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Für den Rest meines Lebens...

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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panem
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Beitrag von panem » 12.04.2015, 16:59

Hallo Correns, hallo alle!

Ja, das werde ich nochmal in Angriff nehmen;) Aber am Ende wird mich das Ergebnis auch nicht von einer Therapie abhalten...

Mir geht es soweit gut. Mein Umzug rückt immer näher und langsam merke ich so ein leichtes krippeln unter der Haut. Ich freue mich total, wenn endlich das nervige Pendeln für mich und meinen Partner vorbei ist.

Heute habe ich mich von einem weiteren Teil meiner Alkoholiker-Vergangenheit befreit. Ich habe alle Wein- und Schnapps- und Sektgläser entsorgt. Ich kann sie nicht mehr gebrauchen. Und so blöd es klingt, bei 2 Gläsern ist es mir schwergefallen. Das waren meine Lieblingsgläser. Ich hatte immer so alte geschliffene Dinger, die eigentlich alle nie wirklich zusammengepasst haben. Und ich mochte deren Aussehen immer sehr gerne. Aber: ich habe aus ihnen immer Alk getrunken und hätte die Gläser auch immer mit Wein verbunden. Deswegen: weg damit ;)
Dafür ist in meinem neuen Leben kein Platz mehr.

Viele Grüße, panem

rosa_1974
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Beitrag von rosa_1974 » 21.04.2015, 17:49

Hallo Panem,

erst einmal Dankeschön für die Antwort zu meinem Beitrag :-) Ich habe mir eben auch deine Geschichte durchgelesen, und ja da gibt es wirklich Parallelen. Nur werde ich es sicher nicht so einfach schaffen, dass der Alkohol aus meinem Kopf geht..

Als ich vor vielen vielen Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe, da hat dies - glaube ich - 1-3 Jahre gedauert, bis ich wirklich nicht mehr daran gedacht habe. Bei mir ist der Alkohol immer im Kopf, vor allem wenn ich nichts zu tun habe. Genauso wie du, weiß ich nicht, wie ich meine Zeit füllen könnte. Mir ist aufgefallen, dass ich den "Schrott" im Fernsehen ohne Alkohol nicht ertragen kann, bzw. dass mich dies überhaupt nicht ablenkt. Lesen und mich konzentrieren fällt mir nach der Arbeit total schwer, weil ich immer sehr müde bin. Zum Sport kann ich mich dann auch nicht aufraffen. Jemand hatte dir den Tipp mit dem Stricken und Basteln gegeben. Hast du inzwischen schon etwas probiert, oder habe ich das "überlesen"?

Ich habe gleich meine Weingläser und Sektgläser entsorgt, nur 2 habe ich behalten, weil sie teurer waren und ich es nicht übers Herz gebracht habe, diese in den Müll zu werfen. Korkenzieher, Weinkorken etc habe ich auch in den Müll geworfen. Befreit fühle ich mich dadurch nicht, aber "entschlossen", endlich dieses Problem anzupacken. Solche alten geschliffenen Dinger hatte ich auch einmal, die sind wirklich schön. Man kann auch Wasser daraus trinken :-)

Liebe Grüße
Rosa

panem
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Beitrag von panem » 21.04.2015, 19:08

Hallo Rosa,
Nur werde ich es sicher nicht so einfach schaffen, dass der Alkohol aus meinem Kopf geht..
Dein Gehirn und deine Synapsen haben jahrelang gelernt, dass zu gewissen Situationen das Trinken (wahlweise auch das Rauchen) gehören. Wenn Du jahrelang zu deinem Kaffee eine Zigarette geraucht hast, dann verbindet dein Gehirn das miteinander. Aber zum Glück können wir unsere Gehirnzellen "umprogrammieren". Wenn dein Gehirn lange genug Kaffee trinken OHNE Zigarette lernt, dann ist das irgendwann wieder der Normalzustand. Das das nicht von heute auf morgen geht, ist auch klar. Wenn Du dir das aber bewusst machst, ist es vielleicht ein wenig leichter zu ertragen? Auch wenn Du im Moment das Gefühl hast, dass das nie besser wird: irgendwann wirst Du dich dabei ertappen, dass Du nicht an Alkohol gedacht hast und diese Momente werden immer mehr.

Wenn Du das Fernsehprogramm so bescheuert findest, dann lass es einfach weg! Es zwingt dich niemand dazu, dir den ganzen Mist anzugucken. Vielleicht wäre eine Alternative Hörbücher? Da gibt es online auf so ner bekannten Plattform ganz viele...Von Krimis über Kindergeschichten usw. Das strengt körperlich nicht so an und kann nebenbei laufen ;)

Du triffst mit deiner Nachfrage einen wunden (eher offenen) Punkt bei mir...Ich habe immer noch kein Hobby gefunden! Allerdings steht bei mir gerade ein Umzug an und ich bin sehr mit Kistenpacken, aussortieren, schrauben usw. beschäftigt. Das mache ich mir gerade zu meinen aktuellen Hobby. Und das erfolgserlebnis ist schnell zu sehen. Regal leer, Kiste voll. Das gefällt mich ganz gut.

Ansonsten kämpfe ich gerade etwas mit meiner Vergangenheit. Nach 5 Monaten kommen immer mehr Erinnerungen hoch. Dabei überwiegen im Moment die schlechten. Ich hoffe darauf, dass die Guten aber auch bald kommen :lol:

Viele Grüße,

panem

rosa_1974
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Beitrag von rosa_1974 » 22.04.2015, 12:08

Wenn Du das Fernsehprogramm so bescheuert findest, dann lass es einfach weg! Es zwingt dich niemand dazu, dir den ganzen Mist anzugucken. Vielleicht wäre eine Alternative Hörbücher?
Ja eine gute Idee! Ich hatte mir tatsächlich schon vor einigen Wochen dort kostenlos mit einem Gutschein ein Hörbuch runtergeladen, aber dann leider doch nicht gehört... wenn ich so angespannt bin, kann ich mich auf nichts konzentrieren..


Aber wie du es schon so schön mit der Gewohnheit beschreibst, genauso ging es mir mit dem Rauchen. Ich musste mich an all diese Situationen "Kaffee ohne Zigarette" "Telefonieren ohne Zigarette" " Wein :oops: ohne Zigarette" gewöhnen. Im Moment ist es so in mir drin, dass ich es nach der Arbeit nur aufs Sofa schaffe, und dann TV an :(


Da ich auch im Laufe des Jahres umziehen möchte, könnte ich auch schon einmal anfangen, die Wohnung zu renovieren, auszusortieren oder so.. das ist vielleicht eher etwas für das Wochenende. Im Moment bin ich einfach nur froh, wenn der Tag rum ist und wieder ein Tag ohne Alkohol vergangen ist..

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft, gerade jetzt in deiner momentanen Phase!! und freue mich weiterhin hier von dir zu lesen!

LG Rosa

panem
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Beitrag von panem » 26.03.2018, 22:28

Hallo zusammen,

lang lang ist es her, dass ich hier im Forum geschrieben habe...

Ich bin jetzt fast 3,5 Jahre trocken und nu meint mein Kopf nochmal richtig verrückt spielen zu müssen. Als ob er die ganzen Jahre neben mir hergetrottet ist und jetzt plötzlich gemerkt hat, dass da kein Wein mehr fließt! Jetzt meckert er lautstark und pöpelt mich an: "hömma ey, dat kannste doch nicht machen, einfach nicht mehr trinken, mir gehts Sche***...schmeckst Du nicht auch den Alkohol im Mund, sooo schön betäubend, wie sich der Alkohol in deinem Körpber ausbreitet..."

Und ich? Ich bin megamäßig angepisst. Mittendrin statt nur dabei. Weil es mir nicht gut geht, weil ich noch keine anderen Mechanismen gelernt habe. Weil die ganze Sche*** hochkommt, die ich jahrelang weggesoffen habe. Ist ja eigentlich gut, ich bin in Therapie, ich versuche mich zu stabilisieren...aber es macht mich ganz verrückt, dass der Suchtdruck mir seit Monaten die Beine wegziehen will. Ich will nicht diese Vorstellungen von Alkohol in meinem Mund... Ich will das nicht schmecken. Ich will den Scheiß nicht mehr, ich will Leben - ohne Alkohol.

Ich dachte wirklich es wird irgendwann einfacher...

lg panem

p.s.: Sorry fürs Frust abladen...aber wo sonst, wenn nicht hier ;)

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 26.03.2018, 23:06

Hi liebe Panem,

schön, dass du mal wieder schreibst, und es tut mir leid, dass es dir nicht gut geht.

Seit ein paar Monaten hast du vermehrt Suchtdruck, schreibst du. Hast du schon mal abgeglichen, was sonst noch so (anders?) war in den letzten Monaten? Mehr (oder weniger) Stress, Freude, Trauer, Hunger, Durst, Langeweile, oder vielleicht häufigere Begegnungen mit Alkohol im Alltag?

Da ist eine Nachricht von dir an dich selber drin, kannst du das so sehen und versuchen, rauszufinden, was du dir mit dem Suchtdruck versuchst zu sagen? Denn nach über drei Jahren ist da bestimmt ein Auslöser zu finden, der das Suchtgedächtnis immer wieder hochfährt.

Liebe Grüße
Thalia

panem
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Beitrag von panem » 27.03.2018, 22:35

Liebe Thalia,

ja es ist etwas anders... Ich stehe kurz vor einer Prüfung und habe sehr viel Druck.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das 1 Auslöser ist. Trotzdem frustriert es und es erschrickt mich. Ich hatte zumindest gehofft, dass ich etwas fester auf beiden Beinen stehe, was mein Suchtgedächtnis angeht.

Das Gute ist, ich merke wenigstens, was da passiert. Die Erkenntnis, dass ich daran arbeiten muss wäre mir vor 3 Jahren so nicht gekommen. Ich versuche es positiv zu sehen: auch wenn ich es nicht sofort ändern kannt, ich erkenne wenigstens das Problem....

Lg Panem

Correns
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Beitrag von Correns » 28.03.2018, 07:40

panem hat geschrieben:...Die Erkenntnis, dass ich daran arbeiten muss...
Guten Morgen panem,

für Deine anstehende Prüfung wünsche ich Dir viel Erfolg.
Stress kann sich zu einem mächtigen Trigger entwickeln.
Auch nach langer Trockenheit, kann das Suchtgedächtnis plötzlich hellwach werden.
Es ist sehr gut, dass Du diese Entwicklung erkennst.
Das Schreiben kann zusätzlich helfen.

Viele Grüße
Correns

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