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Fange neu an

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Dhyana
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Re: Fange neu an

Beitrag von Dhyana » 12.04.2020, 16:33

Hallo Cadda und Carmen

Ich habe bei dir Cadda gelesen, was du/ihr zwei geschrieben habt .. ich schreibe hier meine Gedanken dazu.

Diese ein Tages Strategie war am Anfang wichtig für mich, die ersten Wochen, ja sogar 2-3 Monate, wo ich noch gegen den Trinkdruck kämpfen musste. Da musste ich mit den Willen dagegen steuern, mit dem „heute, jetzt trinke ich nicht“, um nicht der Lust bzgw. der Sucht erneut zu verfallen.
Ich weiss nicht mehr genau wann es umschwenkte, zu dem ich will/darf/kann gar nicht mehr trinken, nie mehr, sonst fängt die sch...e von vorne an. Denke ein halbes Jahr später etwa. Mir ging es auch viel besser und ich habe akzeptiert und verstanden, dass es die einzige „Therapie“ ist, welche die Krankheit, die Sucht stoppt. Heute ist es auch bei mir ein inneres, nie wieder trinken, es nie vergessen oder leichtsinnig werden.
Ich kenne meine Haupt- Baustellen und bin sehr achtsam was meine möglichen Trigger sein könnten. Die vermeide ich so gut es geht, neben den Bausteinen der Nüchternheit die ich einhalte... kein Alkohol im Haus usw.. Wichtig ist für mich zu sorgen, dass ich wohlauf bin, mich nicht überfordere, meine Gefühle und Gedanken ausspreche, dass ich bei mir bleibe und nicht mehr die Last von anderen auf meine Schulter nehme... so mal kurz gesagt.

Wünsche euch einen schönen Nachmittag, ich war lange mit den Hund laufen, jetzt Ruhe ich mich aus.
Liebe Grüsse von Dhyana

Carmen
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Re: Fange neu an

Beitrag von Carmen » 12.04.2020, 21:58

Hallo Dhyana,

erst einmal Gratulation zu deinen fast zwei Jahren Trockenheit. :)
Beiträge wie deiner sind für mich als frischer Abstinenzler ungemein hilfreich und unterstützend.

Mir ergeht es momentan nämlich genau wie dir zu deiner Anfangszeit. Und wenn ich dann lese, dass du heute trotz der harten ersten Monate zufrieden trocken bist, motiviert und bestärkt es mich hartnäckig zu bleiben.

Ich wünsche dir gute Besserung und Frohe Ostern!

LG
Carmen

Dhyana
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Re: Fange neu an

Beitrag von Dhyana » 13.04.2020, 13:07

Vielen Dank Carmen !
Wenn ich es geschafft habe, kannst du es auch. Ich habe mir in Krisensituationen die vielen Menschen vor Augen gehalten, die es geschafft haben und schon Jahre und Jahrzehnte trocken leben.
Bleib dabei und zweifle nicht an dich. Es lohnt sich, es macht Sinn und es ist zu schaffen. Auch wenn es immer mal wieder schwer ist, diese Momente gehen vorbei. Die Sucht ist eine schwere Krankheit, der Alkohol hinterlistig, er verändert unser Denken, unseren Stoffwechsel, unsere Psyche. Sovieles muss sich erst normalisieren und das braucht etwas Zeit und fordert Geduld von dir und Mitgefühl für dich.
Mich selbst mit Liebe und Verständnis für meine Krankheit zu begegnen, statt mit Selbstvorwürfen und Selbstkritik, war mir irgendwann möglich. Und ich glaube es war für mich ein sehr wichtiger Meilenstein in der Erhaltung der Abstinenz. Weg vom Kampf gegen den Alkohol, und hin zu auf mich aufpassen, mich hegen und pflegen, so dass es mir gut besser geht. Und mich dabei selbst neu entdecken ... wer bin ich ohne den Alkohol, welche Bedürfnisse zeigen sich, welche Freuden, Hobbys tauchen auf, was ist mir wichtig, auf was kann ich verzichten, wie gehe ich mit Problemen um, mit gesellschaftlichen Anlässen usw. ohne trinken zu müssen ... es gibt so vieles Neues an sich zu entdecken. Es ist wie eine Neugeburt ... eine Neu- Entdeckung meiner selbst. Ich war auch anfangs neugierig auf mich, auf was entstehen wird, wie ich mich entwickeln werde. Jedesmal wenn ich schwer zu kämpfen hatte, habe ich dran gedacht... denn wieder zu trinken, hätte mich nach hinten zurückgeworfen, weg von den neuen Weg, dem neuen Ich, welches ich gerade entdeckte und mir gefiel.

Du bist auf guten Weg, behalte die Richtung ... für dich.

Einen schönen Tag dir und allen und liebe Grüsse
Dhyana

Carmen
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Re: Fange neu an

Beitrag von Carmen » 13.04.2020, 20:55

Hallo Dhyana,

das hast du toll beschrieben. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Da kann ich sehr viel mit anfangen.

LG
Carmen

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