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Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Twizzler
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Twizzler » 30.11.2018, 08:19

Heute habe ich mal extrem verschlafen.
Ich bin zu einer Zeit aufgewacht, zu der normalerweise schon im Büro sitze.
Grund dafür war ein sehr heftiger Albtraum, aus dem ich irgendwie nicht aufwachen konnte.
Ich habe nichts mitbekommen, meinen Handywecker, meinen Tabletwecker, den Lichtwecker. Alles ignoriert bzw. einfach verschlafen.
Auch nach dem Aufstehen war ich noch sehr benommen und konnte erstmal gar nicht richtig denken.
Zu sehr war ich noch in dem Traum gefangen.

Jetzt bin ich fast zwei Stunden später als sonst im Büro angekommen.

Das schlimme an dieser Situation für mich:

Es erinnert mich an alte Zeiten.
Zeiten an denen ich mir abends so die Kante gegeben habe, dass ich morgens nicht aufstehen wollte/konnte und viel zu spät im Büro war.

Es hat mich zwar nicht getriggert, trotzdem fühlt es sich für den Moment so an, wie in alte Muster zurück zu fallen.

Da muss ich wohl etwas gnädiger mit mir werden.
Auch wenn man nichts trinkt, darf man mal verschlafen (wir haben Gleitzeit, darum ist das nicht wirklich tragisch) und mal müde und kaputt sein und zu "spät" zur Arbeit kommen.
Bin ich ja im Grunde auch nicht durch die Gleitzeit. Aber es geht halt um die Stunden die ich mir gerade mühevoll wieder aufbaue.

Das gerade nur mal so am Rande erzählt.

Selbst wenn ich nichts trinke, fühle ich mich nach früher versetzt. Es ist einfach die Erinnerung wie die Tage früher ganz oft vorgekommen sind.

Twizzler
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Twizzler » 04.12.2018, 08:10

Hallo Hope,

naja, insgesamt komme ich nicht so gut aus dem Bett. Aber ich bin früh aus dem Bett. Nur brauche ich morgens etwas länger um fit zu werden. Dafür habe ich durch den Umzug aber auch einen kürzeren Arbeitsweg. Das gleicht sich wieder aus. :)

Der Traum hatte was mit Zombies zu tun. *g* Ehrlich gesagt, habe ich den sogar inzwischen schon wieder vergessen :)

Ansonsten durfte ich gestern einen Runden feiern. 50 Tage.

Habe da gestern auch noch mit meinem Freund drüber geredet. Ob er jemals für möglich gehalten hätte, dass das diesmal wirklich so läuft als ich (mal wieder) sagte, dass ich endlich aufhören möchte.
Das höchste der Gefühle waren ja mal 14 Tage.

Aber auch wenn ich nicht ganz so fit bin morgens, so ist es doch ein absoluter Luxus endlich mal wieder gut zu schlafen. Ich schlafe durch und ich schlafe auch sehr tief und fest. Das ist zu Trinkerzeiten eigentlich nie vorgekommen.
Entweder ist man nachts ständig aufgewacht oder hat schlecht geschlafen weil man Zuviel getrunken hatte oder an den wenigen Tagen wo ich mal nichts getrunken habe, hatte ich so massive Ein- und Durchschlafprobleme.

Ich lese auch unheimlich viel hier im Forum und da kommen natürlich Erinnerungen hoch. Schlechte Erinnerungen.

Ich habe unheimlich Angst, mich irgendwann zu sicher zu fühlen und zu vergessen bzw. zu glauben, vielleicht kann ich ja doch hin und wieder. Da hilft das lesen und austauschen.

Lunki
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Lunki » 04.12.2018, 09:22

Twizzler hat geschrieben:
04.12.2018, 08:10

Ich habe unheimlich Angst, mich irgendwann zu sicher zu fühlen und zu vergessen bzw. zu glauben, vielleicht kann ich ja doch hin und wieder. Da hilft das lesen und austauschen.
Das kann ich absolut nachvollziehen, denn ich habe genau die gleiche Angst. Und ich habe ja auch erst 12 Tage geschafft, das ist nicht gerade eine beruhigende Anzahl. Wobei ich jetzt ehrlich gesagt nicht weiß, ob es jemals eine komfortable Zeit gibt, fühlt man sich denn jemals sicher? Das wäre eine Frage an diejenigen unter uns, die schon jahre- oder jahrzentelang trocken sind. Hört diese Angst denn irgendwann auf? Ich könnte mir vorstellen das diese Angst vielleicht geringer wird aber ob man sich jemals 100%ig sicher ist nie wider rückfällig zu werden, weiß ich nicht.

Ich bin in den 12 Tagen jetzt zum Frühaufsteher mutiert. Länger als 5.00 Uhr habe ich eigentlich nie geschlafen. Das liegt aber auch daran, dass ich die Nacht nicht mehr zum Tage mache und früh schlafen gehe.

Feldmaus75
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Feldmaus75 » 04.12.2018, 09:23

Hope24 hat geschrieben:
03.12.2018, 22:35
Ich für meinen Teil dachte, dass ich nun, wo ich nix mehr trinke, leichter aus dem Bett komme. Bin ich auch, die ersten Wochen, das ist nun vorbei, ich habe gemerkt dass ich eher der Typ Nachteule bin, abends nicht ins Bett und morgens nicht raus.
Guten Morgen,

diese Erfahrung kann ich bestätigen... früher war früh Aufstehen kein Problem, habe oft um 6 angefangen zu arbeiten, mehr als 6 Stunden Schlaf brauchte ich nicht... Jetzt schaff ich am Wochenende locker 9-10 Stunden (durch! zumindest gefühlt)... dank flexibler Arbeitszeit steh ich auch unter der Woche selten vor 8 auf (bin aber auch meist nicht vor 1 im Bett)... habe mich also auch eher zur Nachteule entwickelt, was ich gar nicht so gut finde, der Tag fühlt sich dann so kurz an... und spät abends mach ich meist nichts Sinnvolles mehr, eher vor der Glotze oder im Netz hängen... :?

Twizzler
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Twizzler » 04.12.2018, 15:19

Also ich bin "leider" beides.
Frühaufsteher und Nachteule. *g*

Ich bin morgens im Büro von 6-12 Uhr unheimlich aktiv und bekomme das meiste geschafft. Da habe ich Power ohne Ende.
Ab 12 werde ich dann müde und erst gegen 18:00 wieder fit.

Das ist natürlich nicht so gut.
Vielleicht sollte ich in der Pause nach Hause für ein Mittagsschläfchen :)

Aber im Prinzip bin ich schon jemand, der sehr gerne früh wach ist. Weil ich dann halt die meiste Power habe. Wenn ich bis mittags schlafe, habe ich das Gefühl der ganze Tag ist schon um und dann lohnt es sich für mich auch gar nicht mehr anzufangen.

Aber zu dieser Jahreszeit ist es wohl auch nicht verwerflich insgesamt etwas müder zu sein. Es ist ja auch fast dauerhaft dunkel draussen.
Und ich bin auch leider keine die spazieren geht oder sich sonst wie draussen aufhält. Da fehlt das Vitamin D.

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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Twizzler » 11.12.2018, 07:07

Guten Morgen zusammen,

morgen ist also die besagte Weihnachtsfeier und ich habe mich entschieden nicht mitzugehen. Das habe ich meiner Chefin heute Morgen auch mitgeteilt und sie hat total verständnisvoll reagiert was mich wirklich total gefreut hat.

Letzte Woche war ich bei meiner Mutter und ihrem Mann zu Besuch. Sie hatten am Samstag eine größere Familienfeier und es war schon klar, dass ich daran auch nicht teilnehme. Dort wird nämlich jedes Mal ordentlich gebechert.
Alkohol = lustige Stimmung.
Diese Feiern finden ungefähr dreimal im Jahr statt.
Ich bin mal sehr gespannt wie es wird, wenn ich ihr mitteile, dass ich auch an ihrem Hochzeitstag nicht dabei sein werde.

Sie war ziemlich pikiert als ich ihr sagte, dass ich an solchen Familienfesten nie wieder teilnehmen werde.
Aber da der Alkohol bei diesen Feiern sehr stark im Vordergrund steht, tue ich mir das nicht mehr an.
Früher waren mir diese Feste schon immer ein Dorn im Auge. Die gingen dann 12-15 Stunden.
Und früher habe ich natürlich immer noch ordentlich mitgetrunken und bin dann abends mit dem Taxi nach Hause.

Sie versteht glaube ich nicht, dass ich wirklich Alkoholikerin bin.
Für sie war das immer nur eine Phase (die zwar jahrelang anhielt, aber egal).

Selbst wenn man sich mal im kleineren Kreis trifft um z.B. etwas zu spielen oder einfach nur zusammen zu sitzen, ist das Bier und der Sekt mit auf dem Tisch. Aus besonderem Anlass.

Versteht mich nicht falsch, ich glaube nicht, dass meine Mutter und ihr Mann ein Alkoholproblem haben.
Aber zu solch besonderen Anlässen wird halt gerne was getrunken.
Das ist schon irgendwie ein Zwiespalt aber zum Glück habe ich in den letzten Jahren auch gelernt mit da etwas durchzusetzen.


Ansonsten muss ich sagen, dass ich etwas Angst vor Silvester habe. An dem Abend bin ich voraussichtlich alleine.
Ich habe zwar keine Angst davor etwas zu trinken, aber Angst, dass ich mich dann einsam fühle.

Ich mache jetzt schon jede Menge Pläne, wie ich mir den Abend so schön wie möglich mache. Da ich auch Pfötchen halten muss an dem Abend, bin ich auch nicht gerne unterwegs. Ich hoffe, dass meine Stimmung dann nicht kippt.
Ich fühle mich aber eigentlich sicher genug, dass ich sagen kann, dass ich nicht zur Flasche greifen "muss" um diese Gefühle zu betäuben.

Carl Friedrich
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Carl Friedrich » 11.12.2018, 16:02

Twizzler hat geschrieben:
11.12.2018, 07:07
morgen ist also die besagte Weihnachtsfeier und ich habe mich entschieden nicht mitzugehen.

Letzte Woche war ich bei meiner Mutter und ihrem Mann zu Besuch. Sie hatten am Samstag eine größere Familienfeier und es war schon klar, dass ich daran auch nicht teilnehme. Dort wird nämlich jedes Mal ordentlich gebechert.
Alkohol = lustige Stimmung.
Diese Feiern finden ungefähr dreimal im Jahr statt.
Ich bin mal sehr gespannt wie es wird, wenn ich ihr mitteile, dass ich auch an ihrem Hochzeitstag nicht dabei sein werde.

Hallo Twizzler!

Alles richtig gemacht.

Wenn Du etwas gefestigter bist, was frühestens nach 1 Jahr der Fall ist, kannst Du ja mal drüber nachdenken, nur zu Beginn und bevor es alkoholtechnisch richtig losgeht, mal kurz zu erscheinen, um dich zu verabschieden, sobald die Korken knallen.

So mache ich es.

Für dich ist es allerdings noch Zukunftsmusik.

Weiter so. Es wird schon, auch an Silvester. Ist ja noch was hin. Da fällt dir bestimmt noch was ein.

Gruß
Carl Friedrich

Kloane
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Re: Hinfallen ist nur eine Schande, wenn man nicht mehr aufsteht

Beitrag von Kloane » 11.12.2018, 18:50

Hallo Twizzler,
ich finde es so toll wie gut du auf dich aufpasst. Das werde ich mir auch zu Herzen nehmen.
Mich würde mal interessieren ob du irgendwelche Hobbys hast.
Ich z.B. male gerne (was ich allerdings schon lange nicht mehr gemacht habe), aber das ist voll mit Saufen verknüpft.
Auch Handarbeiten mache ich gerne aber leider auch dabei kann man sehr gut süffeln. Das Malen werde ich weiterhin erst mal
auf Eis legen aber Handarbeiten nehme ich jetzt mal "ohne" in Angriff.

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