Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Antworten
kamarasow
neuer Teilnehmer
Beiträge: 108
Registriert: 20.10.2016, 11:35

Beitrag von kamarasow » 23.01.2018, 09:55

Hallo Hartmut,
ja er wusste es. Das ist der Punkt, der mich ärgerlich macht.

Hartmut
Moderator
Moderator
Beiträge: 15000
Registriert: 13.02.2007, 22:21

Beitrag von Hartmut » 23.01.2018, 13:26

Hallo kamarasow,

das würde mich auch ärgern. Ich würde das Gespräch suchen ob es ein makaberer Scherz war oder er dich wieder zurück ins Boot ziehen möchte.

Gruß Hartmut

Carl Friedrich
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1312
Registriert: 06.07.2015, 22:47

Beitrag von Carl Friedrich » 23.01.2018, 22:26

Hallo!

Es ist unsere eigene Aufgabe, selbst auf uns zu achten. Das hast Du Karamasow, getan.

Wir können von Dritten nicht erwarten, dass sie sich mit unserer Krankheit auskennen. Viele, auch beginnende Abstinenzler, sind oft der Meinung, nach einer Weile Karenz sei man wieder gesund und könne "normal" trinken.

Ich würde mich mit dem Bekannten noch mal unterhalten und ihn bitten, demnächst derartige Angebote zu unterlassen.

Gruß
Carl Friedrich

Hartmut
Moderator
Moderator
Beiträge: 15000
Registriert: 13.02.2007, 22:21

Beitrag von Hartmut » 24.01.2018, 20:22

Hallo kamarasow,
Ich maße mir nicht an alles zu wissen. So wie ich den Begriff Quartalssäufer verstehe, sind bei ihm längere Trinkpausen ohne Probleme möglich.
Da bin ich bei dir. Ich weiß auch nicht alles und am Anfang war mir meine Situation wichtiger, als die der anderen Alkoholiker.

Nur ich konnte meinen Weg gehen und das mit Selbsthilfe. Wer noch nicht bereit ist auf sich zu schauen ist eben noch krankheitsbedingt im nassen Denken.

Aber eines weiß ich mittlerweile das Quartalstrinker auch Phasentrinker genannt werden, diese verkürzen mit der Zeit ihre Trinkpausen und ich selbst kenne welche , die auch eine Entgiftung gemacht hatten.

Gruß Hartmut

kamarasow
neuer Teilnehmer
Beiträge: 108
Registriert: 20.10.2016, 11:35

Beitrag von kamarasow » 24.01.2018, 21:38

Hallo Hartmut,
ich glaube von der Sorte kennt jeder einen im Bekanntenkreis. Der Typus, der sich regelmäßig vornimmt einen Monat oder länger nichts zu trinken, um es sich selbst zu beweisen und diesen "Kampf"/"Krieg" auch heldenhaft schafft. Um danach wieder gewohnt regelmäßig zu trinken und sich eigentlich nur selbst belügt.

Da mich die Fußballspiele im TV gerade langweilen, hatte ich soeben meinen Eingangspost des Threads und ein paar darauffolgende Beiträge gelesen. Das Gefühl beim Lesen war ein großer Mischmasch-Gefühlscoktail. Von Bedrücktheit, Traurigkeit, Freude, Freiheit, Wärme, Gleichgültigkeit und Geborgenheit war alles dabei. Am meisten jedoch hat mich der einfache Satz von Iowa umgehauen:
Wenn ich ein liebes Wort oder eine Geste oder eine Umarmung nicht nur hören und sehen sondern auch wieder im Bauch spüren kann.
Diesen Satz hatte ich damals gar nicht registriert bzw. verstanden. Und jetzt haut er mich um. Das Gefühl, wenn die kleinste Tochter freudestrahlend sich um dein Bein wirft, wenn du nach Hause kommst oder wenn du mit ihr irgendwelche Puppen, Fillipferdchen oder Pippi-Lampf(!)strumpf spielen sollst, kann dir keine Droge der Welt geben. Nüchtern ist es manchmal derart warm ums Herz, dass man erst wieder lernen muss die geballte Ladung auszuhalten.

Ich bin froh, es bis hierhin geschafft zu haben.

Viele Grüße
Karamasow

kamarasow
neuer Teilnehmer
Beiträge: 108
Registriert: 20.10.2016, 11:35

Beitrag von kamarasow » 08.02.2018, 08:19

Hallo Forum,

nichts Neues bei mir. Das vor kurzem Geschriebene zum Thema "Turbo-Trocken" von penta gefiel mir:
Heute weiß ich, dass die Erkenntnis, nicht allwissend zu sein und vor allem: nicht allwissend sein zu müssen und mich nicht mehr so wichtig zu nehmen für mich mindestens so wichtig war, wie die Trocknung. Ich würde sagen, sie gehört bei mir dazu.
Ich muss weder Recht haben noch muss ich Erste sein oder jemandem etwas beweisen (außer mir selbst).
Und genauso muss niemand mir irgendwas beweisen.
Ich ziehe daraus Gelassenheit und Selbstreflektion. Wenn die Krankheit auch Nachteile mit sich bringt, so liegen darin auch Vorteile. Ich lerne viel über mich selbst und verliere die Arroganz und den Hochmut gegenüber anderen. Da ich außerdem selbst ein wenig ein Perfektionist bin, so habe ich durch die Krankheit gelernt, dass nicht alles perfekt sein muss, um gut zu sein.

Viele Grüße
Karamasow

Hartmut
Moderator
Moderator
Beiträge: 15000
Registriert: 13.02.2007, 22:21

Beitrag von Hartmut » 08.02.2018, 18:13

Hallo kamarasow,
Wenn die Krankheit auch Nachteile mit sich bringt, so liegen darin auch Vorteile
Welche Nachteile bringt denn die Krankheit?

Ich habe dadurch keine. Ich habe nur zwei Möglichkeiten . Entweder ich flüchte in die Opferrolle und heule mir den Pelz voll oder ich mache was draus. Ich lebe mit meiner Krankheit und lasse mich nicht von ihr Leben.


Gruß Hartmut

kamarasow
neuer Teilnehmer
Beiträge: 108
Registriert: 20.10.2016, 11:35

Beitrag von kamarasow » 09.02.2018, 08:19

Guten Morgen,
Nachteil für mich: Kein normaler Umgang mit Alkohol mehr möglich. Der Alkohol wurde ja nicht getrunken, weil er so schön riecht, sondern weil man sich (sofern man es im Griff hätte) kontrolliert und mit Absicht in einen Rausch versetzen kann. Das geht nun nicht mehr. Ob ich es vermisse? Hm, ich denke manchmal darüber nach, wie es wäre Gras zu rauchen. Und ob es dann nur eine Suchtverlagerung gibt und ich mit der Zeit wieder nichts im Griff hätte.

Mich würde euer Wissen diesbezüglich interessieren. Versetzt ihr euch als Langzeittrockene in einen Rausch (per Droge jeglicher Coleur) oder ist das ein NoGo? Ist für uns als Alkoholiker jede Rauschform tabu?

Grüße
Karamasow

Antworten