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Samsara
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Beitrag von Samsara » 08.06.2013, 09:10

Liebe Sabine,

gönn Dir und Deinem Körper die Ruhe, die er jetzt braucht, um sich von den letzten stressigen Tagen zu erholen - das ist ganz wichtig.
dann bin ich halt nicht perfekt, fertig
!

Was ist perfekt und wer (außer Deinem *inneren Antreiber) hält Dich dazu an, perfekt zu sein? Das Streben nach vermeintlichem Perfektionismus kostet sehr viel Kraft - und die brauchst Du momentan meiner Meinung nach eher für Deine Trockenheit.
Ich bin sehr ungeduldig im Moment und wünschte ich hätte schon ein paar Monate trocken hinter mir.
Wenn ich an meine erste Zeit denke, kann ich Dich da sehr gut verstehen... Das Üben in GEDULD war -glaube ich-eine der härtesten Übungen für mich, denn ich wollte alles am liebsten sofort :roll: Doch ein Scherbenhaufen, der über Jahre entstanden ist (das gilt auch für innere Scherbenhaufen), lässt sich nicht innerhalb weniger Tage wegfegen.....

Das geht nur Schritt für Schritt, ganz langsam mit viel Geduld (und Pausen zwischen den Schritten). Doch am Ende lohnt sich die Geduld mit Dir selbst und Deinem Weg...

Wenn es mir nicht möglich ist, den Alltagsmist hinter mir zu lassen und wegzufahren, habe ich meine kleine *Oasen* im Alltag gefunden: ich bin gerne in der Natur unterwegs, fotographiere und wandere. So ein Tag draußen am Wochenende, nur mit dem ausgerüstet, was ich unbedingt brauche, ist für mich immer wieder eine Kraftquelle :)

Gibt es Hobbies oder Interessen - vielleicht etwas, was Du schon immer machen wolltest?-, die Dich ein wenig vom Alltag ablenken, in die Du *eintauchen* kannst?
Es geht ja auch darum, dass Du etwas für DICH tust, das DICH stabilisiert und zufrieden macht. Dann blickst Du bald auf viele trockene (und vor allem:zufriedene) Monate zurück.

Ich wünsche Dir ein schönes, entspanntes Wochenende und gute Besserung,
Samsara

rote Bete
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Beitrag von rote Bete » 10.06.2013, 12:53

Hallo Samsara!

Danke für Deine hilfreichen Zeilen.

Auf dem: ich will perfekt sein, will ich nicht so rumreiten. Niemand ist perfekt, aber durch den langen Winter, die OP und die Dinge die jetzt Schlag auf Schlag kommen (die ich nicht angeleiert habe, oder verbockt habe) bin ich im allgemeinen sehr unzufrieden. Ich bin an meiner Grenze und schaffe gerade so das nötigste - das NERVT!!! Es wird auch wieder entspannter werden, aber gerade ist alles Mist.
Samsara hat geschrieben: ich bin gerne in der Natur unterwegs, fotographiere und wandere. So ein Tag draußen am Wochenende, nur mit dem ausgerüstet, was ich unbedingt brauche, ist für mich immer wieder eine Kraftquelle :)

Gibt es Hobbies oder Interessen - vielleicht etwas, was Du schon immer machen wolltest?-, die Dich ein wenig vom Alltag ablenken, in die Du *eintauchen* kannst?
Klingt gut mit Deinen Aktivitäten :) Ach, seufz - ich würde so gerne wieder meine ausgedehnten Fahrradtouren machen, bin aber durch die OP noch so eingeschränkt - zum Mäuse melken. Heute bin ich vorsichtig ein paar Kilometer gefahren, erstaunlich was so ein klitzekleiner "Ausflug" per Rad zum Arzt ausmachen kann.

Ich versuche mich aufzubauen, mir selber gute Laune "zu verordnen" und mich zu entspannen so gut es geht. Gerade habe ich beim aufräumen ein paar alte Platten aufgelegt. Das tat der Seele gut.

Auch die kleinen Erfolgserlebnisse zählen: seit zwei Tagen lese ich ein englisches Buch: Dry von Augusten Burroughs. So gut ist mein Englisch nicht, aber besoffen wäre das schon mal gar nicht gegangen.

Was ich auch in den letzten Tagen gemacht habe, was richtig gut war: ich habe meine schlechte Laune rausgelassen, rumgemotzt und war unleidlich - Sch.iß drauf! Die anderen dürfen ruhig mal mitkriegen das ich nicht unbegrenzt "funktioniere".

Habt einen schönen!, trockenen! Tag
LG
Sabine

rote Bete
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Beitrag von rote Bete » 13.06.2013, 11:32

Hallo Ihr!

Es geht mir gut, bzw. besser. Die Anspannung der letzten Zeit lässt etwas nach und gestern habe ich mich getraut, eine etwas längere Tour mit dem Fahrrad zu machen. Heute habe ich keine größeren Schmerzen und ich habe extrem gemerkt wie mir das radfahren gefehlt hat.

Saufdruck hatte ich in den letzten Tagen nicht und bin sehr dankbar dafür. Überhaupt ist es ein Segen morgens ohne dicken Kopf aufzuwachen, obwohl ich noch ab und an leichte Migräne habe.

Habt einen schönen, trockenen Tag!

LG
Sabine

Samsara
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Beitrag von Samsara » 14.06.2013, 20:55

Liebe Sabine,

schön, dass Dir das Radfahren nach Deiner OP wieder guttut :)

Die Touren müssen ja gar nicht so lang und anstrengend sein am Anfang. Vielleicht legst Du unterwegs an einem schönen Platz eine Rast ein, setzt Dich auf eine Decke mit Tee/Wasser/Apfelsaftschorle und liest Dein Buch 8)

Ich finde, dass es sehr oft die kleinen Dinge sind, die das Leben schön machen. Die kleinen Erfolgserlebnisse machen mich zufrieden. Jeden Tag, bevor ich einschlafe, führe ich mir diese kleinen Dinge noch einmal vor Augen und bin dankbar, dass ich sie wahrnehmen und wertschätzen kann.

Ich wünsche Dir ein schönes und entspanntes Wochenende,
Samsara

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