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Moin

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Hull

Beitrag von Hull » 21.02.2018, 12:55

Martin hat geschrieben:Hallo Hull,

ich hatte Hier mal etwas ausführlicher geschrieben.

Im kompletten Arztbericht stehen zu viele Fremtwörter und Medikamente, das versteht kaum jemand :lol:

LG Martin
Diese Zusammenfassung hatte ich vor einigen Monaten gelesen, mehr Details wären dennoch interessant.

Möchte natürlich nicht gängeln, wenn dir danach ist, schreib' doch noch ein wenig mehr. Wie kam es denn genau zur endgültigen Entgiftung; wie war der Zustand; wie sah der Alltag die Wochen vor der Entgiftung aus; gab es noch Freunde oder Bekannte; gab es Hoffnung; gab es noch einen Plan für die Zukunft; war der Entschluss zur Entgiftung aus der körperlichen Not erzwungen oder gab es tatsächlich eine Veränderung in der Denkweise; was sagten die Ärzte zu deinem Zustand?

Martin

Beitrag von Martin » 21.02.2018, 13:16

Hallo Hull,

noch ausführlicher möchte ich nicht darüber schreiben.

Das sind über 14 Jahre her, ich lebe heute ein anderes Leben.

Außerdem möchte ich hier keine Horror Storry verfassen, es traut sich sonst niemend mehr in die Entgiftung.

LG Martin

Rattenschwanz
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Beitrag von Rattenschwanz » 29.03.2018, 06:36

Ich habe gerade etwas bei den Co's geschmökert. Da ging mir durch den Kopf, dass ich – glaube ich jedenfalls – erst so richtig bewusst mit „Probleme weg saufen“ angefangen habe, als ich merkte, dass meine erste Frau fremd ging. Ich wollte nicht, dass sie mich oder ich sie verlasse, konnte es aber auch nicht ertragen, dass sie fremd ging – immer wieder. (Ich will darauf nicht näher eingehen.)

So und jetzt hab ich mich gefragt, ob es irgendwas an meiner Sauferei geändert hätte, wenn sie mich gefragt hätte, ob sie mir irgendwie hätte helfen können, irgendwas hätte machen können, um mich vom Alk wegzubringen.

Da kam mir der Gedanke, was wäre passiert, wenn ich gesagt hätte, dass mir helfen könnte, wenn sie nicht mehr fremd gehen würde?

Ich will’s euch schreiben, was passiert wäre: Nichts wäre passiert. Ich hätte genauso weiter gesoffen wie vorher, es hätte andere Gründe gegeben, die ich hätte vorschieben können. Ich war einfach noch nicht so weit.

(Jaja, hätte, hätte ... :D )

Correns
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Beitrag von Correns » 29.03.2018, 07:52

Es gibt sicherlich bei fast allen von uns eine lange Liste
von Gründen, warum wir getrunken haben.
Auch ich habe mir das Hirn zermattert,
wer daran schuld ist, dass ich trinke.
Mittlerweile denke ich, dass die Schuldfrage absolut unerheblich ist.

Ich selbst habe mir den Alkohol ins Haus geschleppt.
Ich selbst habe mir die Flaschen geöffnet.
Ich selbst habe sie dann leergemacht.
Und die böse Welt hat mich geliebt,
indem sie mir Gründe dafür lieferte.

Auch im trockenen Zustand gibt es Gründe in Hülle und Fülle.
Ganz heftige sind dabei.
Die Gründe führen dazu, dass ich nach Lösungen suche.
Immer wieder finde ich auch keine Lösungen.
Wieder zu trinken wäre sicherlich auch eine Lösung.
Nur ist dies keine Lösung, die ich (derzeit?) wählen würde.
Trocken ist nicht besser.
Aber besoffen ist es eben auch nicht.

Viele Grüße
Correns

Rattenschwanz
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Beitrag von Rattenschwanz » 29.03.2018, 07:59

Ich wollte nicht zum Ausdruck bringen, dass meine Frau daran schuld gewesen wäre, dass ich gesoffen habe. Sinn und Zweck war, zum Ausdruck zu bringen, dass - wie du auch geschrieben hast - irgendeine eventuelle Schuld überhaupt nicht bei anderen zu suchen ist.

Wie ich geschrieben habe, ich hätte ohne viel Mühe sofort einen weiteren Grund gefunden, um saufen zu können.

Vielmehr dachte ich an einen Hinweis für evtl. mitlesende Co's darauf, dass sie bei sich nicht nach irgendeiner Schuld für das Saufen des Partners suchen müssen.

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 29.03.2018, 08:28

Servus Rattenschwanz,

ich musste trinken! Das war der einzigste Grund. Alles andere waren willkommene Anlässe um mich dafür zu rechtfertigen.

Es mag sein das CO einen gewissen Einfluss ausüben kann, das ein Alkoholiker sich Gedanken macht (aus Verlustängsten) sein Trinkverhalten zu ändern. Aber kein CO kann den Alkoholiker mit seinem Zutun trocken legen.

Gruß Hartmut

Rattenschwanz
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Re: Moin

Beitrag von Rattenschwanz » 17.07.2018, 11:16

Karsten hat zu einem anderen Thema geschrieben:

"Ich bin eh der Meinung, wer einmal besoffen Auto gefahren ist, sollte nie wieder Auto fahren dürfen, ...".

Meine Meinung dazu ist eine andere, schließlich fahre ich mit Begeisterung wieder Auto und Motorrad - nüchtern.

Mit dem dürfen ist das so eine Sache, es gibt so viele Menschen, die dürfen kein Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr führen und machen es trotzdem.

Wer nüchtern fährt, der soll's auch dürfen (Fahrerlaubnis und s. w. vorausgesetzt) - meine Meinung.

Achtung Wunschdenken bzw. Spinnerei: Nicht mehr können, das wäre der "Hit". Der Alkoholiker der wieder säuft, der dürfte einfach nicht mehr fahren können - Fahrerfahrung, Fahrkönnen, Fahrgedächtnis, Fahrerlaubnis ... alles löst sich beim ersten Schluck in grauen Dunst auf und ist für immer weg :D .

Denn eins ist sicher - bei mir jedenfalls - wenn ich wieder saufen würde, würde ich irgendwann auch wieder besoffen fahren wenn ich könnte.

Karsten
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Re: Moin

Beitrag von Karsten » 17.07.2018, 11:33

Hallo,

da du ja wohl schon unter Alkohol gefahren bist, ist es normal, dass du anderer Meinung bbist.
Wenn du den letzten Satz bei der MPU gesagt hättest, hättest du sie wohl nicht bestanden.

Auch wenn man Alkoholkrank ist, sollte das nicht für jedes Fehlverhalten als Entschuldigung herhalten.

Gruß
Karsten

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