Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Fange neu an

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Antworten
Carl Friedrich
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1428
Registriert: 06.07.2015, 22:47

Re: Fange neu an

Beitrag von Carl Friedrich » 03.07.2018, 16:33

Dhyana hat geschrieben:
02.07.2018, 23:41

Bzgl. Urlaub, ok. verstehe was du meinst... all inclusive ist eh gar nicht mein Ding, wenn dann Ferienwohnung oder Camping.
Hallo!

Campingplatz im Urlaub, wo die einzelnen Wagen/Zelte und Caravans ziemlich dicht nebeneinander stehen? Spätestens am Nachmittag hocken da viele herum und gießen sich was auf die Lampe. Da kann allein schon der Anblick gepaart mit dem Urlaubsgefühl ordentlich triggern. Zumindest würde ich mich darauf vorbereiten. Nicht dass man sich auf dem Platz wundert, wo denn der blöde Suchtdruck herkommt.

Der Suchtdruck im ersten Urlaub kann dann aufflackern, wenn man wenn in Situationen kommt, in denen man früher getrunken hat. Das Suchtgedächtnis, das prima funktioniert, bemerkt die schöne Situation z.B. die Strandbar und fängt an zu quängeln.

Zur Vorbereitung: Ich habe im Vorfeld genau analysiert, wann und wo ich früher im Urlaub getrunken habe und mich schon darauf eingestellt, geärgert zu werden. Das hielt sich zumindest bei mir in Grenzen.

Gruß
Carl Friedrich

Dhyana
neuer Teilnehmer
Beiträge: 59
Registriert: 25.01.2015, 23:06

Re: Fange neu an

Beitrag von Dhyana » 03.07.2018, 23:00

Oh ja guter Punkt... dann doch lieber ein Ferienhaus mieten. Danke sehr !

Momentan geht es mir sehr gut, habe kein Druck und freue mich auf Ferien, einfach mal irgendwo sein, wo es ruhig ist, in der Natur, am liebsten Berge oder im Schwarzwald. Wandern, lesen, Zeit für sich und nichts müssen ausser sein. Da alles hier in geregelten Bahnen läuft, und ich keinen Kontakt zu trinkenden habe, zu Hause hat sich das Tee /keks-ritual am Abend auch eingependelt, ich schlafe gut, nur das einschlafen dauert manchmal länger aber ich das Gefühl über den "Berg" zu sein, fast zu einfach...

Gibt es ein gutes Buch/ Infos zum Suchtgedächtniss speziell?

Gute Nacht wünsche ich

Dhyana
neuer Teilnehmer
Beiträge: 59
Registriert: 25.01.2015, 23:06

Re: Fange neu an

Beitrag von Dhyana » 05.07.2018, 01:22

Heute hatte ich so ein tiefes Tief,wegen meinem Sohn war, den ich kiffend angetroffen habe, mir war zum heulen zumute, am liebsten wäre ich fortgelaufen, vor Schuldgefühlen und Versagensgefühle mich versteckt, verkrochen, aber ohne Gedanken ans trinken! Mein Mann Co abhängig, die Ehe nicht wie ich es mir vorgestellt habe, mein Sohn neigt zur Sucht, zwar eine andere, aber Sucht ist Sucht. Was habe ich nur angestellt? Die Zeit wird es zeigen. Hauptsache ich habe nicht trinken müssen, darüber freue ich mich richtig. Finde es ist ein grosser Schritt voraus, solche Tiefs ohne das Bedürfnis zu trinken, zu überstehen.

Dhyana
neuer Teilnehmer
Beiträge: 59
Registriert: 25.01.2015, 23:06

Re: Fange neu an

Beitrag von Dhyana » 05.07.2018, 01:34

Was mir noch Sorgen macht, ist mein Schlafrhytmus. ich war und bin ein Nachtmensch, habe auch bis sehr spät nachts getrunken. Früher schlafen können, wäre mein Wunsch, aber ich kann nicht einschlafen. Also lese ich. Ich schlafe zwischen 5-6 Stunden im Durchschnitt in letzter Zeit, da ich einfach wach werde am morgen. Manchmal mache ich ein Mittagsschlaf von 1-2 h, wenn möglich und nötig. Zur Zeit ist mein Blutdruck auch oft tief, bei 85/ 50. Ob ich das ändern kann? Welche Erfahrungen habt ihr damit?

Grüsse allerseits, die hier lesen

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 32391
Registriert: 04.11.2004, 22:21
Geschlecht: Männlich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholiker

Re: Fange neu an

Beitrag von Karsten » 05.07.2018, 07:05

Guten Morgen Dhyana,

das mit dem schlafen wird sich sicherlich legen.
Gebe dir Zeit, denn es dauert eben alles etwas.

Was deinen Blutdruck betrifft, würde ich mal mit einem Arzt sprechen.

Gruß
Karsten

Aurora
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 12346
Registriert: 02.05.2007, 13:47

Re: Fange neu an

Beitrag von Aurora » 05.07.2018, 10:20

Hallo Dhyana,

wenn dein Biorhythmus so läuft und du dich nicht erschöpft oder so fühlst, wenn du es in deinem Alltag so einbauen kannst, dass es dich nicht beeinträchtigt, dann ist das doch okay.

Oft helfen auch Rituale, um einschlafen zu können. Immer einen bestimmten Tee zu trinken zur gleichen Zeit zum Beispiel. Lesen ist doch nicht schlecht, vielleicht kannst du dir da eine Zeit setzen und dann das Buch zur Seite legen.

Wegen des Blutdruckes kannst du deinen Arzt fragen. Wenn du morgens schwer aus den Pötten deshalb kommst kannst du Duschbäder nehmen, wo Rosmarin drin ist. Das kurbelt an. Oder einfach den Körper von oben bis unten abklopfen. Vielleicht kennst du da Übungen, dieses Abklopfen kenne ich von vielen verschiedenen Seminaren, da wird das auch gerne gemacht. Und das hilft wirklich auch.
Mein Mann Co abhängig, die Ehe nicht wie ich es mir vorgestellt habe, mein Sohn neigt zur Sucht, zwar eine andere, aber Sucht ist Sucht. Was habe ich nur angestellt?
Les das doch noch mal. Alles, was du beschreibst, hat nicht nur unbedingt was mit dir zu tun. Es sind auch Entscheidungen, die dein Mann und dein Sohn für sich getroffen haben, da hast du sie ja nicht rein getrieben! Ich war selbst lange genug coabhängig und weiß, dass es meine eigene Entscheidung war, so zu leben! Ich hätte jederzeit diese Ehe beenden können. Und auch dein Sohn hat sich für etwas entschieden...
Und wenn die Ehe nicht so läuft, liegt das ja nicht nur an dir.

Was hast du also angestellt? Du hast dich entschieden, mit dem Trinken aufzuhören! Das hast du in der Hand. Bei allem anderen bist du nur bedingt beteiligt.

Hast du dir überlegt, wie dein Leben jetzt weiter laufen kann, in naher Zukunft?

Liebe Grüße
Aurora

Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3912
Registriert: 25.07.2013, 11:35

Re: Fange neu an

Beitrag von Sunshine_33 » 05.07.2018, 10:51

Hallo Dhyana,
Willkommen zurück.

Meine Frage an Dich wäre, was machst Du denn dieses Mal anders oder hast Du vor, anders zu machen?

Es gab ja schon mehrere Versuche, aufzuhören, die mit regelmäßigen Rückfällen endeten.
Die Sauferei wurde von Dir regelmäßig runter gespielt, als Genuß nach Stress empfunden etc.pp
Also frage ich, was ist dieses Mal anders?

Außerdem interessiert mich, ob Du momentan diesbezüglich auch ärztliche Unterstützng hast ?
Oder anderweitige Unterstützung von Beratungsstellen, einer realen SHG, einer Therapie oder ähnliches?
Mir kam es nämlich damals so vor, als ob Du das alles schon hinter Dir hattest, es aber nix gebracht hat.
Aber wie könnte es auch bei jemanden was bringen, der im Grunde seinen Alkoholmissbrauch immer noch runter spielt
bzw. nur zu gern weiter saufen wollte?

Ich persönlich kenne niemanden, der es ohne Hilfe von außen geschafft hat.
Das Forum hier ist ja auch eine SHG, ganz klar. Aber auch die hat Dir ja damals nicht geholfen, es gab ja weitere Rückfälle.
Ich würde es darum für wichtig halten, das Du Dir einfach noch mehr Hilfe an Bord holst, um weiterhin abstinent leben zu können.

LG Sunshine

Dhyana
neuer Teilnehmer
Beiträge: 59
Registriert: 25.01.2015, 23:06

Re: Fange neu an

Beitrag von Dhyana » 05.07.2018, 14:15

Liebe Aurora, liebe Sunshine und Karsten

Es hat sich einiges geändert, bei mir und in meinem Leben. Einerseits habe ich kapituliert was den Alkohol angeht, habe mein Tiefpunkt erreicht, da wo ich stand, war mir klar, so will ich nicht weiter leben. Ich habe erkannt, das ich von vielen "Problemen" weggerannt bin, aus verschiedenen Gründen: Angst oder mich nicht trauen, zu sagen was ich fühle, Angst vor Ausseinandersetzung, für andere dasein, aber eigene Bedürfnisse ignorieren, weil ich niemand verletzen wollte, zu viel Verantwortung angenommen. Diese nehme ich nicht mehr so an, wie früher. Ich bin und das ist so befreiend, in erster Linie für mein Wohl da, sage wenn es mich drückt, mache nicht alles mit. Lerne mit meinen Gefühlen zu leben. Auch wenn das heisst, ich bleibe zu Hause, allein. Ist mir lieber. Zu viele Menschen, zu viel Gerede überfordern mich zur Zeit.

Ich nehme die Grundbausteine sehr wichtig, vermeide trinkende Gesellschaft, bin mehr nach innen gekehrt und es geht mir sehr gut dabei. Arbeite an mir, lese viel über alles mögliche, Heilung des inneren Kindes, Familienkrankheit Sucht usw... und analysiere mich, mein verhalten.Reale SHG habe ich noch nicht, bin am schauen, ob ich dass noch einbauen kann. Ich arbeite unregelmässig morgens und abends.

Mein Mann hat immer "nur" zugesehen und war im Hintergrund da. Hat mir nie die Pistole an die Brust gesetzt. Habe mich oft gefragt, ob er mich denn nicht liebt oder nur Angst hat, ohne mich zu sein. Jetzt weiss ich, dass er Co abhängig ist, und auch Mühe hat, Grenzen zu setzten, und wie er sagt, so schlimm war es ja nicht mit mir, habe ja "alles " hinbekommen, nach aussen.

Später mehr, habe Besuch bekommen!

Antworten