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77 Tage keinen Tropfen Alkohol...

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Mario B.
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Re: 77 Tage keinen Tropfen Alkohol...

Beitrag von Mario B. » 23.08.2018, 08:32

Hallo Carl Friedrich,

danke für deine Glückwünsche.

Ich trinke extrem selten Limonande, Cola oder andere Brausegetränke, es könnte auch daran gelegen haben. Ich denke mal würde ich regelmässig solche Sachen trinken würde es wohl keinen Trigger auslösen.

Im Biergarten oder Kneipen trinke ich, wie sonst im allgemeinen auch, stilles Wasser, Sprudelwasser oder Kaffee. Im Winter machmal auch eine heisse Schokolade. Die anderen Biertrinker oder Alkoholtrinker und deren Gläser, ob jetzt am selben Tisch oder am Nachbarstisch, triggern mich, Stand heute, nicht. Dies war bis dato überhaupt noch nicht der Fall (auch nicht am Anfang), so dass ich mir darüber auch keine weiteren Gedanken mache. Den Kalenderspruch "Alkohol ist immer nur eine Armlänge entfernt" kann ich momentan in diesem Falle getrost weglassen... Ob das für ewig sein wird ist natürlich eine andere Frage.

Gruss und einen schönen Tag noch,

Mario B.

Cadda
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Re: 77 Tage keinen Tropfen Alkohol...

Beitrag von Cadda » 23.08.2018, 21:42

Hallo Mario,

ich finde es klasse, dass Du schon zehn Monate rum hast. Ich hab bei Dir immer mitgelesen. Wir sind ja in etwa gleich lang dabei. Ich habe Anfang September das Jahr geknackt und freue mich immer noch jeden Tag über meine Freiheit.

Cadda
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Re: 77 Tage keinen Tropfen Alkohol...

Beitrag von Cadda » 23.08.2018, 21:55

Bei mir ist es übrigens auch eher selten der Fall, dass ich dadurch über Alkohol nachdenke, dass ich sehe, wie Andere ihn trinken. Bei mir sind es eher bestimmte Situationen. Es kam eher mal vor, dass ich an Alkohol gedacht habe, wenn ich bei Sonnenschein, allein mit meinem Kaffee im Auto bei guter Musik unterwegs war, als wenn ich in einer Runde sitze, wo jemand ein Bier trinkt.

Es ist meine Stimmung, die mich triggern kann. Wenn ich nicht an Alkohol denke und alles normal ist, ändern beim Einkaufen auch die Weinflaschen nichts daran, die ich vielleicht von weitem sehe.
Wenn ich einen Moment habe, wo ich gerade Lust auf Alkohol hätte, dann kann selbst eine Trinkschokolade triggern, weil man daraus ja Lumumba machen könnte. Also, das sollte mal ein ganz plumpes Beispiel sein, dass es bei mir einfach stimmungsabhängig ist.

Mir ist allerdings klar, dass „Gefahrenquellen“ natürlich in der ersten Zeit vermieden werden sollten. Ich möchte hier nicht gegen diesen Grundbaustein argumentieren. Ich wollte nur von mir persönlich berichten, dass es mir auch eher nichts ausmacht, wenn Andere etwas trinken. Laute Musik bei Sonnenschein nach getaner Gartenarbeit war da für MICH die gefährlichere Situation zu Anfang.

Sunshine_33
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Re: 77 Tage keinen Tropfen Alkohol...

Beitrag von Sunshine_33 » 26.08.2018, 12:11

Falls ein Frischling hier mitliest: Wer eine Beschäftigung sucht und dem beim Tagebuchschreiben nie etwas einfällt oder dem Zeichnen zu schwer ist, sollte sich mal mit Zentangle probieren. Bin durch Zufall darauf gestossen, ich habe diese Art von Malen/Zeichnen jetzt auch nicht weiterhin verfolgt aber mir aber gedacht dass dies eine sehr nette Beschäftigung für frische Abstinenzler ist um sich abzulenken
Hallo Mario, Danke für diesen Tipp ! :D
Ich hoffe, "alte Hasen" dürfen auch mal diese Maltechnik ausprobieren... denn ich habe mir schon die nötigen Malutensilien besorgt :)
Mich spricht diese Maltechnik sehr an und mir schweben auch schon so einige eigene Motive vor.
Und mal schauen, ob es wirklich so entspannend ist wie versprochen :wink: oder ob ich nach 3 Fehlversuchen entnervt die Fineliner an die Wand werfe :lol:

LG Sunshine

Mario B.
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Re: 77 Tage keinen Tropfen Alkohol...

Beitrag von Mario B. » 27.08.2018, 10:02

Hallo Cadda.

Es freut mich zu lesen dass du dann Ende dieser Woche dein Jahr voll machen wirst. Ein schöne Sache auf die du dann auch berechtigterweise Stolz sein kannst.

Bei mir ist es auch so dass eher (m)eine Stimmung und nicht bestimmte (räumliche) Situationen für Trigger und Gedanken an Alkohol sorgen. Anfangs hatte ich dies relativ oft wenn es z.B. drum ging das Belohnungssystem nach einem langem Arbeitstag ruhig zu stellen.

Mit Hilfe meines Psychologen bin ich unter anderem dabei solche risikobehafteten Stimmungslagen zu identifizieren und gegebenfalls Techniken anzuwenden um im besten Fall solche Stimmungungen nicht aufkommen zu lassen. Und falls dies nicht möglich ist, diese zumindest wieder auf Normal zu fahren.

Dein Beispiel mit der Gartenarbeit kann ich daher auch sehr gut nachvollziehen.

Hallo Sunshine.

Natürlich dürfen "Alte Hasen" diese Techniken auch ausprobieren. Es freut mich wenn ich hier dann auch mal ein wenig behilflich sein konnte, der Tipp ist dann natürlich von meiner Seite aus gerne geschehen. Das Schöne an der Maltechnik ist ja, dass es keine Fehlversuche gibt. Das kann ich auch so bestätigen, ich hatte mich auf die Schnelle (da ich mir Fineliner für mein Journal/Tagebuch angeschafft hatte) an drei Tangles versucht, die Zeit vergeht in der Tat stressfrei und wie im Fluge und das Resultat war, gemessen an meinen aktuellen Malkünsten, im ganzen ganz Ok.

Schöne Grüsse,

Mario B.

Hartmut
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Re: 77 Tage keinen Tropfen Alkohol...

Beitrag von Hartmut » 16.10.2018, 14:23

Hallo Mario,

war eine Zeit mal wieder verhindert, deswegen erstmal Glückwunsch zu deiner trocken Zeit hier. Gehst ja stark auf das erste Jahr zu. Was sich da alles verändert hat, zu den Anfängen hier, geschweige denn zu den nassen Jahren, ist schon bemerkenswert. Weiter so!

Gruß Hartmut

Mario B.
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Re: 77 Tage keinen Tropfen Alkohol...

Beitrag von Mario B. » 18.10.2018, 10:22

Hallo Hartmut,

schön wieder von dir zu lesen. Danke auch für deine Nachfrage. Beides hat mich sehr gefreut.

Du hast Recht, in der Tat hat sich einiges geändert.

Aktuell presse ich alles aus dem verlängertem Sommer heraus was er noch hergibt, um gewappnet für den Herbst und Winter zu sein. Ich mochte noch nie diese beiden für mich eher trüben Jahreszeiten (Dunkelheit, nackte Bäume, Nebel, etc), die Tatsache dass ich jetzt auf eine einjährige Abstinenz zugehe (inklusive den ersten anfänglichen Monaten nach meinem Saufen) werden mit Sicherheit auch öfters schlechte emotionale Momente hervorbringen. Eben auch weil es mir in dieser Zeit eher schlecht ging. Im nachhinein war dieses "Schlechte" ja nicht immer schlecht, die Gefühle, Aengste und Wahrnehmungen die ich vor einem Jahr hatte, sind trotzdem noch auf meiner Festplatte gespeichert.

Darum habe ich die Intensität meiner Trockenarbeit seit September wieder um einiges erhöht um dieser jetzt kommenden Zeit besser gewappnet zu sein. Den ganzen Sommer über war ich emotional extrem stabil, was mich jetzt in Punkto Seele und Gefühle den Winter erwartet weiss ich noch nicht, aber ich möchte dann darauf vorbereitet sein.

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.

Gruss,

Mario B.

Cadda
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Re: 77 Tage keinen Tropfen Alkohol...

Beitrag von Cadda » 18.10.2018, 11:13

Hallo Mario,

ich möchte Dir mal erzählen, wie ich den letzten Herbst/Winter empfunden habe: Völlig anders, als zu Saufzeiten!
Ich merke gerade, wie bescheuert sich das anhört, da es ja logisch ist, dass es nüchtern anders ist, als ständig betrunken :D Aber ich meine dieses generelle Gefühl, was man sonst in dieser Jahreszeit eher mal hat. Das sentimentale Gefühl um die Weihnachtszeit und mit dem Jahreswechsel, es ist früher immer eher mit Traurigkeit verbunden gewesen. Letztes Jahr war es eher Optimismus und Zuversicht, dass jetzt endlich alles wieder schöner ist, durch die Abstinenz. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, zu Saufzeiten im kalten Herbst spazieren zu gehen, es sei denn, ich musste von irgendwo besoffen nach Hause und es war kein Fahrer mehr da :wink:

Jetzt geht es mir gerade ganz anders als Dir, denn ich freue mich sogar auf die Kälte und dunkle Jahreszeit. Ich hab den langen Sommer genossen, ich liebe Sonne und Wärme, keine Frage. Aber die dunkle Jahreszeit hat nüchtern auch Vorteile. Betrunken ist der Sommer toll. Im Garten sitzen, Grillen, Wein trinken. Da verlagert sich im Winter alles nach drinnen. Im Wohnzimmer sitzen, essen, Wein trinken. Da gibt es nichts, was nach draußen zieht. Man geht ja selten betrunken spazieren, joggen oder walken. Jedenfalls nicht freiwillig, wie gesagt ;-)

Aber nüchtern, in einem Leben ohne Alkohol?? Da hat die dunkle Jahreszeit so viele schöne Seiten. Abends draußen durchs Dorf (oder meinetwegen auch durch die Stadt) schlendern, Weihnachtsbeleuchtung sehen. Spazieren gehen oder joggen bei FRISCHER, KLARER Luft... viel schöner, als im Sommer. Im Sommer fand ich das so blöd, dass ich es pauschal gelassen habe :-D

Und drinnen, wenn es draußen dunkel ist, kann man endlich wieder Kerzen anzünden, ohne Angst zu haben, dass man besoffen vergisst, sie rechtzeitig auszupusten, bevor man einpennt :roll:

Weißt Du... und wenn ich Dich nun nicht überzeugt haben sollte und Du nicht voller Vorfreude auf den Winter in die Hände klatscht, dann mach Dir nichts draus: Wir haben schon fast Weihnachten. Dann noch ein kleines bisschen warten und dann steht im Februar auch schon wieder der Frühling quasi fast vor der Tür :mrgreen:

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