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Ein neuer Horizont

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Horizont
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Ein neuer Horizont

Beitrag von Horizont » 16.06.2018, 08:21

Hallo zusammen,

und danke fürs Freischalten! Da der Vorstellungsthread ja schnell wieder geschlossen wird, wenn ich das richtig verstanden habe, kopiere ich hier noch mal meine Vorstellung hinein. Ich hoffe nämlich, dass das hier ein sehr langer Thread wird und möchte dann auch den Anfang hier stehen haben.


Ich fange einfach mal damit an, warum ich aufgehört habe - mit dem Trinken natürlich. Bin ich Alkoholiker? Vor fünf Wochen hätte ich das vielleicht noch nicht von mir behauptet, jetzt allerdings wird es mir immer klarer. Das ist ganz seltsam, schließlich hat Alkohol ein gutes Vierteljahrhundert eine enorm wichtige Rolle in meinem Leben gespielt, vielleicht sogar die Hauptrolle. Und trotzdem kommt die Erkenntnis erst - und auch dann nur schleichend - wenn ich eben nichts mehr trinke.

Noch mal zurück, ich wollte ja erzählen, warum ich überhaupt aufgehört habe. Vor fünf Wochen war einer meiner ältesten Freunde übers Wochenende zu Besuch. Wir haben schon zu Schulzeiten mit allen Arten von Betäubungsmitteln herumexperimentiert, später, in der Studenten-WG ist es eigentlich nur ärger geworden. Irgendwann haben sich unsere Wege getrennt, weil ich weggezogen bin. Seither sehen wir uns aber in regelmäßigen Abständen, gut zweimal pro Jahr. Und kaum sehen wir uns, ist alles wie immer. Nicht nur verstehen wir uns wie gehabt wunderbar, auch unser Konsummuster ist so, als hätten wir in zwei Jahrzehnten nichts dazugelernt. Saufen bis zum Umfallen. Diesmal waren es zwei Tage und Nächte mehr oder weniger durch, zwei Filmrisse inklusive. Danach der für mich wahrscheinlich längste Kater bislang, der fast eine Woche gedauert hat. Und die Erkenntnis: Es geht so nicht mehr weiter.

Mir war schon vorher klar, dass ein kalter Entzug lebensgefährlich sein kann, aber da mir nicht klar war, dass ich Alkoholiker bin, hätte ich das nie auf mich selbst bezogen. Ging ja dann auch, ich konnte zwar nicht schlafen, aber das kann ich schon seit Jahren nicht besonders. Während des Katers/Entzugs habe ich dann gleich "Nüchtern" von Daniel Schreiber gelesen und hatte sofort das Gefühl: "Das bin ja ich!" Wie ihr ja alle wisst, neigt man als Alkoholiker dazu, sich mit denen zu vergleichen, die noch tiefer drinstecken. Nur um sich selbst sagen zu können, dass es so schlimm ja längst nicht sei. Super Selbstbetrug, das habe ich inzwischen schon verstanden. Dabei waren die Anzeichen seit vielen Jahren unübersehbar:

- Filmriss sicher zweimal im Monat

- sehr oft verkatert ins Büro, machmal auch krankgemeldet
- zuletzt auch immer mal wieder aggressiv geworden, wenn auch nur mit Worten (das will ich aber gar nicht kleinreden, ist schrecklich und beschämend genug, vor allem, weil ich genau den Menschen weh getan habe, die mir am wichtigsten sind)
- nasses Planverhalten (mit wem kann ich diese Woche noch was trinken gehen? wann kann ich mir unter der Woche trinken erlauben? etc.)

Ich war sogar vor mehr als zehn Jahren mal bei den AA, hab damit aber gar nichts anfangen können. Die Einsicht war also tatsächlich schon einmal da, aber anscheinend hat der Selbstbetrug das Match damals für sich entschieden... Wenn ich so zurückdenke, fällt mir auch auf, in wie unterschiedlichen Gewändern sich der Alkoholismus zeigen kann. Damals hatte ich eine Phase, wo ich fast jeden Abend getrunken habe und sicher immer 3-6 Halbe Bier. Danach kamen dann aber immer wieder Phasen, wo ich - sogar halbwegs problemlos - nicht mehr jeden Tag getrunken, mich dafür aber regelmäßig richtig abgeschossen habe. In einer solchen Phase bin ich jetzt auch wieder ein paar Jahre, wobei zuletzt die Filmrisse deutlich zugenommen haben (und am Anfang des Trinkens das unbedingte Gefühl, mich abschießen zu wollen). Was ich ganz sicher sagen kann: Ein Glas Wien oder Bier interessieren mich nicht, interessant wird es ab Glas 3. Auch der Geschmack ist mir mehr oder weniger wurscht, Hauptsache, es fährt. Von Schnaps habe ich dennoch fast immer die Finger gelassen, eher habe ich mit anderen Substanzen kombiniert.

Von außen betrachtet gibt es übrigens keinen Grund zu saufen (angenehmer Job, nette Menschen um mich (auch solche, die relativ wenig Alkohol konsumieren), weitgehend gesund), also muss es wohl die Sucht sein. Natürlich ist mir bewusst, dass es in mir genug gibt, was den Alkohol so unwiderstehlich macht (Versagensängste, Schüchternheit, Traurigkeit, Langeweile und sicher noch mehr), nicht umsonst ist er mir schon ab dem ersten Rausch mit 15 vorgekommen wie eine Offenbarung. Wie der endgültige Problemlöser. Nun, das dicke Ende kommt anscheinend wirklich zum Schluss. Das weiß ich jetzt, obwohl ich gleichzeitig das Gefühl habe, dass ich gerade erst die Spitze des Eisbergs gesehen habe und da noch sehr viel mehr kommen wird. Das beunruhigt mich ziemlich, auch wenn ich kaum echten Saufdruck habe. Ich habe sogar vor Kurzem einen einwöchigen Urlaub mit meiner Partnerin ohne Alkohol "überstanden", und das ging ziemlich problemlos.

Was erhoffe ich mir von hier? Ich habe in den vergangenen Tagen recht viel mitgelesen und mir scheint, dass ihr ein ganz freundliches - und kritisch-aufmerksames - Grüppchen seid. Ich freue mich also, wenn wir uns austauschen können!



Ich möchte auch gleich einmal mit einem Thema anfangen, das mir gerade auf der Seele brennt. Und zwar hat ein weiterer langjähriger Freund, der ebenfalls nicht in meiner Gegend lebt, auch vor zwei Wochen mit dem Trinken aufgehört. Wir telefonieren/skypen in der Regel einmal im Monat. Gestern fragte er auch an, ob wir telefonieren könnten, ich habe aber erst mal abgelehnt, weil ich mich diesbezüglich sehr unsicher fühle. Er hat wesentlich mehr getrunken als ich (jeden Tag über zig Jahre mehrere Liter Bier, dazu auch härtere Sachen). Er sagt seit Jahren von sich, er sei Alkoholiker, er hat auch immer mal wieder Trinkpausen von mehreren Wochen eingelegt, sich aber niemals Hilfe von außen geholt oder sich anderweitig wirklich ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt, also z.B. Fachbücher oder Foren wie dieses gelesen.

Ich fühle mich jetzt hin- und hergerissen. Einerseits ist es schön, wenn noch jemand, den ich lange kenne und mag, sich auf denselben Weg begeben hat wie ich. Andererseits habe ich Angst, dass er es wieder nicht wirklich ernsthaft meint und der Kontakt mit ihm mir nicht gut tut. Nicht mit ihm zu reden oder den Kontakt abzubrechen macht mir aber wiederum ein schlechtes Gewissen, weil ich das Gefühl habe, ihn im Stich zu lassen.

Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen? Habt ihr schon mal mit einem euch Nahestehenden aufgehört und kennt diese Ängste?

Danke fürs Zuhören und lieben Gruß an alle :-)

Thalia1913
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Re: Ein neuer Horizont

Beitrag von Thalia1913 » 16.06.2018, 22:08

Hallo Horizont,

herzlich willkommen hier im Forum, und Glückwunsch zu deinem Entschluss, trocken zu werden und zu den ersten Wochen ohne Alkohol!

Zu mir: Ich bin seit viereinhalb Jahren trocken und seit vier Jahren hier im Forum aktiv (mal mehr, mal weniger). Außerdem habe ich mir vor drei Jahren noch eine „reale“ Selbsthilfegruppe gesucht. Den Austausch über unsere Krankheit - und über vieles andere auch - finde ich tatsächlich sehr wichtig für mich und meine stabile Trockenheit.

Zu deinem konkreten Anliegen hab ich eine Rückfrage:

Was genau befürchtest du denn, wenn du darüber nachdenkst, ob du mit deinem Freund telefonieren solltest?
Kannst du das benennen?

Ansonsten fiel mir noch ein, als ich deinen Bericht las, dass es für dich vielleicht sinnvoll sein könnte, dich mal bei einer Suchtberatung über Therapiemöglichkeiten zu informieren. Es gibt sehr unterschiedliche Angebote, wie wir Alkoholkranke uns neben einer SHG noch weitere Unterstützung holen können für diese einschneidende Lebensveränderung, die das Trockenwerden bedeutet.

Viele Grüße
Thalia

Dante
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Re: Ein neuer Horizont

Beitrag von Dante » 16.06.2018, 23:03

Hallo Horizont & Willkommen im Forum! :D

Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob ihr euch beim skypen zugeprostet habt.
Oder anders: Was war bisher der wesentliche Inhalt eurer Gespräche?

Taxi
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Re: Ein neuer Horizont

Beitrag von Taxi » 17.06.2018, 00:25

Hallo Horizont,
ich schließe mich Thalias und Dantes Worten an und willkommen auf deinem neuen Weg.

Mein stärkstes Gefühl war anfangs Erschütterung, dass ich es überhaupt soweit habe kommen lassen.
Das forum hatte einen sehr großen Anteil daran, dass ich aus der Sucht herausgefunden habe.
Sowohl hier digital, als auch draußen analog, kam ständig die Erkenntnis "das ist ja wie bei mir".
Und dann ist Platz für Fragen.

Zu deiner Überlegung zu dem Freund:
Du könntest ihm genau das sagen, was du in deinem letzten Absatz für dich festgestellt hast.
Einen Austausch zum Thema habt ihr ja bereits schon länger.

Bist du eigentlich traurig, oder vielleicht schockiert, wohin dein Weg dich nun gebracht hat?
Du liest dich so aufgeräumt.

Gruß taxi

Horizont
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Re: Ein neuer Horizont

Beitrag von Horizont » 17.06.2018, 13:44

Hallo ihr, danke für eure lieben Worte! Heute gehts mir ziemlich gut, die Sonne scheint, ich war zwei Stunden radeln und freue mich, dass ich nicht verkatert bin (heute wäre entweder Tag1 oder Tag2 vom Wochenendkater) :-)

Thalia: Gehört die reale Gruppe zu den AA? Siehst du für dich einen Unterschied zwischen der "realen" und der "virtuellen" hier? Ich bin ja damals gleich zu den AA gegangen, auf die Idee, im Internet zu suchen, wäre ich gar nicht gekommen. Aber derzeit fühlt sich diese hier genau richtig an.

Die Frage mit meinem Freund ist nicht so leicht zu beantworten, da es mehr ein schlechtes Gefühl ist als etwas, was ich rational durchdacht habe. Er hat schon relativ viele Trinkpausen hinter sich, alle haben maximal ein paar Wochen gedauert. Er meinte auch vor einiger Zeit einmal, er könne sich eben nicht mehr vorstellen, nie mehr zu trinken. Er ist außerdem nicht bereit, sich Hilfe in irgendeiner Form zu holen. Ich glaube, mit ihm zu reden, wird mich ziemlich runterziehen. Auch und vor allem, weil er so ein hoffnungsloser Fall ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es Co-Abhängigen so gehen muss. Und schlechte Gefühle kann ich gerade gar nicht brauchen, so egoistisch das klingt.

Danke für den Tipp, ich hatte mir selbst schon überlegt, einmal mit einer Psychiaterin zu reden. Einen Hausarzt habe ich gar nicht, weil ich nicht so oft krank bin und wenn, dann gleich zum Fachmann gegangen bin. Wollte . ich aber eh schon seit Längerem mal ändern.

Dante: Wir haben uns in der Tat ziemlich oft zugeprostet, ob beim Skypen oder früher beim Telefonieren. "Telefonsaufen" hab ich eh gern gemacht, immerhin trinkt man dann nicht alleine und kann sich dadurch einreden, dass eh alles paletti ist. Das Ausmaß des Selbstbetrugs ist schon arg! Wir haben über alles mögliche geredet, wobei es meist an der Oberfläche bleibt. Ich habe andere Menschen, mit denen ich richtig in die Tiefe gehen kann. Das ist bei ihm kaum möglich, weil er fast immer abblockt. Das macht die Gespräche schon bisher oft schwierig, weil er sich eben so kaputtmacht. Deshalb hab ich auch schon länger nichts mehr getrunken, wenn wir geredet haben. Einfach um zu zeigen, dass ich nicht mehr mitmache. Von außen betrachtet könnte man wahrscheinlich einfach sagen, ich soll auf den Kontakt verzichten. Aber wir kennen uns schon ziemlich lange und ich mag ihn gern.

Taxi: Deine Worte machen mir Mut! Die Erschütterung kann ich ganz gut nachvollziehen, wobei sich die schon etwas länger hinzieht. Vor allem die Male, wo ich aggressiv geworden bin (und mich dann nicht einmal mehr daran erinnern konnte) waren sehr schockierend. "Aufgeräumt", naja. Ich habe ziemliche Stimmungsschwankungen, aber andererseits bin ich auch stolz, bis hierhin gekommen zu sein. Außerdem habe ich in den letzten Wochen wirklich sehr viel über meinen Konsum und Leben generell nachgedacht und ein paar Bücher zum Thema gelesen, dadurch kommt vielleicht auch der aufgeräumte Eindruck. Aber ja, auch traurig. Und zwar zu den seltsamsten Gelegenheiten. Am Freitag z.B. hatte ich bis Mittags eigentlich nur positive Erlebnisse. Und plötzlich: das Loch. Ich hätte weinen können und wusste überhaupt nicht, warum. Danach dann den ganzen Tag emotional total wackelig. Das hat dann auch den Ausschlag gegeben, mich hier anzumelden und zu schreiben.

Vielleicht sage ich ihm das so, das ist eine gute Idee. Vielleicht schreibe ich es ihm auch, mal sehen. Bislang bin ich dem Gespräch aus dem Weg gegangen. Wie ich mich überhaupt eher zurückgezogen habe in den letzten Wochen. Also nicht komplett, aber zumindest von eher schwierigen Menschen. Ich frag mich nur: Was ist, wenn er wieder anfängt zu saufen? Aber die Frage werde ich wohl dann beantworten.

Danke euch nochmal, der Austausch tut mir sehr gut :-)

Dante
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Re: Ein neuer Horizont

Beitrag von Dante » 17.06.2018, 13:53

Da schreibst du ja schon eine Menge:
Du hast Angst, ein Gespräch würde dich herunter ziehen. Die Gespräche bleiben an der Oberfläche. Ihr habt "Telefonsaufen" gemacht.
Da stellt sich die Frage nach dem Inhalt dieser Freundfschaft.
Du kannst getrost davon ausgehen, dass er beim nächsten Anruf, sollte er sich wieder in einer nassen Phase befinden, dich zum mittrinken animieren wird.
& spätestens dann hast du eine Entscheidung zu treffen.

Ich persönlich würde jetzt nicht den Kontakt zu ihm suchen.

Horizont
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Re: Ein neuer Horizont

Beitrag von Horizont » 18.06.2018, 07:56

Dante, genau diese Frage stelle ich mir ja auch. Und sie ist gar nicht leicht zu beantworten. Das Telefonsaufen ist allerdings ziemlich lange her, bestimmt ein bis zwei Jahre. In der Zeit hat er mich nicht animiert, sondern einfach in Ruhe seine paar Bier während des Gesprächs getrunken. Aber kann natürlich sein, dass er mich zu animieren versucht, wenn seine Trockenheit vorbei ist. Den Kontakt suche ich gerade sicher nicht.

Gerade lese ich "This naked mind", ein in den USA ziemlich gehypetes Anti-Alk-Buch. Hat das jemand hier schon gelesen? Ich hab gerade einmal die Suchfunktion verwendet, aber es scheint nirgendwo besprochen worden zu sein. Ich finde es teilweise schwierig zu verdauen, weil es typisch amerikanisch übertrieben geschrieben ist. Aber es macht trotzdem sehr gut auf die Gehirnwäsche aufmerksam, mit der die Werbung (und Gesellschaft) ein bestimmtes - positives - Bild vom Alkoholkonsum in unseren Köpfen verankert hat. Wer Interesse hat, das Buch aber nicht kaufen mag, kann sich auch den Podcast anhören oder sich das bei Youtube reinziehen.

Muss jetzt arbeiten, schönen Tag euch!

Calida78
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Re: Ein neuer Horizont

Beitrag von Calida78 » 18.06.2018, 14:57

Hallo Horizint!
willkommen hier.
Ich denke, Du solltest Deinen Freund fragen. Sonst wirst du es nicht wissen. Es ist eben die Frage, ob sich jemand selbst als Alkoholiker sieht oder nicht. Wenn nicht, dann ist es nicht ungewöhnlich, dass jemand eine Trinkpause einlegt und dann wieder trinkt. Er ist eben nicht Du. Vielleicht hört er aber auch für immer auf. Warum solltest nur Du das tun?
Ich persönlich habe mich Alkohol nicht ausgestezt, als ich trocken wurde. Ich konnte das nicht sofort jedem erzählen und habe manches dann einfach "vermieden" - nach und nach hab ich es meinen Freunden erzählt. Und heut hab ich kein Problem, wenn irgendwo jemand am Nebentisch Wein trinkt. Ich bin für mich froh, dass mein Mann nichts trinkt, wenn ich da bin. Und auch meine wichtigsten Freund würden nie in meiner Anwesenheiten trinken.
Von daher ist Dein schlechtes Gefühl bzgl. Deines evtl. wieder trinkenden Freundes absolut verständlich. Das wirst Du aber nur lösen können, indem Du offen bist.
Viele Grüße
Calida

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