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Ein und Überschätzung.

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Hartmut
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Hartmut » 04.05.2020, 12:03

Hallo Lia

mal in meinen Worten ;-)

irgendwo habe ich gelesen das du dir gar nicht sicher bist ob du ein Leben lang trocken sein möchtest? Heißt im Umkehrschluss für mich, es ist egal was ich mache, ich habe ja eh wieder vor zu Saufen. Desweiteren habe die Sucht noch nicht für mich akzeptiert. Ich bin nicht krank. Solange diese Einsicht und das Ausmaß einer tödlich verlaufenden Krankheit fehlt ist es ein Trinkpause. Nicht mehr und nicht weniger.
ch habs ja schon mal geschrieben und ich bleibe auch dabei (war ja auch schon mal 2 Jahre trocken vor kurzem), mich triggert es null, wenn ich sehe, dass irgendwo getrunken wird. Ich trinke nicht und fertig.
Nein du warst nicht trocken. Es war eine Trinkpause. Nun sitzt du immer mit einer Handbreit bei Glas in einem nassen Umfeld. Was ist eigentlich triggern für dich? (rhetorische Frage). Triggern ist nicht linear, es ist ein wechselnder Zustand. Heut macht es mir nichts, morgen nervt es und übermorgen ist es mir egal. Prost.

Sucht ist auch keine Empfindung Sache Es ist eine chronisch verlaufende Krankheit. Im Vorbeilaufen und sich etwas aussuchen was gerade passt ist der falsche Ansatz.
Frage dich mal genau ob du dich als Alkoholiker siehst und für wen du trocken sein willst. Wenn du deine Trocken- Geh- Versuche an Erwartungen anderer heftest oder für deinen eingeschlagen Weg nur Bestätigung suchst, dann wird es sehr bedenklich. Ich wünsche es dir das du den Weg findest.

ps, ich war lange außer Gefecht gesetzt und habe auch noch nicht alles von dir gelesen. Entschuldige wenn ich etwas Wichtiges überlesen habe. Aber ich schaue, wenn du es auch möchtest, hin und wieder bei dir rein. Und bei Allem. Es geht hier nicht um Recht oder Unrecht. Richtig oder falsch, es geht um dein Leben.
Gruß Hartmut

Carmen
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Carmen » 04.05.2020, 13:26

Hallo Lia, hallo Hartmut

danke für Eure Beiträge. Ich habe zwei Fragen an Dich, Hartmut.

Woran liegt es Deines Erachtens, dass es manchen ( frisch) trockenen Alkoholikern nichts ausmacht von trinkenden Menschen umgeben zu sein und anderen wiederum schon. Ist es Selbstüberschätzung, eine falsche Wahrnehmung, Leichtsinn oder wirklich das wahre Empfinden? Ich habe nämlich nicht das Gefühl, dass die Leute, die hier berichten, dass es ihnen nichts ausmacht mit Alkohol konfrontiert zu werden, die Unwahrheit sagen. Da würde mich mal die Meinung eines LZTs interessieren.

Die zweite Frage wäre, ab wann man trocken ist. Woran merkt man das oder ist der Weg in die Trockenheit genauso schleichend wie der Weg in die Alkoholsucht?

Die Fragen gelten auch an alle anderen Leser.

LG
Carmen

Cadda
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Cadda » 04.05.2020, 14:36

Hallo alle zusammen,

ich kann jetzt nur von MEINEN Empfindungen schreiben. Es gibt Tage, an denen denke ich gar nicht an Alkohol. Dann gibt es Tage, an denen ich zeitweise an Alkohol denke. Mal gelingt es mir schnell, die Gedanken wieder loszuwerden. Manchmal will ich sie auch gar nicht loswerden und denke bewusst drüber nach. Wenn ich aber Lust auf Alkohol verspüre, werde ich sie dennoch wieder los, die Gedanken. Wie schon mehrfach erwähnt, indem ich den "Gedanken zu Ende denke". Meine Gefühle sind also teilweise von der jeweiligen Tagesform abhängig.

Das führt dazu, dass ich Situationen unterschiedlich empfinde. Ich nehme jetzt mal einen Geburtstag, Silvester, Osterbrunch oder sonstiges....
meiner Schwiegermutter im Haus unten in ihrer eigenen Wohnung als Beispiel. Es gab Tage, an denen war ich von der Laune her so drauf, dass ich gar nicht erst runter gegangen bin, weil ich merkte, dass ich keine Lust habe, Leute in Feierstimmung zu sehen. Dann gab es Tage, an denen ich unten war und es hat mich null komma null interessiert, ob da jemand etwas alkoholisches trinkt, weil ich mich z. B. so nett mit einer Bekannten unterhalten habe und wir so viel zu lachen hatten, dass ich gar nicht drauf geachtet habe und es mir auch völlig egal war.
Dann gab es Tage, an denen war ich dort unten und es hat mir gut gefallen und irgendwann merkte ich "nö, ich hab da keine Lust drauf, zu sehen, wie jemand sich Sekt einschenkt" und bin direkt wieder hochgegangen. An manchen Tagen habe ich "gesehen", wie sich jemand etwas einschenkt und an manchen Tagen habe ich es nicht "gesehen", weil ich gar nicht drauf geachtet habe.

Als weiteres Beispiel nehme ich jetzt mal meine Arbeit. Ich packe beispielsweise Ware aus, darunter auch 3 Kartons Wein, die ins Regal müssen. Es gibt Tage, da stelle ich die Flasche ins Regal und bin gedanklich schon mit den nächsten Dingen befasst und es geht so nebenbei, dass ich die Flasche in der Situation auch gar nicht richtig "sehe". Dann gibt es Tage, an denen packe ich den Wein aus und denke bewusst daran, wie froh ich bin, dass ich dieses ätzende Zeug nicht mehr saufen muss. Und an anderen Tage denke ich "ach, jetzt ne Pulle Wein und ein wenig angeduselt sein, wie war das noch gleich im Sommer, wenn man da so auf der Terrasse saß?", dann denke ich den Gedanken zu Ende und schon juckt mich der Wein nicht mehr.

Es gibt doch unzählige Situationen, die vergleichbare Gedanken auslösen. Werbung, eine Kneipe, an der ich vorbeifahren muss, das Einkaufsregal, das ich vielleicht von Weitem beim Einkaufen sehe. Ich muss damit umgehen können und das kann ich auch. Je nachdem, wie meine Verfassung ist, läuft es wie oben beschrieben ab.

Es gibt Tage, an denen hab ich so große Lust auf einen Geburtstag z. B. von einer meiner Freundinnen zu gehen, weil ich mich freue, dort mit meinen Leuten zu sprechen und zu lachen. Da hält mich dann auch nichts davon ab, auch nicht das Wissen, dass da der Ein- oder Andere vielleicht etwas alkoholisches trinkt. Was ich jedoch überhaupt nicht mehr wollen würde und das hab ich auch ganz schnell abgelegt, sind solche Treffen, wo vielleicht wie früher 4 Leute am Stehtisch sitzen und saufen. Mit solchen Dingen und auch mit den Personen, die das gemacht haben, habe ich nichts mehr zu tun und ich würde auch niemals auf die Idee kommen, dort nochmal wieder hinzufahren. Sie würden auch nie auf die Idee kommen, mich anzurufen, weil sie wissen, dass ich nichts mehr trinke. Mit den Säufern besteht kein Kontakt mehr. Aber meine Freunde, meine RICHTIGEN Freunde haben kein Alkoholproblem, sie trinken nur gelegentlich, wenn überhaupt und das ist mir egal. Es ist mir einfach egal, das muss ich mir nicht einreden.

Genau so egal, wie es mir eben manchmal ist, wenn ich durch die Gegend fahre mit dem Auto und z. B. an Himmelfahrt betrunkene Leute sehe. Dann gibt es wieder Tage, an denen ist es mir NICHT egal. Dann fahre ich Himmelfahrt, Ostern, Muttertag oder wann auch immer durch die Gegend, sehe betrunkene Leute bei bester Laune und denke "ist das bescheuert, dass ich das nicht kann". Gedanken zu Ende denken... Fertig!


Ich KANN gar nicht dafür sorgen, dem Alkohol gedanklich nicht mehr zu begegnen. Meine größte Vorfreude auf Alkohol war nicht auf einer Veranstaltung, zu Hause oder in der Kneipe. Nein, die war z. B. auf der Rückfahrt von der Arbeit nach Hause im Auto bei schönem Wetter und guter Musik. Das kann ich nicht vermeiden! Da muss ich durch und damit muss ich umgehen können. Mit Geburstagsfesten muss ich nicht umgehen können, das weiß ich selbst. Aber wie bescheuert ist das denn, wenn ich auf etwas verzichte, worauf ich in dem Moment Lust habe (Treffen mit Freunden, Tanzen oder was auch immer), obwohl ich weiß, dass ich dort Spaß dran habe und es mich nach meinem Empfinden gerade wirklich nicht stört?? Ich höre in mich hinein. Ich sage z. B. nie fest zu. Denn wenn ich in mich hineinhöre und merke, dass es mich heute stören würde, dann gehe ich nicht hin. Fertig und beschlossen. Mache ich einfach nicht. Ich achte auf mich. Ich bin selbst reflektiert ohne Ende. Deshalb ist das in Ordnung für MICH.

Was für mich aber gar nicht in Frage kommen würde, wäre ein Partner, der in meinem Zuhause trinkt. Was für mich ebenfalls nicht in Frage kommen würde, wäre, dass es überhaupt Alkohol bei mir in meiner Wohnung gibt. Denn dann habe ich eben nicht mehr die Möglichkeit, in mich hineinzuhören und die Situation einzuschätzen. Wenn ein Geburtstag stattfindet, weiß ich, wie es mir geht, worauf ich mich freuen würde oder was mich stressen würde. Wenn ich einen Partner hätte, der neben mir trinkt, dann kann ich das nicht beeinflussen. Dann bin ich einer Situation ausgesetzt. Das empfinde ich als sehr, sehr großen Unterschied.

Ich würde auch niemals zu einem Geburtstag fahren und mich mitnehmen lassen. Ich fahre IMMER selbst, damit ich IMMER selbst entscheiden kann, wann ich nach Hause fahre. Es ist schon vorgekommen, dass ich mich nach einer Stunde wieder verabschiedet habe.
Und es ist auch schon vorgekommen, dass meine Leute, die mit mir mitgefahren sind, gern nach Hause wollten, weil sie genug getanzt und gelacht hatten und ich hatte absolut NULL Bock nach Hause, weil ich mich gerade so gut amüsiert habe. Dann mussten die halt leider noch bis nachts mit mir dort bleiben. Auch das gibt es.

Ich muss jedoch zugeben, dass es alles mit der Zeit, seit dem ich trocken bin (ja, inzwischen fühle ich mich trocken) weniger geworden ist. Ich genieße immer mehr die Ruhe zu Hause. Es kommt seltener vor, wo ich Lust habe, loszugehen. Es verändert einen alles mit der Zeit. Ich bin faul geworden. Und ich genieße es immer mehr, dass ich morgens gegen halb sieben am Wochenende ausgeschlafen bin und morgens meine Zeit für mich habe. Aber das mache ich nicht, also das öfter Zuhause bleiben, weil ich mich bewusst zurückziehe, sondern einfach, weil es mir immer besser gefällt, es ruhig zu haben. Das ist immer so phasenweise. Manchmal hab ich dann auch auf einmal abends Lust, mal unter Leute zu kommen, aber eher seltener wie gesagt.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich denke, dass es eben viel damit zusammenhängt, wie es innerlich in einem aussieht. Ob man sich was vor macht oder ob man wirklich selbstreflektiert seine Empfindungen prüft.

Warum ich mich trocken fühle, kann ich gar nicht richtig beschreiben. Weil ich einfach das Gefühl habe, das mein Denken trocken ist.

So, das waren meine Gedanken dazu :-)

Hartmut
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Hartmut » 04.05.2020, 14:58

Hallo Carmen,
Woran liegt es Deines Erachtens, dass es manchen ( frisch) trockenen Alkoholikern nichts ausmacht von trinkenden Menschen umgeben zu sein und anderen wiederum schon
Ich frage mich das nicht, warum es bei dem einen klappt,die Wahrheit sagt oder nicht. Das hat ja nichts mit mit meinen Empfindungen und meinen Weg zu tun. Wenn ich auf meine Erfahrungen oder Selbstversuche als noch "starker Held" zurückblicke,war es mir auch nicht möglich. Wenn ich das mit den Erfahrungen der Langjährigen trocken Alkoholiker vergleiche auch nicht.

Ich erzähle dir mal mein vorletzten Versuch bevor ich den Weg der Grundbausteine gegangen bin. Nun war ich ganz am Anfang sehr sensibel und alle Sinne waren auf Alkohol ausgerichtet. Ich wollte auch nicht als Looser bei den Anderen gelten. Ich wollte es offensiv verheimlichen, da es ein Stigma für mich war. Warum sollte andere sich nach mir richten, war meine "Allround- Ausrede". Da war schon hier angemeldet .Ich suchte mir auch diejenigen aus, die eine ohne Änderungen Weg gingen. Ich ahmte nach und fühlte mich bestätigt. Nach 12 Wochen war von mir nicht mehr viel übrig. Rückfall vom Feinsten der fast mein Tod bedeutete. Da war mir klar Es geht nicht mit Willen allein .
Woran merkt man das oder ist der Weg in die Trockenheit genauso schleichend wie der Weg in die Alkoholsucht?
Gute Frage. Nun da scheiden sich die Geister. Ich muss ja erstmal die Grundvoraussetzungen schaffen.

1.Erkenntnis Alkoholiker 2.Kapitulation vom Alkohol 3. Lebenslange Abstinenz anstreben. Alles andere sind für mich erstmal Trinkpausen.


Gruß Hartmut

Sunshine_33
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Sunshine_33 » 04.05.2020, 15:02

Hallo Carmen,
ich antworte mal für Hartmut, denn der würde eh das gleiche schreiben.

Späßle :lol:
Woran liegt es Deines Erachtens, dass es manchen ( frisch) trockenen Alkoholikern nichts ausmacht von trinkenden Menschen umgeben zu sein und anderen wiederum schon. Ist es Selbstüberschätzung, eine falsche Wahrnehmung, Leichtsinn oder wirklich das wahre Empfinden?
Ich denke, es ist nicht nur dieses oder jenes, sondern mitunter kann es sogar eine Mischung aus mehreren Sachen sein.
Erstmal möchte wohl jeder einen möglichst einfachen Weg in ein abstinentes Leben gehen. Ohne große Veränderungen!
Alles soll so bleiben wie es ist, nur ohne Sauferei.
Vielleicht sollen es noch nicht mal die anderen wissen, das man Alkoholiker/in ist. Weil man sich dafür schämt.
Also tut man so, als sei alles easy, und andere können angeblich neben einem sitzen und Alk konsumieren...und es macht einem gaaaa nix.
Es ist nicht selten, das sowas vielleicht wirklich ein paar mal gut geht, für einige Zeit, viele schieben aber später heftigen Saufdruck, weil sowas eben meist nicht ohne Spuren bleibt.
Manch einer wurde sogar schon heftigst getriggert, wenn er nur an einem Biergarten vorbei ging... allein das Klirren der Gläser kann Suchtdruck entstehen lassen.

Selbstüberschätzung spielt sicher auch eine nicht unwichtige Rolle. Vor allem, wenn es ein paar Mal gut gegangen ist, wenn man sich in trinkenden Kreisen aufhielt.
Und wie nah ist dann auch die Überlegung, das man vielleicht doch nochmal etwas trinken könne, nur heute...nur dieses eine Glas...nun ja, das Suchtgedächtnis schlägt Kapriolen, weil man es zugelassen hat. Und das ist dann schon sehr unangenehm und führt evtl. auch zum Rückfall.
Leichtsinn ordne ich mal der Einfachheit halber der Selbstüberschätzung zu.
Falsche Wahrnehmung?
Hm... mein Bauchgefühl hat mich eigentlich nie getrogen, wenn es darum ging, ob Situationen gut für mich sind oder schlecht.
Das hat mir schon ganz genau gesagt, wenn was nicht okay ist, die Frage ist nur, inwieweit man bereit ist, da auch zuzuhören und entsprechend zu handeln.
Denn das ist auch nicht immer bequem und dazu gehört auch eine gewisse Fähigkeit zur Selbstkritik bzw. die Fähigkeit, sich bestimmte Dinge nicht mehr schön zu reden, weil das einfacher für einen ist.
Die zweite Frage wäre, ab wann man trocken ist. Woran merkt man das oder ist der Weg in die Trockenheit genauso schleichend wie der Weg in die Alkoholsucht?
Den Vergleich finde ich gar nicht schlecht !
Bei mir zumindest war das so.
Ich bin nicht mit Siebenmeilen-Stiefeln in Richtung Trockenheit gelaufen, bei mir hat das schon eine gewisse Zeit gedauert, ich spreche hier von mehreren Jahren.
Ich war also echt eher ne Schleicherin... so gesehen :lol:
Macht aber nix, ich hatte und habe doch den Rest meines Lebens Zeit dazu, ein abstinentes Leben zu führen. :wink:
Vieles ist auch eine Entwicklung gewesen... und die kann man auch gar nicht so arg beschleunigen, die dauert eben ihre Zeit und wohl auch bei jedem unterschiedlich lange.
Ich habe mich auch viel mit dem Thema beschäftigt, sei es in Buchform, im Austausch hier und auch mal eine zeitlang in einer realen Selbsthilfe-Gruppe und auch ganz privat mit anderen Betroffenen, außerhalb von irgendwelchen Gruppen.

Man sagt mir nach, das, wenn ich was mache, das auch gründlich und systematisch tue. Dem kann ich wohl zustimmen. Und so war es vielleicht auch bei meinem Weg in ein trockenes Leben :)

LG Sunshine
(Hartmut hätte allerdings die Antwort kürzer gefasst ! :lol: )

Sunshine_33
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Sunshine_33 » 04.05.2020, 15:09

Upps... Hartmut hat ja schon geantwortet :lol:

Schön, das Du wieder hier schreibst, Hartmut :D
Liebe Grüße an Dich
Sunshine

Cadda
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Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Cadda » 04.05.2020, 15:50

Da bin ich nochmal :-)

Ich habe nun noch einmal die letzten Beiträge gelesen und mir fällt dann noch etwas zu dem Thema "Veränderungen" ein. Das Eine schließt das Andere nicht vollkommen aus. Auch wenn ich ab und zu noch Veranstaltungen besuche, so bedeutet das nicht, dass es keine Veränderung gegeben hat, außer, dass ich eben nichts mehr trinke. Es ist schon allein deshalb anders, weil die Menschen, mit denen ich mich umgebe, ALLE wissen, dass ich abstinent lebe, weil ich Alkoholikerin bin. Ich hab nicht einfach so weiter gemacht, wie vorher und bin dann weiter zu Geburtstagsfeiern gegangen mit irgendwelchen Ausreden parat, weshalb ich nichts mehr trinke.
Jeder wusste, dass ich zu viel getrunken habe und ich habe direkt gesagt, dass ich nicht mehr trinken werde und kein Geheimnis draus gemacht. Jeder wusste auch, dass ich eine ambulante Therapie mache und auch, dass ich sie wegen meiner Sucht mache. Meine Familie, meine Freunde und auch meine Bekannten. Insofern ist mir auf einer Feier auch nie der Gedanke gekommen "ach, das eine Glas könntest Du ja jetzt trinken". Erst einmal, weil ich das SELBST natürlich nicht wollte und ich habe mich am Anfang auch insofern geschützt, weil ja alle Bescheid wussten und auch nur der kleinste Schluck verraten hätte, dass es sich um einen Rückfall handelt.
Und heimlich, das könnte ich auch zu Hause machen, aber da würde ich mich ja selbst belügen.

Wo ich aber wie gesagt von Anfang an wusste, dass es nicht funktioniert hätte, das wäre gewesen, wenn ich mit meinem trinkenden Partner zusammen geblieben wäre. Aber das sagte ich ja bereits oben schon. Ich brauchte auch da meine Zeit, mich zu trennen, aber da wusste ich von Anfang an, dass das nicht funktionieren kann. Ich muss aber auch dazu sagen, dass er nicht nur gelegentlich getrunken hat, sondern immer. Wenn jemand gelegentlich trinkt und das nicht abends auf dem Sofa in meinem Beisein tut, dann ist das auch wieder etwas anderes.

Tja, ein sehr komplexes und interessantes Thema :-)

Ach und Hartmut: Schön, dass Du mal wieder da bist 8)

Carmen
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Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholikerin

Re: Ein und Überschätzung.

Beitrag von Carmen » 04.05.2020, 15:55

Hallo Cadda, hallo Hartmut , hallo Sunshine

Ich danke Euch für Eure Beiträge. Damit kann ich sehr viel anfangen und mir ist einiges klar geworden.
Ich muss doch immer wieder sagen, wie hilfreich dieses Forum hier ist. :)

LG
Carmen

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