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Hallo, an alle Mitglieder-kurze Vorstellung und Fragen

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Gaby72
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Hallo, an alle Mitglieder-kurze Vorstellung und Fragen

Beitrag von Gaby72 » 10.04.2016, 15:04

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Gaby, bin 43 Jahre alt und komme aus der Nähe von Hamburg.

Der Grund meiner Anmeldung hier bei euch hat folgenden Grund.

Mein Sohn wird im Juni 19 Jahre alt, ist seit November 2015 Papa und wohnt mit seiner Freundin und seiner Tochter zusammen.

Leider gab es schon immer die Neigung zu Drogen, aber seitdem er damit aufgehört hat, hat er sich immer mehr zum Alkohol hinbewegt.

Mittlerweile ist es soweit, das die Beziehung sehr darunter leidet ( Freundin hat einen alkoholsüchtigen Vater und ist damit aufgewachsen )
Immer öfter kommt er betrunken nach Hause, trinkt morgens schon usw.

Jetzt ist er bei uns, um einfach mal diese Spannung in der Häuslichkeit herauszunehmen, gerade wenn da noch ein Baby im Spiel ist und sein Verhalten ständig für Unruhe, Sorge und Streit sorgt.

Er hat sich in der vergangenen Woche auf 1-3 Bier "heruntergetrunken" und kam damit wohl recht gut zurecht, nach seinen eigenen Angaben.
Davor war es wesentlich mehr, er kam so auf etwa 7-8 Bier, manchmal auch mehr und an manchen Tagen auch harte alkoholische Getränke.

Die Zeit, die er hier bei uns zubringt bis zum Termin des Entzuges und der Therapie ( läuft alles schon ) ist natürlich an festen Regeln gebunden und er gibt sich auch wirklich Mühe.

Wir werden uns noch einen Termin geben lassen mit seiner zuständigen Psychologin, um zu besprechen, wie man die Zeit bis zur Therapie so angenehm wie möglich für beide Seiten gestaltet.

Seit gestern ist er bei uns, hat gestern nichts getrunken und heute auch noch nicht. Entzugserscheinungen sind merklich spürbar, die mit Nervosität, "zittern", Unruhe und Schweißausbrüchen einhergehen....

Er selber sagt aus, wenn er sich langweilt, dann trinkt er....

Natürlich hat er hier auch seine Aufgaben bei uns, die wir bereits mit ihm ausgearbeitet haben und er hat auch Lust dazu.
Er wird in unseren Alltag miteinbezogen und werden auch gemeinsame Freizeitaktivitäten machen, sofern es uns im Arbeitsalltag auch möglich ist.

Er hat eine Art Tagebuch von mir bekommen, wo er seine Termine einträgt, was er sich vorgenommen hat an Aktivitäten wie z.B. Sport etc oder was wir ihm auftragen.
und er kann täglich dort eintragen, wie es ihm geht, seine Gefühle, Ängste, körperliches Befinden usw.

Meine Frage nun zu unserer Situation:

Ist es sinnvoll ihm von jetzt auf gleich jeglichen Alkoholverzehr zu unterbinden?

Vielleicht habt ihr auch Tipps für mich, wie wir es so angenehm wie möglich für beide Seiten hier bewerkstelligen, bis er in die Therapie geht ( wohl Ende April oder im Mai )

Ich bedanke mich im Voraus schon einmal für eure Tipps, Fragen etc und freue mich von euch zu lesen.

LG Gaby

luzider Träumer
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Beitrag von luzider Träumer » 10.04.2016, 15:42

Hallo Gaby,

ich finde ihr macht das bisher wirklich gut. Wie Du an die Sache heran gehst, wirkt fast schon professionell. Hast Du einen pädagogischen Hintergrund?

Die Maßnahmen, die Du ergriffen hast, sind sehr gut. Es scheint mir auch so, dass dein Sohn es dankend annimmt und sich koorperativ verhält. Ich vermute einfach mal, dass das frühe Vater werden einen enormen Druck auf ihn ausübt. Vielleicht hat er Zukunftsängste, fühlt sich der Aufgabe nicht gewachsen oder ist einfach überfordert mit der Situation. (was ich durchaus verstehen kann)

Da ein Termin mit der Psychologin vereinbart ist und die Therapie bald los gehen wird, sind doch die wichtigsten Weichen schon mal gestellt. Im Moment solltest Du ihm einfach weiterhin zeigen, dass Du für ihn da bist und er mit der Situation nicht alleine da steht.

Zu der Frage mit dem Verzicht: Generell hilft es ja bei Suchtproblematiken meist nicht, etwas von außen verbieten zu wollen. Gerade bei jungen Menschen führt das eher noch zum gegenteiligen Effekt. Ich spreche da aus Erfahrung. Am besten Du sprichst mit ihm darüber und gibst ihm den Rat nicht mehr zu trinken. Falls er selbst eingesehen hat, dass es ihm nicht gut tut und er ja auch Verantwortung als Vater hat, sollte er das von alleine tun wollen. Ob es schon gefährlich sein könnte und er sich in einer Gefahr aufgrund kalten Entzuges befindet, kann ich leider nicht beurteilen. Das sollte man dann wohl eher Professionellen überlassen.

LG

Gaby72
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Beitrag von Gaby72 » 10.04.2016, 15:59

Hallo luzider Träumer :D

Vielen Dank für deine Antwort und ich antworte dir auch direkt mal.

Ich habe in sofern einen kleinen Hintergrund, das ich im Rahmen meiner Ausbildung zur Krankenschwester lange in einer psychiatrischen Klinik verbracht habe, und ich u.a. dort gelernt habe, wie die Therapien in etwa verlaufen bei Suchtkranken ganz im Allgemeinen, dies aber halt nur recht oberflächlich.

Momentan arbeite ich für einen ambulanten Pflegedienst, in dem wir auch mit Einrichtungen zusammenarbeiten, wo Menschen untergebracht sind, die nach dem Entzug dort untergebracht werden um wieder zu lernen in den Alltag zurückzufinden ohne Drogen, ohne Alkohol.

Dazu kommt auch noch, das ich z.Zt. ein Studium absolviere im Bereich Psychotherapie, daher kommt so einiges an Wissen zusammen.

Das ist natürlich aber auch nochmal was ganz anderes, wenn man plötzlich selber in der Familie, in der Häuslichkeit damit konfrontiert wird und versucht damit umzugehen.

Die Bedingungen in der Häuslichkeit sind nun mal ganz anders als in einer Klinik oder in einer therapeutischen Einrichtung- ich denke - das ist klar und für mich eine ganz neue Erfahrung.

Mein Sohn möchte den Entzug selbst, allein schon für seine Familie- und weil ihm auch bewusst ist, das er alles verlieren würde, wenn er so weitermacht wie bisher.

Einzig allein die Regeln hier zuhause sind von mir auferlegt, weil es anders nicht funktionieren würde.

Ich bin mir auch ziemlich sicher, das mein Sohn einfach überfordert ist, mit dem Druck der ihm auferlegt wird in seinem Alter, da gebe ich dir auch Recht.
Mit Druck von außen konnte er noch nie so gut umgehen.

LG Gaby

Gaby72
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Beitrag von Gaby72 » 10.04.2016, 16:09

Nochmal an alle:

Die Frage, die sich mir stellt, ist folgende:

Wenn mein Sohn es geschafft hat, sich auf 1-2 oder 2-3 Bier "runterzutrinken" , ob es sinnvoll ist, jetzt zu sagen,oder es ihm nahe zu legen es ganz zu lassen, oder ob man ihm gestattet seine 1-2 Bier zu trinken.
Daraus ein kontrolliertes trinken zu machen- versteht ihr?!


Von einem sogenannten "kalten Entzug" ohne ärztlicher Aufsicht, wird ja immer abgeraten.

Rattenschwanz
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Beitrag von Rattenschwanz » 11.04.2016, 06:34

Moin,

mal paar Fragen:

Hat dein Sohn das selbst entschieden, dass er mit dem Alk aufhören will?

Ist er selbst auf die Idee gekommen einen gewisse Zeit bei dir zu verbringen und nicht zu Hause?

Für wen, will - wenn er überhaupt will - dein Sohn denn aufhören zu saufen?

Rattenschwanz
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Beitrag von Rattenschwanz » 11.04.2016, 06:37

Gaby72 hat geschrieben:Nochmal an alle:

Die Frage, die sich mir stellt, ist folgende:

Wenn mein Sohn es geschafft hat, sich auf 1-2 oder 2-3 Bier "runterzutrinken" , ob es sinnvoll ist, jetzt zu sagen,oder es ihm nahe zu legen es ganz zu lassen, oder ob man ihm gestattet seine 1-2 Bier zu trinken.
Daraus ein kontrolliertes trinken zu machen- versteht ihr?!


Von einem sogenannten "kalten Entzug" ohne ärztlicher Aufsicht, wird ja immer abgeraten.
Es ist immer sinnlos einem Alkoholiker einreden zu wollen, dass er mit dem Saufen aufhören soll. Du willst ihm gestatten paar Biere zu trinken oder wer ist "man"?

Correns
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Beitrag von Correns » 11.04.2016, 07:40

Hallo Gaby,

mein Sohn lebt noch bei mir im Haushalt.
Er trinkt Alkohol, ab und zu auch deutlich zu viel.
Ich bemerke, dass er mich beim Trockensein "beobachtet".
Wenn er mir eine Frage zum Alkoholismus stellt,
gebe ich bereitwillig Auskunft.

Ich mache jedoch keinerlei "Werbeveranstaltungen".
Wenn ER nicht mehr trinken will, muss ER aktiv werden.
Ich werde ihn dann auch unterstützen, wenn ER das will.

Bei mir hat es ewig lang gedauert,
bis ich den Impuls gespürt habe.
Aber dann war ich soweit und habe es durchgezogen.
Ohne Hilfe anderer hätte ich es nicht geschafft.
Aber beim Entschluss aufzuhören, war ich allein.
Und vermutlich klappt es auch nur dann.

Aufhören wegen anderen
(selbst wenn es die eigene Mutter ist)
klappt vermutlich nicht.

Ich wünsche Dir und Deinem Sohn einen guten Weg.

Viele Grüße
Correns

Gaby72
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Beitrag von Gaby72 » 11.04.2016, 07:41

Rattenschwanz hat geschrieben: Es ist immer sinnlos einem Alkoholiker einreden zu wollen, dass er mit dem Saufen aufhören soll. Du willst ihm gestatten paar Biere zu trinken oder wer ist "man"?
Ich rede es ihm nicht ein, das will er selbst.
Bitte doch einfach mal die Texte richtig lesen ;)
Natürlich würde er gerne mal ein Bier trinken- es fällt ihm schon schwer und es geht ihm nach 2 Tagen Abstinenz auch nicht so toll....

Kreislaufkontrolle ist okay
Aber Schweißausbrüche und Unruhe verspürt er!

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