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Ich will mit dem Trinken aufhören.

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
MarkusM
neuer Teilnehmer
Beiträge: 13
Registriert: 23.08.2006, 20:18

Beitrag von MarkusM » 25.08.2006, 08:58

Hallo Leute
@Teufelchen
Lebe im 24 h Rythmus.
Ja, genau so werde ich es machen. Immer einen Tag mehr, dann noch einen. Ich muss mir noch etwas für das Wochenende ausdenken, um mich abzulenken. Basteln mit den Kindern oder so. Heute Abend kann ich ja etwas vorbereiten.

@Esli
Ich habe jetzt Dein erstes Posting gelesen. Ja, ich sehe mich selber darin.
Ich hatte nie Probleme, tagsüber Fit zu erscheinen, weshalb es wohl auch niemand merkte. Aber am Abend muss(te) ich einfach die Flasche Wein öffnen. Wenn kein Wein im Hause war, war sicher noch etwas anderes alkoholisches da. Z.B. die Flasche Cognac zum "veredeln" der Sossen oder so.
Kopfschmerzen habe ich auch. Hatte ich auch, wenn ich 'mal einen Tag nichts getrunken hatte. So als hätte man 100 Zwerge im Kopf, alle möchten sitzen, es hat aber nur einen Stuhl. Das war auch immer ein willkommener Grund, eine Flasche Rotwein zu öffnen. Ist ja sooo entspannend.

Heute fühle ich mich schon besser, etwas zittrig, nervöser Magen, aber sonst Fit.

Grüsse, Markus
Danke allen für die Unterstützung.

Lilly12

Beitrag von Lilly12 » 25.08.2006, 09:06

Hallo Markus,

Ja, Du bist Alkoholiker. Du hast Alkohol versteckt, heimlich allein getrunken etc. Und Dir kribbeln die Finger, das kann ein Anzeichen einer Nervenschädigung sein, ich will Dr keine Angst machen, aber bei mir war (ist) es genauso, leider auch heute nach 4 Jahren Trockenheit immer noch. Darum wäre es auch wichtig, mal von Arzt abzuklären, in wieweit schon Folgeschäden da sind. Ich weiß nicht, in wieweit Du die Wahrheit verkraften kannst, für mich war das sehr wichtig, zu wissen, wie es um mich steht. Mir ist dadurch klar geworden, das ich nie wieder einen Schluck trinken darf und auch nie mehr will.

Alkoholismus ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Suchterkrankung, die jeden treffen kann, unabhängig von Bildungsgrad, sozialem Stand etc.
Ein ZEICHEN VON STÄRKE ist allerdings, den Teufelskreis zu durchbrechen, das ist jedenfalls meine Meinung.

Du mußt das Deiner Frau klipp und klar sagen, was los ist. Wenn sie es als Zeichen von Schwäche sieht, muß sie lernen, das es nicht so ist. Du mußt den Alkohol aus dem Haus schaffen, und sei es noch so "guter" Wein, für Dich ist er nicht gut. Schaff ihn aus dem Haus, lager ihn zur Not bei Bekannten, um ihn dann nach uns nach zu verschenken an Leute, die kein Alkoholproblem haben. Bloß schaff ihn aus dem Haus, sonst packst Du das nicht, die Versuchung ist zu groß.

Du schreibst, das viele schöne Begebenheiten mit Deiner Frau mit Alkohol verbunden waren. Dann wird es vielleicht mal Zeit, diese Erinnerungen durch neue zu ersetzen. Das Leben ist nämlich unglaublich lebenswert ohne Alkohol, ich find es sogar tausendmal schöner. Unternehmt was schönes zusammen, Wanderungen, Konzertbesuche, was immer Euch gefällt, ohne Alkohol.

Wie steht es mit Deiner Frau? Sie scheint unheimlich auf Alkoholgenuss zu pochen, macht Dich das nicht stutzig ? Ich will ihr kein Problem unterstellen, aber merkwürdig finde ich das schon. In meiner Beziehung spielt Alkohol keine Rolle mehr, es spielte mal die Hauptrolle. Mein Mann trinkt ab und zu noch ein Bier, aber nicht hier in meiner Anwesenheit, eher bei Feiern und wenn er sich mal mit Freunden trifft, es ist hier unwichtig geworden. Er hat mich immer unterstützt, auch anfangs, als er noch nichts verstanden hat, der gute Wille war immer da.

Als ihr geheiratet habt, habt ihr Euch mal versprochen, das man nicht nur in guten, sondern auch in schlechteren Zeiten zusammenhalten will, nun sind vielleicht mal die schlechteren Zeiten... Beziehungen, die nur in guten Zeiten halten, sind nichts wert.

Red mal mit Deiner Frau ganz offen und ehrlich, sag , das Du heimlich getrunken hast etc. , es wird sie vielleicht anfangs erschrecken, aber von so einer Nachricht ist noch niemand umgekippt. Wenn sie kein Alkoholproblem hat, wird sie zu Dir stehen und Dich unterstützen. Sollte sie weiterhin auf Alkoholgenuss bestehen, hat sie meiner Meinung nach auch ein Problem mit Alkohol... das mußt Du aber selber besser wissen.

Schieb das Gespräch nicht mehr zu lange raus, es bringt ja nix, je eher, desto besser, würde ich mal sagen.

Lieben Gruß und alles Gute auf Deinem Weg wünscht Dir die Lilly
(mich kannst Du übrigens auch volltexten, stört mich nicht im Geringsten, es befreit und man wird sich über viele Dinge klarer)

MarkusM
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Registriert: 23.08.2006, 20:18

Beitrag von MarkusM » 26.08.2006, 08:53

Hallo Leute
Es ist passiert. Ich hab's meiner Frau gesagt.
Heute (Samstag) Morgen beim Kaffee trinken ist das Gespräch auf Alkohol gekommen (in einem anderen Zusammenhang). Da hab ich ihr gesagt, dass ich, für meinen Teil, nie wieder Alk trinken werde. "Einfach reduzieren geht nicht. Ich bin Alkoholiker."
Sie: "Glaubst du wirklich, das die Alkoholiker bist?"
Ich: "Ich BIN Alkoholiker!"
Darauf folgte ein längeres Gespräch. Sie hat sofort viel Verständnis gezeigt und wird mich voll unterstützen. Keine Vorwürfe oder dergleichen. Alk wird total aus unserem Haus verbannt!

Interessant und überraschend kam im Verlauf des Gesprächs einiges ans Licht. So hat sie mir eröffnet, dass sie mich abstossend fand, wenn ich Alk hatte. Sie hatte es jeweils an meinen Augen gesehen. Geküsst hat sie mich nicht mehr, da ich nach Alk roch (noch am Morgen danach).

Wie soll ich sagen? Ich bin froh, dass es jetzt "raus" ist! Meine Frau hat mich innig umarmt. Ich bin sicher, dass wir uns jetzt näher sind. wir freuen und beide auf ein neues Leben ohne Alk, auf Sonntage, welche wir als Familie geniessen können und nicht schlapp auf dem Sofa sitzen.

Ich danke Euch allen, Ihr habt mir sehr geholfen und unterstützt. Ohne dieses Forum und die konsequente Haltung in den Beiträgen hier wäre ich nie soweit wie jetzt. Ich werde es durchziehen! Ich muss es, für mich und meine Familie!

Grüsse, Markus

Karsten
Administrator
Administrator
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Beitrag von Karsten » 26.08.2006, 09:01

Hallo Markus,

sowas liest man doch gern.
Bestätigt es doch wieder einmal, dass Offenheit und Ehrlichkeit der richtige Weg ist.

black-billy2006
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Beiträge: 1035
Registriert: 26.06.2006, 14:50

Beitrag von black-billy2006 » 26.08.2006, 09:20

Hallo Markus,

ich finde es ganz toll das du es geschafft hast,deiner Frau es zu sagen.
Jetzt wird es für dich auch einfacher sein,dich voll zu konzentrieren auf dein neues trockenes Leben.Der Anfang ist geschafft!Gemeinsam ist man ja auch viel stärker!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und es wäre sehr schön,wenn du hier im Forum schreibst,wie es bei dir weitergeht,um dir evtl. Unterstützung zu geben!

Ganz liebe Grüße und 24 trockene Stunden
wünscht dir Billy

Caruso
neuer Teilnehmer
Beiträge: 277
Registriert: 10.07.2006, 16:28

Beitrag von Caruso » 26.08.2006, 09:33

Moin Markus,

als ich Deine Postings gelesen habe, dachte ich, ich hätte sie selbst geschrieben. So viele Parallelen, das war mir schon fast unheimlich. Ich finde es gut, dass Du es Deiner Frau gesagt hast, es wird Dir helfen. Die Reaktion finde ich auch klasse, meine Frau will es immer noch nicht so richtig wahrhaben, obwohl ich es mehrmals deutlich gesagt habe. Allerdings wird mich das natürlich nicht von meinem nüchternen Weg abbringen. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg, Du hast einen sehr wichtigen Schritt getan.

Liebe Grüße

Caruso

Joachim

Beitrag von Joachim » 26.08.2006, 11:13

Hallo Markus,

das war eine gute Entscheidung mit Deiner Frau zu reden.
Ich freu mich wirklich für Dich und für Euch.

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, welche Last von mir fiel, als ich endlich offen und ehrlich mit meiner Frau darüber gesprochen habe.

Wünsche Euch Beiden weiterhin alles Gute.

LG Joachim

Lilly12

Beitrag von Lilly12 » 26.08.2006, 12:27

Hallo Markus,

Ja, das hast Du ganz toll gemacht, es war ganz sicher die richtige Entscheidung, es zu sagen. Ich finde, es ist immer gut, "Verbündete" neben sich zu haben, anstatt heimlich versuchen, trocken zu werden. Meine Verbündete ist außderdem auch meine Ärztin, habe eine sehr gute, die sich nicht nur für mein körperliches Wohl zuständig fühlt, sondern auch immer fragt, wie es mir geht, psychisch gesehen. Wir reden immer ganz offen über alles und ich kann mich ihr anvertrauen. Sie ist zwar keine Psychologin, aber hat ziemlich viel Fachwissen. Sie hat mir auch gleich gesagt, wo und wann sich die AA treffen, die wußte sowas alles. Bei den AA war ich allerdings nicht lange, aber das hat verschiedene Gründe. Hast Du mal an eine SHG gedacht? Mal vorbeischauen kann nix schaden, SHG haben vielen hier ja sehr geholfen.

Lieben Gruß und alles Gute Euch beiden auf dem nun gemeinsamen Weg, trocken werden und bleiben musst Du zwar selber, aber Deine Frau wird Dich ja nach Kräften unterstützen.

Lilly

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