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Vergleiche ziehen

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Hartmut
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Vergleiche ziehen

Beitrag von Hartmut » 26.02.2013, 17:17

Hallo zusammen,

es wird ja immer wieder gerne Vergleiche gezogen zum Beispiel vom Rauchen zu Alkohol oder anderer Suchterkrankungen .

Was bringt es dem einzelnen denn für sich als Alkoholiker es zu tun? schwächt es nicht die eigen Krankheit ? Verliere oder verwässre ich da nicht den Blick auf das wesentliche ?

Bin gespannt.

Gruß Hartmut

juergenbausf
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Beitrag von juergenbausf » 26.02.2013, 17:34

Hallo Hartmut,

ich habe ja solche Vergleiche angestellt.

Ich halte diese Vergleiche bzgl. der Funktionsweise von Suchterkrankungen und der gesundheitlichen Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft für absolut machbar und zutreffend.

Fresssucht z.B. halte ich für wesentlich fataler und lebensverkürzender als Alkoholsucht.

Hilft mir vielleicht bei dem Gedankengang, dass es mich ja sooo schwer nun auch nicht erwischt hat.
Ich kann abstinent leben und "fertig ist der Lack".
Auf Essen verzichten wird einem Fresssüchtigen nicht wirklich helfen können.
Der muss also lernen, kontrolliert zu essen !
Ich hab mich grad heute gefragt, was wohl ein MS-Kranker ob der "Probleme" denken muss, die wir hier wälzen.
Also meine "Alkoholabhängigkeit" bekommt keinen weiteren Schub, wenn ich abstinent lebe und die Pulle von mir fernhalte.
Da darf ich auch mal "fröhlich" zur Kenntnis nehmen, dass ich es noch "gut getroffen" habe.

LG Jürgen

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 26.02.2013, 17:51

Hallo Juergen

wie du das "Andere" bewertest mag richtig sein . Aber was hilft es mir als Alkoholiker ?

Es ist doch eine eigenständige Krankheit die eventuell Ähnlichkeiten aufweist jedoch in der "Heilung" andere Prozesse unterworfen ist . Und sie endet nun mal tödlich wenn ich sie nicht stoppe. Irre ich mich da?

Ich hatte meine Alkoholkrankheit ohne Vergleich gestoppt sowie das Rauchen ohne Vergleich mit Anderem .

Gruß hartmut

s.z.
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Beitrag von s.z. » 26.02.2013, 18:35

Hi Hartmut! ...

Also ich denke die Abhängigkeiten zu Vergl in Bezug auf die "Heilung" ist sinnlos (war zumindest bei mir so) ich habe für's saufen aufhören, bzw. zu lernen trocken zu leben völlig andere A.tritte gebraucht, wie beim Rauchen.....

Allerdings finde ich Vergleiche ziehen beim erkennen einer Sucht unabdingbar, wobei diese Phase ja hier im Forum schon abgeschlossen ist, hier geht's ja nicht mehr um Diagnostik......

Grüße Sven. ......

juergenbausf
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Beitrag von juergenbausf » 26.02.2013, 18:40

Hallo Hartmut,
Und sie endet nun mal tödlich wenn ich sie nicht stoppe. Irre ich mich da?
ich kann die Frage - was Deine Person betrifft - nicht beantworten.
Das kannst Du Dir aber selbst und tust es ja auch.

Für andere einzelne Personen kann ich die Frage ebenso wenig beantworten.
Für mich schon mit : erhebliche Gefahr auf alkoholbedingten Unfalltod oder fahrlässige Tötung anderer im Strassenverkehr.
Das hat mir gereicht fürs Aufhören und fürs nicht mehr Anfangen.

Ich werde nicht wieder anfangen zu saufen, weil ich die Alkoholkrankheit für nicht immer tödlich halte.

Das Leben kommt wohl oft dem Tod durch Alkoholkrankheit mit anderen Krankheiten zuvor - z.B. Lungenkrebs - kann ja nicht jeder 100 werden.
Mein Vater ist funktionierender Trinker seit 40-50 Jahren und wird sicher nicht auf der Strasse und auch nicht mit Sicherheit am Saufen sterben.
Dazu ist er zu zuverlässig anderen gegenüber, hart gegen sich selbst und der Alkohol zu billig.

Ich habe im Rahmen von sozialer Arbeit auch viel zu oft mit obdachlosen, aktiven Alkoholikern zu tun, als dass ich mir den Kopf darüber zerbrechen wollte, dass die alle "der Alkoholteufel holen" wird.
Auch wenn in dieser Gruppe die Häufigkeit am höchsten ist.
Ich akzeptiere jeden - ob er trinken möchte oder nicht - und das möchte sogar die Mehrheit derer, die ich auf der Strasse kennenlerne.

Letztlich geht es bei der sozialen Arbeit auch eher um konkrete Hilfe, den Alltag, Krankheiten auf der Strasse zu bewältigen und darum überhaupt erst einen (vertrauensvollen) Kontakt aufzubauen.

LG Jürgen

Plejaden
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Beitrag von Plejaden » 26.02.2013, 18:54

Huhu Hartmut,

bei mir hat der Blick auf meine anderen Süchte (Beziehungs-, Ess- und Onlinespielesucht) meinen Blick auf das Wesentliche sogar bestärkt. Im Kern arbeiten diese Süchte bei mir nach genau demselben Schema und bei allen habe ich gemerkt, wenn ich abstinent werde, ist die Sucht zum Stillstand gebracht. Da ich bei den anderen Süchten (im Gegensatz zum Alkohol) schon Rückfälle hatte, habe ich auch diesen Irrweg abgeklappert, gemerkt wohin es führt, und wieder aufgehört.

Letztendlich hat es meine Alkoholabstinenz bestärkt.

LG
Pleja

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 26.02.2013, 19:14

glück auf hartmut


nich alles was hinkt is n fußkranker
(vergleiche hinken - aber eben nich nur vergleiche)
Hartmut hat geschrieben: ... Und sie endet nun mal tödlich wenn ich sie nicht stoppe. Irre ich mich da?
nönönönö - da hast du vollkommen recht.

zur veranschaulichung von zusammenhängen stell ich gern vergleiche an.
was alkoholkrankheit is und wie sie sich auswirkt kann nur n alkoholiker nachvollziehn.
hier lesen aber auch co und eka die gern begreifen wolln warum ihr xy/xx oder ihr elternteil so sind wie sie sind bzw so handeln wie sie s tun.
und gewisse ähnlichkeiten zu anderen süchten oder anderen krakheiten gibt s schon.

wie könnte "vergleichen" uns(mir) schaden?

Hartmut hat geschrieben: Ich hatte meine Alkoholkrankheit ohne Vergleich gestoppt sowie das Rauchen ohne Vergleich mit Anderem .
ja - da hab ich mich auch noch nur um mich gekümmert.

schöne zeit

:D
matthias

Prinzessin?
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Beitrag von Prinzessin? » 26.02.2013, 19:25

Jaja, Silberkralle - und nicht alles was hinkt ist ein Vergleich :wink: !

Liebe Grüße, Prinzessin?

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