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Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Penta
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Beitrag von Penta » 28.02.2018, 03:31

Hallo Aliengirl,
Ich dachte eben man müsse nicht so kämpfen für das Verständnis anderer.
muss man auch nicht!
Die Anderen müssen dich nicht verstehen, sondern du musst deine Grenzen weiterhin verteidigen oder setzen.
Mal ganz platt: Was passiert, wenn sie dich nicht verstehen? Nix. Sie verstehen dich nur nicht.
Und was passiert, wenn du Alkohol in deiner Wohnung hast? Nur solange du nicht trinkst, nichts. Und ob du trinkst, damit hat niemand anderes zu tun.

Ich kann sehr gut verstehen, dass es frustrierend für dich ist, wenn jemand dich nicht versteht. Aber hey, seit wann trinkst du keinen Alkohol?
Meine Umwelt ist ziemlich träge und braucht immer etwas Zeit, um mir bei dem folgen zu können, was ich veranstalte.
Ich habe erlebt, dass manche Dinge wirklich Jahre brauchten, bis sie z.B. bei meinen Eltern "ankamen". Ich hatte schon längst aufgegeben, mit ihnen zu darüber reden, weil ich die Hoffnung aufgegeben hatte, sie könnten oder würden irgendwann verstehen.
Du hast jetzt aufgehört Alkohol zu trinken, bezeichnest dich als Alkoholikerin und ne alkfreie Wohnung willste auch noch. Das ist für dich schon eine Riesensache. Und du bist direkt betroffen.
Gib den Anderen Zeit und bleibe am Ball bei ihnen. Ich kann mit meinen Eltern nur sehr eingeschränkt reden. Mit deiner Mutter scheint das doch zu funktionieren.
Bleib dran! Für dich.

Viele Grüße, Penta

Rattenschwanz
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Beitrag von Rattenschwanz » 28.02.2018, 06:39

Aliengirl hat geschrieben:
...Das mein neues Leben, mein neuer Weg ins lächerliche gezogen wird, dass man mich nicht ernst nimmt, das ist genau das was mich heute frustriert!
"Ach, wieder mal kein Alkohol, ja ja ...", das musste ich mir auch einige Male anhören, natürlich mit einem süffisantem Grinsen verbunden. Warum?

Weil ich in nassen Zeiten ein Typ war, der öfter mal irgendwas angefangen- und damit alle genervt hat, es aber nie durchgezogen hat.

Ich brauchte mich also nicht wundern, dass ich am Anfang nicht ernst genommen wurde.

Das hat sich gegeben und mit zunehmender Trockenzeit kam eine gehörige Portion Respekt von den alten Lästerern. Ein schönes Gefühl.

Karsten
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Beitrag von Karsten » 28.02.2018, 07:41

Hallo,

ich kann es nachvollziehen, dass dieses nicht ernst nehmen, bei unserem Umfeld in den Gedanken aufkommt.

Ich habe selbst Jahre mit vielen Anläufen gebraucht, die immer wieder in Rückfällen endeten.
Warum sollte mir da jemand glauben, dass ich es diesmal wirklich ernst meine und trocken bleibe?

Hier bei uns im Forum wirst du ernstgenommen, weil wir dich verstehen können und mit den Monaten und Jahren werden sich auch die Gedanken deines sozialen Umfeldes ändern, so wie sich dein soz. Umfeld vielleicht auch völlig verändern wird.

Wichtig bist du und das du alles unternimmst und vor allem selbst an dir glaubst.

Gruß
Karsten

Hull

Beitrag von Hull » 28.02.2018, 08:04

Aliengirl hat geschrieben:Liebe Penta,

ja, ich bin auf jeden Fall mit meinem Sohn dort eingeladen. Allerdings werde ich vermutlich nur kurz erscheinen. Er würde mir sonst als nicht hoflich ausgelegt werden. Allerdings richtig Lust habe ich auf dies Veranstaltung nicht und tue es eher als Pflichbewusstsein.
Ich bin etwas desillusioniert. Habe mit meiner Mutter versucht darüber zu reden, wie die Flasche die die Nachbarin bei mir in die Küche gestellt hat, ankam. Sie meinte, ich solle mich nicht so anstellen. Ob ich jetzt auch so militant wäre, wie mein Vater mit dem Nichtrauchen ( der ist eben nicht sehr beliebt bei mir und ihr). Was für ein Vergleich.
Hierbei muss ich erwähnen, dass meine Mutter, nach der Ehe mit meinem Vater und vor ihrere jetzigen Ehe nochmal verheiratet war mit einem trockenen Alkoholiker. Ich habe sie dann gefragt, ob sie in der Zeit damals auch Alkohol in der Wohnung hatte, als sie mit ihm zusammen war. Sie meinte, er hätte es zwar nicht gerne gesehen, aber sie hat auch ab uns zu eben was getrunken und dann auch Alkohol eingekauft, obwohl sie das wusste, dass er trocken war.
Ich finde das alles sehr respektlos und sortiere mich gerade neu was die Wertigkeiten in der Familie betrifft .....und muss echt schlucken....

Liebe Grüße von Aliengirl
Lass' dich doch nicht so vom Gerede oder der Taten anderer Menschen beeinflussen. Wen interessiert, was die Mutter, der Vater oder die Nachbarn machen und denken? Haben diese Menschen einen gerechten Anspruch auf die Richtigkeit ihres Handelns oder gar ein Mitspracherecht in deinem Leben?

Cadda
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Beitrag von Cadda » 28.02.2018, 09:47

Also, ich kann das wiederum sehr gut nachvollziehen, Alliengirl. Ich habe beispielsweise, bevor ich aufgehört habe zu Trinken, noch nie jemanden angekündigt, nicht mehr trinken zu wollen. Daher wäre ich auch sehr enttäuscht gewesen, wenn ich nicht ernst gekommen worden wäre.

Und ich wäre erst Recht enttäuscht gewesen, wenn es meine eigenen Eltern wären, die so reagieren würden. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, bzw. zu meinem Vater; meine Mutter lebt leider nicht mehr. Daher ist es mir auch wichtig, dass sie an mich glauben.

Cadda
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Beitrag von Cadda » 28.02.2018, 09:53

Ich würde aber auch immer schauen, was es für Gründe haben könnte, weshalb sie so reagieren. Wenn man beispielsweise wirklich schon öfter vor hatte, mit dem Trinken aufzuhören, dann wird einem vielleicht weniger geglaubt. Trotzdem würde ich das Herunterspielen der Angelegenheit (so wie Deine Mutter das tut) dann erst Recht fehl am Platze finden. Es ist eine Sache, berechtigterweise misstrauisch zu sein. Aber herunter spielen und nicht ernst nehmen, finde ich nicht unterstützend, sondern sogar gemein, weil ich damit in die andere Richtung mitwirken könnte.

Bei Deiner Mutter gehe ich aber davon aus, dass sie das deshalb verharmlost, um die eigenen Sorgen diesbezüglich kleiner zu machen.

Ich wäre jedenfalls auch enttäuscht, würde mich aber in keinem Fall entmutigen lassen.

Dante
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Beitrag von Dante » 28.02.2018, 12:09

Deine Mutter hat schlichtweg keinen Zugang zu deinem Problem, Ag.Sie ist wahrscheinlich auch keine Alkoholikerin.

Ich würde das Thema vorerst auf sich beruhen lassen. Irgendwann gibt es wahrscheinlich eine Gelegenheit für dich, etwas klarzustellen.

Ohnehin scheinen sich die Menschen in deinem Umfeld recht rigoros über dich hinweg zu setzen. Dass jemand für andere wie selbstverständlich Alkohol in meiner Wohnung deponiert, ist undenkbar.
Ich denke, da solltest du bissiger werden.

Aliengirl
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Beitrag von Aliengirl » 09.03.2018, 10:13

Hallo zusammen:)

Ich habe letztes Wochende die Geburtstagsfeier besucht. Es waren 2 komische Situationen. Ich habe gefragt, ob in dem Kuchen Alkohol drinnen ist, meine Mutter meine nein. Ich habe mich voll gefreut, weil ich gedacht hatte sie hat beim Backen das beherzigt, was ich ihr gesagt hatte. Also, dass ich keinen Alkohol auch mehr in Gebäckform oder im Essen mehr zu mir nehme. Dann hatte ich das Stück Kucken fasr schon auf dem Teller, da meine sie der Alkohol sei ja im heissen Zustand draufgekommen und sei ja verdunstet.......
Ich habe mich dann etwas früher mit meinem Sohn verabschiedet, weil ich echt müde war an dem Abend. Da meinte meine Tante aus der letzten Ecke in schrillem Ton vollig zusammenhangslos und auch vor Bekannten, mit denen ich wirklich nichts zu tun habe, die eben Freunde von dem Mann meiner Mutter sind, also die meiner Meinung nach auch nicht eingeweiht werden müssen, dass ich ja keinen Alkohol mehr trinke und deshalb vermutlich früher gehe.
Nun ja hab das mal so stehen lassen. Ich bin aber auch nicht mehr so gekränkt von solchen Komentaren oder solchen Aktionen, ichmerke, dass ich irgendwie gelassener werde.
Mir geht es auf jeden Fall sehr gut mit meiner Abstinenz, ich habe kaum mehr Situation an denen ich an Alkohol denke. Das Leben ist viel schöner, viel bunter. Ich geniesse aktiv die Zeit mit meinem Sohn und mit unserer Hundedame. Habe das Kinderzimmer neu renoviert, ein Hochbett aufgebaut, Lampen, Regale, Schränke aufgebaut....
Das Leben macht Spass:)

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