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geistesgestört?!

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

Moderator: Moderatoren

michi80
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Beitrag von michi80 » 12.02.2016, 23:22

Liebes Forum!

Bin nun alleine im Hotelzimmer.
Mir geht's gut.
Alle haben sich sehr gefreut mich wieder
zu sehen. Das war lieb.
Alle haben Alkohol getrunken, aber das komische
daran ist, dass mich KEINER gefragt hat, warum
ich keinen Alkohol trinke. Keiner bot mir was an.

Anscheinend hat mein Mann es seinen Freunden erzählt.
Ich wollte ihn auf der Feier nicht ansprechen.

Es war wirklich jeder Einzelne sehr, sehr nett zu mir und hat mich vollkommen normal behandelt.
Trotzdem fühle ich mich irgendwie übergangen, aber auch froh.
Insgesamt war es ein sehr netter Abend.
Die meisten gehen jetzt weiter in die Stadt fort.
Haben mich nur schwer gehen lassen. Inklusive meinem Mann, der jetzt auch noch unterwegs ist. Er hat mich gefragt, ob ich wohl alleine sein kann...

Für mich war es aber dann genug. Fing an mich
Nicht mehr zu 100% wohl zu fühlen.
Nun lieg ich im Hotelzimmer und mir geht's gut.

Schreib euch schnell, schau TV und genieße vor allem, dass ich mal ganz alleine bin.

So, schlafts gut!
Michi

Martin

Beitrag von Martin » 13.02.2016, 11:16

Hallo Michi,

wie geht es dir heute, hast du gut geschlafen :?:
Anscheinend hat mein Mann es seinen Freunden erzählt.
Das ist wohl nur eine Vermutung, aber wenn mich jemand outen würde, das gäb Ärger.

Ich geh sehr offen mit meiner Krankheit um, trotzdem ist es meine Sache wer es erfährt :!:

LG Martin

michi80
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Beitrag von michi80 » 13.02.2016, 15:56

Hallo!

Fähren jetzt wieder heim.
Bin froh wenn ich in zwei Stunden daheim bin.

Mein Mann hat gesagt, dass er sich es nicht nehmen lässt mit seinem besten Freund über seine Sorgen zu sprechen.

Bis später mal
Michi

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 13.02.2016, 17:05

Hallo!

Ich kann mich Martin nur anschließen. Wer von meiner Krankheit erfährt, ist ausschließlich meine Sache. Gott sei dank ist meine Familie da genau so gestrickt wie ich und bindet nicht Dritten unaufgefordert Dinge, genauer intime Erkrankungen, auf die Nase, die sie nichts angehen.

Aber das muss jeder für sich selbst beurteilen. Vielleicht gefällt es ja auch dem jeweils Betroffenen, wer weiß.

Gruß Carl Friedrich

Tina
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Beitrag von Tina » 13.02.2016, 17:37

Hallo Michi und herzlich willkommen nachträglich !

Wäre es Dir lieber gewesen, wenn Dir alle Alkohol angeboten hätten und Du Dich hättest erklären müssen ? Irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen. Ich kann mir denken, dass Dein Mann Dir das einfach nur ersparen wollte. Was ist schlimm daran ? Du hast eine Krankheit, die Du stoppst und es ist leichter, wenn Dir erst gar nichts angeboten wird, glaube mir. Alleredings ist eine Feier, bei der wirklich jeder außer Dir Alkohol trinkt, sicher nicht der richtige Ort für einen trockenen Alkoholliker. Ich war auch mal auf solch einer Party. Das nächste Mal ging mein Mann dann alleine dorthin. Da plane ich lieber ein trockenes Alternativprogramm für den Abend.
michi80 hat geschrieben:Mein Mann hat gesagt, dass er sich es nicht nehmen lässt mit seinem besten Freund über seine Sorgen zu sprechen
Richtig so ! Auch für Deinen Mann verändert sich doch so vieles im Moment. Wieso darf er nicht mit seinem Freund darüber reden ? Wieso willst Du ihm vorschreiben, worüber er reden darf und worüber nicht ? Er muss doch auch klar kommen, nicht nur Du ! Geh mal davon aus, dass dieser Freund eh schon lange sehr viel mehr weiß, als Du ahnst, aber freu Dich doch für Deinen Mann, dass er jemanden hat, dem er so vertrauen kann.

Was ich dagegen nicht so schön fand, war, dass Du nach der Feier alleine zurück ins Hotel bist. Es wäre eine nette Geste gewesen, wenn er dann auch mitgekommen wäre.

Grüße
Tina

Karsten
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Beitrag von Karsten » 13.02.2016, 18:16

Hallo Michi,

ich sage es mal anders.
Du beschreibst doch selbst Dinge über deinen Mann hier öffentlich im Internet.
Er redet mit einem Freund, den er vertraut und wo er über seine Sorgen reden kann.

Ich denke, deine Sauferei hat das Leben deines Mannes auch sehr beeinträchtigt.
Ich denke, es liegt jetzt erst mal an dir, dass er wieder Vertrauen zu dir aufbauen kann.

Gruß
Karsten

michi80
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Beitrag von michi80 » 13.02.2016, 20:14

Liebes Forum!

Ich kann meinen Mann sehr gut verstehen.
Irgendwem muss auch er sich anvertrauen.

@Tina: Kann mich nicht erinnern geschrieben zu haben, dass
ich ihm vorschreibe, was er zu sagen hat...
Ich habe ihn lediglich gefragt, ob er es wem erzählt hat, denn die Situation, dass mir niemand Alkohol anbot, kam mir spanisch vor.
Ich mache ihm deswegen auch keine Vorwürfe.
Weiß auch nicht, was ich ihn seiner Situation tun würde. Ich bins ja nicht.

"Trotzdem fühle ich mich irgendwie übergangen, aber auch froh" schrieb ich gestern.

Ansonsten gehts mir halbwegs gut.
Schlafen kann ich noch nicht lange und auch nicht durch, aber das wird mit der Zeit auch besser.

Die Familienfeier war anfangs komisch, dann aber besser. Hat aber eher mit meiner noch nicht stabilen Stimmungslage zu tun.
Trotzdem bin ich froh, dass ich morgen keine Termine habe, denn für Tag drei und vier hatte ich viel Programm.

Karsten, Carl Friedrich, Martin und Tina: Vielen lieben Dank für eure Statements. Jedes stimmt mich sehr zum Nachdenken.
Es ist auch interessant, wie die Meinungen auseinander gehen.
Kann von jedem was rauspicken.

Danke dafür!!

michi80
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Beitrag von michi80 » 14.02.2016, 16:06

Liebes Forum!

Tag 5
Heute gehts mir ganz gut.
Hab was feines zum Mittagessen gemacht und Kuchen gegessen.

Morgen ist mein erster Arbeitstag und ich freue mich darauf.
Derweil habe ich keine Angst.

Ich bin richtig motiviert, aber auf Hilfe von anderen (noch)
angewiesen.
zb.: soll ich morgen vor Dienstbeginn meine Therapeutin anrufen. Und ich weiß, und sie weiß, dass ich Angst vorm ersten Arbeitstag haben werde.
Deswegen wird mir der Anruf gut tun, bzw. motivieren.

Die Therapeutin meint, sie tue das gerne. Gerade am Anfang ist es schwer...

Habt ihr ähnliche Hilfe gebraucht?
Ich will die Leute die mir helfen wirklich nicht enttäuschen.
Das ist etwas, das ich zu ersten Mal zulasse.
Hilfe annehmen.

Ich möchte die Arbeit behalten, und damit verbunden ist, das nichts Trinken!!

Um das Vertrauen meinen engsten Menschen gegenüber wieder aufzubauen, bedarf es wohl noch vieeel Zeit.
Das Vertrauen hab ich auch nicht von heute auf morgen verloren.
Ich will mein bestes geben.

Aja, geschlafen habe ich heute auch schon besser.
Langsam spüre ich Veränderungen.

Schönen Tag noch,
michi

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