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Diesmal wird es klappen

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 03.02.2016, 08:46

Danke für den Tipp Seidenraupe. Ich weiß, man soll sich nie zu sicher sein.

Und zu RS: Ist aber nicht abwertend gemeint, sondern nur wertneutral und feststellend hinsichtlich der entsprechenden Teilnehmer (ca. jeder zweite) meiner Therapiegruppe. Wodurch der nötige Schlüsselreiz ausgelöst wird, sich der Krankheit zu stellen, durch die Familie, Gesundheit, Arbeitgeber oder MPU ist letztlich gleich. Hauptsache, man macht etwas dagegen.

Mit fiel nur auf -Achtung: nicht repräsentativ- dass sich die MPUler in meiner Gruppe schwerer tun, um zu so etwas wie Krankheitseinsicht zu gelangen. Das mag aber auch mit der jeweiligen individuellen Persönlichkeit zusammenhängen.

Gruß Carl Friedrich

Seidenraupe
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Beitrag von Seidenraupe » 03.02.2016, 10:44

Viele der MPUler wollen lediglich ihre "Pappe" wieder haben...

Seidenraupe

Rattenschwanz
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Beitrag von Rattenschwanz » 03.02.2016, 11:02

Seidenraupe hat geschrieben:Viele der MPUler wollen lediglich ihre "Pappe" wieder haben...

Seidenraupe
Na und, das wollte ich auch. Was ist schlimm daran?

Rattenschwanz
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Beitrag von Rattenschwanz » 03.02.2016, 11:03

Carl Friedrich hat geschrieben:

Hauptsache, man macht etwas dagegen.
Genau. Und einige Kandidaten bleiben meistens "kleben".

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 08.02.2016, 22:25

Jetzt ergänze ich auch mal im offenen Teil.

Meine Therapie habe ich heute regulär abgeschlossen. Man sieht mich auf einem guten Weg. Dies mal als Hinweis an diejenigen, die noch in den Anfängen stecken. Bleibt strebsam und verfolgt beharrlich Euer erklärtes Ziel der Trockenheit. Es ist zu schaffen. Haltet Euch an die wirklich fundierten und zutreffenden Ratschläge der Langzeittrockenen hier. Dazu Grundbausteine konsequent umsetzen und einen Kurs der Risikominimierung fahren. Das ist dann schon die halbe Miete.

Nach Therapieende werde ich mich nächste Woche begleitend zu diesem Forum in einer SHG vorstellen, um zur besseren Absicherung zweigleisig zu fahren. Die kontaktierte Gruppe hat sich vor ein paar Jahren aus der auch von mir absolvierten Therapie entwickelt. Mal schauen, wie das so anläuft.

Ich werde weiter berichten.

Gruß Carl Friedrich

Doktore
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Beitrag von Doktore » 09.02.2016, 02:06

Hallo Carl Friedrich nächste Woche bin ich 2 Monate trocken.Ich wollte mal fragen wo du jetz Fussball schaust? Und wie sieht es so mit kneipen besuchen aus? Weil ich bin der Meinung bei mir löst das keinen saufdruck aus. War das bei dir am Anfang auch so? Lieben Gruß doktore

dorothea
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Beitrag von dorothea » 09.02.2016, 02:47

hallo doktore

ich schriebe mal hier bei carl friedrich, sorry dafür carl, also. ich seh das mit dem kneipenbesuch etwas skeptisch. jedenfalls nach so kurzer zeit. alte umgebung, altes benehmen. lass es bleiben. ich bin die ersten jahre in keine kneipe gegangen. ich glaube ich habe mich erst nach 4 jahren wieder in ein lokal begeben, aber hauptsächlich zum essen. ich war dann nach gut 11 jahren trockenheit in einem lokal in dem ich früher getrunken hatte, meine kinder haben da die taufe meines enkels gefeiert, und ich sage dir, ich habe mich furchtbar unwohl gefühlt, nach so vielen jahren. natürlich habe ich nicht getrunken, aber mir gings da nicht gut. da kamen viele alte geister zurück und ich hatte etliche überwunden geglaubte gefühle. mich würden da einfach so auch heute nach 14 jahren keine 10 pferde mehr rein kriegen. und du bist erst am anfang, dir fehlen noch viele schritte zu einer stabilen trockenheit die dich stolperfallen erkennen lassen. ich weiß das am anfang die einsamkeit ein riesen problem ist, aber kneipe ist da wirklich die schlechteste wahl.

doro

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 09.02.2016, 09:06

Hallo!

Kneipen sind für uns der falsche Ort. Wie heißt es so schön, der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Die Nummer mag 10xgut gehen, beim 11ten Mal erwischt es einen womöglich.

Ich schaue nur sky. Das Abo ist billiger, als 2-3x pro Monat in die Fußballkneipe zu pilgern.

Für mich genießt meine Abstinenz neben meiner Familie oberste Priorität. Allen möglichen Verführungssituationen, die das Suchtgedächtnis Kapriolen schlagen lassen können, wird konsequent aus dem Weg gegangen.

Mit der Zeit hat es sich ergeben, dass mich keine 10 Pferde mehr in eine reine Kneipe rein kriegen. Mittlerweile habe ich gegen sie so etwas wie eine innere Abneigung entwickelt. Ich kann den Geruch nicht mehr ertragen, die Leute nicht und deren alkoholgeschwängertes Gelaber.

Einzig in der Sauna, die ich regelmäßig aufsuche, stelle ich mich schon mal im Gastro-Bereich an die Theke und trinke dort Kaffee, Cola und Apfelschorle. Die Anzahl der Alk-Trinker ist dort auch deutlich niedriger, als in einer "normalen" Kneipe. In "meiner" Sauna liegt sie weit unter 50%. Allerdings bin ich immer nur nachmittags bis zum frühen Abend dort. Abends mag es sich dort ggf. anders verhalten. Nur bei den ersten Malen kamen Gedanken des Inhalts auf: "Jetzt ein Weißbier", aber das hat sich schnell gelegt. Ich hatte stets meine Frau zur Absicherung dabei, bei der ich im Wort stehe. Es ist zwar nicht ihre Aufgabe, auf mich aufzupassen, aber ihre bloße Anwesenheit reichte zu meiner Unterstützung aus.

Mit der Zeit stellt man zudem fest, dass der Kontakt zu "trinkenden" Bekannten/Freunden nachlässt. Ich prognostiziere mal, in 2-3 Jahren ist er gar nicht mehr vorhanden. Nichts wird mehr so sein, wie es mal war. Es ist anders, für mich schöner und qualitativ besser. Man ist auch wesentlich offener gegenüber neuen Leuten und Dingen. Während es früher darum ging, Gleichgesinnte zum gemeinsam Konsum zu finden, ist jetzt der Blinkwinkel wesentlich weiter.

Gruß Carl Friedrich

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