich herum getrunken wurde.
wills nur nochmal erwähnen: n trigger kann auch erst später (tage / wochen) wirken - aber ich bin davon überzeugt, dass du auch auf so n fall vorbereitet bist.
Lena40 hat geschrieben: Es tut gut zu wissen, das ich mich in meiner Nüchternheit sehr wohl und sicher fühle.
ich freu mich.

schöne zeit

:D
matthias

Lena40
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Re: Mein Weg zu mir

Beitrag von Lena40 » 15.04.2013, 19:23

Hallo Frank und Matthias,

danke für eure Rückmeldungen, darüber habe ich mich sehr gefreut!

....ein bißchen stolz bin ich natürlich auf mich, aber in erster Linie bin ich tatsächlich dankbar, das es gerade so ist, wie es ist. Ich hoffe sehr, das es so gut weiter geht....

Heute hatte ich Therapie, und ab heute läuft sie jetzt wöchentlich. Eigentlich finde ich das gut, jedoch kann das auch sehr anstrengend werden, ich bin ja gerade erst am Anfang und ich weiß, das da noch so einiges auf mich zukommt. Bisher tun mir die Gespräche wirklich gut, aber es werden noch einige "schwere" Dinge und Themen kommen, wovor ich auch ein wenig Angst habe. Doch ich fühle mich bei ihr gut aufgehoben und lasse es einfach auf mich zukommen. Ich weiß, das die Bearbeitung meiner Vergangenheit, meiner Geschichte ganz ganz wichtig für mich ist, um einen Abschluss zu finden....und um wieder Platz und Energie für etwas Neues zu entwickeln.

Gleich gehts noch zur SHG,

bis bald, Grüße von Lena :wink:

Lena40
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Re: Mein Weg zu mir

Beitrag von Lena40 » 26.04.2013, 22:42

Guten Abend,

es gibt nicht viel zu berichten, möchte mich nur kurz melden um euch mitzuteilen, das es mir gut geht! :lol:

Meine Therapie läuft jetzt wöchentlich und sie tut mir nachwievor gut, bei der Nachsorge gehts dem Ende zu, es sind noch 2 Stunden, dann war ich 40 Stunden (ca. 1 Jahr) dabei. Deshalb habe ich auch in 2 Wochen die Abschlussuntersuchung und es stehen auch noch einige andere Arzttermine an. Irgendwie habe ich immer genug zu tun....in der letzten Zeit habe ich mich viel auf meinem großen Balkon ausgetobt, das ist Entspannung pur für mich und bereitet mir große Freude. Nur schade, das es (im Norden) noch kein stabiles Frühlingswetter gibt, umso mehr heißt es, jeden sonnigen Tag zu geniessen!

In knapp 2 Wochen habe ich Geburtstag und in den letzten Jahren bin ich dann immer weggefahren...ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt und fühle mich dann total überfordert- habe auch schlechte Erinnerungen von früher....dieses Jahr möchte ich mich da ein bißchen ausprobieren und werde 3 Freundinnen einladen- auch das ist schon durchaus stressig für mich, aber es ist in einem überschaubaren Rahmen und es kommt auf einen Versuch an. Wichtig dabei ist, das es mir gut geht! Mal sehen, wie es sich für mich anfühlt, bin jetzt schon aufgeregt... :roll:

Ich wünsche euch ein entspanntes WE,

liebe Grüße von Lena

Lena40
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Re: Mein Weg zu mir

Beitrag von Lena40 » 09.05.2013, 11:54

Hallo Ihr Lieben,

gestern hatte ich Geburtstag und zum 1. Mal seit einigen Jahren bin ich nicht weggefahren (geflüchtet), sondern habe 3 Freundinnen zu mir zum Tee+ Kuchen eingeladen. Ich hatte ja schon geschrieben, das es für mich sehr anstrengend und überfordernd ist, im Mittelpunkt zu stehen....zumindest war es bisher immer so. Und mit Geburtstag verbinde ich eben immer noch viele schlechte und schwere Erinnerungen. Im Teenageralter habe ich keine Freunde mehr zu mir eingeladen, weil ich mich so sehr für meinen alkoholkranken Vater geschämt habe. Ich habe mich damals wertlos gefühlt und war oft sehr traurig und verzweifelt. Ich glaube, deshalb kann ich es heute ganz schwer aushalten, wenn Menschen mir zeigen, das sie mich wertschätzen und mögen- da ist oft noch ein großes Misstrauen. Aber es tut sich was und darüber freue ich mich ganz doll!!

Ich hatte gestern den schönsten Geburtstag seit langen Jahren! Ich war zwar total nervös und aufgeregt, aber es war einfach richtig schön... :D
Möchte jetzt gar nicht so ins Detail gehen, aber es haben soviele liebe Menschen an mich gedacht und mir gezeigt, das sie mich mögen....das ist wirklich etwas neues für mich...und ich habe es zugelassen....und bin immer noch emotional sehr aufgewühlt. Ich brauche ein bißchen Zeit, um das "sacken" zu lassen- klingt vielleicht komisch, aber auch wenn ich mich sehr darüber freue, so ist es einfach ungewohnt für mich. Weiß nicht, ob ich mich verständlich ausdrücke? :?:

Es finden viele (kleine+ große) Veränderungen statt in meinem Leben, das ist spannend und aufregend, doch für mich ist es ganz wichtig dabei, alles in meinem eigenem Tempo und mit den für mich nötigen Ruhepausen zu tun.

Bis bald, wünsche allen ein schönes WE, Grüße von Lena :wink:

Lena40
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Re: Mein Weg zu mir

Beitrag von Lena40 » 09.05.2013, 12:06

P.S.: ....ich bin heute seit 17 Monaten trocken, und mir geht es einfach soviel besser als zu der Zeit, wo ich noch getrunken habe....es lohnt sich wirklich, den Weg der Abstinenz zu gehen....auch wenn es am Anfang oft sehr schwer ist....es wird leichter mit der Zeit!!!

zerfreila
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Beitrag von zerfreila » 09.05.2013, 12:50

Hallo Lena,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag und zu Deinen 17 Monaten ohne Alkohol. - Eigenes Tempo und Ruhepausen habe ich auch während der ersten zwei Jahre meiner jetztigen Trockenheit als sehr wichtig für mich entdeckt und diese beiden Elemente spielen bis heute eine sehr wichtige Rolle für mich auf meinem Weg.

Dir weiterhin alles Gute, zerfreila

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