Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Let it be....II - Ferra sucht ihren Weg

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

Moderator: Moderatoren

Antworten
Ferra
neuer Teilnehmer
Beiträge: 58
Registriert: 05.06.2015, 09:51

Beitrag von Ferra » 16.08.2015, 18:12

@ wellensittich

Klingt doch gut mit dem Kaffee - die Azteken tranken ihn mit Wasser und Chili - du bist also voll auf Linie, nix Döspaddel.

@ Thalia

Ich hatte mal eine Gruppentherapie, die auf emotioal instabile Sachen ausgerichtet war, aber die gefiel mir nicht und trinken tat ich auch....natürlich viel weniiiiger *alkironie off*.

Ich tue mich mit Therapeuten / Psychiatern etc. etwas schwer...Stichwort Projektion etc. :roll: Aber vllt finde ich auch nochmal jmd. der mir helfen kann, am Besten jmd. den ich nicht in mein Herz lasse...klingt komisch ist aber so.

Bei tiefenpsychologisch orientiert...graben die da in der Vergangenheit herum?

----------------

Heute hab ich mich viel mit Fotografie und ausruhen beschäftigt, ich warte auf das Gewitter. Gestern war ich schwimmen - das war schön! Es erfrischte so super. Im See ist das auch noch viel toller als im Pool / Freibad.

LG Ferra

wellensittich

Beitrag von wellensittich » 28.08.2015, 18:50

Hallo Ferra,

wie geht es dir?
Habe schon länger nichts mehr von dir gelesen :(

Ganz herzliche Grüße von
Wellensittich

Ferra
neuer Teilnehmer
Beiträge: 58
Registriert: 05.06.2015, 09:51

Beitrag von Ferra » 28.08.2015, 20:45

Hallo wellensittich,

lieb das du mir schreibst.

Morgen bin ich 2 Monate trocken. Habe heute auch ein Digestif (der mir ungefragt serviert wurde) abgelehnt und stattdessen lecker Mangosaft getrunken.

Mein Urlaub ist jetzt zu Ende und der Suchtdruck hielt sich erstaunlicherweise in Grenzen, wenn dann war es eher so: "Man könnte wenn man wollte". Und ich hab Alk immer noch als positiven Verstärker abgespeichert (heißt es ist grad so super toll, Alk würde es ins Superlative bringen). Aber nein würde er nicht, der Rückfall wäre da und ich dem umrühmlichen Ende meiner Selbst wieder näher. Alles was ich mir erkämpft hab, alles was ich jetzt leben kann wäre kaputt und dahin. Daher lasse ich das tunlichst.

Meine Ernährungsumstellung läuft aber mir geht das zu langsam als ungeduldige Person :wink: aber es geht stetig voran - Gewicht nach unten.

Hoffe dir gehts gut wellensittich. :)

Ferra
neuer Teilnehmer
Beiträge: 58
Registriert: 05.06.2015, 09:51

Beitrag von Ferra » 19.09.2015, 09:33

Hallo zusammen,

ich habe meine alte längste Trockenheit um ein paar Tage überrundet mittlerweile (Tag 82 heute) und ich fühle mich gut wie nie. So gut das es mir schon wieder Angst macht.

Ich hab 5 kg Gewicht verloren und entdecke so Seiten an mir, die lange weg oder noch gar nicht da waren. Zum Bsp. auch mal zum Wort zu stehen und nicht wie ein kleines verletztes Kind den Kopf einzuziehen.

Es manchmal verstärken zu wollen mit Alk ist immer noch da aber schwächer. Es ist eben so ankonditioniert. Aber ich gebe dem nicht nach.
Was war ich glücklich als Tag 78 anbrach und ich merk(t)e auch das der Weg diesmal den Entzug / Entgiftung so zu machen viel besser war, viel besser passte.

Thalia1913
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3689
Registriert: 27.06.2014, 10:50

Beitrag von Thalia1913 » 19.09.2015, 21:19

Hallo Ferra,

schön, von dir zu lesen, und schön, dass es dir gut geht und du trocken bleiben konntest.

Herzlichen Glückwunsch zu 82 Tagen deines neuen Lebens. Super!

Viele Grüße
Thalia

Ferra
neuer Teilnehmer
Beiträge: 58
Registriert: 05.06.2015, 09:51

Beitrag von Ferra » 26.09.2015, 19:50

Hallo zusammen!

89 Tage - bin ich heute drauf gestoßen! Die ersten 100 Tage sind fast gepackt! Das freut mich voll. Es ist die längste Abstinenz (Stand heute) in den letzten 5 Jahren.

In letzter Zeit war es 1-2x schwer mit schon krassem Suchtdruck. Der Anlass? Die Zeit wo damals nach 78 Tagen meine Abstinenz bröckelte jährte sich zum 3ten Mal. Aber hey - heute ist Tag 89!

Ich such mir jetzt abends immer so kleine Aufgaben (kognitiv oder was zum basteln etc.) was mich gut ablenkt und ich habe meinen Haushalt wieder entdeckt :oops: und es ist mir jetzt wieder wichtig ihn ordentlich und sauber zu haben. Ja sogar dekoriert hab ich - sonst standen die Frühlingskunstblumen das ganze Jahr bald in der Vase und auch Weihnachtskram.

Jetzt muss ich mich nur noch aufraffen eine Therapie anzuschieben damit da noch einiges aufgearbeitet wird. Ich denk das sollte ich nicht aus den Augen verlieren, weil meine Emotionen eben doch manchmal über schießen und dann SVV sehr präsent wird. Ich mein das versaut nicht meine Leber aber es entstellt iwann vllt und naja es ist suboptimal. Bis jetzt hatte ich da noch keinen Rückfall (ja auch da nennt man das so) aber die Pulloverzeit kann dazu verleiten....

LG Ferra

Ferra
neuer Teilnehmer
Beiträge: 58
Registriert: 05.06.2015, 09:51

Beitrag von Ferra » 12.11.2015, 12:06

Hallo zusammen,

ich war länger nicht hier. Aber es geht mir gut. Keinen Rückfall - 135 Tage trocken - fst 5 Monate. Mein neues Leben gefällt mir weiterhin.

Mit meiner sich raus kristallisierenden Psyche steh ich ein klein wenig auf Kriegsfuß. Ich habe soviele Stimmungen und bin manchmal so depressiv, würde am liebsten alles beenden.

Vor einigen Tagen ist jemand aus meinem näheren Umfeld verstorben. Von heute auf morgen. Netter, lieber, freundlicher Mensch. Einfach ersatzlos weg. Diese Gefühle die da hochkamen. Dieser Druck, diese Verzweiflung. Früher habe ich alle Gefühle weggespült - ja selbst die Freude (ich selbst war der irrigen Meinung sie zu verstärken). Ich muste jedenfalls ganz schön rudern. Immer wenn sowas komm trinke ich herbsüße-saure Getränke mit viel Kohlensäure. Einfach einen starken Gegenreiz, der mich wieder zurück holt.

Es war jedenfalls wie ein Weckruf. Ich wollte auch all die Jahre nicht sterben und hab aber fast alles dafür getan. Es kann so schnell vorbei sein. Jetzt will ich leben und möchte auch eine lebenswerte Einstellung dazu finden. Ich bin ein sehr tiefer Mensch. Letztens im Job fiel mir auf wieviel Erfahrung ich hab trotzdem ich noch nicht mal 30 bin. Da ist viel Schmerz - aber was immer mehr wird ist auch die Freude, das Positive, Gefühlstransport. Das auf sich acht geben, das bei sich bleiben.

Was immer noch sehr fatal ist: Der Gedanke, wenn der Körper Alk registriert, diese Synapsen, die dann juhu schreien. Das tun sie bei Limo natürlich nicht. Deswegen an Tagen, wo das manchmal einfach nicht aufhören will, geh ich einfach pennen. Oder esse Schokolade - aber nicht zu viel. Immerhin hab ich schon 9 kg abgenommen und es soll ja noch ein bisschen mehr werden.

LG Ferra

step-by-step
neuer Teilnehmer
Beiträge: 368
Registriert: 28.06.2014, 20:14

Beitrag von step-by-step » 12.11.2015, 12:19

Hallo Ferra,
danke, dass Du Dich gemeldet hast.
Es tut gut zu lesen, dass es Dir -verhältnismäßig- gut geht, Du trocken bist. Herzlichen Glückwunsch zu 5 Monaten!

Mein Gegenreiz ist "heiß", meist ein sehr heißer Tee.
Jeder muss seine Strategien entwickeln. Diese Phase dauert bei mir nach 17 Monaten immer noch an.

Mach weiter so.
LG
step

Antworten