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Von Rosa und Blauen Elefanten

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Penta
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2454
Registriert: 19.06.2010, 19:51

Beitrag von Penta » 12.02.2018, 14:25

Hallo Florian,
Heute ist der erste Tag meiner 5. Woche
Glückwunsch!

Bleib dran!
Bei mir war es so, dass sich eins nach dem anderen ergab.
Auch ich habe anfangs nach dem "nicht mehr Wollen" geluschert. Es hat ne Weile gedauert, bis es bei mir dort ankam, wo ich es auch spüren konnte.

Viele Grüße,
Penta

Florian73
neuer Teilnehmer
Beiträge: 257
Registriert: 14.01.2018, 11:11

Beitrag von Florian73 » 12.02.2018, 18:00

Jau, ich werde mich artig gedulden. Habe jetzt unterrichtsfreie Zeit, da Fasnachtsferien/Sportferien sind. Es fällt mir jetzt ein wenig schwerer, denke öfters an Alkohol, aber es geht... ist streckenweise halt ein "Durchhalten", aber was solls...

@ClaudiA
Ja, das macht's einerseits einfacher, andererseits schwieriger. Es hält sich so in etwa die Waage. Schlussendlich ist es jedoch meine Einstellung und meine Haltung dem Alkohol gegenüber, meiner Abstinenz gegenüber, welche entscheidend ist. Ich arbeite daran.

Florian73
neuer Teilnehmer
Beiträge: 257
Registriert: 14.01.2018, 11:11

Beitrag von Florian73 » 14.02.2018, 08:58

Wie ich mich so durch das Forum lese, sehe ich, dass ich mich genau vor einem Monat hier angemeldet habe.
Seitdem ist viel gegangen. Kommt mir irgendwie sehr lange vor, der "Nebel des Grauens" scheint in weiter Ferne zu sein.
Einige Stolperfallen konnte ich locker überwinden, andere kosteten mich Überzeugungskraft. Unterm Strich bin ich ein klein wenig stolz darauf, dass ich bis jetzt durchgehalten habe. Denn nicht alles ist optimal eingestellt, und so rein psychisch geht es mir nicht besonders. Wie zu erwarten war, stellen sich ältere Beziehungsprobleme nun wieder an. Diese habe ich vorher verdrängt, zugesoffen, überspielt. Bin nun seit über einem Tag stocksauer auf meine Partnerin, wegen ein paar niederträchtigen Bemerkungen. Wohl mag sie teilweise Recht haben, jedoch sieht sie mich in einem Licht, in welchem ich mich nicht gesehen haben möchte. Weil ich nicht so bin. Wir sprechen seit gestern Morgen nicht miteinander. Bin offen gestanden etwas beleidigt. Klar, wir werden zeitnah dann mal darüber sprechen müssen... im Moment bin ich jedoch froh dass sie arbeitet und ich meine Ruhe habe.
Solche Situationen führten eigentlich dazu dass ich so richtig abgesoffen bin, ich benutzte schäbigerweise sowas als Legitimation, ordentlich saufen zu können. Dies ist ja jetzt keine Option mehr.
Ging gestern zum Blauen Kreuz in die Gruppensitzung. Die scheint mir gut zu tun, ich war danach recht gut drauf. Beim Gedanken, dass ich jetzt nach Hause gehen muss, fiel mir auf dass sich meine Laune spürbar verschlechterte.

Mir fällt auf, dass ich nicht mehr alles schlucken möchte. Ich sage nicht mehr ja und amen zu allem, und möchte auch nicht mehr ums Verrecken alles verstehen, was da an Müll an mich herangetragen wird. Anscheinend habe ich mich da sehr lange einfach verstellt, dem Frieden zuliebe.... das kann ich jetzt irgendwie nicht mehr, was mir Sorgen bereitet.

Rattenschwanz
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Registriert: 15.11.2013, 09:54

Beitrag von Rattenschwanz » 14.02.2018, 09:39

Moin Florian,

das sollte dir keine Sorgen bereiten, du bist auf einem guten Weg dein eigener Mensch zu werden.

Viele Angehörige haben Probleme mit den Veränderungen, die sich bei einem nichtmehrsaufenden Alkoholiker vollziehen. Der fängt auf einmal an aufzumucken weil er nicht mehr seine Ruhe zum Saufen haben will. Und auf einmal arbeitet auch der Verstand wieder in normalen Bahnen. Wenn du mit der Beziehung nicht mehr glücklich bist, wenn sie dir nicht mehr gut tut, dann ändere was. Wie geschrieben: Nur nicht mehr saufen reicht nicht.

Vollwaise

Beitrag von Vollwaise » 14.02.2018, 09:50

Rattenschwanz, klasse Beitrag, sehe ich genauso, mir ist das zum Glück erspart geblieben

Flo:
Frag Dich mal, wieso Deine "Partnerin" ("" sind kein Tippfehler!) so reagiert

Florian73
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Beitrag von Florian73 » 14.02.2018, 10:59

ja, das ist sicher so - und davor hatte ich von Anfang an Angst. Wie so ein Gefühl dass "die Wahrheit" dann ans Licht käme. En gros verlief das bis jetzt recht gut, mit ein paar Abstrichen, aber wir wären auf einem guten Weg.
Ich kann es ihr nicht verübeln, dass sie sich so verhält. Denn ich bin jahrelang auf mein Maul gesessen, habe mich selten gewehrt. Und darauf habe ich keinen Bock mehr. Würde ich auch nicht aushalten. Ich werde ihr das jedoch genauso sagen müssen. Dass sie zukünftig mit Gegenwehr rechnen muss, da ich nicht mehr einen auf "friedliebend" mache, sprich, mir alles gefallen lasse.

Möchte jedoch betonen dass meine Partnerin kein Unmensch ist, sie hat viele tolle Eigenschaften welche ich überaus liebe. Sie geht mir nur jetzt grad ordentlich aufn Sack. *g*

Vollwaise: Sie ist nicht nur "Partnerin" sondern Partnerin. Sie hat mir jahrelang die Stange gehalten, ich habe wirklich einiges verbockt. Viele andere würden da längst das Weite suchen, die Beziehung beenden.
Und jetzt, da ich einfach aufgehört habe mit der Sauferei, muss ich nicht einen auf "Ich bin super korrekt, Du bist sheisse" machen. Wäre irgendwie arrogant und fehl am Platze.
Aber ich hinterfrage schon warum sie sowas macht, und wir werden im Gespräch einiges klären müssen.

Vollwaise

Beitrag von Vollwaise » 14.02.2018, 11:10

Flo,

wenn es den völlig bescheuerten Wettbewerb geben würde, wer seine Partnerin mieser behandelt hat, wäre ich schwer zu besiegen.

Sie ist aber trotzdem zu mir zurückgekehrt, unterstützt mich und glaubt daran, dass ich trocken bleibe. Dieses Vertrauen gibt mir unendlich Power. Wir reden sehr viel über das Thema Alkohol, sind total offen und freuen uns einfach, dass wir uns wiederhaben...

Meine Partnerin trinkt aber keinen einzigen Tropfen Alkohol mehr... Evtl. ist da der Punkt???

Ich kann mich nur wiederholen: Das Statement von Rattenschwanz ist schlichtweg brilliant und trifft den Nagel millimetergenau mittig auf den Kopf...

MieLa
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Registriert: 23.01.2018, 10:46
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholikerin

Beitrag von MieLa » 14.02.2018, 11:17

Lieber Florian,

es tut mir leid, dass es mit deiner Partnerin nicht reibungslos läuft.

Du veränderst dich durch das Nüchternsein, stellst einiges in Frage und verhältst dich nicht mehr so wie früher. Das verändert natürlich den Umgang miteinander. So wie du an dir arbeitest, müsste auch deine Partnerin nun an sich arbeiten. Ihr wird vermutlich langsam bewusst, dass es nicht einfach so weitergehen kann und sie gefordert ist. Der Florian, den sie kennt und auf den sie sich beziehungstechnisch eingestellt hat, verändert sich. Und bei dir ist der Prozess ja auch in vollem Gange. Da wird sich noch einiges tun. Das kann dein Partnerin ganz schön verunsichern.

Am besten wäre natürlich, wenn ihr zusammen "arbeiten" könntet. Dazu gehören Gespräche. Insofern ist es nicht günstig, dass ihr gerade nicht miteinander sprechen könnt ...

Ich kenne weder dich noch deine Partnerin. Insofern weiß ich nicht, ob meine Gedanken hier auf euch zutreffen.

Vielleicht ist es auch eine Möglichkeit, dieses Thema bei deiner Sitzung beim blauen Kreuz anzusprechen. Manchmal werden ja auch Partner in die Gespräche mit einbezogen.

Alles Gute für dich!
MieLa

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