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Wie bekomme ich meine alkoholkranke Mutter in eine Therapie?

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Kwyjibo12345
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Wie bekomme ich meine alkoholkranke Mutter in eine Therapie?

Beitrag von Kwyjibo12345 » 12.01.2018, 21:36

Hallo Forum,

ich bin ein erwachsenes Kind einer alkoholkranken Mutter. Mit dieser Situation bin ich erst seit ein paar Monaten konfrontiert, daher suche ich Hilfe bei den ersten Schritten in Richtung einer Lösung, damit meine Mutter wieder auf die Füße kommt.

Zur Vorgeschichte: Ich und meine Geschwister (alle erwachsen und aus dem Haus) und mein Vater sind immer noch dabei zu begreifen, wie es überhaupt soweit kommen konnte. Heraus kam alles Mitte des letzten Jahres. Meine Mutter hatte sich verletzt und musste für insgesamt ein halbes Jahr in verschiedene Rehas. Trotzdem hatten wir den Eindruck, dass es mit ihr körperlich immer weiter bergab ging. Die Diagnose Alkoholismus haben wir letztendlich nur durch Zufall erfahren. Sie hat auch schon einige Folgeschäden davongetragen, weil sie wohl schon jahrelang unter höchster Geheimhaltung getrunken hat. Nicht einmal mein Vater hat es gemerkt.

Nach der Reha ging es ihr zunächst besser. Aber sie ist langsam wieder auf dem Weg in den Abgrund. Bei einer Familienfeier haben wir zufällig ein Depot von ihr entdeckt. Es war ein Schock für alle. Danach haben wir sie gemeinsam zur Rede gestellt. Sie muss wieder in eine Klinik, weigert sich aber strikt und trinkt weiter ("Ich muss das zu Hause schaffen.").

Im Moment stehe ich vor den folgenden Herausforderungen:

Wie bekomme ich meine alkoholikranke Mutter dazu, sich einer Therapie zu unterziehen? Auf gutes zureden reagiert sie nicht. Es gäbe natürlich die Möglichkeit, Druck aufzubauen und ihr z.B. den Zugang zu den Enkeln zu verwehren solange sie nicht an sich arbeitet. Auf der anderen Seite befürchte, dass sie dann noch mehr trinkt. Mich würden hier Erfahrungswerte aus dem Forum sehr interessieren. Ich bin mir extrem unsicher, wie ich da rangehen soll.

Wie läuft so eine Therapie ab? Soweit ich das verstanden müsste sie zunächst in eine Entgiftung und dann in eine Reha. Allerdings ist mir überhaupt nicht klar, welche Kliniken hier empfehlenswert sind. So wie ich das einschätze kommt ein Teil des Problems wohl auch aus der eingeschlafenen Ehe meiner Eltern, d.h., mein Vater ist wohl auch Teil des Problems und müsste in die Behandlung mit einbezogen werden. Im Idealfall stelle ich mir so eine Art kombinierte Paar-/Suchttherapie vor. Gibt es sowas überhaupt?

Wie sieht eine gute Nachsorge aus? Mit einer Therapie allein wird es wohl kaum getan sein, das hat man ja an der schon erfolgten Reha gesehen. Meiner Mutter sind in den letzten Jahren so viele Dinge schleichend abhanden gekommen: ihre Arbeit (Rentnerin), ihr soziales Umfeld (keine Freundinnen o.ä.), sie hängt nur noch auf der Couch rum, wenn sie nicht gerade Alkohol besorgt oder ihn trinkt. Ich befürchte, dass sie nach einer Reha schnell wieder in ihre Muster zurückfällt und das Ganze von vorne losgeht.

Danke für euer Hilfe.

Mit besten Grüßen
Kwyjibo[/list][/list]

Barthell
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1223
Registriert: 24.04.2016, 14:36

Re: Wie bekomme ich meine alkoholkranke Mutter in eine Therapie?

Beitrag von Barthell » 29.10.2018, 19:36

Hallo Kwyjibo,

auch wenn es spät ist, soll dein Post nicht unbeantwortet bleiben.

Hat sich an deiner Situation bereits etwas geändert?

Zu deinen Fragen:

Wie bekomme ich meine alkoholikranke Mutter dazu, sich einer Therapie zu unterziehen?
- leider garnicht wenn sie nicht möchte, bzw. vielleicht macht sie es, aber wenn es nicht von ihr kommt sind die Erfolgschancen recht gering, du kannst quasi nur versuchen Dich und die Enkel zu schützen, und hoffen, dass sie da für sich was erkennt.
Klingt hart, aber ganz ehrlich: mich hätte ausser mir selbst niemand in die Therapie gebracht, da wäre ich eher zurück geogen und hätte mich einsam und allein zu Tode gesoffen.

Wie läuft so eine Therapie ab?
- Kommt auf die Therapieform ab, es gibt da diverse Angebote von Stationär (6Wochen intensiv bis 3-4Monate in ner Normalen Klinik) über Ambulant (1-2 mal Unter der Woche Abends) bis hin zu online... da gibt es ein unüberschaubares Feld and Therapieformen die davon abhängig sind wie stabil jemand ist, wie sein Soziales- und Arbeitsumfeld aussieht und was seine Wünsche sind.


Wie sieht eine gute Nachsorge aus?
Die wird auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein.
Wichtig ist, dass man sich kontinuierlich mit der Krankheit weiter beschäftigt, z.B. über Selbsthilfegrupen, Foren, Bücher o.Ä.
Dass man beginnt sein Leben neu zu strukturieren um eben aus den Alten Mustern fern zu bleiben, neue Soziale Kontakte auf zu bauen, sich selbst kennen zu lernen.
Dass man die Zeit die man vorher mit Saufen verbracht hat, mit etwas füllt das einen zufriedener macht...

Klingt sehr abstrakt, ich weiss und hart-frustrierend wenn man selbst nichts tun kann

Grüße

Barthell

Cadda
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 961
Registriert: 04.09.2017, 20:53

Re: Wie bekomme ich meine alkoholkranke Mutter in eine Therapie?

Beitrag von Cadda » 30.10.2018, 06:35

Guten Morgen,

leider ist es so, wie Barthell es auch schon geschrieben hat. Wenn Deine Mutter nicht im Kopf soweit ist, es wirklich zu WOLLEN, wird so eine Therapie mit Sicherheit zu nichts führen, außer vielleicht, dass es eine kurze Zeit klappt. Langfristig gesehen muss es KLICK gemacht haben. Insofern kannst Du hier eigentlich keine Hilfe für Deine Mutter bekommen, aber Du kannst hier Hilfe für DICH bekommen. Wie Du am besten mit der Situation umgehen kannst, damit es DIR besser geht. Ich habe noch nicht nachgesehen, aber hast Du Deinen Beitrag mal im Co.-Bereich reingestellt? Dort sind ja auch viele Menschen, die einen Angehörigen haben, der trinkt. Ich kann mir vorstellen, dass Du da viele gute Ratschläge für DICH bekommen kannst.

Liebe Grüße

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