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Ein ständiges auf und ab

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Missnoalk
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Re: Ein ständiges auf und ab

Beitrag von Missnoalk » 30.11.2018, 20:21

Ich werd das Gefühl nicht los, dass mein Körper sich bei mir beschwert. Nach dem Motto "so jetzt ist also Schluss mit dem täglichen Stress da zeig ich Dir mal wie es ist wenn man gegen etliches ankämpfen muss und trotzdem funktionieren muss".
Ich bin wirklich Dauer angeschlagen und einer Sache folgt die andere Erkältungen, Allergien, Pilze, Entzündungen alles dabei. Und alles was in einem Jahr nicht zusammen kommt geht jetzt gefehlt in ner Woche.
Wird sicher vorrueber gehen. Trotzdem bin ich genervt.
Genervt zu sein ist heute wohl meine grundstimmung.

Ernest
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Re: Ein ständiges auf und ab

Beitrag von Ernest » 30.11.2018, 20:54

Logisch reklamiert Dein Körper. Der passt sich eben auch manchmal an Deinen Geist an.
Und beide sind ja im Umbruch. Denke ich.
Ein warmes Tee? Eine Kerze? Dir passende Musik? Und alles zusammen in einer warmen Stube? Und so triviale Gedanken wie z.B. ach Gottchen, manchmal ist soooo kitschig auch schön....

Immer noch besser als, das Geschirr zu zerschlagen oder mit der ganzen Welt zu hadern.
Und wenn Du wieder besser beisammen bist, gehst in einen Wald und schreist alle die bekannten wüsten Schimpfwörter hinaus.

Trage sorge zu Dir und bon courage.

Carl Friedrich
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Re: Ein ständiges auf und ab

Beitrag von Carl Friedrich » 30.11.2018, 21:02

Hallo!

Bei mir kommt bei negativer Grundstimmung schon mal Suchtdruck vor. In so einer Grundstimmung meldet sich gerne das Suchtgedächtnis und will mir einreden, mit ein paar Bierchen ginge es mir entschieden besser und überhaupt: Man habe jetzt lange genug gedarbt und sich gequält, jetzt sei es Zeit für eine Belohnung. Durch die trockene Zeit habe man alkoholtechnisch eh alles wieder im Griff.

Mein Rat: Lenk dich mit etwas ab, was dir Freude bereitet und halte die Wasserpulle in Griffnähe. Sorg für ausreichend Nahrung. Auch Hunger hat bei mir schon mal Alkoholgedanken ausgelöst.

Jetzt gilt es, mögliche Risikofaktoren zu minimieren.

Viel Glück.

Gruß
Carl Friedrich

Missnoalk
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Re: Ein ständiges auf und ab

Beitrag von Missnoalk » 30.11.2018, 21:08

Ein Bad und Huehnersuppe haben geholfen. Danke für die Ratschläge

Cadda
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Re: Ein ständiges auf und ab

Beitrag von Cadda » 30.11.2018, 21:12

Hallo Missnoalk,

ich lese sehr gern bei Dir. Ich finde, Du schreibst so schön natürlich. Mit der Grundstimmung können wir uns heute die Hand reichen. Vor einiger Zeit hätte man sich vielleicht am liebsten genervt und gefrustet zugeprostet. Als ob das etwas besser gemacht hätte....
Heute lieber Schreiben, Baden, Hühnersuppe essen oder

....einfach schlafen gehen. Gute Nacht :-D

Cadda
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Re: Ein ständiges auf und ab

Beitrag von Cadda » 03.12.2018, 14:33

So, nochmal zu Dir und der Sache mit dem Date, das Du nicht hattest :-D

Ich kann mich totaaaaal in Deine Lage versetzen. Ich hatte letztes Jahr im September aufgehört zu trinken und habe dann zum Ende des Jahres jemanden kennengelernt, der damals in meinen Augen ein absoluter Glücksgriff zu sein schien. War zwar letztendlich nicht der Fall, aber das ist ne andere Geschichte :mrgreen:

Wir hatten also ein Date und ich bin vorher fast die Wände hochgegangen. Liebend gern hätte ich mich mit Sekt zugeschüttet, um locker zu werden. Das Ende vom Lied war, dass ich aus der Apotheke Bachblütentropfen Rescue Tropfen geholt habe, in der Hoffnung, dass irgendeine Wirkung eintritt. Ich hab fast die ganze Flasche geleert und habe folgende Veränderung festgestellt: Gar keine.

Ich bin also zu meinem Date, hätte ko... können und zwar bis zu dem Moment, wo wir am Tisch saßen und anfingen, uns zu unterhalten. Es war total klasse und völlig locker und das Schönste: Ich hab mich nicht durch das Trinken von Alkohol zum Affen gemacht.

Cadda
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Re: Ein ständiges auf und ab

Beitrag von Cadda » 03.12.2018, 14:49

Übrigens zur Trinksituation (er wusste von nichts). Er hat sich ein Alster bestellt und ich ne Cola. Beim zweiten Getränk fragte er glaub ich irgendwas in Richtung alkoholisches Getränk und ich antwortete, dass ich keinen Alkohol trinke. Er fragte dann, ob es daran liegt, dass ich mit dem Auto da bin und ich sagte dann, dass ich grundsätzlich keinen Alkohol mehr trinke, weil ich das Trinken einfach absolut nicht vertrage und auch ER darüber froh sein kann, weil er mich ansonsten nicht aushalten könnte :lol:
Kurzer Lacher und dann sagte ich ernst, dass es wirklich so ist, dass ich keinen Alkohol mehr trinken werde, auch nicht zukünftig und dass ich auch sehr zufrieden mit meinem Entschluss bin. Fertig, das war’s zu dem Thema.

Irgendwann, als wir dann schon zusammen gekommen waren, kam das Thema ab und zu mal auf den Tisch. Da hab ich dann zwischenzeitlich auch in Gesprächen erzählt, wie schlimm das alles schon war und er hat nach und nach auch den Ernst der Lage total gecheckt und war beeindruckt und hat das völlig akzeptiert.

Aber das braucht Zeit. Für den Moment geht es ja nur ums Kennenlernen und da muss man nicht immer das Bild von einer „Alkoholiker-Beichte“ im Kopf haben. Ein ganz lockeres „Nee, lass mal. Ich trinke keinen Alkohol“ reicht vorerst vollkommen aus.

Carl Friedrich
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Re: Ein ständiges auf und ab

Beitrag von Carl Friedrich » 03.12.2018, 15:37

Cadda hat geschrieben:
03.12.2018, 14:49
Ein ganz lockeres „Nee, lass mal. Ich trinke keinen Alkohol“ reicht vorerst vollkommen aus.

Hallo!

Genau die richtige Antwort. So mache ich es auch.

Gruß
Carl Friedrich

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