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Ein und Überschätzung.

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Carmen
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Carmen » 05.05.2020, 09:06

Hallo zusammen,
Hartmut hat geschrieben:
04.05.2020, 22:14
Wieso sollte und nicht soll ? Wieso die Einschränkung, soweit das möglich ist? Wo sind denn die Fallstricke ?
Damit meinte ich, dass man nicht jedem Risiko aus dem Weg gehen kann. Ich kam zum Beispiel vor einigen Tagen in
eine alkoholische Situation, die nicht vorhersehbar war. Warum sollte und nicht soll? Gute Frage. Da spricht wahrscheinlich noch die Sucht aus mir, wie Du es mal gut auf den Punkt gebracht hast.
Hartmut hat geschrieben:
04.05.2020, 22:14
Im Kopf fängt ja bekanntlich alles an.
Ja, das stimmt. Früher habe ich meine Gedanken in abstinenten Phasen nicht beobachtet und auch sonst nichts an meinem Verhalten geändert, denn das wäre ja unangenehm gewesen. Dazu fällt mir ein passendes Zitat ein.
" Achte auf deine Gedanken - sie sind der Anfang deiner Taten "
Carl Friedrich hat geschrieben:
04.05.2020, 22:42
Großartige Umtrünke zu Geburtstagen, Jubiläen, Hochzeiten, Taufen, Schützenfeste, Saisonabschlussfeiern und was weiß ich noch alles, dürften eh nicht anstehen. Denn dort hat ein frisch Abstinenter m.E. (noch) nichts verloren.
Das passt für mich.

Hallo Lia,

ich musste auch schon manchmal bei einigen Kommentaren hier schlucken, da ich ziemlich empfindlich bin und mich schnell angegriffen fühle. Der Ton ist ja manchmal wirklich ziemlich hart und das kann einen dann kurz runterziehen. Ich freu mich, wenn Du dann für den erweiterten Forenzugang freigeschaltet wirst und finde es gut, dass Du hier bist.

LG
Carmen

Lia
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Lia » 05.05.2020, 09:45

Hallo Carmen,
danke dir und ja, ich finde es auch gut, auch wenn einem manches nicht passt denke ich, es wird schon seinen Sinn haben.
Ich bin leider auch sehr empfindlich, das liegt sicher daran, dass ich bisher im Leben eher wenig einstecken musste und mir immer eher übers Köpfchen gestreichelt wurde.
Deshalb schadet es mir auch nicht, mich mal mit einer härteren Gangart auseinander zu setzen.
Freu mich auch auf den geschlossen Bereich, obwohl ich keine Ahnung habe, wie es dort abläuft.

So, jetzt fahre ich a bisserl einkaufen, dann kochen.
Morgen babysitten, freu mich schon.

Halt die Öhrchen steif, ich tu es auch :))

LG Lia

Hartmut
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Hartmut » 05.05.2020, 09:52

Hall Lia
Ich glaube, ich habe aus reiner Selbsüberschätzung getrunken, einfach nur bescheuert .
das passt auch gut zu diesem Thread. Hattest 2 Jahre lang sauber durchgehalten und dann wieder es "versucht". Nun kann man auch draus seine Schlüsse ziehen. Ich würde mich fragen. War ich mir da schon sicher Alkoholiker zu sein? War da schon der Wille für eine lebenslange Abstinenz vorhanden. Und wie kam ich denn an den Suff , habe ich den gekauft oder war er griffbereit im Schrank.

Hallo Carmen,
Ich kam zum Beispiel vor einigen Tagen in
eine alkoholische Situation, die nicht vorhersehbar war.
Das passiert mir auch. Kann ich auch nicht immer ausschließen. Aber es macht für mich einen Unterschied ob, wie in diesem Fall, der Alkohol auf mich zu läuft oder ich auf den Alkohol zu laufe. Gerade in der Anfangszeit, wenn ich mir noch nicht ganz trauen kann (Suchtgedächnis muss ja erstmal überschrieben werden) muss ich vermeiden was ich vermeiden kann und draus lernen was nicht vermeidbar ist. Deswegen schreiben wir ja auch in den Grundbausteinen wie wichtig es gerade im ersten Jahr ist drauf zu achten.

und zum Ton und Musik. Es ist hier im Forum schon wesentlich ruhiger geworden. :D Ich kann mir aber auch darüber Gedanken machen, warum so vehement geantwortet wurde. Hat ja einen Grund. Ich hatte einfach den Ton ausgeschaltet und mich mit dem inhaltlichen der Post beschäftigt. (meist hin und wieder auch zurück gemault ;)

Gruß Hartmut

Lia
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Lia » 05.05.2020, 13:28

Ja, da war ich mir schon lange sicher, Alkoholikerin zu sein, aber wenn diese Einsicht reichen würde um ewig trocken zu bleiben, wäre es einfach und dann gäbe es auch kaum Rückfällen.
Dem ist aber leider nicht so.

Wie meinst du denn das mit Ton und Musik? Hab ich da was verpasst oder gibt's das nur im geschlossenen Bereich?

LG Lia

Lia
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Lia » 05.05.2020, 13:29

P.S. Habe ich gekauft, zuhause is nix.

Lia
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Lia » 05.05.2020, 13:31

Sorry Hartmut, hab's kapiert mit dem Ton....

Cadda
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Cadda » 05.05.2020, 23:10

Hallo Lia,

ich hab es auch direkt gemerkt, Hartmut hat Dich verwechselt. Du hast Dich nicht missverständlich ausgedrückt, was die Abstinenz angeht.

Ich kann verstehen, dass man sich mitunter angegriffen fühlt. Fand und finde die Art und Weise auch nicht immer von Allen angemessen. Aber man kann ja trotzdem was für sich mitnehmen. In welchem Ausmaß entscheidet man dann ja für sich selbst.

Ich würde mir wünschen, dass sich niemand zurückzieht, sich wenn man mal Beiträge ungerecht formuliert findet. Hier im Angehörigenbereich war vor Kurzem eine Frau, die ich vom Schreiben her sehr gern mochte. Die hat sich Kritik sehr zu Herzen genommen, dann noch einen Beitrag zusätzlich falsch verstanden und weg war sie. Das macht mich heute noch traurig. Deshalb versuche ich immer, diplomatisch zu formulieren. Aber Andere machen es halt anders und empfinden das als richtig. Was letztendlich richtig ist, kommt auch auf den Empfänger des Beitrages an. Manche verstehen was man meint, Manche erst, wenn man direkt den Holzhammer rausholt.

Eines sollte wohl klar sein. Helfen wollen Alle. Die Arten sind unterschiedlich. Ich würde mir wünschen, dass man das Beste für sich rausfiltern.

Dhyana
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Dhyana » 05.05.2020, 23:41

Lia hat geschrieben:
05.05.2020, 08:37
ja, stimmt schon, ich versuche auch immer mehr, zu verstehen, warum mir manche Aussagen so widerstreben und denke dass es nur mit mir zu tun, da lohnt es sich , näher hinzusehen.

In diesem Sinne, nach dem Motto von Carl Friedrich...diesmal wird es klappen.
Ich weiss es einfach...weil es mein aller erster Herzenswunsch ist.
Hallo Lia, so Aussagen, die dir widerstreben, könnten von deinem Suchtgedächtnis kommen, dem Teil in dir der trinken möchte, für den trinken ein Gewinn war und der dich immer wieder mal zu überreden versucht, mit allem möglichen ...

Ich kann mich erinnern, dass ich ein paar Wochen nachdem ich aufgehört habe, beim spazieren im Wald, überkam mich eine tiefe Traurigkeit aus dem nichts, Tränen flossen, es regnete, und an was dachte ich ... tröste dich, geh dir was zu trinken kaufen ... danach geht es dir besser. So ein Quatsch.. habe es nicht gemacht, sondern den Gedanken entblösst als dass was es war, ein Betrug, ein Blender. Aber auch so kann es kommen. Süchtiges trinken hinterlässt tiefe Spuren in unseren Köpfen, die nie wegradiert werden können. Wahrscheinlich auch ein Grund warum du nach 2 Jahren Abstinenz dich überschätzt hast. Vielleicht hast du es auch nicht (mehr) gewusst oder verdrängt.

Ich wünsche dir, dass dein Herzenswunsch in Erfüllung geht und die immer achtsam bist
Viele Grüsse, Dana

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