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called for freedom

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

Moderator: Moderatoren

Motek
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Beitrag von Motek » 14.06.2016, 01:19

Hallo,

ich möchte das hier gern fortsetzen. Ich fang mal von hinten an: ich bin trocken seit Anfang Februar (schon klar, manch einer wendet den Begriff nach 4 Monaten nicht an. Über 'nur Abstient' bin ich aber ein wenig hinaus. Denke ich.). Und oft bin ich glücklich damit, zufrieden fast immer. Manchmal fehlt mir was. Wenn dem nachfühle, ist es ein Bedürfnis nach Rausch :? Für mich ist das wieder ein Beleg für meine Sucht.

Nach der angekündigten Hochzeit hatte ich im Forum eine kleine Diskussion um die Grundbausteine und meine Einstellung zu Risiken. Ich bin mit den Gedanken noch immer nicht komplett durch. Allerdings war ich unentschlossen, was ich mit meinem Geburtstag mache und war einfach egoistisch: nichts, gar nix. Das war die richtige Entscheidung für mich. Einerseits wäre eine Party eine weitere Risikosituation gewesen. Andererseits möchte ich mich weniger mit Erwartungen auseinandersetzen, die Handlungsdruck in mir aufbauen. Soll heißen: wenn andere eine Party erwarten, heißt das noch lange nicht, dass ich eine ausrichten muss, wenn ich mich damit nicht gut fühle. So ähnlich versuche ich das mit anderen Dingen auch zu halten: mehr auf mich selbst hören, weniger auf das, was andere von mir erwarten (bzw. was ich glaube, dass sie es von mir erwarten. In Bezug auf den Geburtstag hat z.B. fast keiner was gesagt, wobei mein erweiterter Familienkreis auch weiss, warum)

Ansonsten: im Beruf geht es auf und ab, oft Alltag, manchmal auch Adrenalinkarussell. So weit es geht, nehme ich Ärger nicht mit nach Hause. Nach und nach automatisiere ich Verhaltensweisen zum Selbstschutz: wenn ich gereizt und übellaunig bin, Fragen an mich selbst: habe ich Hunger? Durst? Übermüdet? Das hilft mir, nicht aus unnötigem Grund Suchtdruck zu entwickeln.

Thema Leben geht weiter. Morgen ist wieder ein langer Tag. Lasst es euch gut gehen.

brass

Motek
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Re: called for freedom

Beitrag von Motek » 25.01.2019, 18:07

Hallo,

ich war lange nicht da und will mich mal wieder melden. Nach dem letzten Post hatte ich gut ein Jahr im internen Bereich ein Tagebuch geführt, danach bin ich seltener hergekommen. Ich habe mich im neuen Leben eingerichtet, in 'nachher'. Die Anfangsprobleme- Alk(p)träume, Suchtdruck usw- sind sehr selten geworden. Meistens bin ich froh darüber, keinen Alkohol trinken zu müssen. Mir hilft dabei, dass meine Partnerin auch abstinent lebt. Wir sind quasi unsere eigene kleine Gruppe. Über lange Zeit die letzten Jahre hatte ich Auf- und Abphasen, also z.T. recht lange glückliche Phasen, dann wieder düstere. Das ist ein Grund, warum ich hier wieder reinschaue. Ich glaube, dass die Depriphasen schon immer da waren (va im Winter, wenn das Licht fehlt), schon in der Schulzeit. Und ich denke, dass diese Zeiten die sind, in denen ich dann am häufigsten per Alk den Notaus im Hirn gesucht habe. Das will ich für mich beackern. Meine y ist sehr tolerant mit mir, wenn ich meine Wolke mit mir rumschleppe... ich bin dann zu nicht viel zu begeistern und vergrabe mich in der Freizeit zu Hause mit Büchern. Der Witz an diesen Phasen: es gibt keinen richtigen Grund (Job/Beziehung/... alles soweit in Ordnung). Also versuche ich, mir die guten Dinge bewußt zu machen und die guten Dinge zu genießen.

Der andere Grund: ein Lebenszeichen. Ich bin noch da. Ich lebe abstinent. Es gibt ein 'nachher', und es ist oft auch ein gutes Nachher.

Viele Grüße
Motek

Karsten
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Re: called for freedom

Beitrag von Karsten » 25.01.2019, 18:24

Hallo Motek,

es freut mich für dich, dass du weiter auf dem guten Weg bist.

Gruß
Karsten

Thalia1913
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Re: called for freedom

Beitrag von Thalia1913 » 25.01.2019, 22:49

Hallo Motek,

ich freue mich über den Lebenszeichen! :)

Schön, dass es dir insgesamt gut geht. Und dass du weiterhin auf dich achtest.

Das mache ich auch.

Viele herzliche Grüße,
Thalia

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