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Na dann stelle ich mich auch mal vor.

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Aspargas
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Registriert: 16.08.2016, 10:51

Na dann stelle ich mich auch mal vor.

Beitrag von Aspargas » 17.08.2016, 11:19

Hallo ihr Lieben,

so, dann möchte ich mich auch mal kurz vorstellen.
Bin männlich, 44 Jahr, 180 groß und unschlagbare 54 Kg schwer :-)

Spaß beiseite, seit Sammstag 22 Uhr habe ich für mich den Schlusstrich gezogen was das Thema Alkohol angeht.
Angefangen hat der Missbrauch wohl schon vor rund 16 Jahren, mal mehr und mal wehniger.
Zu Zeiten von Klinik aufenthalten wegen meinem Borderline Syndrom ( 1x 8 Wochen Station, 2x 6 Wochen Tagesklinik ), war ich immer cleen.
Lebenskrießen führten immer wieder zum Alk-Missbrauch um die Situationen ertragen zu können.
Dummerweise rutsche ich dann auch immer in depressionen und das Borderline bricht sich bahn.

Lange Rede kurzer Sinn:
Eine Flasche Sekt und eine halbe Flasche Wotka am Tag waren standart.
Konnten auch mal zwei Sekt und ganze Flasche Wotka sein, am Wochenende oder am Freien Tag.
Stress im Geschäft, trennung und Trennungskrieg mit meinem Lebensgefärten verstärkten den Alkohol konsum um ein Vielfaches.
Bereits morgens, vor der Arbeit bin ich nicht ohne 2 -5 Kurze raus.
Mein Körper reagierte nicht nur auf den Alk, sondern auch auf den Stress.
Ich war dauermüde am Tag, kraftlos, konzentration gleich null.
Also bin ich zu meiner Hausärztin. Diagnose Stressbedingte Erschöpfung.
Ich erzählte ihr auch, dass ich nachts schwitze wie die Sau, morgens zittere und mein Puls ( gemessen mit Titnessarmband ) Achterbahn fährt.
Sie fragte nach alkohol, ich sagte nein kein Thema, also suchte Sie nach anderen Ursachen auch im Hinblick auf mein Borderline.
Am Sammstag war ich bei meiner Mutter zu besuch ( vorher bereits 1/2 Sekt intus ) und sie sagte: "Bub, ich hab angst um Dich, dass Du alkoholiker wirst".
Vielleicht war dass das Klick was ich brauchte.
Seit Samstag habe ich nichts mehr getrunken. Montag zur Ärztin und sie fragte wie es geht. Ich: "Nicht gut, ich habe ein Alkoholproblem"
Eine sovortige Einweisung lehnte ich ab. Sie erkundigte sich wie es mit Enzugserscheinungen aussieht, ich sagte ihr die Symptome die ich immer wieder habe.
Sie meinte ok, aber eine umgehende Terapie sei unerlässlich.
Ich hatte den Eindruck sie war etwas übervordert.

So, nun erst mal zu meinem "Schlachtplan":
Morgen hab ich in einer Tagesklinik einen Info-Termin, werde einen Aufnahme Termin ausmachen, und wenn beim Aufnahmetermin klar wird, dass ich eine Entgiftung stationär brauch werde ich mich fügen.
Anderenfals die Terapie aufnehmen und den Kampf gegen den Alk aufnehmen.

Verwirrt und verunsichert bin ich, was ich überhaupt noch essen oder trinken darf.
Da ich mit meinem Ex in einer WG lebe ist klar, das Gefärdungspotenzial ist hoch, den er trinkt ja weiter. Aber bis jetzt ist es nur verlangen.
Gegenmaßnahme, essen und Apfelschorle trinken.

Huch, jetzt ist es doch mehr geworden wie geplant, sorry :-(
Also soweit mal von mir :-)
Aspargas


P.S. Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten :-P

Hans im Glück

Beitrag von Hans im Glück » 17.08.2016, 12:52

Hallo Aspargas,

Ich begrüße dich herzlich hier im Forum und wünsche dir einen guten Austausch.

Bei dem was du schreibst, besteht ja offenbar eine komplizierte Gemenge Lage aus verschiedenen Problembereichen.

Dafür benötigst du sicherlich professionelle Hilfe.
Und eine SHG :wink:
Da bist du dann hier gut aufgehoben. Vielleicht überlegst du dir, in den nicht öffentlichen Teil des Forums zu wechseln, da kann nicht jeder mitlesen.

Im übrigen betreibst du gerade einen kalten Entzug.
Das ist nicht ungefährlich.
Hausärzte sind tatsächlich bei dem Thema Alkohol manchmal überfordert.

Du solltest dir überlegen, den Entzug vielleicht doch ärztlich (stationär) überwachen zu lassen. Auch wenn du meinst, deine entzugserscheinungen zu kennen, kann es diesmal anders sein......

Pass auf dich auf.
Es gibt viel zu tun.

Liebe grüssse
Hans

Martin

Beitrag von Martin » 17.08.2016, 12:52

Hallo Aspargas,

wir haben hier den Bereich "Lebensmittel mit und ohne Alkohol", da kannst du dich ja mal durchlesen.

Beachte aber bitte dass die Rezeptur immer mal geändert worden sein kann,

deshalb immer schauen was auf der Packung steht.

Mit der Zeit wird es leichter, da schaust du automatisch auf die Inhaltsstoffe

und du kennst auch schon Lebensmittel die nicht gegessen werden sollten.

LG Martin

Thalia1913
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3667
Registriert: 27.06.2014, 10:50

Beitrag von Thalia1913 » 17.08.2016, 19:21

Hallo und herzlich willkommen hier auch von mir.

Darf ich gleich mit der Tür ins Haus fallen und fragen, warum du eine Einweisung abgelehnt hast?

Abgesehen von den Gefahren des Entzuges würde dir auch die erste Zeit der Abstinenz dadurch erleichtert, dass du dich in einem alkoholfreien Umfeld aufhalten würdest.

Hier verlinke dir mal was zum Lesen:

http://www.forum-alkoholiker.de/grundba ... rnheit.php

Viele Grüße
Thalia

Aspargas
neuer Teilnehmer
Beiträge: 8
Registriert: 16.08.2016, 10:51

Beitrag von Aspargas » 17.08.2016, 21:23

Hallo Hans, Martin und Thalia,

vielen Dank für den netten Empfang :-)

Na dann will ich mal versuchen Eure Fragen zu beantworten :-)
Ich hab mir viele Gedanken bereits darüber gemacht, weshalb es soweit gekommen ist.
Dazu muss ich allerdings einwenig aushohlen.
Eigentlich begonnen hat alles vor gut 16 Jahren, mit der Trennung von meiner Ehefrau und dem somit verbundenen verlust meines gesammten sozialen umfeldes.
Damals hab ich mir versucht mut zum Suizit an zu saufen, na ja bin ja noch da. Aber ich denke dass war der Beginn von zwei Dingen.
Dem Alkohol und dem selbstzerstörerischen Borderline.
Meine nächste Beziehung verlief anfangs gut, alkohol spielte eine Untergeordnete Rolle, nach ein Paar Jahren wurde die Beziehung allerdings immer ansträngender und auch der Alkoholkonsum stieg bei uns beiden. Wieder brach sich das Borderline bahn, immer wenn ich betrunken war.
Schließlich landete ich stationär in einer Psycho-Klinik zur Therapie.
Weit weg von zuhause, weit weg von den Problemen. Abgeschirmt, struckturiert. Voll motiviert kam ich zurück aus der Therapie.
Und wieder hinein in das alte Leben, denn dass hatte sich nicht geändert.
Es dauerte noch eine Weile bis ich mich dann trennte.
Stand wieder vor dem nichts.
Alkohol und Suizit waren die Folge. Meinen Führerschein verlohr ich mit 2,4%, schlecht für einen LKW Fahrer.
Aber kein mittleid, meine eigene Schuld. Keine Gnade diebezüglich.
Ein Kumpel nahm mich bei sich auf und schickte mich in eine Tagesklinik, wieder wegen Borderline.
Dass ich in der zeit weiter getrunken habe hat in der Klinik keiner bemerkt.
Wieder hielt es eine Weile, dann trennte sich auch der Weg. Und wieder war ich alleine.
Der Alkoholkonsum stieg, auch der das Borderline war wieder da.
Nach einer Weile lernte ich meinen jetzigen EX und Mitbewohner kennen.
Alkohol war stets present.
Bald gab es auch wieder Probleme und ich landete wieder in einer Tagesklinik, wegen dem Borderline.
Nur dieses mal fiel mein Trinken auf. Und ich wurde in eine geschlossene Entzugsklinik gebracht.
Schnell wurde klar, dass ich eher Missbrauch als Sucht hatte.
Nach knapp 1,5 Wochen bekam ich eher einen Klinikkoller und sie schickten mich als nicht Suchtkrank wieder zurück.

Nun, warum möchte ich nicht Stationär, weil ich nicht die Verbindung zum wirklichen Leben verlieren möchte.

Ich hab mich auch nie bis zur Besinnungslosigkeit betrungen sondern immer ein gewissen Level, kam ich darüber hinaus setzte das Borderline ein. Entweder ich wurde agressiv oder todessehnsüchtig.

Puh schon wieder so ein Mamuttext :-(
Ok, soweit mal.

LG Aspargas

Hans im Glück

Beitrag von Hans im Glück » 18.08.2016, 08:40

Guten Morgen Aspargas,
Danke für deinen ausführlichen Text.
Die intensive Auseinandersetzung mit sich selbst ist hilfreich.

Ich weiß, dass sucht und Borderline oft eng verbunden sind, wobei mir der Übergang von Missbrauch zu Sucht nicht eindeutig definiert erscheint.

Kriterien der Sucht sind die Dosissteigerung, der Kontrollverlust, die Entzugssymptome mit Suchtdruck und die körperliche und emotionale Schädigung (körperliche Erschöpfung, Vereinsamung, Depression etc.).
Wie sieht das bei dir aus? Ein paar Dinge hast du dazu schon berichtet.

Bist du denn in ambulanter Behandlung wegen des Borderline ?
Nimmst du Medikamente ?
Wieso hast du Angst die Verbindung 'zum wirklichen Leben' zu verlieren?
Hast du denn momentan 'das wirkliche Leben' ?
Oder ist es nicht ein alkoholisches Trugbild ?

Musst du nicht drauf antworten, waren nur meine Gedanken.

Liebe Grüße und Kraft bei deinen Bemühungen um einen Therapieplatz.

Hans

Aspargas
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Beiträge: 8
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Beitrag von Aspargas » 18.08.2016, 10:04

Guten Morgen Hans,

wenn ich den Übergang von Missbrauch zur Sucht selbst definieren könnte wäre ich nicht so unsicher.
Von meinem Naturell gehe ich immer vom schlimmsten aus, und dass wäre dann ja wohl Sucht.
Ich versuche es mal aufzusplittern und Deine Kriterien zu definieren.

Dosierung: Wenn ich arbeiten musste, dann nach Feierabend (je nach Schicht) 1/2 bis 1 Flasche Sekt und 1/4 bis 1/2 Flasche Wotka. Wenn ich am anderen Tag frei hatte, dann konnte es auch mehr werden. Aber meistens nur bis zu einer Grenze, denn wie beschrieben rutsche ich dann in Depression oder werde agressiv, also hab ich meistens die Kontrolle behalten und bin lieber ins Bett wie weiter zu trinken.

Kontrollverlust: siehe oben, ich würde sagen nein auch wenn ich zugeben muss dass ich kurz bevor ich krankgeschrieben wurde 2 oder 3 kurze getrunken habe um den Arbeitsstress und das beschissene Betriebsklime zu ertragen.

Entzugssymtome: Gute Frage, ich bin ja wegen der Körperlichen Erschöpfung zum Doc, weil mir zu viel um die Ohren Flog, Beruflich, privat und emozional. Also hatte ich die Schwitzatacken in der Nacht auch als ich noch getrunken habe, im gegenteil ich hab ab der Krankschreibung mehr getrunken ( hatte ja mehr Zeit zum grübeln ) und trotzdem Schlaflose und schweißnasse Nächte. Leichtes zittern am Morgen ja. Körperliche Schäden, nein Leberwerte und Ultraschall der leber sagen alles bestens. Suchtdruck ist da schon schwieriger, so nach getaner Arbeit ein Gläßchen Selt wäre gut, aber muss nicht. Da ich in WG wohne und mein Mitbewohner weiter trinkt ist Alk in ausreichender Menge vorhanden, aber ich räume morgens meistens die Flaschen weg, es interessiert mich nicht. Ich hab nicht die Gedanken "Nur einen schluck, schadet ja nicht" oder ähnliches.
Vereinsamung, sehe ich auch nicht, im Gegenteil, ich habe täglich Kontackt zu lieben Bekannten, leider meistens über Internet und weit weg. Aber es gibt auch live Kontackte. (weis nicht ob ich das sagen darf :-) ) Aber 3 Kerle buhlen wehement um mich, zwei davon wissen dass ich mich gegen alkohol entschieden habe. Einer davon ist mein Ex, ihn interessiert es wenig wie es mir geht. Alle sagen mir ich soll endlich auch mal raus aus den 4 Wänden, was unternehmen. Dazu bin ich warscheinlich noch zu letargisch.
Depressionen unter strom ja, wenn ich es zulasse dass sich auch das Borderline ausbreiten kann. Momentan nicht.

Nein bin nicht in behandlung wegen dem BL, denn ich hab es nüchtern sehr gut im Griff, medikamente ja, zur Stimmungsaufhellung.

Wirkliche Leben: Ich hab es in der gescglossenen Klinik, sowohl der Reha-Klinik, als auch in der Suchtklinik so empfunden, Isoliert von der Außenwelt zu sein. Die Reha selbst war sehr gut, aber es war wie eine Käseglocke in der alles gut ist, man kommt heim und das ware Leben erwischt einen um so härter. Vielleicht auch weil man erkennt was im waren Sche*** läuft. Ein Beispiel, wärend ich in der Reha war ist mein Ex einfach mal umgezogen ohne mich groß zu fragen, ich kam heim in eine Wohnung die nicht mehr die alte war. Ich hab natürlich vorher dem umzug zugestimmt, aber dennoch es war kein freudiges heimkommen. Dass möchte ich nie mehr erleben.
Als ich aus der Suchklinig rückverlegt wurde in die Tagesklinik, war alles ok, ich hab mich am Riemen gerissen und keinen Tropfen getrunken bis die Terapie beendet war.

Uff ich hoffe ich konnte etwas Licht ins dunkel bringen.
Es tut mir auch gut es nieder zu schreiben, es zwingt mich zur Beschäftigung mit mir und dem Wirrwar in meinem Kopf.

Soweit mal von mir
LG Aspargas

Thalia1913
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3667
Registriert: 27.06.2014, 10:50

Beitrag von Thalia1913 » 18.08.2016, 13:32

Hallo Aspargas,

ja, Schreiben hilft, das Denken zu sortieren, mir auch.

Ich kenne mich mit den anderen Diagnosen, die dir gestellt wurden, nicht aus, ich denke nur - und habe bei mir die Erfahrung gemacht - dass es schwer ist, die Grenze zwischen der psychischen Erkrankung der Alkoholsucht und anderen psychischen Erkrankungen klar zu ziehen, so lange die Alkoholsucht (oder das missbräuchliche Trinken) nicht behandelt ist.

Ich wäre in der Anfangszeit meiner Trockenheit übrigens aller Wahrscheinlichkeit nach nicht trocken geblieben, wenn ich nicht in einem alkoholfreien Haushalt gelebt hätte. Und darauf lege ich auch heute noch wert.

Welche Möglichkeiten hast du, deine Wohnsituation zu ändern?

Ich wünsche dir heute einen guten Termin in der Tagesklinik.

Viele Grüße
Thalia

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