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Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Hull

Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Hull » 13.11.2018, 18:25

Mario B. hat geschrieben:
13.11.2018, 09:25
Hull hat geschrieben:
12.11.2018, 18:57
Inwiefern ist es "großer Schwachsinn"? Was möchtest du denn erreichen?
Hallo Hull,

auch wenn sich die Aerzte mittlerweile darüber streiten ob jetzt ein Frühstück gesunder für Körper und Geist ist als kein Frühstück, erscheint es für mich doch gefühlt richtiger (oder logischer) morgens Energie auftanken für den darauffolgenden Zeitraum wo man körperlich oder geistig am aktivsten ist.

Da ich eher zu den "Eat the frog" Anhängern gehöre (und ich auf der Arbeit die Möglichkeit habe dies grösstenteils auch umzusetzen) und ich zzudem meine erste Nahrung des Tages erst nach 5 oder 6 Stunden Arbeit einnehme, habe ich doch grosse Bedenken ob man dies nicht optimaler lösen könnte. Zudem ich zum Abendbrot , nach getaner Arbeit, die grösste Menge an Energie zu mir nehme.

Erreichen möchte ich im Grunde hier dann nur die grösste Effektivität oder Win-Win Situation. Da meine Aussage nicht medizinisch bewiesen ist, ist es dann auch eher eine Glaubensfrage. :wink:

Gruss,

Mario B.
Hallo Mario,

wie reagierst du denn allgemein auf Kohlenhydrate? Wirst du, nachdem du eine kohlenhydratreiche Mahlzeit wie Nudeln, Reis, Kartoffeln usw. eingenommen hast, nach 30 - 60 Minuten sehr müde oder zumindest entspannt? Ein Kompromiss wäre dann z. B., das Frühstück sehr eiweißlastig mit einigen essenziellen Fettsäuren wie z. B. Nüssen und etwas Öl zu gestalten und die Kohlenhydrate an den Ende des Tages zu stellen, um die Müdigkeit in die Abendstunden - wo sie ja nach unseren Maßstäben hingehört - zu verlagern.

Für mich persönlich macht es keinen Unterschied bzgl. des Körpergewichts, allerdings habe ich festgestellt, dass ich ohne Frühstück nicht nur hungrig im körperlichen, sondern auch im geistigen Sinne bin. Es fehlt mir (gewollt) die Gemütlichkeit, die Zurückhaltung, die Zufriedenheit, die entsprechend erst dann eintritt, sobald ich viele Kohlenhydrate zu mir nehme. So bin ich den ganzen Tag aufgedreht, lasse das Frühstück ausfallen, nehme Mittags eine große Menge an Gemüse, Obst und Eiweiß zu mir und Abends werden 100 - 150 g Kohlenhydrate gegessen, um insgesamt auf ca. 200 - 250 g pro Tag zu kommen (eine Menge, mit der ich langfristig leistungsfähig bleibe). Auch achte ich darauf, tedenziell nur mittel- bis langkettige Kohlenhydrate aufzunehmen, um keine unnötigen Blutzuckerspitzen zu verursachen, die mich gerne in ein Loch der Müdigkeit fallen lassen.

Grüße

Twizzler
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Twizzler » 13.11.2018, 18:44

Obwohl ich mit Weihnachten Gat nicht mehr viel zu tun habe, ein Adventskalender gehört dazu. :)
Ich mag auch noch diese von früher. Ohne viel Klimbim, einfach nur ein kleines Stück Schokolade in Form von Glocke, Schneeflocke etc. Erinnert mich an meine Kindheit.

Jetzt wo ich hier auch ganz entspannt vor dem TV Sitze sind diese getriggerten Gedanken auch zum Glück weg.
Ich mag auch Abende alleine sehr gerne und denke mir halt, dass es auch viel zu schade wäre diese betrunken zu erleben.

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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Twizzler » 19.11.2018, 14:53

Hallo zusammen,

die letzten Tage waren gefüllt von Kopfschmerzen, Dauermüdigkeit und Stress und ich hatte nicht wirklich Laune an meinen Laptop zu gehen.
Zwischendurch kommen auch immer die Gedanken an meine Spiele die ich immer während des Trinkens gespielt habe.
Das ist ein Gedanke des Vermissens.
Da ich das aber komplett mit Bier verknüpfe, sind diese ebenso gestorben wie der Alkohol.

Zum Glück flauen die Gedanken nach einiger Zeit auch wieder ab. Ich habe am Wochenende viel im Haushalt gemacht.
Das sorgt natürlich auch für den nötigen Seelenfrieden.

So kann ich heute immerhin schon Tag 36 verzeichnen.
Inzwischen fällt es mir schwer, die Tage zu benennen ohne nachzuschauen. Man hat so auf den ersten Monat hingefiebert.
Jetzt verliere ich öfters den Überblick an Tagen.
Ich kann nur sagen, dass ich nie gedacht hätte, das ich solch eine Zahl schaffen könnte.
Es fühlt sich wirklich toll an.
Die Tage ohne Alkohol werden ein klein wenig selbstverständlicher. Der Samstagabend alleine fühlt sich nicht mehr so einsam und verloren an.
Es wird eine andere Art der Routine die mir sehr gut gefällt.

Ich wünsche euch allen einen schönen Abend.

Twizzler
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Twizzler » 28.11.2018, 09:42

Hallo zusammen,

Tag 45 habe ich heute.
Irgendwie wird es immer schwerer sich die Daten zu merken.

Gestern und vorgestern habe ich sehr sehr viel im Co-Bereich gelesen.
Ich konnte eine Menge davon mitnehmen.
Und ich bin durch die vielen Rückfälle die dort beschrieben wurden, richtig ans Nachdenken gekommen.
Ich muss zugeben, ich habe es auch sehr stark mit der Angst zu tun bekommen.
Mir ist nochmal so richtig bewusst geworden, dass man diese Krankheit immer mit sich rumträgt, sich dessen immer bewusst sein und auch immer sehr auf sich aufpassen muss.
Die Angst ist immer noch da. Eine Angst die zwar berechtigt ist, aber doch jetzt nicht mein Leben bestimmen sollte.
Ich habe es doch selber in der Hand das erste Glas stehen zu lassen.

In zwei Wochen gibt es von unserer Firma aus eine Weihnachtsfeier. Wir gehen essen.
Eigentlich recht harmlos.
Ich möchte mich aber im Moment nicht der Situation aussetzen, dass dort vielleicht auch was getrunken wird.
Bestimmt nur in Maßen, aber trotzdem.
Ich habe Angst, dass es mich triggern könnte. Gerade weil ich gerade so unheimlich viel über das Thema nachdenke.
Und manchmal denke ich eben auch an diese früheren "entspannten" Abende.

Danach gehen alle noch auf den Weihnachtsmarkt. Das habe ich für mich schon komplett ausgeschlossen. Ich brauche ganz sicher nicht überall den Geruch des typischen Weihnachtsmarkt-Getränkes.

Bei dem Essen bin ich unsicher. Habe ich das Recht mich zu verweigern und mich der Gruppe zu entziehen? Wir sind eigentlich ein gutes Team.
Ich möchte aber dem Alkohol noch nicht ausgesetzt sein. Auch nicht in Maßen.
In meiner Freizeit mache ich rein gar nichts was auch nur annähernd mit dem Thema zu tun hat.

Wie seht ihr das?
Übertreibe ich?
Bin ich zu sensibel?
Aber es geht doch um meine Gesundheit.

Blöd auch noch, dass das Essen zur Arbeitszeit stattfindet.
Ich würde sehr gerne einfach hier im Büro bleiben und weiter arbeiten in der Zeit wenn die anderen gehen.
Aber wie wird das aufgenommen?
Meine Chefin weiss übrigens von meinem Problem.
Und dass ich jetzt nicht mehr trinken wird sie mir angemerkt und angesehen haben. Sie hat sich immer sehr große Sorgen um mich gemacht.
Aber ob sie auch dafür Verständnis aufbringt....? Ich weiss es nicht.
Ich fühle mich einfach gerade extrem verunsichert.

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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Twizzler » 28.11.2018, 09:56

Alles in mir sträubt sich daran teilzunehmen.

Correns
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Correns » 28.11.2018, 11:01

Twizzler hat geschrieben:
28.11.2018, 09:42
1. Ich möchte mich aber im Moment nicht der Situation aussetzen, dass dort vielleicht auch was getrunken wird.
2. Habe ich das Recht mich zu verweigern und mich der Gruppe zu entziehen?
3. Wir sind eigentlich ein gutes Team.
4. Meine Chefin weiss übrigens von meinem Problem.
5. Aber ob sie auch dafür Verständnis aufbringt....?
Hallo Twizzler,
1. Du bestimmst allein, was Du tust und was Du nicht tust
2. Ja
3. Dann wird Dein Team auch Verständnis für Dich aufbringen
4. Das ist eine sehr gute und wertvolle Randbedingung
5. Ja, das wird sie. Melde Dich ganz offiziell bei ihr von der Feier ab

Es wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, bis Du mit solchen Situationen ganz natürlich umgehen kannst.
Aber Du bist auf dem richtigen Weg und ziehst die richtigen Schlüsse. Nur eben noch etwas zaghaft.

Viele Grüße
Correns

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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Twizzler » 28.11.2018, 11:18

Danke für deine Antwort Correns,

das beruhigt mich auch etwas. Ich muss zugeben, habe etwas Angst diesbezüglich auf meine Chefin zuzugehen.

Aber die Erfahrung der LZ-Trockenen ist hier wirklich auch sehr wichtig für mich.
Dass man nicht zu einer Party geht wo viel Alkohol getrunken wird, ist ganz klar.

Hier handelt es sich halt um ein gemütliches Mittagessen.
Ob überhaupt jemand was trinkt, weiss ich nicht. Könnte es mir aber gut vorstellen, weil auch einige in der Stadt leben in der wir essen gehen.
Aber auch wenn dort nur "gemütlich" getrunken wird, möchte ich es halt einfach nicht.
Bei meinem Glück sitzt dann noch jemand neben mir der sich ein Bier bestellt.
Sehr gruselig diese Vorstellung.

Ich bin zur Zeit wirklich sehr nachdenklich und voller Respekt dem Thema gegenüber.
Es geht auch schon leicht in die Angst.

Angst, dass ich irgendwann zu selbstsicher werde und das Problem kleinrede.
Angst, dass ich vergesse wie schlimm das alles für mich war.
Angst wieder nach der ersten Flasche zu greifen.

Wie geht man mit diesen Gedanken um?
Lässt man sie zu?
Versucht man sich besser abzulenken?

Das hat bestimmt auch damit zu tun, dass mein Dad jetzt nach ca. vier trockenen Monaten wieder regelmäßig seit 3 Wochen trinkt.
Vielleicht hat mich das mehr runter gerissen als ich mir anfangs eingestehen wollte.

Correns
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Correns » 28.11.2018, 12:11

Twizzler hat geschrieben:
28.11.2018, 11:18
...Wie geht man mit diesen Gedanken um?
Lässt man sie zu?
Versucht man sich besser abzulenken?...
Hallo Twizzler,

ich ließ und lasse solche Gedanken zu!
Dadurch habe ich die Möglichkeit, mir Strategien auszudenken.
Ab und zu finde ich dabei etwas Wertvolles.
Das kommt dann in meinen Notfallkoffer.

Immer klappt dies jedoch nicht.
Manchmal quälte mich eine Sache so sehr, dass ich mich lieber abgelenkt habe.
Für manche Bewältigung brauchte ich viel Energie und einen wachen Blick.
Und diese Energie ist nicht immer dagewesen, wenn ich sie brauchte.

Das ist vielleicht nicht die klarste Antwort.
Aber ich habe für dieses Thema noch keine allgemein gültige gefunden.
Vermutlich gibt es diese schlichtweg nicht...

Viele Grüße
Correns

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