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Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Aliengirl
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Beitrag von Aliengirl » 14.03.2018, 00:56

Meine Mutter war immerhin 5 Jahre mit einem trockenen Alkoholiker verheiratet. Ich glaube aber wirklich mit der Thematik auseinander gesetzt hat sie sich nicht. Sie hat damals öfter Alkohol für sich gekauft und getrunken, obwohl er das defintiv abgelehnt hat. Alkoholfreier Haushalt usw.....
Eigentlich sehr Bedauerlich wenn man das nüchtern betrachtet......Sie haben sich ca ein Halbes Jahr vor seinem Tod getrennt, er war starker Raucher und hatte Lungenkrebs.
Heute hatte ich mit meiner Mutter erneut einen Streit. Merke langsam, dass sie in vielen Punkten einfach über mich hinweggeht ....sie legt es jedoch immer aus als sei ich die, die immer nörgelt und unzufrieden ist....und ist beleidigt, wenn ich meine Meinung vertrete. Stellt mich als undankbar und egoistisch dar. Ein schuldzugeständnis ihrerseits ist definitiv nicht zu erwarten. Ich merke schon, dass solche Situationen von mir früher im Alkohol ertränkt wurden. Jetzt wird es eben unangenehm, weil ich eben auch bei meiner Meinung bleibe und hartnäckiger bin. Ist jetzt nicht gerade angenehm, weder für sie noch für mich. Hier knallen einfach Unterschiedliche Vorstellungen frontal aufeinander. Ich habe früher eben auch oft um den Frieden willen eingelenkt...

Cadda
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Beitrag von Cadda » 14.03.2018, 07:34

Guten Morgen,

man merkt einfach ganz deutlich, dass es bei Deiner Mutter nicht ihre Unwissenheit ist, sondern sie Dein Vorhaben wissentlich übergeht. So wie sie es ja auch schon bei ihrem damaligen Lebensgefährten getan hat. Deshalb würde ich mir auch nicht einreden lassen, dass Du hier das unnormale Verhalten an den Tag legst. Sag ihr, dass es tatsächlich so ist, dass Du unzufrieden bist und zwar deshalb, weil sie Dich und Deine Meinung nicht ernst nimmt, indem sie Dich übergeht. Das ist respektlos. Wenn sich mir gegenüber jemand respektlos verhält, werde ich auch unzufrieden.

Ich finde es toll, dass Du selbst merkst, was das Problem ist. Und es stimmt, nüchtern setzt man sich intensiver mit Dingen auseinander. Das ist anstrengend, aber trotzdem auch schön. Weil man sich einfach öfter im Recht fühlen kann, da man mit klarem Kopf doch auch öfter mal richtig handelt :-)

Aliengirl
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Beitrag von Aliengirl » 14.03.2018, 18:18

Hallo zusammen,

Konnte heute tatsächlich den Streitpunkt mit meiner Mutter klären. Wir haben einen Spaziergang zusammen in der Sonne gemacht und dann habe ich das Thema einfach nochmal angesprochen. Es ging nicht um Alkohol, sondern um einen Umbau am Haus, wo wir unterschiedliche Vorstellungen hatten. Und man glaubt es kaum, sie hat eingelenkt und mir recht gegeben....Es geschehen noch Wunder:) zudem habe ich heute meinen unbefristeten Arbeitsvertrag unterschrieben:) und geniesse demnach in vollen Zügen den Tag, obwohl sonst mit einer echt gemeinen Angina zu hause…
Es grüßt Euer Aliengirl

Aliengirl
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Beitrag von Aliengirl » 14.03.2018, 18:45

Hallo zusammen,

Konnte heute tatsächlich den Streitpunkt mit meiner Mutter klären. Wir haben einen Spaziergang zusammen in der Sonne gemacht und dann habe ich das Thema einfach nochmal angesprochen. Es ging nicht um Alkohol, sondern um einen Umbau am Haus, wo wir unterschiedliche Vorstellungen hatten. Und man glaubt es kaum, sie hat eingelenkt und mir recht gegeben....Es geschehen noch Wunder:) zudem habe ich heute meinen unbefristeten Arbeitsvertrag unterschrieben:) und geniesse demnach in vollen Zügen den Tag, obwohl sonst mit einer echt gemeinen Angina zu hause…
Es grüßt Euer Aliengirl

Cadda
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Beitrag von Cadda » 07.04.2018, 13:45

Hallo Aliengirl,

da hab ich mal in den Tagebüchern von einigen nachgelesen und bekomme erst jetzt Deine aktuellen Beiträge zu Gesicht, die nun schon gar nicht mehr aktuell sind.

Trotzdem möchte ich -wenn auch verspätet- sagen, dass es mich freut, dass Du Dich mit Deiner Mutter einigen konntest. Ich hoffe, das ist immer noch Stand der Dinge?

Suuuuuper mit dem Arbeitsvertrag, das ist echt klasse!

Geht es Dir ansonsten auch gut? Ein schönes Wochenende :-)

Aliengirl
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Beitrag von Aliengirl » 07.04.2018, 21:11

Liebe Cadda,
Lustigerweise war ich jetzt schon etwas länger nicht hier im Forum aktiv und habe mich gerade eingeloggt und sehr über Deine Nachricht gefreut.
Mir geht es im richtig gut und ich geniesse mit meinem Kleinen die ersten warmen Tage:) Heute hatte ich allerdings ein sehr einschneidendes Erlebnis: Ich habe meine Mutter mit ihrem Mann zum grillen abends eingeladen. Sie hatten Alkohol dabei, obwohl ich klar geäußert habe, dass der in meinem Zuhause nicht geduldet ist. Dann ist alles eskaliert und er meinte, dass er geht, wenn hier kein Alkohol getrunken werden darf. Das tat er dann auch, weil ich auf mein alkoholfreies Umfeld bestanden habe. Das hatte dann zu Folge, dass mein Mutter total angepisst dageblieben ist. Sie hat mir das als Fehlverhalten ausgelegt und mich als komplett intolerant ect. bezeichnet.....Ein Wahnsinn eigentlich, dass ich mich jetztauch noch rechtfertigen muss, oder? Ich habe die Nerven behalten und sie nach dem Essen gebeten nochmal darüber zu sprechen. Habe ihr nochmal NOCHMAL UND NOCHMAL erzählt, dass ich das nicht aus Intoleranz mache, sondern aus Selbstschutz für mich und meinen Sohn. Das ich eine sehr tolerante Person bin, und nicht aus Boshaftigkeit darauf bestehe, dass hier nicht getrunken wird. Sie war bemüht das zu verstehen, aber angekommen ist nichts. Sie meinte ich müsse mit den Konsequenzen leben, wenn ich mich so in die komplette Isolation begebe. Sie werde eben dann auch nicht mehr so oft vorbeikommen ect, wie mal abends zum grillenoder ähnliches. Ich habe ihr nochmals deutlich aufgedröselt, dass es sich um eine Krankheit handelt, die nur 2 Möglichkeiten hat, Leben oder Tod!! Ich habe ihr deutlich gesagt, dass ich bis zu drei Flaschen Wein abends immer getrunken hat, ob sie sich nicht mehr erinnert, oder das nicht schlimm fand. Sie meinte, dass ich ja immer alles übertreiben muss, das sie das eben nicht hat und ja auch nach einem Glas aufhören kann. Kann sie auch, ich habe ihr dazu gratuliert, das sie das kann. Und ihr gesagt, dass ich esnicht kann und auch niemal können werde....aber angekommen ist es glaube ich trotz aller Mühe nicht wirklich.
Alles sehr traurig.....
Aber ich belasse das jetzt als meinen letzten Versuch mich zu erklären, ich bin es wirklich leid, wenn es nicht verstanden werden will.
Trotzdem geht es mit gut, gerade weil ich eine neue Konfliktsituationen so gemeistert habe, dass ich mich mit meiner Entscheidung und meinem Verhalten gut fühle....

Ich hoffe, dass es Dir auch gut geht, liebe Cadda:) hat mich wirklich sehr bestärkt, dass gerade heute jemand von Euch an mich gedacht hat:)

MieLa
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Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholikerin

Beitrag von MieLa » 07.04.2018, 22:27

Liebe Aliengirl,

schade, dass deine Mutter solche Schwierigkeiten hat, die Krankheit zu verstehen. Ich frage mich bei solchen Reaktionen manchmal, ob sie bei einem anderen Suchtmittel genauso erfolgen würden. Würde man auch bei einem abstinenten Heroinsüchtigen verlangen, sich in seiner Gegenwart einen Schuss setzen zu dürfen?

Wenn der Lebensgefährte deiner Mutter einen Abend ohne Alkohol nicht aushält, ist das schon bedenklich. Ist deine Mutter da in einer Co-Situation?

Ich finde es toll, dass du standhaft geblieben bist und auch nochmal ganz bewusst das Thema angesprochen und Position bezogen hast!

Alles Gute,
MieLa

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 07.04.2018, 22:33

Hallo!

Klasse Leistung, dass Du standhaft geblieben bist.

Das ist das Problem, wenn Dritte keine Ahnung von unserer Krankheit haben. Ihnen fehlt es dann an der nötigen Einsicht, evt. auch an Empathie.

Evt. kannst Du mit deiner Mutter mal zusammen zur Suchtberatung gehen. Bei uns führen die Therapeuten auch Angehörigengespräche, um sie zu sensibilisieren. Evt. schenkt sie den Ausführungen eines kompetenten Dritten Glauben und beginnt umzudenken.

Gruß
Carl Friedrich

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