Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Meine Vorstellung

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Antworten
plainjane
neuer Teilnehmer
Beiträge: 1
Registriert: 06.09.2016, 11:11

Meine Vorstellung

Beitrag von plainjane » 08.09.2016, 11:50

Hallo zusammen, ich möchte euch Hallo sagen und mich erneut vorstellen.

Den Text habe ich aus dem ursprünglichen Vorstellungs-Thread kopiert, da er ziemlich genau wiedergibt, was gerade bei mir los ist.

Inzwischen bin ich 10 Tage nüchtern, das war zuletzt im januar 2016 so.

Ich bin eine Frau und 33 Jahre alt.

Nor vor kurzem wäre mir nicht in den Sinn gekommen, dass ich ein Problem habe.

Bis ich 23 war, habe ich Alkohol nur auf Parties getrunken. Ich mochte aber damals schon das lockere Gefühl im Kopf und fühlte mich viel offener und leichter.

Dann fing ich meine zweite Arbeitsstelle an und kaufte mir dann nur am Wochenende am Freitag und Samstag je 2x0,5 Liter Bier. Es entspannte mich wie sonst nichts, aber da ich am Sonntag und in der Woche nichts trank, war das meiner Ansicht nach normal. Später war ich mit der Arbeit, die gar nicht zu mir passte und dem zunehmenden Mobbing und einem cholerischen Chef zunehmend überfordert.

Auch mein Privatleben überforderte mich. Ich bin ein Mensch mit geringem Kontaktbedürfnis. Da die meisten Menschen aber mehr Kontakt brauchen, fehlte mir Zeit zum Rückzug. ich wollte die Freunde ja nicht vergrätzen. Die wachsende Anspannung habe ich mit Alkohol bekämpft. Auch bei den teilweise sehr alkoholnah lebenden Freunden gab es immer was, auch unter der Woche.

Sonntag abends habe ich dann oft 4 anstatt 2 Flaschen gehabt und lag anschliessend weinend auf dem Boden.

Nach der Kündigung meines Arbeitgebers, der mich sowieso loswerden wollte und dem Aufenthalt in einer tagesklinik (Diagnose Depressionen) fand ich eine neue Arbeit und erst schien alles ok. Dann wuchs der Druck, zwischenzeitlich wurde ich wegen den Finanzen gekündigt und dann doch wieder eingestellt.

Ich bin wieder überfordert. Mit dem Druck von Kunden. Seit einer Therapie habe ich zwar keine Selbstmordgedanken mehr, aber ich komme nicht mehr klar. Mit dem Druck auf der Arbeit. Mit den Freunden, die mich mit ihrem Kontaktbedürfnis bombardieren (für andere normal, für mich zu viel).

In der fastenzeit dieses jahr habe ich versucht, nichts zu trinken. Das klappte drei Wochen. Dann traf ich Freunde, und eine von ihnen war am Abend irgendwie komisch drauf. Ich hatte angekündigt, in der Fastenzeit nichts trinken zu wollen. Dann wurde ich aber so lange "genervt" und Bemerkungen gemacht, bis ich schliesslich ein Glas Wein trank.

Danach war ich so frustriert, dass der Konsum noch schlimmer wurde. Ich trank auch unter der Woche.

Bei gesellschaftlichen Anlässen trinke ich auch gerne, das entspannt und ich empfinde mich als freundlicher und locker, das mögen Menschen ja generell.

Wenn ich eine Flasche Wein zu Hause habe, schaffe ich es nicht, einen Teil davon zu trinken und den rest stehen zu lassen.

Jetzt habe ich seit 10 Tagen nichts getrunken, aber mir geht es psychisch nicht gut. Ich bin angespannt, gleichzeitig erschöpft und muss die ganze Zeit an Alkohol denken und an die Entspannung, die ich nicht habe.

Ich versuche es schon mit allem möglichen, Yoga, Tee, Spazierengehen, Autosuggestion, etc., aber nichts bringt mir die Entspannung, die ich durch den Alkohol kenne. Ich habe auch wieder Sonntags getrunken, weil ich nicht darauf klarkam, dass das Wochenende schon wieder vorbei war.

Ich habe immer gedacht, dass ich bei diesen Mengen niemals ein Problem mit Alkohol haben könne. Allerdings zeigen mir meine Gedanken, dass es kein normaler Umgang mehr ist. Ich möchte mich gerne befreien und weiss nicht wie.

Finanziell sieht es auch nciht gut aus, das verstärkt meine Angst nur noch. Ich will aber meine geistige Freiheit und innere Ruhe zurück und das ohne Alkohol.

Calida78
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2233
Registriert: 13.07.2015, 11:13

Beitrag von Calida78 » 08.09.2016, 12:29

Hallo Plainjane!
Herzlich Willkommen im Forum!
Gut, dass Du 10 Tage ohne bist. Du spürst jetzt Gefühle und nimmst Dinge wahr, die Du vorher sicher oft nur mit dem Alkoholfilter wahrgenommen hast. Das ist anders - und da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Entspannungstechniken nicht immer sofort klappen - aber Du kannst sicher lernen, Dich auch ohne Alkohol zu entspannen.
Hast Du denn ein alkoholfreies Zuhause?
Wie siehts mit Deinen trinkenden Freunden aus?
Für den Anfang sien auch Strategien gut, die Du anwenden kannst, wenn die Gedanken an Alkohol kommen. Viele hier powern sich dann aus. Bei mir war nach eienr Stunde Joggen der Wunsch weg, etwas zu trinken. Viel Wasser trinken und essen ist auch eine Methode. Ich hab häufig auf nüchternen Magen getrunken. Als ich mich entwöhnt habe, habe ich nach dem Nachhausekommen erst mal gegessen. Und dann gespürt, dass ich mich voll fühle und gar kein Bedürfnis habe, noch irgendwas in mich reinzufüllen.
Vielleicht hilft Dir das für den Anfang.
Viele Grüße
Calida

Antworten