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Vom Wochenendalkoholiker zur Nüchternheit

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 08.04.2017, 21:39

Hallo Hull,

willkommen. Und danke für deine ausführliche Vorstellung.

Eine - wenn auch leicht andere - Ausprägung von Hochsensitivität habe ich auch. Auch ich habe einen Zusammenhang mit meinem Trinken hergestellt. Ich war allerdings Spiegeltrinkerin und kann dir daher leider nicht mit eigenen Erfahrungen eines "Wochenendalkoholikers" dienen, weiß aber von anderen trockenen Alkoholikern, dass es da spezifische andere Schwierigkeiten gibt, eine dauerhaft stabile Trockenheit zu erreichen.

Auch mit deiner Persönlichkeitsstörung habe keine eigene Erfahrung. Bist du deshalb in die irgendeiner Form von Therapie?
Ich könnte mir vorstellen, dass es wichtig und hilfreich für dich sein könnte, deinen Alkoholismus im Zusammenhang mit deiner Persönlichkeitsstörung professionell behandeln zu lassen. Eventuell greifen bei dir andere Dinge als bei Alkoholikern ohne die Psychopathie.

Du schreibst, du bist offen für Fragen und beteiligst dich gern an einer Diskussion.

Was würdest du denn gerne diskutieren?

Und würdest du sagen, dass das Vermeiden von Langeweile eine deiner Hauptmotivationen darstellt?

Grüße,
Thalia

Hull

Beitrag von Hull » 08.04.2017, 22:58

Martin hat geschrieben:Hallo Hull,

die 20 Jahre hatten ihre Spuren hinterlassen, ich habe gesoffen, geschlafen, wurde wach und habe wieder gesoffen.......

Wieso genau ich dann zum Doc bin um mir eine Einweisung zu holen weiss ich nicht mehr, auch da war ich besoffen :oops:

Meine "Entgiftung" war nicht so gelaufen wie geplant, deshalb fällt es mir leicht trocken zu bleiben.

Ich "verbiete" mir nicht Alkohol zu trinken, Alkohol hat heute keine Bedeutung mehr für mich.

LG Martin
Dass nach der Entgiftung nichts mehr getrunken werden kann, ist mir verständlich, natürlich möchte ich soetwas nicht erleben, aber dennoch "fehlt" ein vergleichbares Erlebnis in meiner Entwicklung, um den Alkohol endgültig aus dem Leben zu werfen. Es ist schon ein seichter Vorwand.

Thalia1913 hat geschrieben:Hallo Hull,

willkommen. Und danke für deine ausführliche Vorstellung.

Eine - wenn auch leicht andere - Ausprägung von Hochsensitivität habe ich auch. Auch ich habe einen Zusammenhang mit meinem Trinken hergestellt. Ich war allerdings Spiegeltrinkerin und kann dir daher leider nicht mit eigenen Erfahrungen eines "Wochenendalkoholikers" dienen, weiß aber von anderen trockenen Alkoholikern, dass es da spezifische andere Schwierigkeiten gibt, eine dauerhaft stabile Trockenheit zu erreichen.

Auch mit deiner Persönlichkeitsstörung habe keine eigene Erfahrung. Bist du deshalb in die irgendeiner Form von Therapie?
Ich könnte mir vorstellen, dass es wichtig und hilfreich für dich sein könnte, deinen Alkoholismus im Zusammenhang mit deiner Persönlichkeitsstörung professionell behandeln zu lassen. Eventuell greifen bei dir andere Dinge als bei Alkoholikern ohne die Psychopathie.

Du schreibst, du bist offen für Fragen und beteiligst dich gern an einer Diskussion.

Was würdest du denn gerne diskutieren?

Und würdest du sagen, dass das Vermeiden von Langeweile eine deiner Hauptmotivationen darstellt?

Grüße,
Thalia

Hallo Thalia,

von welcher Art Hochsensitivität wirst du geleitet und worin besteht die Verbindung zum Alkohol bei dir?

Eine Therapie ist eher zwecklos, da ich keinen Leidensdruck verspüre. Nur die Gedanken rasen, dies ist speziell bei sozialen Anlässen grotesk.

Eine Diskussion kann in alle Richtungen gehen, ich habe kein konkretes Ziel, mir ist alles recht und ich habe keine Tabus. Erfreulich muss festgestellt werden, dass die Reflexion meine Sicht schärft, erst bei der genauen Ausformulierung wurden mir nun einige Details wirklich bewusst und sie können jetzt festgehalten werden, ohne wie vorher unbestimmt in meinem Unterbewusstsein auf- und abzutauchen.

Der letzte Punkt ist sicherlich die Hauptmotivation. Dagegen unternehme ich vieles, vielmehr ist die Bekämpfung der Langeweile mein Lebensinhalt.

Hull

Beitrag von Hull » 11.04.2017, 18:07

Guten Abend,

das Wochenende habe ich nüchtern und in lockerer Atmosphäre verbracht, sodass ich mir auch einige Gedanken für meine Zukunft machen konnte.

Was brachte mich eigentlich immer dazu, zu denken, Alkohol trinken zu müssen?
Ich sah Alkohol als Dopingmittel an, der mich zu Beginn aktiv, charmant und gesellig machte, aber mit den Jahren langsam alles ins Gegenteil verkehrte. Meine letzten Besäufnisse endeten allesamt in Eskalationen, die für einen normalen Mensch schon mehr als besorgniserregend sein müssten. Die Frage ist also nur noch die, wann es soweit ist, dass es auch für mich besorgniserregend ist. Aber wozu muss ich denn noch unbedingt einen Beweis dafür erbringen? Oder habe ich ihn nicht schon erbracht, nur mit einer grotesken Gleichgültigkeit, die die bisherigen Schäden nicht als Beweis ansieht?

Dies beschäftigte mich vor allem in den letzten Tagen und wie ich mir zu Beginn noch in meinen Formulierungen ein Schlupfloch offen ließ, muss ich erkennen, dass ich doch gar kein Schlupfloch benötige, wenn ich nüchtern sein will. Alkohol kann kein Verzicht sein, dies klingt wie eine Einschränkung.

Viele Grüße

chriscross
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Registriert: 10.01.2017, 08:34

Beitrag von chriscross » 12.04.2017, 16:44

Hallo Hull,

meiner Meinung nach besteht unsere Gesellschaft zu mind. 80% aus Menschen die zuviel Alkohol trinken. Ich wurde schon von Kindesbeinen an von anderen Trinkern dazu konditioniert auch zu trinken (mal Nippen hier, mal Nippen da usw usw).

Dann kommt der Fußballverein oder anderes und überall Trinker Trinker Trinker...ich finde schon dass man selbst schuld ist, aber auch die Gesellschaft im Allgemeinen, die halt größtenteils aus Trinkern besteht.

Ich bin letztes Mal mehr oder weniger selbst verschuldet zwischen trinkender Menschenansammlung gelandet und habe mir das "charmante" und "gesellige" Geplauder mal näher angehört ;).

Es ist nur eine Illusion, im Endeffekt war das alles nur stumpfsinniges Gelaber und jeder Trinker erfindet meiner Meinung nach Ausreden um "gesellschaftlich" zu sein. Man konsumiert seinen Stoff halt in geselliger Runde um kein schlechtes Gewissen zu haben.

Wenn es endlich mal Regulierungen gäbe wie höhere Preise, Ausschank nur zu gewissen Zeiten und genauere Kontrolle von Ausweisen in Supermärkten wäre die Drogensucht "Alkohol" wohl nicht so weit verbreitet.

Aber da sind wohl die Wirtschaftsinteressen einfach zu groß, für welche sich auch gerne Politiker einspannen lassen und dann auf der "Wies'n" vorbildlich und volksnah den Hammer schwingen.

LG

Hull

Beitrag von Hull » 12.04.2017, 21:43

Guten Abend Chris,

da gebe ich dir recht. Die Gesellschaft - oder genauer - der Mensch ist für Alkoholmissbrauch gemacht und wohl nicht nur für das. Gerade deine Anspielung an die Politik nehme ich tiefgründig wahr.

In Sachen Alkoholmissbrauch ist bei mir der Punkt sicherlich erreicht, ich fühle mich wie auf einer Grenze wankend, die - sobald ich sie überschreite - den Niedergang einleitet. Es sind keine neuen Gedanken, aber dieses Jahr fühlt es sich schwer und endgültig an.

Ich habe die meisten meiner Alkoholbekanntschaften schon vor Monaten aus dem Telefonbuch entfernt. Täglich von selbst stattfindene Selbstgespräche, in denen Vor- und Nachteile ausgelotet werden, finden langsam ein Ende. Als erkenne man zum ersten Mal die Widerwärtigkeit seines selbst geschaffenen Hamsterrades.

Wünsche dir eine trockene Zeit.

Grüße

Hull

Beitrag von Hull » 16.04.2017, 16:45

Wieder ein langes Wochenende nüchtern, aber es ist kaum der Rede wert. Saufdruck verspüre ich nicht, im Gegenteil, es widert micht regelrecht an.

Da das Alltagsgeschäft keine besondere Dokumentation abverlangt und das Forum nicht so aktiv ist, wie ich es einschätzte, werde ich in diesem Thema von nun an nur noch in Abständen von wenigen Wochen eine Aktualisierung vornehmen. Dies beinhaltet dann natürlich den hoffentlich beibehaltenen Status der Nüchternheit.

Grüße

Carl Friedrich
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1469
Registriert: 06.07.2015, 22:47

Beitrag von Carl Friedrich » 17.04.2017, 10:11

Hull hat geschrieben: Da das Alltagsgeschäft keine besondere Dokumentation abverlangt und das Forum nicht so aktiv ist, wie ich es einschätzte, werde ich in diesem Thema von nun an nur noch in Abständen von wenigen Wochen eine Aktualisierung vornehmen.
Hallo Hull!

Einerseits hast Du zutreffend beobachtet, dass die Aktivität des Forums momentan als "sehr ruhig" zu bezeichnen ist. Als ich hier vor 2 Jahren anfing zu lesen, war deutlich mehr los.

Andererseits hättest Du dich ja etwas stärker einbringen können, um so zu einer Belebung beizutragen. Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass insoweit die nötige Motivation umso geringer ausgeprägt ist, je ruhiger es im Forum ist. Es ist irgendwie eine zweischneidige Angelegenheit.

Weiterhin alles Gute wünscht
Carl Friedrich

Hull

Beitrag von Hull » 17.04.2017, 18:29

Carl Friedrich hat geschrieben:
Hull hat geschrieben: Da das Alltagsgeschäft keine besondere Dokumentation abverlangt und das Forum nicht so aktiv ist, wie ich es einschätzte, werde ich in diesem Thema von nun an nur noch in Abständen von wenigen Wochen eine Aktualisierung vornehmen.
Hallo Hull!

Einerseits hast Du zutreffend beobachtet, dass die Aktivität des Forums momentan als "sehr ruhig" zu bezeichnen ist. Als ich hier vor 2 Jahren anfing zu lesen, war deutlich mehr los.

Andererseits hättest Du dich ja etwas stärker einbringen können, um so zu einer Belebung beizutragen. Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass insoweit die nötige Motivation umso geringer ausgeprägt ist, je ruhiger es im Forum ist. Es ist irgendwie eine zweischneidige Angelegenheit.

Weiterhin alles Gute wünscht
Carl Friedrich
Grüezi,

ich habe einige Themen anderer Forenteilnehmer gelesen, aber bislang habe ich keinen Forenteilnehmer entdeckt, der Alkohol ausschließlich am Wochenende missbrauchte (in meinem Falle ca. 20 Jahre).

Sonach verstehe ich die Bemühungen eines Spiegeltrinkers nicht im Ansatz. Kenne auch keine wirklichen körperlichen Entzugserscheinungen und habe keine praktischen Erfahrungen mit Depressionen oder Liebesschmerz.

An der Motivation scheitert es sicherlich nicht, ich lasse mich auf jedes Gespräch ein, solange ich das notwendige Bewusstsein dafür verspüre.

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