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Diesmal wird es klappen

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Carl Friedrich
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Re: Diesmal wird es klappen

Beitrag von Carl Friedrich » 28.06.2018, 19:08

Hallo Karsten!

Alles klar.

Gruß
Carl Friedrich

Karsten
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Re: Diesmal wird es klappen

Beitrag von Karsten » 28.06.2018, 19:16

Hallo Carl Friedrich,

willst du nicht mit mir über meine Frag an dich diskutieren?

Gruß
Karsten

Carl Friedrich
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Re: Diesmal wird es klappen

Beitrag von Carl Friedrich » 28.06.2018, 21:42

Hallo Karsten!

Ich teile deinen Ansatz voll und ganz. Man sollte sich hier schon regelmäßig blicken lassen. Genau das mache ich ja.

Ich verfolge den Ansatz eines erfahrenen Suchtmediziners. Er gab mir mit auf den Weg: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man dann, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit unserer Krankheit auseinander setzt."

Und im Urlaub, ja da gönne ich mir von allen Aktivitäten, auch hier im Forum, 'ne Auszeit. Das habe ich aber in den letzten Jahren schon immer so gehandhabt.

Warum manche Leute hier stillschweigend abtauchen, kann ich nicht beantworten. Einige bevorzugen halt 'ne Aussprache und Diskussion live und vor Ort. Andere dürften, so traurig es klingt, wieder im Klammergriff des Alkohols gefangen sein.

Wieder andere schämen sich womöglich wegen eines Rückfalls. Dabei kommen Rückfälle nun mal häufig vor. Das ist keine Schande. Wichtig ist, diesen zeitnah zu stoppen und später, wenn man zur Ruhe gekommen ist, zu analysieren, weshalb er passieren konnte.

Gruß
Carl Friedrich

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Re: Diesmal wird es klappen

Beitrag von Karsten » 28.06.2018, 21:57

Hallo Carl Friedrich,

als ich damals zu meinen Anfängen vor fast 20 Jahren in reale Selbsthilfegruppen ging, gab es auch oft zwei Lager, um es mal so auszudrücken.
Die eine Seite war fest der Meinung, dass es keinen Grund gibt, seine SHG nicht jede Woche zu besuchen. Nur der Tod gilt als Entschuldigung.
Wobei man sich ja nur vor sich selbst entschuldigen muss, denn man wird ja für sich selbst nüchtern.
Ganz so eng mit "nur der Tod" sehe ich es nicht, aber es ist schon was dran.

Die andere Seite war auch eher der Meinung, dass man es ganz locker sehen kann. Wenn mal Lust hat und nichts anderes vor hat, kann man ja mal wieder seine SHG besuchen.

In den ca. 2 Jahren, wo ich diese Gruppen besucht habe, hörte man eher so hintenrum immer wieder von Rückfällen. Meist bei dehnen, die es mit dem "Pflichtbesuch" nicht so eng gesehen haben.

Schämem muss man sich ja hier nicht, denn hier braucht man niemanden in die Augen zu sehen.
Wo, wenn nicht hier, ist es leichter, einen Rückfall einzugestehen und ihn aufzuarbeiten?

Gruß
Karsten

Carl Friedrich
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Re: Diesmal wird es klappen

Beitrag von Carl Friedrich » 29.06.2018, 22:24

Hallo Karsten!

Deine Ausführungen passen genau zu dem Rat des Suchtmediziners, den ich zitiert habe.

Gruß
Carl Friedrich, der sich auf ein sonniges Wochenende freut.

Carl Friedrich
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Re: Diesmal wird es klappen

Beitrag von Carl Friedrich » 01.07.2018, 21:05

Sunshine_33 hat geschrieben:
01.07.2018, 11:49

Es tut mir übrigens sehr leid, das momentan hier so wenig Austausch ist, im offenen Bereich ebenso wie im Erweiterten Bereich.
Denn gerade Menschen wie Du, die noch eher am Anfang stehen, brauchen intensiven Austausch !

Ich weiß, das es Gründe für die momentane Schweigsamkeit hier gibt, die ich auch verstehe.
Aber es liegt trotzdem allein an den Forenmitgliedern, dieses Forum hier am Leben zu halten !
Hallo!

-Das fand ich heute in einem anderen thread.

-Mich wundert der mangelnde Austausch auch. Nur verständliche Gründe sehe ich keine, auch wenn ich gewisse Vermutungen habe:

-Der doch anonyme Austausch im I-Netz liegt so manchem dann doch nicht.

-Angst, über das Forum identifiziert zu werden.

-Bequemlichkeit. Lieber nur passiv konsumieren.

-Die Therapeuten, die ich kennengelernt habe, präferieren die reale SHG "vor Ort" und trauen Foren nicht so recht über den Weg und flüstern genau das ihren Schützlingen ins Ohr.

Gruß
Carl Friedrich

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Re: Diesmal wird es klappen

Beitrag von Karsten » 01.07.2018, 21:31

Hallo Carl Friedrich,

die Gründe sind sicher sehr unterschiedlich.
Im Grunde genommen tauscht sich aber jeder für sich aus, weil es um einen selbst geht.

Wie damals auf der Entzugsstation.
Da konnte ich mich entweder an die halten, die zum 10 Mal da waren und immer die Schuld bei anderen gesehen haben
oder ich habe auf die wenigen geschaut, die ernsthaft etwas an ihrem Leben ändern wollten.

Wir sollten ja auch im Heute leben und nicht schauen, was sich vielleicht irgendwann mal ändern kann.

Niemand weiss, ob er oder sie in 5 Jahren seine Arbeit noch hat oder was sich noch ändert, was jetzt als selbstverständlich angesehen wird.
Diese soziale Sicherheit gibt es in der heutigen Zeit nicht mehr. Alles ist schnelllebig und unterliegt ständigen Veränderungen.

Das Forum gibt es sein 14 Jahren und hat bisher alle Krisen überstanden :)


Das es Therapeuten oder Psychologen gibt, die eher eine reale SHG empfehlen, mag sein.
Es gab auch Zeiten, wo die Selbsthilfe an sich, von dieser Berufsgruppe eher skeptisch angesehen wurde.

Auch hier muss man mit der Zeit gehen. In der heutigen Kommunikationsgesellschaft ist die Technik halt nicht mehr wegzudenken und die Kommunikation spielt sich zum großen Teil über Internet oder Handy ab.

Ob man das gut findet oder nicht? Es ist halt nun mal so und meiner Meinung nach wird sich das auch nicht mehr ändern.
Persönliche Kontakte im realen Leben sind leider auch eher weniger geworden.

Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern. Da gab es kein Internet und auch kein Handy. Ein Münztelefon war auf der Straße und das wars.

Da hat man sich noch persönlich verabredet und miteinander gesprochen.
Heute telefoniert man oder redet über irgendeine Internetseite miteinander.

Ob man sich über das Forum identifiziert?
Es liegt ja auch an jedem selbst, wie viel er oder sie persönliche Dinge schreibt, die einen hinter dem Nicknamen identifizieren können.

Ich lebe ja in einer relativ kleinen Stadt und da wäre die "Gefahr", dass ich gesehen würde, wenn ich zu einer realen SHG gehe, auch gegeben.
Ich kenne das aus meiner Anfangszeit, wo ich in reale SHG in Berlin gegangenn bin. Berlin ist eher groß und anonymer, aber es kam auch vor, bereits bekannte Gesicher in der Gruppen gesehen zu haben.

Wo sich jeder austauschen möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Nur niemand sollte vergessen, dass es immer um ihn selbst geht.

Gründe, warum diese oder jenes, gibt es immer.
Es hat aber jeder selbst in der Hand, sich für sich selbst auszutauschen.
Nicht ich oder du sind das Forum, sondern wir alle zusammen.

Bequemlichkeit. Lieber nur passiv konsumieren?

Auch das ist verständlich, denn auch in realen SHG gibt es Besucher, die nichts sagen.
Ich war auch so und habe die ersten drei Monate mich nie zu Wort gemeldet und nur in de Raucherpause mal mit jemanden gesprochen.

Gruß
Karsten

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Re: Diesmal wird es klappen

Beitrag von Carl Friedrich » 08.07.2018, 21:31

Fortsetzung:

Da lese ich hier im Forum, dass sich andere dadurch gestört fühlen, wenn sie sich mit Bekannten/Freunden treffen und diese am Tisch Alkohol trinken möchten.

Mich stört so etwas nicht. Ich habe kein Problem damit, wenn meine Frau oder ein Dritter moderat was trinken. Allerdings suche ich keine Lokalitäten oder Veranstaltungen auf, an denen der Alkohol irgendwie im Vordergrund steht. Jedoch habe ich stets auf dem Schirm, dass die gesamte Situation triggern kann. Dann habe ich mir mein Notfallprogramm zurecht gelegt: Sofort den Ort verlassen und mich ablenken.

Wohlgemerkt: Das ist mein Weg, den ich so für mich für machbar halte und der mich jetzt über 3 Jahre abstinent gehalten hat.

Meine früheres alkoholisches Umfeld: Was ist davon übrig geblieben: Nichts. Ich habe mal in einem Interview im ersten Jahr meiner Abstinenz gelesen: "Nach der Therapie und der nötigen Festigung wird nichts mehr so sein, wie es früher mal war." Das stimmt.

Ich fühle mich gut. Ich merke, dass mein Weg für mich sehr gut gangbar ist. Ich weiß, wo meine Grenze verläuft und was mich kalt lässt. Dennoch bin ich weiterhin vorsichtig und ich vergesse nicht, wie es früher mal war und von wo ich herkomme.

Gruß
Carl Friedrich

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