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Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Cadda
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Cadda » 27.12.2020, 08:42

Hallo zusammen,

ich hoffe, alle haben Weihnachten gut überstanden. Ich hatte schöne Tage mit meinen Jungs. Wie ist es Euch allen denn so ergangen? Auch alkoholtechnisch? Manche haben ja an solchen Tagen vermehrt Suchtdruck.
Ich hab mich mit der engsten Familie getroffen, war walken und joggen, bin viel spazieren gegangen und habe viel gegessen, sehr lecker :-D

Ich habe noch Urlaub zwischen Weihnachten und Neujahr.

Was macht ihr alle so und wie ist es Euch ergangen?

LG Cadda

Carl Friedrich
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Carl Friedrich » 27.12.2020, 11:57

Hallo Cadda!

Es war für mich ja nicht das erste alkoholfreie Weihnachten. Daher bin ich ja in Fragen der Abstinenz geübt :)

Klar dachte ich schon mal an Alkohol, insbesondere als ich sah, für welches Produkt ein in E erfolgreicher deutscher Fußballtrainer jetzt Werbung macht.

Aber der Konsum war zu keiner Zeit ein Thema für mich. Suchtdruck hatte ich schon lange keinen mehr, das darf gerne so bleiben. Meine Therapeuten hatten recht: Die Abstände werden halt immer größer. Vielleicht habe ich ja Glück und werde für immer verschont bleiben :wink:

Ansonsten verlief es für mich sehr ruhig im aller engsten Familienkreis d.h. Frau und Nachwuchs.

Als Optimist habe ich mir erlaubt, schon mal den nächsten Sommerurlaub zu planen 8)

Gruß
Carl Friedrich

Correns

Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Correns » 27.12.2020, 13:07

Hallo Cadda!

Bei uns war es sehr ruhig. Meine Frau und ich haben mit den Kindern geskypet. Die Schwiegereltern haben wir angerufen. Ansonsten habe ich Modellbau betrieben und kürzere Spaziergänge unternommen. Sobald mein Rücken sich entschließt, weniger herumzuzicken, möchte ich auch wieder laufen.

Lust auf Alkohol habe ich schon sehr lange keine mehr verspürt. Da wir letztlich alle von Steuereinnahmen profitieren, habe ich auch nichts gegen K's Werbung. Glücklicherweise ist nicht jeder Alkoholtrinker krank. Jedoch gibt es sicherlich viele Trinker, die sich ihre Krankheit noch nicht eingestehen wollen. Manche von denen lesen hier mit - ja genau euch meine ich - und kommen einfach nicht ins Handeln. Gebt Euch einen Ruck! Es lohnt sich.

Viele Grüße
Correns

Ingrid2012
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Ingrid2012 » 28.12.2020, 00:05

Hallo Cadda,

bei mir war es seit Jahren das erste Mal, daß ich Heiligabend alleine war und sogar keinen Baum hatte. Aber die nachbarschaftliche Einladung mal vorbei zu kommen habe ich freundlich ignoriert, ich hatte auf dem whats App Foto gesehen, daß die geöffnete Flasche Sekt auf dem Tisch stand, und alkoholtechnisch hatte ich da keine Lust zu, bei mir gings mir ohne gut, und ich wollte mich einfach nicht damit auseinander setzen.

Naja, ich hatte ziemlich viele Plätzchen, da hab ich ungebremst zugeschlagen, das war für mich total okay. Insgesamt war es ruhiger, manchmal auch etwas einsam und 100% stressfrei. Und die Besuche am 1. und 2. Weihnachtstag fielen halt auch in kleinerem Rahmen aus. Und dieses jahr habe ich zum ersten Mal jeden Tag gut eingepackt kleinere Spaziergänge machen können ohne an den Spül- und Aufräumkram denken zu müssen, das war sehr schön.

Grüße Ingrid

Cadda
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Cadda » 29.12.2020, 08:36

Hallo ihr Lieben,

Danke für Eure Erzählungen. Ihr seid länger trocken als ich. Trotzdem darf ich mich glücklicherweise einreihen, ich hatte auch keinen Suchtdruck. Bei mir war es aber ja eh nie von Feiertagen abhängig (vielleicht weil ich persönlich fast immer „Feiertag“ hatte :-D ). Ich hab ja schon mal erzählt, dass bei mir so eher Momente wie Autofahren bei Sonnenschein und meiner gern gehörten Dance-Music, meine Gedanken an Alkohol anregten. Aber: Auch das lange nicht mehr gehabt und WENN, dann kommt direkt der Gedanke „Nee, das war schlimm. Du bist froh, dass Du keinen Alkohol mehr trinken musst“.

Vielleicht nochmal an diejenigen, die still mitlesen (auch wenn ich es schon oft berichtet habe):
DAS war wirklich mein Problem, weshalb ich lange wusste, dass ich irgendwann aufhören werde zu trinken, aber noch nicht jetzt... Diese Angst, dass ich nie wieder das euphorische, angenehme Gefühl haben kann, wenn man beginnt, zu trinken. Dieses Gefühl, ich müsste mein Leben lang auf etwas VERZICHTEN. Bitte glaubt mir: Wenn ihr es in Angriff nehmt und Eure Festplatte (Gehirn) neu mit den schönen Gefühl der neuen Freiheit, nicht mehr trinken zu müssen, überspielt wird... dann habt ihr dieses Gefühl des VERZICHTENS nicht mehr. Das geht vorüber! Die euphorischen Momente werden ersetzt durch andere positive Gefühle. Positive Gefühle, die man nicht mehr erlebt durch das Saufen. Die kommen wieder zum Vorschein und ersetzen den Gedanken, dass man Angst hat, nie wieder trinken zu müssen. Jetzt schreib ich müssen. In dem Moment denkt man, nicht mehr trinken zu dürfen und genau das ist der Punkt. Bevor ich aufhörte zu trinken, dachte ich, ich DARF nie wieder trinken. Nun denke ich, ich MUSS nie wieder trinken. Habt keine Sorgen, dass ihr ewig traurig seid, dass ihr diese lustigen, tollen Gefühle der ersten Getränke nicht mehr habt. Freut Euch lieber, dass ihr diese widerlichen und traurigen Momente der letzten Getränke nicht mehr habt. Oder Erinnerungen, denn oft erlebt man das Ende ja gar nicht mehr richtig mit.

Alkoholismus ist eine ganz, ganz widerliche Krankheit. Das einzige Gute an ihr ist, dass man aus dieser Krankheit aussteigen kann. Natürlich bleibt man immer Alkoholiker, ob trocken oder nass, so war das nicht gemeint. Aber es ist eine Krankheit an der man nicht sterben muss, wenn man aussteigt und es ist eine Krankheit, wo man die Auswirkungen (Kontrollverlust, gesundheitliche Probleme, sich schämen, seiner Familie und Freunden Kummer bereiten, sich selbst Kummer bereiten oder irgendwann sogar sterben) stoppen kann, indem man aussteigt.

Und wenn ihr bis jetzt gelesen habt und denkt „sie hat Recht, ab morgen trinke ich wirklich nur noch ganz wenig“, dann vergesst es!! Das funktioniert nicht. Wenn wir weniger trinken könnten, wären wir keine Alkoholiker. Das klappt eine Weile ganz sicher, wenn wir nur entschlossen genug sind. Aber auf Dauer funktioniert es niemals. Bei keinem einzigen Alkoholiker wird das jemals funktionieren, denn wie gesagt, wenn er das dauerhaft könnte, wäre er kein Alkoholiker.

Ich würde mir so sehr wünschen, dass es da draußen Leute gibt, denen nur noch ein kleiner Anstupser fehlt. Der Gedanke, abstinent zu leben und traurig darüber zu sein, nicht mehr trinken zu dürfen, sollte jedenfalls kein Grund sein, denn dieser Gedanke verwandelt sich auf dem trockenen Weg von selbst. Steigt aus und ihr werdet es sehen!

LG Cadda

Cadda
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Cadda » 29.12.2020, 09:23

Ich lese gerade meinen Text (mit Handy getippt, deshalb bitte ein wenig Respekt an dieser Stelle) und muss lachen über den Tipfehler, ob ich zu schnell das Handtuch werde :-D
„Du bist so ein Lappen“ hörte ich neulich meinen Sohn zu seinem Bruder sagen. „Du bist so ein Handtuch“ allerdings noch nie :-)

Carl Friedrich
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Carl Friedrich » 29.12.2020, 19:10

Cadda hat geschrieben:
29.12.2020, 09:13
„Endlich glücklich durch die Trockenheit und daher keine Lust mehr auf Männer mit Macke“ oder so ähnlich :-D
Hallo!

So eine Einstellung gefällt mir.

Ich höre es auch öfter, dass man mit zunehmendem Alter und größerer Lebenserfahrung einfach jemand sucht, bei dem es wirklich passt und man sich selbst nicht verrenken oder verbiegen möchte. Die Flexibilität der Jugend geht wohl etwas verloren.

Gruß
Carl Friedrich

Cadda
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Re: Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Beitrag von Cadda » 31.12.2020, 14:20

Danke Aurora, dass Du die letzten Beiträge in den geschlossenen Bereich kopiert hast, ich tausche mich lieber dort weiter darüber aus :-)

Ich war gerade mit meiner Schwester knapp zwei Stunden lang spazieren. Das tat sehr gut!

Heute Abend machen wir Raclette. Ich glaub, danach schlafe ich auf dem Sofa und stelle mir den Wecker auf halb zwölf. Wenn ich keine Kinder hätte, würde ich Mitternacht wohl einfach weiter pennen :-D

Rutscht alle gut rein!

Cadda

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