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Palomars neues Leben.

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
HerrPalomar
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Re: Palomars neues Leben.

Beitrag von HerrPalomar » 10.07.2018, 15:43

zerotonine hat geschrieben:
10.07.2018, 13:12


Ich frage mich z.B., warum hier bei mir immer noch Weingläser in einem Schrank rumstehen und dort Staub fangen. Was will ich mit denen? Was wollte ich mit denen eigentlich vorher, denn ich war nie ein Weintrinker und habe mir im Leben vielleicht 10 Flaschen zum persönlichen Gebrauch gekauft, wobei die meisten dann für Kochen draufgingen. Gut, ich hatte die Gläser geschenkt bekommen. Die kommen gleich in einen Karton in den Keller und dann werden sie verschenkt. Wenn sie keiner haben will, dann halt ab inne Tonne. Ein alkoholumfreies Umfeld hat nicht nur was mit "keinen Alk dahaben" zu tun :wink:
Stimmt. Da sollte ich im Wohnungsumfeld auch noch einiges bereinigen.
Jede Menge Biergläser aus aller Welt da, die von Reisen zurückgebracht habe, als Souvenirs. Die haben da nichts mehr verloren...

Als ich zu rauchen aufgehört habe, trug ich alle Rauchutensilien wie Aschenbecher, Feuerzeuge etc. direkt runter in den Müll.

Frontifex
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Re: Palomars neues Leben.

Beitrag von Frontifex » 10.07.2018, 15:54

Alkoholverbot in der Wohnung ist etwas was ich auch sehr strikt durchsetze, trotz meiner Predigten zu lernen mit Alkohol im Umfeld umzugehen (damit meine ich nicht in absolute Absturzkneipen zu gehen und deinen Freunden beim Bewusstlos werden zu zugucken) ist den in der Wohnung haben ein absolutes no-go und ich finde Rauschmittel in die Wohnung eines Süchtigen mitzubringen auch absolut respektlos.

Carl Friedrich
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Re: Palomars neues Leben.

Beitrag von Carl Friedrich » 10.07.2018, 16:09

HerrPalomar hat geschrieben:
10.07.2018, 09:23

Im Vorstellungsbeitrag schrieb ich ja, dass ich am nächsten Tag (das war der letzte Mittwoch) auf eine Party eingeladen war, und ich dort nicht hingehen würde.
Nun, ich war tatsächlich doch dort und habe es genossen, Apfelsaft und Eistee zu trinken - während meine ganzen Freunde ein Bier nach dem anderen und Kurze in sich reingeleert haben. Ich war um 22:30 nüchtern zuhause
Hallo!

Wiege dich bloß nicht in falscher Sicherheit und bilde dir nichts auf diese Nummer ein. So was mag ein paar Male gut gehen, doch dann kommt es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zum Rückfall. Du bist für so was noch lange nicht gefestigt genug. Wenn ich deine Zeilen so lese, denke ich gleich an ein paar Teilnehmer meiner Therapie und meiner früheren SHG. Die waren auch so blauäugig und fielen auf die Nase. Was soll's. Manche müssen sich halt erst ein paar Blessuren holen, bevor sie anfangen, die eigene Trockenheit an erste Stelle zu setzen. Da hast Du noch sehr viel zu lernen.

Gruß
Carl Friedrich

zerotonine
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Re: Palomars neues Leben.

Beitrag von zerotonine » 10.07.2018, 16:17

Hallo Herr Palomar,

Achtsamkeit ist da so ein Begriff, der mir wieder verstärkt im Kopf rumgeht. Mir ist z.B. klar, dass meine Wohnung hier der Ort ist, an den ich mich zurückgezogen hatte um zu saufen. Deshalb werde ich hier auch vorsichtig sein. Ich muss darauf achten, dass ich hier gewisse Verhaltensmuster nicht wiederhole bzw. sie angehe. Dazu gehörte für mich in den letzten 2 Wochen auch eine recht große Runde Aufräumen und Dinge wegwerfen, damit ich mich in meiner Wohnung wohlfühle und diese Teil eines anderen Lebensstils wird. Für nächste Woche ist geplant, eine größere Runde Elektroschrott zu entsorgen. Ich gehe zum Beispiel jetzt mehr spazieren, einfach nur raus und nicht in der Bude rumhocken. Vielleicht bekomme ich es sogar hin, in meinem aktuell begrenzten Finanzrahmen das Fahrrad zu reparieren, das ist eines der nächsten Ziele, auf die ich mich freue.

Achtsamkeit werde ich dazu brauchen, damit sowas nicht in einen sinnlosen Aktionismus ausartet, der mich von den grade wichtigen Aufgaben ablenkt. Ich habe unglaublich gute Vermeidungstaktiken entwickelt, um mich nicht um unangenehme Dinge zu kümmern ("Ich sollte JETZT unbedingt die Kaffeemaschine mit einer Zahnbürste reinigen!"). Alkohol gehörte für mich auch dazu: Flucht und Vermeidung.

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Re: Palomars neues Leben.

Beitrag von zerotonine » 10.07.2018, 16:23

HerrPalomar hat geschrieben:
10.07.2018, 15:43
Stimmt. Da sollte ich im Wohnungsumfeld auch noch einiges bereinigen.
Jede Menge Biergläser aus aller Welt da, die von Reisen zurückgebracht habe, als Souvenirs. Die haben da nichts mehr verloren...

Als ich zu rauchen aufgehört habe, trug ich alle Rauchutensilien wie Aschenbecher, Feuerzeuge etc. direkt runter in den Müll.
Ich kann mir vorstellen, dass es etwas schmerzlich sein wird, die Biergläser wegzuwerfen, aber es ist auch eine psychologische Hilfe: "Hit the road, Alk, and never come back no more no more no more no more!" ;) Hat es bei den Rauchuntensilien nicht auch geholfen?

Kannst auch gleich mal deine Lebensmittel durchforsten...

HerrPalomar
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Re: Palomars neues Leben.

Beitrag von HerrPalomar » 10.07.2018, 17:39

Carl Friedrich hat geschrieben:
10.07.2018, 16:09

Da hast Du noch sehr viel zu lernen.
Hallo Carl Friedrich,
ja, natürlich habe ich das. Ständig. So ist das Leben. Ich bin nicht perfekt.
Als blauäugig würde ich mich aber nicht bezeichnen. Ich weiß schon, um die Gefahren, und dass das sehr riskant von mir war. Ich werde das auch nicht mehr machen.

Mir ist völlig bewusst, dass die paar Tage nichts trinken noch gar nichts aussagen, und dass ich achtsam sein muss.
Danke für deinen Beitrag.

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Re: Palomars neues Leben.

Beitrag von HerrPalomar » 10.07.2018, 17:43

zerotonine hat geschrieben:
10.07.2018, 16:23
Hat es bei den Rauchuntensilien nicht auch geholfen?

Kannst auch gleich mal deine Lebensmittel durchforsten...
Ja, das hat geholfen :)

Die Biergläser müssen zumindest mal aus der Wohnung. Vielleicht verschenke ich sie auch.
Interessanterweise hatte ich so gut wie nie Alkohol zuhause, nur wenn ich Besuch erwartet habe. Da habe ich den Alkohol für den Besuch gekauft, weil ich dachte, die brauchen das. Und dann ist das meistens total eskaliert, weil ich, aus Angst, zu wenig anbieten zu können, jede Menge gekauft habe.
Zudem haben die auch immer noch alle was mitgebracht.

Ich habe fast ausschließlich in Lokalen oder bei Freunden getrunken, bei mir zuhause alleine nur ganz selten (aber das war auch schon genug).

Mir gefällt das, was du über Achtsamkeit geschrieben hast. Das ist ein Vokabel, das mir in den letzten zwei Jahren öfters untergekommen ist - auch, was meine Depressionen und Panikattacken betrifft...

zerotonine
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Re: Palomars neues Leben.

Beitrag von zerotonine » 10.07.2018, 18:48

HerrPalomar hat geschrieben:
10.07.2018, 17:43
Die Biergläser müssen zumindest mal aus der Wohnung. Vielleicht verschenke ich sie auch.
Die Weingläser stehen jetzt erstmal im Keller, zusammen mit dem anderen Zeug, was nächste Woche rausfliegt. Keller ist mein Transitraum für Zeug, was rausfliegt.
HerrPalomar hat geschrieben:
10.07.2018, 17:43
Interessanterweise hatte ich so gut wie nie Alkohol zuhause, nur wenn ich Besuch erwartet habe. Da habe ich den Alkohol für den Besuch gekauft, weil ich dachte, die brauchen das. Und dann ist das meistens total eskaliert, weil ich, aus Angst, zu wenig anbieten zu können, jede Menge gekauft habe.
Zudem haben die auch immer noch alle was mitgebracht.
Ging mir ähnlich: Ich hatte nie Bier, Sekt oder Wein zuhause, "falls Gäste kommen". Einen Weinvorrat an "guten Tropfen" pflegen war und ist mir fremd. Ich habe mir immer meine Flasche Schnapps mitgebracht, nur für mich.
HerrPalomar hat geschrieben:
10.07.2018, 17:43
Mir gefällt das, was du über Achtsamkeit geschrieben hast. Das ist ein Vokabel, das mir in den letzten zwei Jahren öfters untergekommen ist - auch, was meine Depressionen und Panikattacken betrifft...
Falls du Lust hast und es dir nicht zu privat ist: Was bedeutet Achtsamkeit für dich?

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