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Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Katha-Kolibri
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Beitrag von Katha-Kolibri » 13.07.2015, 21:48

Hallo Calida,

herzlich willkommen (auch wenn ich selber erst seit wenigen Tagen hier dabei bin)!

Deine Geschichte kommt mir so bekannt vor. Stress, Überforderung, quengelige Kinder, Wein, Druck ablassen, angetüdelt alles besser ertragen können ... Mir geht's es genauso.

Mein Alkoholproblem besteht auch noch nicht allzu lange (2 Jahre), habe alle paar Tage 1 Flasche Wein geleert, manchmal auch regelmäßiger und hatte vor meiner Entgiftung kaum Entzugserscheinungen. Dennoch habe ich mich für eine stationäre Entgiftung und eine anschließende Therapie bei einem Psychologen entschieden, damit ich mein Alkoholproblem an der Wurzel packen kann. Warum trinke ich? Wie muss ich mich und mein Leben ändern, um nicht wieder rückfällig zu werden? Es reicht leider nicht, den Alkohol einfach nur wegzulassen... Zwischen Entgiftung und Beginn meiner Therapie hatte ich 2 Monate Leerlauf und bin prompt rückfällig geworden. Mit diesem Rückfall habe ich momentan noch zu kämpfen und habe nun entschlossen nochmal in die Klinik zu gehen. Auch wenn wir noch keine "harten" Fälle sind, sollte man das ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sich professionelle Hilfe holen. Jeder Alkoholiker hat mal mit 1 Glas Wein oder 1 Flasche Bier angefangen...

LG und von Herzen viel Erfolg!
Katha

Katha-Kolibri
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Beitrag von Katha-Kolibri » 13.07.2015, 21:54

dorothea hat geschrieben:ich denke, grade als berufstätige frau solltest du davon abstand nehmen alles perfekt haben zu wollen. wie in der werbung, perfekter job, perfekter haushalt, perfekte familie. das ist absoluter schwachsinn und von einem menschen gar nicht zu leisten, (selbst die werbefuzis die uns den mist suggerieren brauchen für ihre albernen filmchen zig leute). hallo wie soll das gehen, der tag hat nur 24 std. und wenn man müde ist dann ist das so, und dann bleibt eben mal was liegen. wems nicht gefällt der hat 2 optionen. wegmachen oder gehen. eigentlich doch ganz einfach, nur da muß man erst mal hinkommen. für sich sortieren, was ist immens wichtig, was ist schon noch wichtig und was ist eigentlich völlig wursch. nur mal als beispiel, das kannst du auf viele lebensbereiche übertragen. das universum ist nicht perfekt, wieso bitte soll ich das sein, und wer nimmt sich das recht herraus mir hier richtlinien vorgeben zu wollen?? mach dich davon schritt für schritt frei.
Danke Doro, diese Worte muss ich mir auch zu Herzen nehmen. Du bringst es auf den Punkt. LG

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 14.07.2015, 09:38

@Doro und Ferra
Guten Morgen,
ach - mir gehts total gut mit so viel Zuspruch:-)))) Ich habe jetzt quch ein alkoholfreies Zuhause! Mein Mann hat den Rest entsorgt und jetzt gibts nichts mehr.
Aber was macht Ihr eigentlich, wenn Ihr Besuch kriegt oder Geburtstag feiert? Wissen Eure Gäste, dass es keinen Alkohol gibt? Oder hab Ihr nach Wochen ode rMonaten wieder gelernt damit umzugehen, dass andere trinken und Ihr nicht? Ein Problem ist auch meine Familie im weiteren Sinn. Wenn man Eltern besucht, die abends Wein trinken - was mache ich da? Ich möchte deshalb den Kontakt nicht abbrechen. Womöglich hilft es mir, wenn ich tagsüber mit ihnen zusammen bin und mir abends eine andere Beschäftigung suche. Am Anfang denke ich ist es sehr wichtig, dass man sich keiner Gefahr aussetzt. Aber mein Dauerziel ist es zu lernen, damit umzugehen. Denn selbst wenn ich nix daheim habe, der nächste Supermarkt ist nicht weit. Gefahr und Versuchung gibt es immer - ich hoffe, dass es irgendwann ein bisschen selbstverständlich sein wird, dass ich nichts mehr trinke. Ist das bei Euch so? Oder macht Ihr Eich noch jeden Tag neu bewusst: Nein - ich trinke nicht.?
Ich wünsche Euch einen schönen Tag!
Viele Grüße un dDanke für alle Anregungen,
Calida

Karsten
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Beitrag von Karsten » 14.07.2015, 09:47

Hallo Calida,

mit der Zeit, aber hier in Jahren gesehen, bekommt man schon eine größere Stabilität. Jedenfalls ist das bei mir so.

Dennoch ist es mir heute auch noch wichtig, dass mein Zuhause alkoholfrei ist und bleibt.
Wer trinken will oder angetrunken ist, kommt mir nicht in die Wohnung.
Allerdings ergibt sich diese Situation in meinem Leben nicht. denn ich habe keine engeren Freunde, die trinken.
Meine Familie weiß, dass ich so denke und sie trinken in meiner Gegenwart auch keinen Alkohol. Zumal sie auch der Meinung sind, zwei, drei mal im Jahr ein Bier oder Glas Wein zu Feierlichkeiten, ist mehr als genug.

Für mich ist ein offener Umgang sehr wichtig und wer da nicht mit zieht, hat in meinem Leben nichts zu suchen.

Gruß
Karsten

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Beitrag von Calida78 » 14.07.2015, 10:27

Hallo Karsten,
ja - ich glaube ich muss wirklich selbstsüchtig werden, um auch klar sagen zu können:Leute, die trinken wollen, kommen mir nicht ins Haus. Ich habe viele Freunde, die nichts trinken und die sich auch nicht wundern würden, wenn es zum Grillen kein Bier gibt. Von anderen dagegeb müsste ich mich trennen. Das fällt mir im Moment noch schwer. Denn ich denke: ich habe ein Problem und nicht die anderen und das gibt mir noch lange nicht das Recht, intolerant zu werden, nur weil jemand zur Bratwurst ein Bier trinken möchte. Tja - und das ist wohl der Haken an der Sache und ich sollte das zum Selbstschutz überdenken.
Viele Grüße
Calida

Ferra
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Beitrag von Ferra » 14.07.2015, 10:35

Hallo Calida,

bei mir wissen es meine und auch die "Schwiegerfamilie". Freunde, Bekannte etc. teilweise, ich habe aber auch ein wenig/normal bis gar nicht konsumierendes Umfeld.
Momentan (da meine Abstinenz noch mehr als frisch ist) meide ich Feiern etc., gehe nicht mal in eine Bar oder sonstiges, frage sogar ob im Dessert Alk ist (das hat mich letztens vor schlimmerem bewahrt, es war nämlich welcher drin, aber sie wandelten es dann ab und so konnte ich es essen).

Es wird, denke ich, irgendwann zur Selbstverständlichkeit. Aber ja, ich sage mir das jeden Tag mehtmals, das ich nicht trinke. Jede Entscheidung zur Abstinenz ist eine Entscheidung zum Leben, zum nüchternen Leben.
Außerdem sage ich mir (heute): Es ist normal kein Alk zu trinken, denn wozu? Es ist eher unnormal welchen zu trinken, denn man braucht ihn nicht, er ist nicht lebensnotwendig.

Einkaufen? Geh doch mit deinem Mann zusammen. So kann er dich bestärken und achtet mit dir gemeinsam auf Suchtmittel Verzicht.

Ferra

Karsten
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Beitrag von Karsten » 14.07.2015, 10:59

Hallo Calida,

warum intollerant?
Könnte man das nicht genau andersrum auch so sehen?
Würden gute Freunde bei jemanden, der gerade abnehmen will, in seiner Gegenwart Sahnekuchen essen?

Freunschaft beruhl auf Gegenseitigkeit und wenn sie Freunde deinetwegen sind, sollten sie auch auf Alkohol verzichten können, wenn sie den mit dir zusammen sein möchten.

Ich gehe ja bei jedem nassen Alkoholiker davon aus, dass er oder sie ein Leben führt, wo der Alkohol immer im Vordergrund steht und das Leben bestimmt.

Wollen denn deine Freunde oder auch deine Familie, dass du lieber säufst, damit sie auch Alkohol konsumieren wollen?

Mit mir wollte zu meiner nassen Zeit niemand mehr etwas zu tun haben. Selbst anderen Alkoholikern war ich supeckt, weil ich keine Freundschaft mehr kannte, wenn ich nur saufen konnte.

Gruß
Karsten

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 14.07.2015, 11:52

Hallo Karsten!
Ja - Du hast völlig Recht. Ich bin nur vermutlich noch nicht so weit, dass ich es JEDEM erzählen möchte. Mein Mann ist ein sher wichtiger Anker! Ich denke es ist auch eine Chanve für uns, dass ich an meinem Problem arbeite und er mich untestützt. Wenn sich am Wochenende ein Freund, der gerne Bier trinkt - und wir haben ab und zu auch zusammengetrunken - ankündigen würde - ja - dann hätte ich erstmal ein zusätzliches Problem. Ich will dem nicht dauerhaft aus dem Weg gehen, aber ich möchte mich gerne erst in meinem allernächsten Umfeld stabilisieren, bis ich der Welt erzähle, dass ich Alkoholkrank bin. DAs alles ist noch sehr neu für mich - und ich bin schon ein kleines bisschen stoltz, dass ich meinem Mann und meinem Arzt die Wahrheit gesagt habe. Aber Du hast natürlich Recht. Auf Dauer muss und will ich, dass klar ist, dass in unserem Haus nicht getrunken wird.
LG Calida

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