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Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

Moderator: Moderatoren

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Dhyana
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Beitrag von Dhyana » 27.01.2015, 19:27

hallo
habe erstmals den ganzen Alkohol aus dem Haus entfernt, in dem ich gestern die letzte Weinflasche getrunken habe...hatte so einen guten Tag, den musste ich belohnen....
Ich schaue voraus im heute und jetzt und weiss ich werde es heute schaffen.
Ich lese viel im Forum und weiss aber gar nicht wo ich hingehöre. Bin EKA (erwachsenes Kind von alkoholkranken Vater), Co, AlAnon und selbstbetroffen, wie ich es mir schweren Herzens eingestehen müssen. Ich habe mich immer selber zerstört, und meine Familie und Kinder habe ich nicht geschadet, da ich abends trank....nur morgens war ich dann recht müde, wortkarg oder gar nicht da....ich verstehe nicht wieso mir das passiert.....habe alles von aussen....familie, freunde, gesundheit, liebe meine jobs, (habe eben den Traumjob Vertrag gestern unterschrieben) usw. Und trotzdem diese sucht suche
am Abend ohne bin ich wie unvollkommen, es fehlt mir was....und ich WEISS das es nicht der Alk. ist den ich brauche, der mir hilft.
Ich habe ein paarmal aufgehört für Wochen nicht zu trinken, ohne Medis, habe dabei Schlafstörungen, Schwitzen ein paar Tage, danach gehts mir gut, aber die leere kommt. Ja ich war auch schon bei Therapeuten, aber wohl nicht beim richtigen, irgendwie bringt mir das nicht, komme nicht weiter mit denen.
da hilft mir SHG wie AA mehr. Wobei ich hoffe das die HM auch mir endlich hilft und mich befreit.....ab jetzt sofort
Heute mein 2ter Anlauf trocken zu bleiben. Ich habe es letztes Jahr 5 Wochen bis xmas und Neujahr geschafft und mich dann getäuscht, ein Glas oder zwei Schaden nicht, du kannst ja ohne.....nichts wars....ich war eine Abend Wein Trinkerin, zum entspannen, runterkommen, Stress wegkriegen., könnte gut eine Flasche Wein trinken, allein. Bin schon bei den AA gewesen, habe aber weitergetrunken. Heute bin ich trocken und werde es auch bleiben.
Nach ein paar Wochen trocken kam bei mir so eine Leere, antriebslos und wahnsinnige Müdigkeit tagsüber trotz genügend Schlafs nachts, fühlte mich ohne Freude. Geht das grundsätzlich vorbei oder ist es für immer geschädigt im Kopf ? Ich möchte keine antidepressiva oder Baclofen einnehmen.
Gute 24 trockene Stunden euch allen hier
Danke fürs da sein dürfen, ich glaube das hilft mir auch

Karsten
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Beitrag von Karsten » 27.01.2015, 19:46

Hallo Dhyana,

wenn ich lese, du hast dich mit Alkohol belohnt, dann sind da wohl noch sehr viele Verzichtsgedanken bei dir vorhanden.
Warum willst du denn aufhören, wenn Alkohol trinken für dich eine Belohnung ist?

Gruß
Karsten

Dhyana
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Beitrag von Dhyana » 27.01.2015, 20:08

Gute Frage....Weil es mir schadet, die falsche Belohnung(=etwas was mich glücklich macht) ist, es macht mich ja nicht wirklich glücklich, ist nur Täuschung dieses Gefühl ist ja gar nicht echt, denn ich verliere ja mein "Bewusstsein" wenn ich betrunken bin.

Martin

Beitrag von Martin » 27.01.2015, 22:09

Hallo Dhyana,

hast du dir mal überlegt mit was du dich sonst belohnen könntest ?

Was war es denn vor dem Alkohol ?

LG Martìn
------------------------
Wie kann ich das Forum unterstützen ?

Dhyana
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Beitrag von Dhyana » 27.01.2015, 22:33

Ja da habe ich einiges, lesen, baden, malen, hörbuch, meditieren, saunieren usw das klappt ja auch gut. Ich bin entfach extrem: tagsüber überaus gesundheitsbewusst, sportlich, ernähr mich gut abends kam Mr.Jack und verwandelte mich ins Gegenteil.
Ich fühle mich etwa so:
hin und hergerissen
schaukele ich durch die Tage
weiss oft nicht was mir gut tut, was ich will, wer ich bin
suche den Sinn
frage WARUM
zerbreche mir den Kopf
kenne meine Gefühle nicht
kann mich nicht äussern
bin nett und freundlich auf Knopfdruck
und vielleicht zu streng zu meinen Kindern
erwarte viel von mir, von ihnen

Danke für s Antworten *_*

Dhyana
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Beitrag von Dhyana » 28.01.2015, 20:17

einen schönen Abend an alle die noch dabei sind!

Habe noch ne Frage: mit was soll ich anfangen hier zu lesen? Es gibt so viel, was ratet ihr mir? :?:

Ich bin schon im Bett, mit Schoki und Tee, fühle mich wie ein Flüchtling,im positiven Sinne... heute 2. er Abend, ist immer schwierig. Hatte vorher eine kleine Auseinandersetzung und gemerkt dass diese sofort den Gedanken an Verdrängung mit Alk, mit sich brachte...oh nachher ein Glas...deswegen die Flucht ins Bett

Woher holt ihr euch die Kraft zum durchhalten, wenn Situationen kommen, wo ihr früher immer was getrunken habt?

Ich fand es über Weihnachten schwer, als Besuch da war, der gerne trinkt, dem ich nichts gesagt habe, ausser ich habe aufgehört zu rauchen und gleichzeitig zu trinken am 24.11, damit ich es durchziehe (ich rauchte nur, wenn ich was trank) und sie waren noch nicht weg, da hatte ich schon mein Glas in der Hand. Nur ein Glas oder zwei habe ich mir gesagt und es auch sein lassen. Und dann Silvester ein paar Gläser...und dann immer häufiger...na ihr wisst ja schon.

Habt ihr es ohne Hilfe von Medikamente geschafft, die die nicht in einer Klinik entzogen habt? :roll: :?:

Eine Ärztin meinte, dass dauerhaft aufzuhören, wäre nicht zu schaffen ohne edit Martin:bitte keine Medikamentennamen nennen, danke, weil mein Hirn verändert ist und ich es nicht willentlich steuern kann. Das Suchtgedächtniss holt einen immer wieder zurück. Ich will aber keine Medis.

Danke für eure Meinungen, fürs lesen, fürs teilen
Dana

joschi018
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Beitrag von joschi018 » 28.01.2015, 23:03

Dhyana hat geschrieben:Woher holt ihr euch die Kraft zum durchhalten, wenn Situationen kommen, wo ihr früher immer was getrunken habt?
Hallo Dhyana!

Ich habe "früher" auch oft Trinkpausen eingelegt und war der meinung: "Jawoll, das reicht vollkommen. So schlecht gehts dir doch gar nicht!"
Aber dann kamen sie immer wieder; die Situationen, wo ich keine Kraft mehr hatte, "Nein" zu sagen und Alkohol dann als willkommene Lösung gesehen habe.

Irgendwo in den letzten "Therapiemonaten" begegnete mir ein Satz:
"Es gibt ein "Loch", daß wir mit Alkohol füllen, um es zu vergessen. Wenn wir aufhören, zu trinken, ist das Loch aber immer noch da. Hier gilt es, das Loch mit neuen Inhalten u füllen!"
Ich habe fast 8 Monate mit Therapie verbracht und in dieser Zeit viele Veränderungen an den Start gebracht, die ich jetzt im Alltag umsetze.
Aber: diese lange Zeit habe ich gebraucht, um bereit für die Veränderungen zu sein. Und ich habe diese lange Zeit gebraucht, um zu erkennen, daß ich dem Alkohol gegenüber machtlos bin.

Ein (...vielleicht mal ein Glas; ....nach 2 Jahren kann man mal probieren....usw.) funktioniert da nicht. Obwohl schwarz-weiß-Denken ja nicht die Norm sein sollte; hier passt es aber gut, indem ich irgendwann während der letzten Monate für mich beschlossen habe:
Entweder/oder.
Heisst: Ich habe für mich eine Abstinenzentscheidung getroffen und nach dieser Entscheidung werde ich nun leben.

Die Situationen, in denen ich früher immer getrunken, gibt es immer noch. Besser passt:
Die Gründe, warum ich immer getrunken habe.....
Und die habe ich in den letzten Monaten erkannt und daran gearbeitet, sie zu beseitigen. Alkohol war für mich ein "Medikament" um Stress abzubauen, ruhiger zu werden, um "Ruhe" zu haben.
Das kann ich jetzt auch gut ohne Alkohol, aber um an den Punkt zu kommen, dies zu erkennen, hat es sehr lange gedauert.

Kurzum: Für mich war es wichtig, Veränderung in mein Leben zu bringen. das fängt bei sozialen Kontakten an (die ich gerade wieder aufbaue) und hört bei der Arbeit auf (die ich deutlich reduziert habe).
Ohne Veränderungen würde ich unweigerlich wieder am Ausgangspunkt ankommen.

Du gehst ja schon in AA-Gruppen (ich übrigens auch). Aber auch dort zaubert niemand für dich eine Heilung herbei. Lass dir Zeit, teile dich in den Gruppen (hier wie dort) mit und bleib bei den 2 simplen regeln:
- die nächsten 24 Stunden trocken bleiben
- das erste Glas einfach stehen lassen

Die Geschichte mit der HM bei AA ist was spezielles. Das für sich selbst herausfinden, dauert seine Zeit; ich hab dafür mehrere Monate gebraucht, ein für mich akzeptables Ergebnis zu erzielen.
Aber da ist keine Macht von aussen, die herbeikommt und uns ---schwupp---heilt: dieser Impuls muss aus uns selber kommen.

Ohne meine Erkenntnis, daß ich alleine nicht mehr klar komme und Hilfe brauche und bereit bin, diese auch anzunehmen, würde ich heute hier nicht schreiben und vermutlich weitersaufen...

Ich wünsche dir weiterhin gute 24 Stunden...

panem
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Beitrag von panem » 29.01.2015, 18:04

Hallo Dhyana,

herzlich Willkommen hier im Forum!

Ich habe vor 1,5 Jahren einen ambulanten Entzug gemacht. Ich sollte 1 Woche lang Medikamente bekommen, die ich aber überhaupt nicht vertragen habe und dann in Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt habe bzw. nur bei Bedarf genommen habe. Dieser Entzug war aber leider nicht von langer Dauer, ich habe ca. 3 Monate später ein Glas getrunken, dann ein paar Monate später wieder eins usw, bis ich dann in mein altes bzw. noch schlimmeres Trinkverhalten zurückgefallen bin. Damals konnte ich mich noch nicht mit der Diagnose "Alkoholikerin" abfinden oder identifizieren. Ich habe mir immer ein Hintertürchen offen gelassen. "mal gucken, wie lange ich nicht trinke", "ob das für immer ist, weiß ich nicht" usw. Nach einem einschneidendem Trinkgelage habe ich allerdings erkannt, dass ich nie wieder "normal" trinken kann. Auch nicht weniger oder seltener. Es ging um die Frage: Ganz oder gar nicht. Ich habe mich für gar nicht entschieden.

Auch wenn ich noch nicht so lange wieder trocken bin, ist mein Kopf doch ein anderer. Ich stelle nicht in Frage, ob ich jemals wieder Alk trinken werde. Auch wenn die Ursachen (hat joschi schon so schön beschrieben) natürlich nicht weg sind. Ich versuche die Situationen mir ganz bewusst zu machen und sage mir dann auch: du willst lernen genau diese Situationen/Gefühle ohne Alkohol zu bewältigen.

Gerade am Anfang hat es mir sehr geholfen, dass meine Wohnung alkfrei war und mein absoluter Rückzugs- und Wohlfühlraum war. Der sichere Hafen, wo mir nichts passieren konnte. Ich habe mir "Telefonjoker" besorgt, die ich zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen konnte.


Ich wünsche Dir einen schönen Abend,

panem

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