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Sein Weg, eigener Weg

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Vollwaise

Beitrag von Vollwaise » 12.02.2018, 20:09

Rattenschwanz hat geschrieben:Ich hatte zwischendurch mal ne Phase, in der ich die Zufriedenheit in Frage gestellt habe. Mir hat einfach mal das sich "Abschießen" gefehlt, einfach mal an nichts denken außer vielleicht an bunte Knete im Kopf. Ich kann dir nicht schreiben warum, das war einfach so.
Musst Du auch nicht, denn das hatte ich in meiner Ehe. Uns beiden ging es zu 100% gut und wir hatten absolut alles. Es gab 0,000 Gründe zu saufen oder, wenn Frau dann abends von der Arbeit nach Hause kam, besoffen auf dem Sofa zu sitzen.

Im Gegensatz zu Dir habe ich es aber gemacht und drauf gesch...., was meine Frau darüber denkt. Deshalb ist sie ja heute meine Ex-Frau...

Du siehst: Deine Variante ist besser!

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 14.02.2018, 08:42

Hallo Rattenschwanz,
Ich hab dann sofort mit meiner Frau geredet, ihr das erzählt und gleichzeitig versucht ihr die Angst davor zu nehmen, dass das passiert.
Mit mir selbst habe ich schon geraume Zeit - also nun keine Wochen aber doch schon - Vergleiche angestellt was bringt es Positives, was Negatives.


Ich halte es für sehr wichtig sich immer wieder auszustauchen. Egal,wo oder mit wem. Ganz dringend wenn nasse Gedanken aufkommen.

Nun sind ja die ersten Schritte für mich auch nicht einfach gewesen und ich brauchte auch eine Zeit bis sich im Kopf, Kampf in Verständnis umgewandelt hatte. Es dauerte auch eine Zeit überhaupt zu erfassen was eigentlich Kapitulation vom Alkohol bedeutet. Eine geistige Loslösung vom Alkohol ohne Gesund werden zu können überhaupt zu verstehen.

Aus den Erfahrungen meiner Trinkpausen war es mir eben nicht möglich einen Weg zu gehen der eine Abweichung von den Gundbausteine beinhaltet. Diesen Eigenschutz musst ich mir selbst auferlegen. Aus den Erfahrungen vieler Alkoholiker die versuchen im Vorbei Laufen trocken zu werden oder seinen Weg an sein Umfeld anpassen, ist des öfteren auch nach langer Zeit noch von Kampf zu lesen.

Gruß Hartmut

Rattenschwanz
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Beitrag von Rattenschwanz » 14.02.2018, 09:49

Ich fechte keine Kämpfe mehr aus, die mit Alkohol zu tun haben.

Ja, reden ist wichtig. Wichtig schon deshalb, weil - meiner Meinung nach - durch das Ansprechen schon mal die erste Bremse gezogen wird.

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 14.02.2018, 10:48

Hallo Rattenschwanz
Ich fechte keine Kämpfe mehr aus, die mit Alkohol zu tun haben.
Auf das kommt es an.

Gruß Hartmut

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 14.02.2018, 17:17

Hallo!

Das ist eine prima Kurzfassung zur Beschreibung des Begriffs der "Kapitulation vor dem Alkohol."

Ich erlaube mir, ihn in meinen privaten Wortschatz zu übernehmen.

Gruß
Carl Friedrich

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 17.02.2018, 12:00

Hallo

zu dem Thema "Hoffen" in einen andren Thread hier mal meine Erfahrungen aus meinem Weg.

Als ich begann meinen Weg zu gehen, war Hoffen es zu schaffen eine Grundvoraussetzung. Wie konnte ich es denn wissen das es zum Erfolg wird wenn ich jahrelang gescheitert bin aufzuhören.Da hatte ich doch auch meinen Verstand benutzt. Warum funktionierte er denn in der nassen Zeit nicht?

Mit dem Aufzeigen der LZT, wie es funktionieren kann und dem Umsetzten der Grundbausteine kam erstmal der Glaube dazu, das es funktionieren könnte. Erst das Erleben des trocken Weges gab mir die Sicherheit.

Im Vornherein sich schon als Zampano zu präsentieren und alles im Griff zu haben und es für alles eine logische Lösung gibt oder sich bewusst zu sein das mein Handeln zum trockenen Weg führt, hat mich jahrelang nass gehalten. Ich kann die Auswirkungen von Krankheiten zwar entgegen wirken, präventiv sein, aber das Ausmaß nie voraussehen.

Ich bin als Mensch mit Hoffen, Glauben und Ängste ausgestattet. Kann es zwar erklären aber nicht wegdiskutieren.

Gruß Hartmut

Vollwaise

Beitrag von Vollwaise » 17.02.2018, 18:57

Hartmut hat geschrieben: Erst das Erleben des trocken Weges gab mir die Sicherheit.

Im Vornherein sich schon als Zampano zu präsentieren und alles im Griff zu haben und es für alles eine logische Lösung gibt oder sich bewusst zu sein das mein Handeln zum trockenen Weg führt, hat mich jahrelang nass gehalten. Ich kann die Auswirkungen von Krankheiten zwar entgegen wirken, präventiv sein, aber das Ausmaß nie voraussehen.
Hallo Hartmut,

Dich ja! Dich hat es jahrelang nass gehalten, das kann tausend Gründe haben....

Aber muss das deswegen bei jedem anderen, konkret bei mir, genauso sein? Das tägliche Erleben des trockenen Weges ohne, dass mir irgendwie die Hose brennt, gibt mir sehr viel Sicherheit. Wieso kann ich das Ausmaß, die etwaige Gefahr etc. nicht voraussehen?

Bei Dir fußt alles nur auf der Dauer Deiner aktuellen Trockenheit, hast Du schon mal drüber nachgedacht, dass Du Dich bei der Anzahl Deiner bisherigen Rückfälle mit Deiner trockenen Phase nur immer zwischen zwei Rückfällen bewegst?

So, wie beim Privatfernsehen immer die Werbung vom Film unterbrochen wird?

Es kann in Deiner Welt nicht sein, dass es jemand auf Anhieb schafft. Und es kann auch nicht sein, dass jemand, der zwar erst 2 1/2 Monate trocken ist, aber seither irre viel über das Thema nachgedacht hat, sich irre viel Input (auch hier im Forum) geholt hat und auch irre viel zu dem Thema gelesen hat und der sein Umfeld, sei es durch eigenes Zutun oder durch Glück richtig aufgestellt hat, mit der Sauferei ein für alle Male durch ist.

Warum kann das nicht sein?

Weil DU es so nicht geschafft hast. Nicht beim ersten Mal, nicht beim zweiten Mal, nicht beim ??? Mal, und selbst jetzt brennt Dir ab und an die Hose.

Ich frage mich, woher DU Deine stellenweise unterschwellige, stellenweise offen zum hiesigen Markte getragene Überlegenheit ableitest....

JEDER, der gerade seit 2 Minuten seine ersten Entgiftung hinter sich gebracht hat und seither nix gesoffen hat, ist Dir überlegen. Denn der hatte noch keinen Rückfall, DU mehrere!

Dies ist Dir auch bewusst, deswegen muss DU ja jedem, der kürzer trocken ist als DU, jegliche Kompetenz etc. absprechen und ihm von vorne herein Chancenlosigkeit einreden nach dem Motto "Warte mal ab, was da noch kommt. Kannst Du nicht wissen, bist ja erst x Tage trocken.... komm mal in mein Alter...."

Lenkt so schön von Deinem eigenen oftmaligen Versagen ab....

Die Abstinenzwahrscheinlichkeit ist definitiv nicht höher oder niedriger, je länger einer abstinent ist, sondern vielmehr von ganz anderen Faktoren abhängig, für die bloße Zeit kriegt man genau garnix!

Du weißt zum Thema trocken bleiben sicher, wie es NICHT geht und leitest daraus Deine Erfahrungen und Ratschläge ab, denn im rückfällig werden hast Du ja hinreichend Erfahrung.

Ich suche aber neben den Dingen, wie es nicht geht, auch Dinge, wie es denn geht. Und ich denke, ich bin hier an der einen oder anderen Stelle sehr gut fündig geworden und sehr gut gerüstet.

Ich habe ein Gesamtkonzept aus vielen Bausteinen und es wäre eh Perlen vor die Säue, dass hier zu erläutern, denn es kann nur Müll sein, da ich ja wie gesagt erst 2 1/2 Monate trocken bin.

Vielleicht stelle ich es (wenn es dann dieses Forum noch gibt, muss ja auch nicht zwangsläufig der Fall sein) in 7 Jahren mal hier ins Forum.

Und was auch immer dann dazu geführt haben wird, dass ich dann noch immer trocken bin: Der nackte Trotz Dir gegenüber und der Wille, den Beweis anzutreten, dass der bloße Verweis auf die Dauer der Abstinenz und die Herleitung der weiteren Abstinenz daraus Dünpfiff sind, werden sicher ihren Anteil daran haben.

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 17.02.2018, 20:02

Hallo Thomas

wer bist du denn das du meinst das es auf dich bezogen ist?

Deine Interpretationen sind deine Sache auch wenn ich sie nicht nachvollziehen kann gebe mir Mühe sie zu verstehen. Ich schließe von mir nicht auf Andere. Ist nicht meine Art. Mich freut es zwar wenn einer es schafft aber es bringt mich nicht um wenn er wieder Sauft. Aber irgenwie scheinst du angepisst zu sein oder warum wirst du mit einer Küchenpsychologie persönlich?
Dich ja! Dich hat es jahrelang nass gehalten, das kann tausend Gründe haben....
Neee , nur die Sucht hat mich Nass gehalten.
Aber muss das deswegen bei jedem anderen, konkret bei mir, genauso sein?
Nein muss nicht. Deswegen ist es ja ein Austausch, keine Aufforderung sondern kann ein Hinweiß für den eigenen Weg sein.
hast Du schon mal drüber nachgedacht, dass Du Dich bei der Anzahl Deiner bisherigen Rückfälle mit Deiner trockenen Phase nur immer zwischen zwei Rückfällen bewegst?
Ich glaube das wir beide eine unterschiedliche Auffassungsweisen von Rückfällen haben. Ich hatte in der nassen Zeit Trinkpausen gemacht, weil ich wusste das was nicht in Ordnung ist aber in der hintersten Ecke noch nicht eingestehen konnte Alkoholiker zu sein. Ob das nun Rückfall oder Beendigung eine Trinkpause war ist auch Shit Egal. Ich hatte ja wieder gesoffen.

Mein erster Versuch , ohne jedoch irgendwelche Änderungen oder den Befolgen der Grundbausteine trocken zu werden , war hier im Forum. Das ging in den besagten Tiefpunkt. Ab da war es erst für mich möglich.
Es kann in Deiner Welt nicht sein, dass es jemand auf Anhieb schafft
Oh doch da kenne ich Einige und habe auch nichts anderes behauptet.
Und was auch immer dann dazu geführt haben wird, dass ich dann noch immer trocken bin: Der nackte Trotz Dir gegenüber und der Wille, den Beweis anzutreten, dass der bloße Verweis auf die Dauer der Abstinenz und die Herleitung der weiteren Abstinenz daraus Dünpfiff sind, werden sicher ihren Anteil daran haben.
Ja , dann mal viel Erfolg. Wenn mir jemand von Versagen bei einer Krankheit spricht hat er sie für mich nicht verstanden oder befindet sich noch im nassen Wettbewerb.

Ich wünsche dir es das du es schaffst . Das Zeug hast du dazu. Freue mich wenn du dich in 7 Jahren wieder meldest.

Gruß Hartmut

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