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Angst vor dem was kommt

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Damien06
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Angst vor dem was kommt

Beitrag von Damien06 » 26.06.2006, 23:21

Hallo zusammen!
mir selber einzugestehen das ich Alkoholiker bin,war für mich mehr als schwer-aber es ist so!!! Ich zähle zu der Gamma Kategorie.
Es ist kein Problem für mich,in der Woche trocken zu bleiben.Aber sobald es Wochenende ist,finde ich auch einen Grund zum trinken-IMMER!
Wenn ich dann endlich meine erste Flasche Bier aufmache,fängt der Spaß an und ich kann meinen Konsum nicht mehr Kontrolieren.es ist dann normal,das ich inerhalb von 5-6 Stunden an die zwanzig halbe Liter in mich hinein schütte-im wahrsten Sinne! Sollte mich niemand bremsen,geht das auch 2-3 Tage durch. Sollte man versuchen es mir zu verwehren,ist das Teater groß.Nachdem ich seit einiger Zeit,als Gast,dieses Forum verfolge und es letzten Samstag mal wieder eskaliert ist(extrem agressiv),habe ich Heut den Endschluß gefasst und bin zu einer Suchtberatung gegangen.Ich will das es aufhört,das mein Leben wieder MEIN Leben ist!
Nun habe ich mehrere Gänge vor mir-Arzt,SHG usw. Aber ich weiß das es nicht anders geht.Meinen Führerschein verlor ich auch durch Alk(1,93 im Blut).Der Berater war ok und ich hatte ein gutes Gefühl dabei.Jetzt bin ich zu Hause und die Angst in mir wird immer stäker-nicht vor der Langzeit die ich anstrebe,sondern vor dem danach! wie ist das ganz ohne Alkohol? was tu ich ganz ohne? Mit einmal sind da Fragen,über die ich nie nachgedacht habe.Beängstigende Fragen

Gruß an euch

Karsten
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Beitrag von Karsten » 27.06.2006, 08:19

Hallo und Willkommen Damien06,

das neue Leben beginnt mit kleinen Schritten.
Bleibe bei dem heutigen Tag, wo Du nichts trinken möchtest.
Die Suchtberatung war der richtige Schritt. Nun geht es um eine eventuelle körperliche Entgiftung. Ob diese bei Dir stationär notwendig ist, kann Dir nur Dein Arzt sagen.
Allerdings ist eine stationäre Entgiftung bei regelmäßigem Alkoholkonsum immer zu empfehlen.
Die möglichen Entzugserscheinungen sind nicht vorhersehbar und können auch lebensbedrohlich sein.

Danach kannst Du mit nüchternem Kopf Deine weiteren Schritte in Angriff nehmen.
Dabei können wir Dir auch unseren Erfahrungen gerne helfen.

Es nützt nichts, sich jetzt schon den Kopf über morgen zu zerbrechen.

Gruß
Karsten
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Themen zur Angst ud zur Zukunftsangst
Zuletzt geändert von Karsten am 12.06.2009, 11:24, insgesamt 1-mal geändert.

Joachim

Beitrag von Joachim » 27.06.2006, 08:59

Hallo Damien06,

auch von mir herzlich Willkommen.
habe ich Heut den Endschluß gefasst und bin zu einer Suchtberatung gegangen.Ich will das es aufhört,das mein Leben wieder MEIN Leben ist!
Ich gratulier Dir zu diesem Entschluss, denn es kann nur gehen, wenn man die Verantwortung für sein Leben wieder selber in die Hand nimmt.

Was das Danach angeht ? Das Leben ohne Alkohol muss neu erlernt werden, und es sind einige Veränderungen notwendig, aber gehe jetzt Schritt für Schritt und mit klarem Kopf in Dein neues Leben und wenn Du willst mit unserer Unterstützung.

Ich wünsch dir alles Gute dafür.

Gruss Joachim

Damien06
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Beitrag von Damien06 » 27.06.2006, 10:47

Hallo Karsten,
hallo Joachim

Ob ich wegen der Entgiftung in die Klinik gehe,das weiß ich selber noch nicht.Ich kenne das aus meinem Bekanntenkreis und hoffe das es auch kalt funktioniert.Sollte mir mein Arzt am Donnerstag etwas anderes sagen,werde ich dem aber Folge leisten. Morgen Nachmittag besuche ich schon mal die Motivationsgruppe,vieleicht bekomme ich damit ja auch diese Mistgedanken in den Griff.
Das sich einiges ändern wird-muß- ist mir bewusst.Mir liegt viel an meinen Freunden,nur ist das Problem so,das Alkohol bei uns allen gang und gebe ist.Sie haben mir ihre Unterstützung zwar zugesichert,nur bin ich mir nicht sicher das daß unter den jetzigen Umständen funktioniert.
Da wären wir dann wieder bei der Frage,wen man verlässt bei rücksichtsloser Nichtunterstützung.Das würde ich nur schweren Herzens tun und das gehört schon in Richtung Zukunftsangst-bei mir zumindest.
Dazu,wie es denn weiter gehen wird.Ist nicht so einfach,sich nicht jetzt schon denn Kopf zu zerbrechen-weil er das allein tut!
Sicher bin ich mir darüber,das dieses Forum eine sehr gute Einrichtung ist und ich eure Unterstützung sowie Ratschläge gerne annehme.
Allein geht nix!

Lieben Gruß
Jörg

Karsten
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Beitrag von Karsten » 27.06.2006, 10:58

Hallo Jörg,

das mit den Freunden wird sich alleine regeln. Da mach Dir mal jetzt noch keinen Kopf drüber.

Wenn Deine Freunde alle Alkohol trinken, wirst Du ihnen irgendwie unheimlich, weil Du nichts mehr trinkst. Die einen werden sich abwenden, weil die Gemeinsamkeit über den Alkohol fehlt. Die Gefahr besteht aber dann darin, dass sich einige ihres eigenen Alkoholkonsums bewußt werden und weil sie es aber nicht ändern wolen, Dich dann wieder annimieren mitzutrinken.

Wenn Du nichts mehr trinkst, werden sich Deine Gedanken von alleine ändern und Du wirst gar kein Interesse mehr haben, Dich mit betrunkenen abzugeben und ihren "Gesprächen" zu folgen.

Es gibt sehr viele Menschen, die gar nichts oder nur einmal im Jahr was trinken. Wenn Du Deine Nüchternheit richtig angehst, werden diese Menschen dann Dein neues Umfeld bilden.

Gruß
Karsten
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Zuletzt geändert von Karsten am 18.07.2009, 11:47, insgesamt 1-mal geändert.

Damien06
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Beitrag von Damien06 » 27.06.2006, 12:47

Hallo Karsten,

Der Gedanke Sie zu verlieren beängstigt mich zwar,aber zu wissen dadurch trotzdem nicht alleine zu sein ermutigt mich und bestärkt mich in dem Wissen das richtige für MICH zu tun.

Ich hoffe,das ich in den nächsten Tagen stark genug bleiben kann das NEIN,dem Alk gegenüber,aufrecht zu halten.Es wird nicht einfach-das weiß ich.




Lieben Gruß

Jörg

Heinz1
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Beitrag von Heinz1 » 27.06.2006, 13:13

Hallo,
ich habe deinen Thread gelesen und sofort mich selbst erkannt.
Ich konsumiere auch nur in Gesellschaft und ausser Haus. Die ganze Woche hab ich kein Problem trocken zu bleiben solange ich zu Hause bin.
Ich habe Angst nicht NEIN sagen zu können. Heute Abend zum Beispiel,ich hab nen Termin bei dem ich eigentlich immer getrunken habe...

Teufelchen

Beitrag von Teufelchen » 27.06.2006, 13:25

Hallo Jörg,

wurde ja schon geschrieben. Konzentriere Dich jetzt ersteinmal auf die nächsten 24 h Stunden. Und das jeden Tag immer wieder neu. Viele Probleme, die jetzt durch Deinen Kopf spuken werden sich von ganz allein lösen oder Du wirst sie zugegebener Zeit nüchtern angehen.

Immer in 24 h Stunden denken hilft ungemein. Hier und jetzt auf sich selber konzentrieren und machen was einen gut tut. Hier und jetzt nicht trinken!

@ Heinz, sage Dir einfach, heute trinke ich nicht! Wenn Du den Entschluss fasst doch zu trinken, verschiebe es auf Morgen!

Das mach ich heute noch so und bin jetzt mehr als 10 Monate zufrieden trocken.

lg
Teufelchen

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