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Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Ernest
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Ernest » 01.12.2018, 06:43

Guten Morgen Cadda

03.43 Uhr.... da war wohl nichts mit meinem Wunsch "angenehme Nachtruhe".....
Bist Du eine Nachteule? :)
Ich hau mich wieder hin...

Bis bald.
Lieber Gruss
Ernest

Cadda
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Cadda » 31.12.2018, 19:18

Hallo ihr Lieben,

ich möchte Euch gern einen guten und trockenen Rutsch ins neue Jahr wünschen.

Ich hatte sehr, sehr schöne Weihnachten und dadurch bedingt nun einen ziemlich aufregenden und nervenaufreibenden Silvestertag. Ich möchte darüber zumindest hier im offenen Bereich nicht zu sehr ins Detail gehen. Wenn jemand sich die Mühe macht und mitliest (es weiß in meinem Bekanntenkreis jeder, dass ich in einem Forum nun, dann ist das nicht so toll.
Aber ich möchte einfach schreiben, dass ich heute einfach einen anstrengenden Tag hatte und mit den Nerven echt runter war. Ich mochte nicht mal richtig was essen.

Aaaaaaber: Trinken auch nicht!!! Ich habe daran gedacht, dass ich normalerweise jetzt zur Flasche gegriffen hätte und nun froh bin, dass ich das Bedürfnis nach einem klaren Kopf habe und dass das auch so ist und so bleibt. Und das freut mich.

Wie gesagt: Allen einen guten Rutsch und passt auf Euch auf!

MieLa
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von MieLa » 02.01.2019, 10:09

Liebe Cadda,

hoffentlich hat das neue Jahr besser angefangen, als das alte geendet hat! Schön, dass dir der klare Kopf wichtiger war als die Aussicht auf Betäubung :!:
Ich wünsche dir ein glückliches und sorgenfrei neues Jahr.

Lieben Gruß,
MieLa

Cadda
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Cadda » 07.04.2019, 05:49

Guten Morgen,

es geht mir nach wie vor gut. Ich kann mich immer noch jeden Tag darüber freuen, dass ich den Weg in die Nüchternheit gegangen bin. Ich bin inzwischen gute 1,5 Jahre trocken. Noch keine Ewigkeit, aber immerhin ein guter Anfang. Meine ambulante Therapie ist seit letzter Woche beendet. Ich hatte dort Einzel- und Gruppengespräche. Es hat mir gut getan und auch geholfen. Ich habe am Ende von der Therapeutin und den Leuten aus der Gruppe sehr positive Rückmeldungen bekommen, was mich total gefreut hat.

Was ganz interessant war: Einer aus der Gruppe meinte zu mir, dass er sich bei mir keine Sorgen macht, dass ich es nicht schaffen würde und dass es bei mir und meinen Einstellungen ein "Selbstläufer" sein würde. Ich habe das mal als Kompliment aufgefasst, obwohl mir das Wort in dem Zusammenhang Trockenheit ein wenig unpassend erschien. Ich wusste dennoch, wie er es meinte. Aber als dann ein weiterer Teilnehmer aus der Gruppe das Wort an mich richtete, sagte dieser: "Ich bin auch davon überzeugt, dass Du es schaffst. Aber ich widerspreche XY. Ein Selbstläufer wird es garantiert nicht. Aber ich weiß, dass Du genau DAS weißt, dass es kein Selbstläufer wird. Und gerade DESHALB, weil Du das weißt, wirst Du das packen". Fand ich ganz interessant, dieses Gespräch. Ich weiß genau, dass der erste Teilnehmer das total positiv meinte, aber der zweite Teilnehmer hat gut auf den Punkt gebracht, worauf es ankommt. Man muss eben immer am Ball bleiben und das werde ich auch, weil ich mir dessen bewusst bin.

Ansonsten geht es mir wirklich gut. Der Sommer steht vor der Tür und ich bin bereit :-)
Habe gestern meine Gartenmöbel rausgeholt und die Terrasse startklar gemacht. Meine Arbeit gefällt mir absolut gut und mein Leben als Single erst recht :-) Meine Jungs und ich genießen es, dass wir so sein können, wie wir es wollen und wir fühlen uns hier in unserem Zuhause pudelwohl. Ja, man könnte sagen, ich genieße es, endlich richtig zu leben. Fühle mich nach wie vor FREI, seit dem ich trocken bin.

Ich wünsche allen ein schönes Restwochenende.

Liebe Grüße
Cadda

Cadda
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Cadda » 07.07.2019, 09:33

Hallo zusammen. Wieder einmal hatte ich im geschlossenen Bereich angefangen zu schreiben und beim Schreiben immer mehr gemerkt, dass es im offenen Bereich vielleicht besser aufgehoben ist. Daher setze ich es hier rein. Vielleicht kann der Ein oder Andere (vielleicht auch Co.-Abhängige) etwas für sich mitnehmen....

So, nun habe ich Wochenende. Freitag 9 Stunden und gestern 11 Std am Stück gearbeitet. Wir hatten ein kleines Fest bei uns am Hofladen, mit kleinen Ständen aufgebaut und Spielen für die Kinder. Das wurde sehr gut angenommen und wir hatten durchgehend zu tun. Es war echt anstrengend, aber hat auch Spaß gemacht. Ich bin ja sowieso total zufrieden in meinem Job. Man hat echt zu tun, die Zeit rennt und meine Kollegen sind super. Mit einer von denen hab ich schon früher woanders zusammen gearbeitet, ich habe sie mir quasi dort hin geholt, sie hat vor einem halben Jahr zu uns gewechselt.
Mit meinem Chef (also nicht Chef des ganzen Unternehmens, aber im Hofladen) habe ich inzwischen ein wahnsinnig gutes Verhältnis. Mit dem könnte ich wirklich 24 Stunden zusammen sein, ohne dass er mich nervt :-D
Ihr kennt das ja bestimmt, ein Mensch mit dem man total auf einer Welle ist. Das läuft dann wie geschnitten Brot, sowohl auf der Arbeit, als auch auf der zwischenmenschlichen Ebene.
Also nicht falsch verstehen, völlig ohne Hintergedanken, er ist älter, glücklich verheiratet und optisch null mein Typ, aber als Mensch klasse.

Er arbeitet voll mit, also nicht nur aus dem Büro heraus, so wie ich es von meinem früheren Chef kenne. Und so kommt es halt, dass wir morgens zusammen alles vorbereiten und vor Ladenöffnung auch mal Zeit für nen Kaffee haben. Im vergangenen Jahr hat es sich so entwickelt, dass wir sehr gute Gespräche haben und er wirklich gute Ratschläge hat, die mir so ein wenig den Druck raus nehmen. Ich steigere mich oft in ein Problem herein und möchte immer am liebsten jetzt sofort eine Lösung und die Sache rund haben, weil ich so harmoniebedürftig bin. Er bremst mich da oft und vermittelt mir immer wieder, dass man Dingen auch mal Zeit geben muss. Dass es gut ist, gewisse Dinge sofort zu klären, aber dass es auch Dinge gibt, die man auch mal so stehen lassen muss, weil sie einfach Zeit brauchen, sich zu entwickeln und zu klären.

Ich hatte ja berichtet, dass mein Ex-Mann wieder mit seiner On-Off-Beziehung zusammen ist. In dieser „Beziehung“ ist sehr vieles vorgefallen, weshalb meine Kinder sich dieses Drama nicht mehr antun wollen. Es würde den Rahmen sprengen, hierfür Beispiele zu liefern. Ich kann nur sagen, dass die Gefühle meiner Jungs absolut richtig sind und absolut nachvollziehbar. Der Sohn (12 Jahre) von der Freundin meines Ex-Mannes lebt inzwischen bei seinem Vater und hat keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter. Das sagt ja schon Einiges, nur um mal zu erklären, dass meine Kinder nicht überempfindlich sind. Sie haben eine regelrechte Abneigung gegen diese Frau entwickelt, obwohl ich dazu sagen muss (leider), dass das Hauptproblem der Charakter von meinem Ex ist, sie ist ihm einfach nur hörig und verhält sich selten dämlich. Ansonsten würde auch jede andere Beziehung mit einer anderen Frau ähnlich aussehen.

Jedenfalls ist nun das „Problem“, dass meine Kinder sich weigern, an dem Wochenenden bei ihrem Papa zu sein, wenn seine Freundin da ist. Sie haben diese Abneigung so sehr entwickelt, dass ich nicht mehr da gegenan wirken kann (und will). Das hat wohl weniger mit ihr persönlich zu tun, es geht eher um die heile Welt, in der sie nun wieder einmal mitspielen sollen, dabei ist es keine heile Welt, sondern seit sieben Jahren ein Beziehungsdrama vom Feinsten.

Mir ist nun Folgendes klar geworden: Wenn ich auf meine Söhne hinwirke, dass sie dem lieben Frieden Willen dort hingehen, dann erziehe ich sie zu Co.-Abhängigen.
Es steht ihnen zu, sich dieser Situation/Konstellation, die ihnen nicht gut tut, zu entziehen. Ich habe Jahre lang die Art meines Ex-Mannes hingenommen und bin lange geblieben, bis ich meine Kinder schützen wollte und gegangen bin. Wie verrückt wäre ich, sie jetzt dahingehend zu beeinflussen, weiterhin die Wochenenden dort zu verbringen, wenn sie ihnen nicht gut tun?

Trotz der ganzen Umstände habe ich (auch wenn mal es nicht auf Anhieb versteht) ein gutes Verhältnis zu meinem Ex. Wir kennen uns fast 30 Jahre, können über alles reden, gerade auch über meine Sucht und über Gefühle usw. Aber nun stoße ich an meine Grenzen. Er selbst ist mit Gewalt aufgewachsen, zerrüttete Elternbeziehung. Dass er so ist, wie er ist (schnell verbal aggressiv, Andere haben immer Schuld, ungeduldig usw) lässt sich sofort erklären. Und er hat ein gutes Inneres. Er liebt seine Kinder, verbringt viel Zeit mit Ihnen und seht sich im Grunde genommen nach der heilen Familie, die er bisher nie hatte. Als Kind nicht und mit mir und den Kindern dann auch nicht, weil ich ihn verlassen habe, da ich seine Art irgendwann nicht mehr ausgehalten habe. Ich war da meiner Meinung nach auch auch in gewisser Weise Co-abhängig, auch wenn er nicht gesoffen hat. Ich hab mich immer verstellt, versucht, alles gut zu machen, damit er nicht ausrastet. Ich war nur unter Druck, habe versucht, perfekt zu sein, um keinen Anlass zum Streiten zu geben. Irgendwann war meine Grenze erreicht. Ich habe meine damals noch sehr kleinen Kinder genommen und bin aus unserem gemeinsamen Haus ausgezogen und habe mich scheiden lassen.

Ich ertappe mich nach wie vor dabei, dass ich bei ihm besonders diplomatisch bin, um mit ihm das gute Verhältnis, dass wir uns nach der Trennung aufbauen konnten, zu erhalten. Aber jetzt kann ich nicht mehr zu ihm halten. Nein. Ich kann und darf nicht mehr vermitteln. Ich muss den Kindern zugestehen, sich gegen dieses Leben zu wehren. Sie wollen den Streit (den er nun mit seiner jetzigen Partnerin seit Jahren hat) nicht mehr miterleben. Wenn ich auf die Kinder einreden würde, dass es ja ihr Papa ist usw. habe ich dass Gefühl, ich treibe sie in die Höhle des Löwen. Nicht falsch verstehen! Er liebt sie und kann letztendlich nicht aus seiner Haut und ist, wie er ist. Aber ich bin damals weggelaufen, nicht ohne Grund!! Ich MUSS jetzt hinter meinen Kindern stehen und mich in dem Zuge aber automatisch gegen meinen Ex-Mann stellen. Das ist für mich nicht leicht. Er war derjenige, der trotz allem immer hinter mir gestanden hat. Er war sogar derjenige, der mir den letzten Kick verpasst hat, endlich gegen meine Sucht etwas zu tun. Es fühlt sich an, als würde ich ihm in den Rücken fallen, wenn ich nicht vermittelnd zwischen ihm und den Kindern handele.

Aber ich kann jetzt nicht wegen des lieben Friedens wegschauen und schön reden. Es gibt hier nur schwarz oder weiß. Es gibt hier kein grau, keinen Kompromiss. Die Kinder wollen nicht hin, wenn die Freundin da ist, um dem Drama zu entkommen.

Im Grunde genommen ist das Drama nicht diese Beziehung, sondern der Charakter ihres Vaters, der wiederum in dieser Beziehung zum Vorschein kommt.

Die Kinder haben sich also entschieden und ich unterstütze sie dabei. Das bringt wiederum meine „heile Welt“ zur Zeit durcheinander. Die heile Welt zu ihrem Vater, meinem Vertrauten und Freund. Aber wie gesagt. Ich muss so handeln. Sonst erziehe ich meine Kinder zu Co.-Abhängigen, die sich die Situation schön reden, um es auszuhalten.

Ein Gutes hat das Ganze: Ich erkenne, dass ich in meiner Erziehung und mit meinen Gesprächen mit den Kindern in den vergangenen Jahren trotz meiner Alkoholkrankheit offensichtlich auch vieles richtig gemacht habe. Denn so schwer die Situation auch ist...
Sie haben mit ihren 10 und 12 Jahren eine klare Vorstellung davon, was ihnen gut tut und was ihnen nicht gut tut und was sie für sich wollen. Sie fühlen, was richtig und falsch ist und bringen dieses sogar sehr sachlich und konsequent zum Ausdruck. Das macht mich ehrlich gesagt stolz und das möchte ich auch unterstützen.

Das ist aber lang geworden. Das war so nicht geplant, aber nun ist es so :-)

Allen einen schönen Sonntag.

Liebe Grüße
Cadda

ideja
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von ideja » 09.07.2019, 12:33

Hallo Cadda,

ist es nicht so dass die Kinder nach der Scheidung zum Vater gehen "müssen", je nach dem, wie die Besuchsvereinbarung lautet?

Es scheint so, wie dass du vor den Kindern seinen Charakter verborgen willst?

Können sie es in dem Alter so klar sehen, wie du es siehst?

Was sagen sie zu dem Vater wenn sie bei ihm sind? Zeigen sie ihm ihre Gefühle?

Ich weiss, es muss starke Schuldgefühle deinerseits verursachen dein früheres Trinken. Aber, kann es sein dass du dadurch versucht deine Kinder jetzt von allen zu schützen, vielleicht auch von einer gewissen Entwicklung?

Alles Liebe, ideja

Cadda
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Cadda » 09.07.2019, 15:28

Hallo Ideja,

mein Ex-Mann und ich sind bereits seit 9 Jahren getrennt und unsere Kinder sind seit der Trennung ein Mal in der Woche und jedes zweite Wochenende bei ihrem Papa. Wir wohnen nur eine Straße voneinander entfernt und sind Freunde. Es würde nicht soweit kommen, dass er die Wochenenden z.B. per Familiengericht erzwingen würde. Er legt sehr viel wert auf meine Meinung und vertraut mir und er weiß, dass meine Entscheidungen und Gedanken zu der Sache richtig sind. Deshalb nimmt er es wohl oder übel so hin, dass es zukünftig eben anders läuft.

Davon mal ganz abgesehen: Keine öffentliche Stelle würde mir auferlegen, die Kinder dort hin zu zwingen. Sie können sehr sachlich und plausibel erklären, weshalb sie das nicht wollen und außerdem kommt erschwerend hinzu, dass vor einigen Jahren ein Familiengericht entschieden hat, dass das Kind der Freundin meines Ex-Mannes zum Vater geht (das Kind wollte damals auch nicht mehr in dem Haushalt sein).
Es gibt also nachweislich genügend triftige Gründe, weshalb die Kinder sich so entschieden haben. Aber wie gesagt, trotz dieser ganzen Dramen habe ich einen guten Draht zu meinem Ex-Mann und ich bin so ziemlich die Einzige, die in Diskussionen Zugang zu ihm findet und er hat die Entscheidung so akzeptiert.

Solange seine Freundin ihre Wohnung noch hat, finden die Papa-Wochenenden nach wie vor statt, sie ist dann nicht da.
Sobald sie wieder ins Haus einzieht, werden die Kinder bei mir schlafen und sie besuchen ihn einfach sporadisch, wie es passt. Es geht nicht darum, den Kontakt abzubrechen. Sie werden weiterhin bei ihm eingucken und was mit ihm unternehmen. Aber sie möchten dort nicht mehr über Nacht bleiben und auf happy Familie machen und die Streitereien erleben.

Ja, ich möchte die Kinder schützen. Und Ja, sie haben durch meine Alkoholkrankheit genug Schlechtes erlebt. Aber auch unabhängig davon würde ich sie vor dem Charakter zumindest so gut ich kann schützen. Ich hab mich doch nicht umsonst getrennt?!?! Ich trenne mich, ziehe aus, lasse mich scheiden, damit meine Kinder die heftigen Streitereien nicht mehr erleben müssen und nun erleben sie es seit Jahren, bloß mit einer anderen Person. Das ist doch verrückt...

Mein Ex ist schwierig und daran müssen sie sich gewöhnen. Der wird sich nicht ändern, aber er liebt seine Jungs trotzdem. Aber meine Kinder brauchen Ruhe, Halt und Sicherheit und das bekommen sie hier zu Hause mehr, als dort. Wie gesagt, der Kontakt soll ja bleiben. Wir machen auch oft was zu Viert. Ich möchte auch weiterhin die Freundschaft. Aber der Umgang wird halt oberflächlicher werden und ich sehe das inzwischen positiv. Wer weiß, vielleicht tut das den Kindern ganz gut.

Cadda
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Cadda » 09.07.2019, 18:23

Ich möchte trotzdem nochmal feststellen, dass ich immer wieder dankbar bin, dass ich nichts mehr trinke. All diese Dinge im Leben, ob Alltagsdinge oder kleine bzw größere Sorgen... es lässt sich ALLES besser regeln mit einem nüchternen und klarem Kopf.
Man wird auch viel ernster genommen. Man macht sich unangreifbar. Kein „aber DU...“ mehr. Es wird einem kein Spiegel mehr vorgehalten. Keiner kann mehr sagen „DEIN Verhalten ist viel schlimmer“ oder „Warum bist Du denn jetzt so gereizt, wieder getrunken?“.

Nein. Man wird ernst genommen. Weiß, dass alles durchdacht ist, dass man vieles richtig macht, weil man selbst an sich arbeitet. Auf einmal wird einem mehr zugehört, man legt mehr Wert auf die Meinung. Man hat auf einmal wieder Respekt vor meiner Ansicht.

Das „man“ könnte ich jetzt durch die Worte „der Papa meiner Kinder“ ersetzen, aber ich habe es bewusst verallgemeinert, denn ich denke, dass wäre bei Diskussionsbedarf mit Bekannten, Vorgesetzten oder Familienmitgliedern auch so. Es kommt halt immer drauf an, mit wem Gesprächsbedarf ist.

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