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Von Rosa und Blauen Elefanten

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Florian73
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Re: Von Rosa und Blauen Elefanten

Beitrag von Florian73 » 03.02.2020, 09:01

Danke, Carl Friedrich.... .läuft immer noch, und es ist immer noch das beste, was ich je für mich getan habe.. :-)

wie geht es dir im leben?...alles fein soweit?

Florian73
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Re: Von Rosa und Blauen Elefanten

Beitrag von Florian73 » 03.02.2020, 09:14

Gestern habe ich einen tollen Erfolg verzeichnen können... sogar mehrere.... seit dem Schlaganfall habe ich ja diverse neurologische Ausfälle, welche sich zwar auf wundersame Weise sehr schnell auflösen, jedoch geht mir schnell die Kraft aus.
D.h. ich kann zwar fast alles wieder, jedoch kann ich es nur für sehr kurze Zeit.

Gestern habe ich einen längeren Spaziergang ohne Unterbruch getätigt, das war ein Erfolg.
Im Anschluss daran ging ich im Hallenbad meinen ersten Kilometer schwimmen, das war letzte Woche noch nicht möglich, da schaffte ich nur einen halben Kilometer. :-)

Ja, und dann ging ich zu meiner Ex-Partnerin, die wohnt im selben Dorf auf einem Hügel. Den Hügel schaffte ich das letzte mal nur mit Ach und Krach. Gestern war das verhältnismässig einfach.

Ich arbeite täglich an mir, meiner Einstellung, meinem Leben, meinem Gesundheitszustand. Und ich rapple mich auf... Stück für Stück.

Über meine Süchte muss ich hier nichts schreiben, nur vielleicht, dass ich mich erfolgreich abgrenze, wo das nötig ist. Aber eigentlich haben die bemerkenswert wenig Platz in meiner Gedankenwelt. Gottseidank!
Ein Freund von mir ist "Lebenscoach", und bietet auch "Rauchentwöhnungen, Sucht-Entwöhnungen" an. Nach seiner Meinung gibt es - nach der körperlichen Entwöhnung - gar keine Sucht, "nur Gewohnheiten". Ich bin nicht ganz seiner Meinung, jedoch verstehe ich den Anteil Wahrheit, welcher in diesen Worten liegt, sie wirkt für mich beruhigend, macht mir Mut. (und "nein", ich bagatellisiere nicht, ich gestehe dem *** nur nicht mehr dieselbe Macht zu wie vorher, da ich stärker geworden bin, und mich sowieso nicht mehr so doll für Realitätsflucht interessiere)

Im Moment wage ich mich öfters in kleine "Experimente in's Unbekannte". Ich merke, dass mich im Grunde Unbekanntes schon immer geängstigt hatte, werde somit mit meinen Urängsten konfrontiert, was mir echt gut tut. Die lösen sich nämlich so Stück für Stück auf.

Ich glaube, Ängste sind im Grunde eine starke Triebfeder für Süchte.... und für mich somit indirekt "Unbekanntes"....

Und sowieso.... alles ist Liebe!

Ich wünsch Euch einen guten Start in die Woche.

Hartmut
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Re: Von Rosa und Blauen Elefanten

Beitrag von Hartmut » 04.02.2020, 23:35

Hallo Florian

es ist schon übel was ich da lese von dir. Alles Gute für dich.

aber was mich hier her treibt
Bsp: Der eine macht das still und heimlich, für sich selbst und mit sich selbst, der andere geht in Selbsthilfegruppen, vernetzt sich... beide sind heute trocken... wenn auch auf völlig verschiedenen Wegen...
Und was bedeutet es für dich? Wo setzt du für dich an? Hast ja, so habe ich es noch in Erinnerung, verschiedene Ansatzpunkte gehabt. Die nicht von langer Dauer waren. Experimente in der Sucht. Na dann mal viel Glück

Gruß Hartmut

Florian73
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Re: Von Rosa und Blauen Elefanten

Beitrag von Florian73 » 05.02.2020, 08:52

Salü Hartmut

Schön, von Dir zu lesen. Ich hoffe, es geht Dir gut :-)
Hartmut hat geschrieben:
04.02.2020, 23:35
Bsp: Der eine macht das still und heimlich, für sich selbst und mit sich selbst, der andere geht in Selbsthilfegruppen, vernetzt sich... beide sind heute trocken... wenn auch auf völlig verschiedenen Wegen...
Und was bedeutet es für dich? Wo setzt du für dich an? Hast ja, so habe ich es noch in Erinnerung, verschiedene Ansatzpunkte gehabt. Die nicht von langer Dauer waren. Experimente in der Sucht. Na dann mal viel Glück

Gruß Hartmut
Was es für mich bedeutet? Also, dass es verschiedene Wege gibt? Nun, eigentlich nicht viel, ausser dass ich nicht "werten" möchte. Klar, gewisse Dinge kenne ich selber, ich weiss "wie das rauskommt", und messe jenen Wegen in die Trockenheit relativ wenig Erfolgschancen zu. Aber ich glaube, meine Meinung über den Weg des andern interessiert so richtig niemanden, weswegen ich auch nicht alles kommentieren muss.

Für mich gibt's nur den einen relevanten Weg, nämlich denjenigen, den ICH gehe. Nur diesen kann ich wirklich beurteilen (wenn überhaupt).

Praktisch gesprochen: Ich bin derzeit arbeitslos / krankgeschrieben, sprich, nicht mal vermittelbar, da ich mich vom Schlaganfall immer noch erhole. D.h. die Herausforderung ist für mich, 7x24 h pro Woche so zu gestalten, dass ich einen "Rahmen" hab, ein Programm. Und dieses gestalte ich selbstverständlich möglichst "intelligent".

In Fakten gesprochen sieht das so aus:
Beim Blauen Kreuz habe ich pro Woche zwei Einzeltermine, jeweils eine Stunde lang, und alle zwei Wochen eine Selbsthilfegruppe am Abend. Des Weiteren habe ich eine Stunde Psychotherapier pro Woche, und zweimal Physiotherapie (MTT, Medizinisches Krafttraining)
Das sind mal die fixen Termine, die ich von aussen "aufgedrückt" bekomme. (klar, letztendlich sind auch diese von mir selbst auferlegt, gewählt)
Ich gehe jeden Tag über eine Stunde spazieren, und ich schwimme möglichst jeden Tag mindestens einen Kilometer. (zumindest seitdem das wieder möglich ist).
Ich koche sehr gerne, sprich, ich probiere neue Rezepte aus. Der zeit lese ich ein Buch "Die Weizenwampe", da ich Weizen aus meinem Speiseplan verbannen möchte. Das erfordert Kreativität in der Küche. Toll, echt, ich liebe es. Und ich esse sehr gerne. Höhö.
Ich habe mich der Achtsamkeit verschrieben, die ist super. Auch hier hat mich ein Buch inspiriert: "Am Tor zur Hölle", auch sehr empfehlenswert, zumindest finde ich das.
Ja, und dann wäre da noch die Musik: Ich komponiere wieder sehr gerne, jedoch viel mehr im Moment drin, statt so ergebnisorientiert. Es ist mir letzendlich egal ob das jemand hören wird, es soll mir selbst gefallen, und vor allem soll mir der Prozess, wie ich "herumspiele", neue Klänge, neue Melodien, neue Klangfolgen ausprobiere, Freude bereiten.
Gestern Abend war ich zum ersten Mal an einer allmonatlich durchgeführten Gruppe, welche sich um Psalmen und deren Auslegung beschäftigt. Denn ich habe zu meinem Glauben an Gott (zurück-) gefunden. Hochinteressant, und die Beschäftigung mit Gott/mir selber tut mir gut, bereitet mir Freude.

Generell bereitet mir mein Leben viel mehr Freude wie vorhin, was hauptsächlich an meiner veränderten Sichtweise liegt. Ich bin dankbar, n Stück demütig, und geniesse, was ich habe.
Meine Ziele unterteile ich in kleinere, überschaubarere Ziele, welche mich erfreuen beim Prozess, und welche mir viele Erfolgserlebnisse bescheren.

Meine Ängste gehe ich öfters recht tapfer an. Und ich werde täglich besser.

Meine Süchte verstehe ich mittlerweile als "Spatz in der Hand". Ich möchte keine Spatzen in meiner Hand haben, mich interessieren die Tauben auf dem Dach. Oder gar die Adler in der Luft. Die Resultate einer gelebten Sucht (nämlich kurzzeitige Bedienung des Belohnungszentrums) sind mir schlicht und einfach zu wenig. Das Leben bietet mir viel mehr.
Und das Allerschönste - es freut mich gerade JETZT sehr derb - ist, dass ich diese eben geschriebenen Worte sehr ernst nehme, sie sind grundehrlich, ich meine sie genau so, und ich lebe sie tatsächlich.

Danke für's zulesen.. :-)

Was machst Du so, um Deinen Alltag/ Dein Leben zu verzieren, mit Inhalten zu befüllen?

Ich wünsch Dir einen schönen Tag, lieber Hartmut, und viel Freude :-)

Hartmut
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Re: Von Rosa und Blauen Elefanten

Beitrag von Hartmut » 05.02.2020, 10:22

Hallo Florian,

nun hatte mich und es werden mich immer wieder Krankheiten dazu kommen die Anlass geben sich neu zu orientieren. Ich gehöre jedoch nicht zu den Menschen die sich extra über alles Gedanken machen, sich in Achstamstkeitsübungen finden lassen oder jeden Tag reflektieren was nun sein kann, könnte oder was mal war. Ich verziere nicht mein Leben, ich suche keinen Sinn oder verfalle in einem ständigen Reflektieren. Ich muss auch nicht jeden Tag ausfüllen oder weit planen. Ich sehe das Leben auch nicht als Herausforderung.

Ich kann jeden verstehen der sich erst eine Struktur aufbauen muss . Das ist Ok. Meine Struktur ist das ich keine habe. Ich schaue und handle je nach Gegebenheiten.

Nun was anderes und wie sieht dein Weg aus dass mein ich nicht dein Alltag sondern der Weg aus der Sucht. Ist er angelehnt an die Grundbausteine oder hast du deinen individuellen Weg gefunden?

Gruß Hartmut

Florian73
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Re: Von Rosa und Blauen Elefanten

Beitrag von Florian73 » 05.02.2020, 10:40

Salü Hartmut

Ja, so hat eben jeder seine Präferenzen. Wie schön. :-)

Die Grundbausteine: Sind Grundbausteine. Und ohne Grundbausteine geht es nicht, zumindest nicht auf lange Sicht. Hab sie kurz angeguckt und gemerkt, dass ich mein Leben mittlerweile automatisch danach ausgerichtet habe. Schön.

Mein Weg aus der Sucht: Hm... muss ich überlegen... also ich mach mir zwar nichts vor, ich hab da sicher noch einiges zu lernen, aufzuarbeiten... aber die Süchte (Nikotin, Alkohol, Cannbis, Koks) sind enorm weit weg geraten, dafür dass ich das erst seit zwei Monaten durchziehe. Hat wohl viel mit dem Schlaganfall zu tun, der hat irgendwie die Spielregeln verändert. (gottseidank)

Ich freu mich auf mich, mein Leben, und auf jeden Moment. Und das macht vieles einfacher.

Vorher war da die "Einbildung fetter Depressionen"...

Florian73
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Re: Von Rosa und Blauen Elefanten

Beitrag von Florian73 » 05.02.2020, 17:10

So... komme grad vom Einkaufen. Habe mir glutenfreies Sandwichbrot, irgendwelches Amarand-Knäcke, glutenfreie Teigwaren sowie Birkenzucker plus Stevia-Süssmittel gekauft. Möchte da von ein paar Sachen ordentlich runterkommen, und dies dient als Zwischenschritt. Freue mich auf das Ausprobieren... vor allem das Brotbacken, da bin ich gespannt darauf. Oder Kuchen backen..wie wird das mit dem glutenfreien Zeugs...

Das Sandwichbrot hab ich grad ausprobiert, das ist ziemlich gut... finds schon mal besser wie dieses Toastbrot-Zeugs... :-)...

Und jetzt mach ich mir einen Tee, welchen ich mit dem Zeugs da süssen werde...

Höhö...

Und was bringt Euer Tag so?

Linde66
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Re: Von Rosa und Blauen Elefanten

Beitrag von Linde66 » 13.02.2020, 20:52

Hallo Florian,
ich bin seit ca. 2 oder 3 Wochen industriezuckerfrei, angeregt durch die Diskussion darüber hier im Forum.
So langsam arbeiten meine Geschmacksnerven wieder richtig.
Was ich alles schmecke...! :D
Hoffe dir geht es gut.
LG, Linde

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