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Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 09.03.2018, 10:35

Da meinte meine Tante aus der letzten Ecke in schrillem Ton vollig zusammenhangslos und auch vor Bekannten, mit denen ich wirklich nichts zu tun habe, die eben Freunde von dem Mann meiner Mutter sind, also die meiner Meinung nach auch nicht eingeweiht werden müssen, dass ich ja keinen Alkohol mehr trinke und deshalb vermutlich früher gehe.
Ich kann über sowas heutzutage nur noch mit dem Kopf schütteln. :roll:
Selbst zu Zeiten, als ich noch gesoffen habe, hätte ich das vermutlich auch schon getan.
Was soll denn sowas?
Mir zeigt sowas immer nur eines, liebes Aliengirl:
Wes Geistes Kind jemand ist, der sich so verhält und nur Bockmist labert...
Und das darf ich ja so beurteilen, wie ich lustig bin. :wink:
Und ich kann dann auch darüber einfach hinweggehen.
Wenn jemand zu wenig Grips in der Birne hat oder selbst in der Alkoholfalle fest gefangen ist, der kann eben wohl nicht anders?

Lass die anderen reden, was sie wollen, auch wenn das mitunter ärgerlich ist.
Geh Du mal Deinen Weg weiter, den Du doch bisher sehr gut und auch erfolgreich gegangen bist.
Und versuche bitte, über solche Vorfälle zu stehen... denn sie sind einfach nur dumm und nix anderes.

LG Sunshine

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 09.03.2018, 10:57

Hallo Aliengirl,

ich bin selten des Lobes aber ich finde es gut das du hier alle aufkommende Fallstricke uns mitteilst. Danke dafür.
Dann hatte ich das Stück Kucken fasr schon auf dem Teller, da meine sie der Alkohol sei ja im heissen Zustand draufgekommen und sei ja verdunstet.......
ich kenne das auch. Da wird im Tal der Ahnungslosen einfach mit Laienwissen argumentiert ohne sich darüber Gedanken zu machen. Ich kann es Ihnen auch nicht verdenken, da es meine Krankheit ist und die Mehrheit sich nicht damit befasst hat. Bei mir kamen in den Jahren, von alkoholfreien Bier/Sekt oder auch im Essen verkochter Wein und so ein den üblichen Mist zu Sprache. Da nutzt auch die beste Argumentation nichts da der gegenüber sich meist auch profilieren will.

Wichtig und das scheinst du auch erkannt zu haben ist eben das nicht nur der Alkohol selbst ein Auslöser für ein Rückfall sein kann sondern schon allein der Geschmack, der Geruch oder das Saufen am Nachbarstisch

Weiter so!

Gruß Hartmut

Dante
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Beitrag von Dante » 09.03.2018, 20:50

Das mit dem Kuchen hätte böse ins Auge gehen können.
Deine Mutter akzeptiert deine Entscheidung bezüglich des Alkohols nicht.

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 10.03.2018, 12:16

Dante hat geschrieben:Das mit dem Kuchen hätte böse ins Auge gehen können.
Deine Mutter akzeptiert deine Entscheidung bezüglich des Alkohols nicht.
Hallo!

Ist es wirklich ein Akzeptanzproblem? Ich habe in meiner bisherigen Zeit eher den Eindruck gewonnen, dass es die Ahnungslosigkeit ist. Dritte kennen sich mit unserer Krankheit nicht aus. Das können wir ihnen nicht vorwerfen, da es nicht die ihre ist. Wir können nur wie ein guter Lehrer (solche gibt es tatsächlich :wink: ) nur durch Aufklärung und stetes Wiederholen versuchen, zu einem Bewusstseinswandel beizutragen und sie entsprechend zu sensibilisieren.

Ich würde die Dame noch mal ins Gebet nehmen.

Gruß Carl Friedrich

Aliengirl
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Beitrag von Aliengirl » 12.03.2018, 20:41

Liebe Sunshine, lieber Hartmut, lieber Dante und lieber Carl Friedrich,
Vielen Dank für Eure Worte. Ja, komischerweise hat mich der Kommentar noch nichtmal wirklich zornig gemacht, ich habe mir wie Du eben so schön beschrieben hast eben einfach meinen Teil dazu gedacht....natürlich mit etwas kopfschütteln und meine Antwort war: Ja, Du hast recht, ich trinke momentan eben keinen Alkohol. Im nachhinein bin ich etwas unglücklich, hätte eben sagen müssen: Ja Du hast Recht ich trinke keinen Alkohol mehr.
Alleine das hat mich eben etwas unglücklich aus der Situation rausgehen lassen. Weil ich nicht nochmal die Betonung auf den Absolutismus gelegt habe. Allerdings war ich in der Situation echt etwas überfahren, weil vor fast fremden Menschen aus dem Verwandtenkreis des neuen Manns meiner Mutter ein Outing bezüglich meines Alkoholismus gezwungenermaßen hinzulegen, fande ich nicht richtig und unpassend.
Aber mich hat es schon geärgert, dass ich in so eine Situation rutsche. Allerdings wurde von mir kein Gedanke daran verschwendet eine Erleichterung der Gedankenspirale durch den Rausch zu suchen. Merke, dass ich momentan ganz schön mit Gefühlswelten insbesondere Zorn und Ungeduld und auch Gereiztheit konfrontiert bin. Früher zwar auch, aber es gab eben das Alkoholventil, jetzt gehts eben zur Sache...und ich stelle mich der Herausforderung mich mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Ich denke mir dabei, dass ich es wahrscheinlich nie richtig gelernt habe und meine Hausaufgaben eben jetzt nachholen muss. Oder so ähnlich......Dazu gehören unter anderem auch Streitgespräche, ich versuche konstruktiv zu sein und versuche mich nicht mehr an Nichtigkeiten hochzupushen....( um dann wie frühe die Dämpfung durch den Alkoholkonsum zu erfahren). Keine einfachen Zeiten, aber eine große Notwendigkeit für mich auf meinem Weg. Hätte aber nie gedacht, dass solche Gedanken und Entwicklungen überhaupt aufkommen könnten, noch vor ein paar Wochen...

Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 12.03.2018, 21:56

weil vor fast fremden Menschen aus dem Verwandtenkreis des neuen Manns meiner Mutter ein Outing bezüglich meines Alkoholismus gezwungenermaßen hinzulegen, fande ich nicht richtig und unpassend.
Gerade das finde ich auch recht daneben.
Niemand sollte zu einem Outing sozusagen gezwungen werden, das ist einfach nicht okay.
Aber es gibt immer wieder so merkwürdige "Hallo-ich-weiß-was"-Zeitgenossen, die dann auch auf Teufel komm raus mirt allem herausplatzen müssen,
egal worum es geht.
Merke, dass ich momentan ganz schön mit Gefühlswelten insbesondere Zorn und Ungeduld und auch Gereiztheit konfrontiert bin. Früher zwar auch, aber es gab eben das Alkoholventil, jetzt gehts eben zur Sache...und ich stelle mich der Herausforderung mich mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Ich denke mir dabei, dass ich es wahrscheinlich nie richtig gelernt habe und meine Hausaufgaben eben jetzt nachholen muss. Oder so ähnlich......Dazu gehören unter anderem auch Streitgespräche, ich versuche konstruktiv zu sein und versuche mich nicht mehr an Nichtigkeiten hochzupushen....( um dann wie frühe die Dämpfung durch den Alkoholkonsum zu erfahren). Keine einfachen Zeiten.....
Genau an diesen Situationen wächst man aber auch :wink:
Klar ist das erstmal mühselig, weil ungewohnt, aber es wird immer besser.
Ich sage immer, ohne meine Krankheit hätte ich gewisse Entwicklungsschritte evtl. gar nicht machen können, weil ich nicht gemußt hätte.
So hat meine/unsere Krankheit auch ihr Gutes :)

LG Sunshine

Thomas 2017
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Beitrag von Thomas 2017 » 13.03.2018, 11:36

Hallo Aliengirl

Ein Nichtalkoholiker kann es eben nicht nachvollziehen, dass jemand abstinent sein will. Das wird immer wieder passieren. Ich habe längst aufgehört mich zu erklären oder zu rechtfertigen. Das Problem ist, dass wir Alkis eben eine andere Sprache sprechen. Deshalb ist das Forum auch so hilfreich für mich. Wenn ich hier schreibe, dass ich z.B. ohne Alkohol koche, dann muss ich eben nicht erklären warum ich das tue. Oder wenn ich über einen Rückfall berichte, dann wissen die anderen um was es geht. Da kommen keine Ausdrücke wie "Willensschwäche" etc. Viele Aussenstehende kennen die Krankheit nicht. da kommen dann schnell Sprüche wie "Hör doch einfach auf zu saufen". Das ist oft nicht mal böse gemeint. Sie sprechen halt einfach eine andere Sprache.

LG Thomas

Dante
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Beitrag von Dante » 13.03.2018, 23:28

Jetzt passt mein Spruch vom krumm gesoffenen Hormonhaushalt wieder ganz gut. :lol:

Es stimmt schon, ohne den Suchtstoff erleben wir unsere Gefühlswelt viel intensiver. Das gilt vor allem in der ersten Zeit nach Beginn der Abstinenz.
Nun gibt es aber auch negative Gefühle, die gehören zum Leben nun mal dazu. Wir müssen lernen, auch ohne Suchtstoff mit unseren negativen Gefühlen umzugehen, ohne gleich zur Flasche zu greifen.

Einen Nachtrag zu der von dir beschriebenen Situation. Deine Mutter weiß natürlich nicht, was alles zu einem trockenen Dasein gehört. Es kann sogar sein, dass sie dass alles für Quatsch hält. Jedenfalls setzt die ihre Einschätzung als die richtige & du hast sie so hinzunehmen. Überhaupt scheint der Alkohol einen hohen Stellenwert in deiner Famile zu haben.

Jeden falls gilt es, sich von solchen Vorgaben aus dem familiären Umfeld zu emanzipieren, auch ganz unabhängig von der Suchtfrage. Du bist eine erwachsene Frau & weißt, was richtig & gut für dich ist.

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