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Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 05.05.2018, 15:22

Hallo Maria

ich gehöre nicht zu der Fraktion alles und jedes mit den Kinder bis zu einem gewissen Alter zu diskutieren. Für mich gibt es auch nicht immer ein Kompromiss sondern eine Ansage. Ich halte auch nichts von einer „Waldorf Mentalität“ Aber das ist eine andere Geschichte ;-)

Wenn ICH , eine Feier für meine Kinder ausrichte, dann schon so das es Ihnen gefällt aber nicht so das es mich in Gefahr bringt. Hatte in den Anfangszeiten auch Familienfeste gemieden, unabhängig von Kindern, Geschwister oder Eltern. Wenn da gesoffen wurde war ich eben nicht dabei oder nur begrenzt.

Wäre ich bei so einem Familienfest aus falsch verstandener Rücksichtnahme rückfällig geworden wäre es für alle Beteiligten eine Belastung und nicht nur für mich gewesen.

Gruß Hartmut

Penta
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Beitrag von Penta » 06.05.2018, 06:16

Hallo Kamarasow,
Die Unkenntnis über die Krankheit ist groß.
[...]
Mein Sohn weiß nur, dass ich nichts mehr trinke. Der Begriff Alkoholiker fiel ihm gegenüber, denke ich, nicht. Es ist derzeit kein Thema zwischen Vater und Sohn.
Warum sorgst du nicht dafür, dass die Unkenntnis über die Krankheit geringer wird?
Zumindest bei deiner Familie und erst recht gegenüber deinem Sohn.
Von Krankheiten, die niemanden in meinem Umfeld betreffen, habe ich auch wenig Ahnung.

Das kleine Wort "Alkoholiker" hatte bei mir oft eine sehr große Wirkung. Zumindest sorgte es dafür, einige meiner Handlungen zu erklären.

Für mich ist gerade diese Offenheit im nahen Umfeld ein wesentlicher Bestandteil meiner Risikominimierung.
Bis heute finden bei mir keine Feiern statt, auf denen es Alkohol gibt. Feiern, die mir von vornherein zu alklastig erscheinen, finden nach wie vor ohne mich statt, auch sogenannte Familienfeiern. Unverständnis dafür ernte ich nicht und als Einsiedlerin lebe ich deshalb immer noch nicht.
Es ist bei mir eher so, dass ich, seit ich keinen Alkohol mehr trinke, mein Einsiedler-Dasein aufgeben konnte.

Viele Grüße,
Penta

kamarasow
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Beitrag von kamarasow » 06.05.2018, 16:35

Danke für die Rückmeldungen. Darüber werde ich nachdenken müssen.
Hartmut hat geschrieben:Hatte in den Anfangszeiten auch Familienfeste gemieden, unabhängig von Kindern, Geschwister oder Eltern. Wenn da gesoffen wurde war ich eben nicht dabei oder nur begrenzt.
D.h., selbst bei dem Geburtstag deiner Frau oder Kinder im eigenen Hause bist du verschwunden? Hast während der Feier nichts geholfen und alles, wie bspw 25 Gäste, der Frau überlassen? Wie handhabst du es jetzt, nach der Anfangszeit?

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 06.05.2018, 17:17

Hallo kamarasow
D.h., selbst bei dem Geburtstag deiner Frau oder Kinder im eigenen Hause bist du verschwunden?
da musste ich nicht verschwinden, da mein Haus alkoholfrei ist und es eben keinen Alkohol gab.
Hast während der Feier nichts geholfen und alles, wie bspw 25 Gäste, der Frau überlassen?
Natürlich habe ich geholfen , ich koche sogar und war auch in der nassen Zeit dafür zuständig. Aber anhand der Frage sehe ich schon, das du dir im Moment oder überhaupt kein fest ohne „Alkohol“ vorstellen kannst. Oder irre ich mich da?

Heute besuche ich auch Feste, Geburtstage und bin reichlich in Meetings unterwegs. Wenn es zuviel mit dem Saufen wird, verschwinde ich. Das ist bekannt. Wenn es im Vorfeld schon bekannt ist das es nur um das Saufen geht, geh ich nicht hin. In den 11 Jahre die ich nun schon trocken bin ist das auch ganz normal wie beim Bäcker Brötchen zu holen.

Gerade weil ich am Anfang sehr akribisch war macht es mir heute nichts aus.

Gruß Hartmut

kamarasow
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Beitrag von kamarasow » 07.05.2018, 08:27

Hartmut hat geschrieben:das du dir im Moment oder überhaupt kein fest ohne „Alkohol“ vorstellen kannst. Oder irre ich mich da?
Seit ich mich erinnere, verlaufen bei uns Familienfeste immer mit Alkohol. Wir haben einen anderen Alkoholiker in der Familie, bei dem jeder weiß, dass er Alkoholiker ist. Er trinkt seit Jahren nur Cola. Die anderen trinken weiter (ich sage bewusst nicht saufen, weil es nicht ausartet). Ich denke, dass die Familienmitglieder es bei mir ähnlich erwarten. Im Prinzip müsste ich die Familien"tradition" brechen, wenn ich darauf bestehe: "Feier ja, Alkohol nein". Das hatte ich am Anfang der Abstinenz 2x bereits gemacht. Wie beschrieben - mit Widerständen, aber es ging. Es kostete Kraft, sich allein gegen alle durchzusetzen. Es wurden auch unterschwellig Witze gemacht. Ich kann es aber nicht leiden, wenn man hinter meinem Rücken tuschelt und Rücksicht nimmt. Das war eine ganz komische Stimmung, die ich nicht mehrmals haben will.
Vor kurzem Stand die Jugendweihe an und da wurde Alk im eigenen Haus erlaubt. Alle fandens super. Ich fands schrecklich und musste mich ein paar mal in ein abgelegens Zimmer entfernen. Es kostete mich ebenfalls viel Kraft. Kurzum: Familienfeiern mit Alkohol sind schlecht, aber ohne auch.
Die Variante: Dann fällt das Fest aus, habe ich noch nicht übers Herz bringen können. Das Bedarf ein gewisses Maß an emotionaler Härte. Wenns mein eigener Geburtstag wäre ok, aber nicht die Geburtstage der Kinder oder Frau. So kreiselt es nachwievor im Kopf.

Um auf die Eingangsfrage einzugehen: Ja, du irrst. Gäbe es nur meine Frau + Kinder, so wäre es sehr entspannt.

Grüße

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 07.05.2018, 08:58

Hallo kamarasow,

nun kann ich das ja alles nachvollziehen und weiß auch das es nicht immer einfach ist. Es wird immer jemanden geben der sich auf meine oder andere Kosten lustig macht um sein tristes Dasein einen Anstrich zu geben. Es wird auch immer welche geben die es nicht verstehen und es wegdiskutieren wollen. Es müssen auch in meinem trockenen Weg immer wieder emotionale Entscheidungen getroffen werden.

Ich muss jedoch wissen was passiert, wenn ich durch „Erwartungen“ anderer meine Trockenheit auf Spiel setze und die Konsequenzen daraus sind. Egal welche Gründe auch angeführt werden, warum, wieso oder weshalb. Wenn ich nur einen Arm breit am Glas sitze und wieder saufe bin ich ganz Alleine mit mir. Nicht der Alkohol der vor mir am Tisch steht macht mir was. Es ist die Sucht die mich veranlasst das ich den Saufe.

Gruß Hartmut

kamarasow
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Beitrag von kamarasow » 07.05.2018, 10:03

Dessen bin ich mir bewusst. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist das Finden einer Lösung, um alle zufrieden zu stellen. Die Variante: "Mein Haus, meine Regeln, die anderen sind mir egal." ist aus meiner Sicht als etwas grob einzuschätzen.
Ich suche nach Grauzonen, die für mich risikofrei und die anderen in Ordnung sind.
Nunja. Die Gedanken haben Zeit und können reifen.

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 07.05.2018, 10:30

Hallo
"Mein Haus, meine Regeln, die anderen sind mir egal.
warum muss denn in deinem Haus Alkohol sein . Sind deine Frau oder Kinder süchtig ?
Ich suche nach Grauzonen, die für mich risikofrei und die anderen in Ordnung sind.
Gibt es nicht risikofrei.

Was würde deine Familie sagen wenn du wieder Saufen würdest? Da du dich ja so sehr um die Verköstigung von Alkohol für deine Familie sorgst müssen sie auch die Konsequenz mit tragen. Oder ?

Gruß Hartmut

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